Inhaltsverzeichnis
- Wann ist Erntezeit für Feigen?
- Zwei Erntephasen: Sommerfeigen und Herbstfeigen
- Lange Feigen ernten durch passende Sortenkombination
- Frühe Sommerfeigen
- 'Ficcolino'
- 'Dalmatie'
- 'Brunswick'
- Mittelfrühe Sommerfeigen
- 'Amatrice Casale'
- 'Ariane'
- 'Desert King'
- 'Negronne'
- Frühe Herbstfeigen
- 'Pastilière'
- 'Ronde de Bordeaux'
- 'Bornholm'
- Herbstfeigen mit besonders langer Reifezeit
- 'Fiorone Giallo'
- 'Twotimer'®
- 'Osborn Prolific'
- 'Conadria'
- 'Brogiotto Bianco'
- 'Columbaro Nero'
- Reifen Feigen nach?
- Unreife Feigen – was tun mit den grünen Früchten?
- Küchennutzung: eingelegt, kandiert oder als Chutney
- Woran erkennt man reife Feigen?
- Feigen richtig ernten und lagern
Zusammenfassung
Das Feigen Ernten in Mitteleuropa beginnt je nach Sorte und Standort ab Ende Juni und kann bei warmer Witterung bis Mitte November dauern. Möglich wird die lange Erntezeit durch zwei Fruchtgenerationen: Sommerfeigen, die aus Knospen des Vorjahres entstehen und bereits im Juni/Juli reifen, sowie Herbstfeigen, die an den neuen Trieben wachsen und den Hauptertrag bis in den Spätherbst liefern. Besonders zuverlässig sind Herbstfeigen, da sie unabhängig von Frostschäden am alten Holz sind. Zweimaltragende Twotimer®-Sorten kombinieren beide Ernten und verlängern die Saison zusätzlich. Geschützte Standorte wie Südwände oder Kübelkultur verlängern die Reifezeit auch in kühlen Regionen. Durch eine geschickte Sortenkombination lässt sich der Feigengenuss fast fünf Monate lang ausdehnen. Reife Feigen erkennt man an weicher Haut, hängender Frucht und oft einem kleinen Honigtropfen. Feigen reifen nach der Ernte nicht mehr nach und müssen daher vollständig weich und sortentypisch gefärbt direkt am Baum gepflückt werden, um ihr volles Aroma zu entfalten. Unreife Früchte bleiben hart und sollten nur gekocht verwendet werden, da diese einen milchigen Latexsaft enthalten mit Substanzen, die Hautreizungen verursachen kann – durch Kochen werden diese Stoffe abgebaut.
Praxis-Tipps
Sorten clever kombinieren
Pflanze eine Mischung aus frühen Sommerfeigen (z. B. 'Ficcolino', 'Dalmatie') und spätreifen Herbstfeigen (z. B. 'Brogiotto Bianco', 'Conadria'). So kannst du von Ende Juni bis in den November ernten.Geschützte Standorte nutzen
Ein Platz an einer warmen Südwand, im Innenhof oder ein grosser Kübel verlängert die Reifezeit deutlich. Wärmeinseln sorgen dafür, dass Herbstfeigen auch in kühlen Jahren ausreifen.Regelmässig ernten und schonend lagern
Feigen täglich kontrollieren und sofort pflücken, sobald sie weich sind. Immer am Stiel abknicken, nicht abreissen. Frische Feigen halten im Kühlschrank nur etwa 3 Tage – am besten sofort geniessen oder zu Konfitüre verarbeiten.
Wann ist Erntezeit für Feigen?
Feigen reifen nicht gleichzeitig, sondern in Wellen – je nach Sorte, Standort und Witterung. In Mitteleuropa in Regionen mit Weinbauklima startet die Feigenernte Ende Juni und kann bei milder, sonniger Witterung bis in den November reichen. In kühleren, windoffenen Situationen verschiebt sie sich um 2–3 Wochen nach hinten. Geschützte Plätze (Hauswand, Innenhof) oder Kübelkultur verlängern die Reifezeit. In unserer Versuchsanlage im St. Galler Rheintal in der Schweiz begann die Feigenernte in diesem Jahr bereits Ende Juni – und endete erst Mitte November. Über fast fünf Monate hinweg konnten wir immer wieder frische, süsse Früchte ernten.
Bild: Von Feigenbäumen an geschützten Plätzen kann man länger reife Früchte ernten.
Zwei Erntephasen: Sommerfeigen und Herbstfeigen
Feigen gehören zu den wenigen Obstgehölzen, die zwei Fruchtgenerationen hervorbringen können. Dadurch können wir besonders lange Feigen ernten.
Die ersten Früchte des Jahres sind die Sommerfeigen (auch Brebas genannt). Ihre Knospen werden bereits im Spätsommer des Vorjahres angelegt und müssen den Winter überstehen. Nach einem milden Winter beginnen sie im Frühling zu wachsen und reifen oft schon im Juni oder Juli. Es sind meist nur wenige, dafür besonders grosse Früchte.
Die zweite Generation, die Herbstfeigen, entsteht an den neuen Trieben des laufenden Jahres. Sie wachsen im Sommer heran und reifen – je nach Sorte und Standort – zwischen August und November. In kühlen Regionen sind Herbstfeigen besonders zuverlässig, weil sie nicht von der Überwinterung der Fruchtansätze abhängen. Gleichzeitig lassen sie sich stärker zurückschneiden und eignen sich dadurch hervorragend für kleine Gärten und die Kübelkultur.
Welche dieser beiden Fruchtgenerationen tatsächlich zur Reife kommt, hängt von Sorte und Klima ab. Je nach Sorte dominiert eine andere Fruchtgeneration. Manche Feigensorten tragen nur oder überwiegend Sommerfeigen. Der Grund dafür liegt oft im Klima: Ihre zweite Fruchtgeneration – die Herbstfeigen – hat in Mitteleuropa oft nicht genug Zeit und Wärme, um vollständig auszureifen. Andere Sorten bilden dagegen vor allem Herbstfeigen, während die im Vorjahr angelegten Sommerfeigen im Winter erfrieren. Und schliesslich gibt es zweimaltragende Feigensorten, die Twotimer-Feigen, die unter unseren Bedingungen beide Ernten zuverlässig zur Reife bringen – sie schenken im Frühsommer wie auch im Spätsommer eine Fülle süßer Früchte.
Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Feigentypen und wie man diese am besten schneidet, findest du in unseren Artikeln «Sommerfeigen anbauen und ernten – Tipps und die besten Sorten», «Herbstfeigen anbauen und ernten – Tipps und die besten Sorten» und «Zweimaltragende Feigen (Twotimer® Feigen) anbauen und ernten – Tipps und die besten Sorten».
Lange Feigen ernten durch passende Sortenkombination
Durch die Wahl der passenden Sorten kann man den Feigengenuss vom Frühsommer bis in den Herbst ausdehnen.
Frühe Sommerfeigen
Diese frühreifen Sorten läuten die Feigensaison ein. Bereits Ende Juni schenken sie die ersten Sommerfeigen – saftig, süss und aromatisch.
'Ficcolino'
Die frühesten Sommerfeigen bringt der zweimaltragende Feigenbaum Gustis® 'Ficcolino'®. Ab Mitte/Ende Juni reifen zahlreiche mittelgrosse, gelbgrüne Früchte. Ab Ende September bildet der Feigenbaum Gustis® 'Ficcolino'® Herbstfeigen. Diese Sorte eignet sich dank ihres kompakten Wuchses auch für kleinere Gärten. Sie überzeugt durch eine gute Winterhärte und erträgt auch tiefe Temperaturen von -15 °C ohne Schäden.
Bild: 'Ficcolino'® bildet sehr frühe Sommerfeigen.
'Dalmatie'
Die Twotimer-Feige 'Dalmatie' trägt ab Anfang Juli riesige, hellgrüne Sommerfeigen mit feinem Vanillearoma. Ab Ende September reifen die Herbstfeigen. Dank ihrer Schwachwüchsigkeit passt sie gut in kleinere Gärten. Der Feigenbaum 'Dalmatie' ist gut winterhart, ihre Triebe und Knospen überstehen Frost bis etwa –15 °C, bei gut eingewurzelten Pflanzen sogar darunter.
Bild: Die nach Vanille schmeckende Feige 'Dalmatie' reift früh ab Anfang Juli.
'Brunswick'
Die Feige 'Brunswick' trägt frühe Sommerfeigen, die ab Anfang Juli reifen. Ab Anfang Oktober reifen die Herbstfeigen. Die Früchte sind gross, gelb-rötlich gestreifte Früchte mit süss-saftigem, amberfarbenem Fruchtfleisch. Dank ihrer hervorragenden Winterhärte bis –20 °C und ihres kräftigen, robusten Wuchses ist sie eine der bewährtesten Sorten für mitteleuropäische Gärten.
Bild: Die Feige 'Brunswick' trägt ab Anfang Juli grosse, gelb-rötlich gestreifte Sommerfeigen.
Mittelfrühe Sommerfeigen
Mittelfrühe Sommerfeigen schliessen nahtlos an die ganz frühen Sorten an und sorgen dafür, dass das Feigen Ernten nicht abreisst. Ihre Ernte beginnt etwa Mitte Juli.
'Amatrice Casale'
Gustis® 'Amatrice Casale' gehört zu den mittelfrühen Sommerfeigen und kombiniert einen riesigen Fruchtertrag mit sehr saftigen, harmonisch süss-säuerlichen Früchten. Ab Mitte Juli kann man ihre hellgrünen, hellrot gefärbten Feigen ernten, überzeugen durch feinen Geschmack und eine leichte Säure. Direkt an die Sommerfeigen anschliessend reifen ab Mitte August bis in den Spätherbst die Herbstfeigen. 'Amatrice Casale' hat mittlere Winterhärte, sie kann kurzfristig bis zu -15 °C unbeschadet überstehen.
Bild: Gustis® 'Amatrice Casale' bildet ab Mitte Juli zahlreiche Sommerfeigen.
'Ariane'
Gustis® 'Ariane' zählt zu den ertragreichsten Sommerfeigen, ab Ende Juli kann man von ihr eine Fülle goldgelber, saftiger und angenehm süsser Feigen ernten. Die robuste, kräftig wachsende Sorte ist unkompliziert im Anbau, winterhart bis –15 °C und eignet sich hervorragend für warme, geschützte Standorte sowie die Topfkultur.
Bild: Gustis® 'Ariane' trägt ab Ende Juli eine Vielzahl köstlicher Feigen.
'Desert King'
Die Feige 'Desert King' ist eine aussergewöhnlich winterharte Sommerfeige, von der man in der zweiten Julihälfte enorme Mengen an saftigen, süss-aromatischen Feigen ernten kann. Dank ihrer robusten Fruchtknospen eignet sie sich auch ideal für kühlere Regionen. Die Herbstfeigen benötigen eine Befruchtung durch die Feigengallwespe, die inzwischen auch in manchen Regionen in Mitteleuropa zu finden ist. In unserer Versuchspflanzung können wir auch Herbstfeigen ernten, diese reifen ab Mitte September bis etwa Mitte November.
Bild: 'Desert King' trägt aussergewöhnlich viele Sommerfeigen und bei Befruchtung auch bis in den Herbst Herbstfeigen.
'Negronne'
Die Feige 'Negronne' ist eine kompakte und kälteresistente Twotimer-Sorte mit kleinen, nahezu schwarzen Früchten und tiefrot-saftigem Fruchtfleisch von herausragender Geschmacksqualität. Die süss-säuerlichen Früchte erinnern im Aroma an eine Mischung aus Pflaumen- und Erdbeermarmelade. Die Sommerfeigen reifen ab Mitte Juli, die Herbstfeigen ab Ende August.
Bild: Vom zweimaltragenden Feigenbaum 'Negronne' können wir im Sommer und Herbst köstliche Feigen ernten.
Frühe Herbstfeigen
'Pastilière'
Die Feige 'Pastilière' ist eine der frühesten und zuverlässigsten Herbstfeigen, die bereits ab Mitte August mittelgrosse, blauviolette Früchte mit zartem Fruchtfleisch und einem fruchtig-frischen Aroma hervorbringt, das leicht an Honigmelone erinnert. Dank ihrer guten Winterhärte, der schönen kompakten Baumform und dem reichen Ertrag gilt sie als ideale Sorte für kühlere Regionen und die Topfkultur.
Bild: Die nach Honigmelonen schmeckende Herbstfeige 'Pastilière' reift bereits Mitte August.
'Ronde de Bordeaux'
Die Feige 'Ronde de Bordeaux' ist eine aussergewöhnlich kälteresistente, frühreifende Herbstfeige, die ab Ende August zahlreiche kleine, violette Früchte mit weichem, tiefrotem Fruchtfleisch und intensiver, beerig-würziger Süsse liefert. Dank ihres schnellen Ertragsbeginns und ihrer Zuverlässigkeit auch in kühlen, frostgefährdeten Regionen gilt sie als eine der besten Feigensorten für den Hausgarten.
Bild: 'Ronde de Bordeaux' liefert frühe Herbstfeigen, die äusserst aromatisch schmecken.
'Bornholm'
Die zweimaltragende Feige 'Bornholm' ist eine aussergewöhnlich frostharte, robuste Sorte aus Dänemark, die zahlreiche rötlich-braune, aromatisch-süsse Früchte mit erdbeerfarbenem Fruchtfleisch hervorbringt. Dank ihres kompakten, buschigen Wuchses und ihrer hohen Zuverlässigkeit selbst in kühlen Regionen eignet sie sich ideal für Gärten nördlich der Alpen und für die Topfkultur. Die Sommerfeigen reifen ab Ende Juli und die Herbstfeigen ab Ende September.
Bild: 'Bornholm' liefert Sommer- und Herbstfeigen und ist äusserst kältetolerant.
Herbstfeigen mit besonders langer Reifezeit
Die Reifezeit dieser Feigensorten beginnt meist ab Mitte September und kann sich – je nach Standort und Witterung – bis etwa Mitte November erstrecken. Besonders in einem milden, sonnigen Herbst reifen die Früchte bis weit in den Spätherbst hinein und schenken uns selbst im November noch aromatische, honigsüße Feigen. Wer seine Pflanzen an einer geschützten Südwand oder im Kübel nahe am Haus stehen hat, kann die Ernte durch die gespeicherte Wärme sogar um einige Wochen verlängern.
'Fiorone Giallo'
Die Feige 'Fiorone Giallo' liefert ab Ende Juli mittelgrosse, goldgelbe Sommerfeigen und von Mitte September bis Mitte November Herbstfeigen. Die Früchte sind süss-aromatisch und besitzen eine zarte Honignote. Dank ihres kompakten Wuchses, der guten Winterhärte und der zuverlässigen Erträge eignet sie sich hervorragend für kleinere Gärten und die Kübelkultur nördlich der Alpen.
Bild: Bei mildem Herbstwetter liefert 'Fiorone Giallo' bis Mitte November köstliche Feigen.
'Twotimer'®
Die Feige Gustis® 'Twotimer'® ist eine zweimaltragende Feige, die ab Ende Juli grosse, auberginenförmige Sommerfeigen und ab Ende September eine zweite Ernte kleinerer, rotvioletter Herbstfeigen liefert – beide mit süssem, erdbeerfarbenem Fruchtfleisch. Danke ihres kräftigen Wuchses, ihrer ausgezeichneten Winterhärte und der guten Regenfestigkeit der Früchte passt sie gut in kühlere Regionen.
Bild: Gustis® 'Twotimer'® liefert zuverlässig aromatische Sommer- und Herbstfeigen.
'Osborn Prolific'
Die Feige 'Osborn Prolific' ist eine aussergewöhnlich frostharte, zweimaltragende Sorte, die ab August zahlreiche mittelgrosse, bronzefarbene Sommerfeigen mit süss-aromatischem Fruchtfleisch und feinen Noten von Honig und Karamell liefert. Von Mitte September bis Mitte November reifen die Herbstfeigen. Dank ihres buschigen Wuchses, der hohen Zuverlässigkeit in kühlen Regionen und ihrer guten Topfeignung ist sie ideal für Gärten nördlich der Alpen.
Bild: 'Osborn Prolific' ist äusserst kältetolerant und liefert bis Mitte November köstliche nach Karamell und Honig schmeckende Früchte.
'Conadria'
Die Feige 'Conadria' ist eine ertragreiche Twotimer®-Feige, von der wir grosse Mengen mittelgrosser, gelber Feigen ernten können, mit süssem, weinfarbenem Fruchtfleisch von hoher Qualität. Die Sommerfeigen reifen ab Anfang August, die Herbstfeigen von Anfang September bis Mitte November. Dank guter Winterhärte, kompakter Wuchsform und hoher Zuverlässigkeit eignet sie sich hervorragend für mitteleuropäische Gärten.
Bild: 'Conadria' trägt eine Vielzahl köstlicher Sommer- und Herbstfeigen bis Mitte November.
'Brogiotto Bianco'
Die Feige 'Brogiotto Bianco' ist eine klassische italienische Herbstfeige, von der wir ab September zuverlässig mittelgrosse, gelbgrüne Feigeh ernten können, mit zartem, amberfarbenem und süssem Fruchtfleisch, das an Honigmelonen erinnert. Dank guter Winterhärte, mittelstarkem Wuchs und ihrer Robustheit eignet sie sich hervorragend für Gärten nördlich der Alpen sowie für die Kultur im grossen Kübel.
Bild: 'Brogiotto Bianco' versüsst den Herbst mit köstlichen an Honigmelonen erinnernden Feigen.
'Columbaro Nero'
Die Feige 'Columbaro Nero' ist eine sehr ertragreiche Twotimer-Sorte, die ab Juli zahlreiche schwarz-violette Früchte mit bernsteinrosanem, sehr süssem und aromatischem Fruchtfleisch liefert. Die Herbstfeigen reifen ab Ende August bis Mitte November. Dank ihres kräftigen, zugleich schlank-buschigen Wuchses und ihrer Robustheit gegenüber Trockenheit eignet sie sich hervorragend für Garten und Kübel – selbst in Regionen mit kühleren Sommern.
Bild: 'Columbaro Nero' ist sehr ertragreich und erfreut uns bis in den Herbst mit aromatischen Früchte.
Reifen Feigen nach?
Feigen gehören zu den Früchten, die nach der Ernte nicht mehr nachreifen. Sobald sie vom Baum getrennt sind, stoppen sowohl die Zuckerbildung als auch der Reifeprozess vollständig. Deshalb ist der ideale Erntezeitpunkt entscheidend für Geschmack und Aroma. Eine Feige, die beim Pflücken noch hart, milchig-grün oder fest ist, wird später nicht süsser, sondern bleibt flach im Geschmack. Reif sind Feigen nur dann, wenn sie am Baum weich werden.
Unreife Feigen – was tun mit den grünen Früchten?
Sobald die Tageshöchsttemperaturen unter 10 °C sinken, stellen Feigen ihr Wachstum und ihre Zuckerbildung ein. Die verbliebenen grünen Früchte bleiben hart und werden nicht mehr süss. Man kann sie am Baum lassen, bis sie von selbst abfallen – oder im Spätherbst die unreifen Feigen ernten. Unreife Feigen sind wegen des Milchsafts in rohem Zustand leicht giftig. Unreife Feigen enthalten in ihrem milchigen Latexsaft noch das eiweissspaltende Enzym Ficin sowie Lipasen und andere Stoffe, die bei Hautkontakt Juckreiz oder Reizungen auslösen können. In reifen Feigen ist dieser Latex während des Reifeprozesses weitgehend abgebaut oder umgewandelt, sodass der Saft dann nicht mehr hautreizend wirkt. Durch Kochen werden diese Enzyme deaktiviert und die unreifen Feigen lassen sich zu köstlichen Gerichten verarbeiten. Beim Schneiden oder Schälen unreifer Früchte sollte man wegen des hautreizenden Latexsafts Handschuhe zu tragen und den Saftkontakt mit der Haut zu vermeiden.
Küchennutzung: eingelegt, kandiert oder als Chutney
Unreife Feigen enthalten noch wenig Zucker, dafür aber eine leicht herbe, würzige Note. In der Küche lassen sie sich ähnlich wie unreife Walnüsse verwenden.
- Eingelegte Feigen: In Zuckersirup, mit Gewürzen wie Zimt, Nelken und Zitrone gekocht, ergeben sie eine feine Delikatesse, die an Feigenkonfitüre erinnert – nur etwas kräftiger im Geschmack.
- Feigenchutney: Mit Zwiebeln, Essig, Ingwer und Chili entsteht aus den unreifen Früchten ein aromatisches Chutney, das hervorragend zu Käse oder Fleisch passt.
- Kandierte Feigen: Kleine unreife Früchte können im Zuckersud kandiert werden – das ergibt dekorative, süss-herbe Naschereien für die Winterküche.
Bild: Unreife Feigen lassen sich zu diversen Köstlichkeiten verarbeiten.
Woran erkennt man reife Feigen?
Feigen verraten ihre Reife nicht durch harte Fakten, sondern durch feine Signale. Typische Merkmale sind:
- Die Fruchtfarbe verändert sich: Grüne Sorten werden leicht gelblich oder bernsteinfarben, violette Sorten dunkeln stark nach.
- Die Haut wird weicher, die Frucht hängt leicht nach unten und wirkt fast überreif.
- Manchmal tritt sogar ein kleiner Tropfen Honigsaft am Fruchtansatz aus – dann ist die Feige perfekt.
Unreife Feigen hingegen bleiben fest, milchig-grün und geschmacklich flach. Sie sollten, wenn möglich, noch ein paar sonnige Tage am Baum bleiben.
In diesem Video zeigen wir dir, woran man reife Feigen erkennt und wie man sie am besten erntet.
Weitere Details findest du in unserem Artikel «Wann sind Feigen reif? Der richtige Zeitpunkt für das Feigen Ernten».
Feigen richtig ernten und lagern
- Reife Früchte nicht abreissen, sondern vorsichtig am Stiel abknicken.
- Feigen sind druckempfindlich – am besten täglich kontrollieren und frisch genießen.
- Lagerung: höchstens 1–2 Tage im Kühlschrank; länger nur als Trockenfrüchte oder verarbeitet (Konfitüre, Chutney, Kompott).
Diese Tabelle gibt einen Überblick über die Reifezeiten. Zwar sind viele Feigensorten grundsätzlich in der Lage, zweimal im Jahr zu fruchten, doch nicht alle tun dies regelmässig oder gleich stark.
|
Sorte |
Typ |
Reife Sommerfeigen (ca.) |
Reife Herbstfeigen (ca.) |
|
Twotimer® |
Mitte/Ende Juni |
ab Ende September |
|
|
Twotimer® |
ab Anfang Juli |
ab Ende September |
|
|
Twotimer® |
ab Anfang Juli |
ab Anfang Oktober |
|
|
Sommerfeige |
ab Mitte Juli |
Mitte August bis Spätherbst |
|
|
Sommerfeige |
ab Ende Juli |
– |
|
|
Sommerfeige |
zweite Julihälfte |
Mitte September bis Mitte November (wenn bestäubt) |
|
|
Twotimer® |
ab Mitte Juli |
ab Ende August |
|
|
Herbstfeige |
– |
ab Mitte August |
|
|
Herbstfeige |
– |
ab Ende August |
|
|
Twotimer® |
ab Ende Juli |
ab Ende September |
|
|
Twotimer® |
ab Ende Juli |
Mitte September bis Mitte November |
|
|
Twotimer® |
ab Ende Juli |
ab Ende September |
|
|
Twotimer® |
ab August |
Mitte September bis Mitte November |
|
|
Twotimer® |
ab Anfang August |
Anfang September bis Mitte November |
|
|
Herbstfeige |
– |
ab September |
|
|
Twotimer® |
ab Juli |
Ende August bis Mitte November |
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