Winterharte Zitrussorten (5 Artikel)

winterharte Zitruspflanzen frostharte Zitrussorten Lubera Das ist wohl der Traum jedes Zitrusliebhabers: Winterharte Zitruspflanzen, die auch nördlich der Alpen jeder Kälte, jedem Klima gewachsen sind. Muss das ein Traum bleiben?

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Frostharte Zitrussorte mit aromatischer Schale
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Gedrehte dreiblättrige Orange 'Flying Dragon'
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Poncirus trifoliata
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Yuzu
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Yuzu
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Weitere Informationen über Winterharte Zitrussorten

Nein, denn viele Zitruspflanzen bringen aus ihren Ursprungsgebieten in China und Indien, am Fusse des Himalaya etwas Frosthärte schon mit. Bitterorangen zum Beispiel halten kurzfristig einige Minusgrade aus - und viele andere Zitrussorten auch. In der Natur ist es doch immer so: Wenn es ein bisschen Frostresistenz gibt, dann gibt es auch mehr davon. Die Pflanzen passen sich ihren Umweltbedingungen über lange Zeiträume ganz einfach an. So haben sich in Nordchina, am Fusse des Himalaya Zitrussorten und -Arten herausgebildet, die ausgepflanzt einen ganzen Winter auch nördlich der Alpen aushalten können:
 

Die dreiblättrige Orange - winterharte Zitruspflanze für jeden Garten

Hier ist vor allem Poncirus trifoliata zu nennen, die dreiblättrige Orange, die zwar botanisch einer anderen Gattung angehört, aber doch sehr nahe mit den Zitruspflanzen verwandt ist und sich auch problemlos mit den meisten anderen Zitrusarten kreuzen lässt. Eine weitere Quelle der Frosthärte ist die Ichang papeda, Citrus ichangensis, die gut und gerne -15°C aushält. Sie behält auch im Gegensatz zu den Poncirus trifoliata ihre Blätter im Winter. Aus diesen beiden Quellen der Frostresistenz sind die meisten frosttoleranteren, winterhärteren Zitrussorten entstanden.

Was bedeutet frosttolerant, frosthart und winterhart?

winterharte Zitruspflanzen LuberaSehr viele Zitrusarten und Sorten weisen eine gewisse Frosttoleranz auf. Das heisst, sie halten kurzzeitig auch mal ein paar Minusgrade aus, ohne dass es zu Schäden kommt. Gerade kürzlich haben wir das beim Gartenfestival auf Schloss Ippenburg erfahren. In der Nacht auf den 30. April gab es überraschend einen richtigen und scharfen Frühlingsfrost, ca -1 bis -3 °C. und das nach einem warmen und angenehmen Tag. Uns und anderen Anbietern auf dem Festival erfroren alle Süsskartoffeln, alle Chilli und Topfdahliensorten, aber die Zitruspflanzen liessen sich gar nichts anmerken. Nicht mal an den Blüten war etwas zu sehen. Im Gegenteil, ich hatte den Eindruck, am nächsten Morgen mit der stärker werdenden Sonne sei der Zitrusduft noch stärker gewesen als an den Tagen zuvor. So also wollten die Pflanzen den Sieg über den Frost kundtun: 'Sieh her, uns kannst Du nichts anhaben!' Diese Frosttoleranz kann uns im Norden helfen, die Zitruspflanzen in Töpfen etwas länger draussen zu halten und so müssen wir sie auch nicht bei jedem Wetterrückschlag im April oder Mai wieder ins Haus stellen. Dasselbe gilt auch für den Herbst im Oktober: hier ist es sogar gut, wenn die Pflanze draussen noch etwas kältere Temperaturen unter 10°, auch mal 1-2° Minus mitbekommt, weil sie sich so schon auf den Winter vorbereiten kann.

Allerdings muss man auch ganz klar sagen, dass diese temporäre Frosttoleranz nichts mit Winterhärte und langfristiger Frosthärte zu tun hat. Um es nochmals ganz klar zu wiederholen: Mit der Ausnahme der Sorten in dieser Kategorie 'winterharte Zitruspflanzen' sind alle anderen Zitrus in unserem Sortiment nicht winterhart, können also im Winter nicht draussen stehenbleiben und auch nicht ausgepflanzt werden.

Warum auch frostharte oder winterharte Zitruspflanzen mal einen Schaden davontragen können?

Ich weiss, das ist jetzt schwierig zu erklären: Wie kann eine Pflanze frosthart sein und dann gleichzeitig unter bestimmten Umständen doch einen Schaden davontragen? Wie geht das, ist das nicht ein Wiederspruch in sich? So ganz lässt sich natürlich der Wiederspruch nicht auflösen, aber letztlich geht es darum, dass die Pflanze ein lebendiges Wesen ist, ein Organismus, der aktiv auf seine Umgebung reagiert. So wertet die Pflanze zum Beispiel die Wetterdaten aus und entscheidet auf dieser Basis (und aufgrund der genetisch festgelegten 'Erfahrungswerte') welche Überlebensstrategie die Beste sei. Im Frühling wäre es ziemlich fahrlässig, nicht loszuwachsen, denn dann würde die Pflanze von ihren Konkurrenten überwachsen und bekäme zu wenig Licht. Umgekehrt ist ein zu früher Start lebensgefährlich, weil dann Reservestoffe in Zucker umgewandelt werden und die Frostanfälligkeit stark ansteigt. Genau dies ist der häufigste Grund für Frostschäden bei an und für sich frostharten, 'winterharten' Pflanzen wie Feigen, Kiwi, Kaki, Reben und frostharten Zitruspflanzen: Die Pflanze meint schon den Frühling zu spüren – und doch kommt der harte Winter überraschend noch einmal zurück, eventuell das Ganze noch kombiniert mit intensiver Sonneneinstrahlung am Tag und tiefen Temperaturen in der Nacht. Wenn man präventiv etwas dagegen tun will, ist es sicher am Effizientesten, die Pflanze zunächst einmal eher gegen Wärme zu schützen, also zu isolieren, als gegen Kälte. Denn der eigentliche Grund für den Frostschaden liegt fast immer in temporär zu warmen Temperaturen und gleichzeitig zu starker Sonneneinstrahlung.

Sollen frostharte oder winterharte Zitruspflanzen im Topf oder ausgepflanzt kultiviert werden?

Die Überlegung ist kurz und einfach: Alle nicht winterharten Zitruspflanzen (also 99%) müssen im Topf kultiviert und kühl bei 5-12° überwintert werden. Warum sollte ich jetzt auch noch die frostharten Ausnahmeerscheinungen im Topf kultivieren? Macht doch einfach keinen Sinn! Winterharte Zitruspflanzen Sorten gehören grundsätzlich – von Ausnahmen abgesehen – in den Gartenboden. Wenn sie schon frosthart sind, dann möchten wir auch etwas Spezielles und Neues davon haben, so dass wir sie eben ausgepflanzt im Garten geniessen können. Dazu kommt noch etwas: Der Topf ist klimatechnisch eine wahnsinnig diffizile Angelegenheit. Er wärmt sich gerade auch im Winter sehr schnell auf und könnte so den Pflanzen falsche Frühlingssignale geben, wenn er draussen stehen würde (denn die Wurzeln sind die sensibelsten Organe unserer Pflanzen). Fakt ist, dass winterharte Zitruspflanzen im Topf vielfach weniger frosthart sind, als wenn sie ausgepflanzt werden.

Wer sollte also winterharte Zitruspflanzen kaufen und wo können sie gepflanzt werden?

Grundsätzlich kommt bei diesen robusten Sorten jeder Gartenbesitzer in Frage. Auch kleine Gärten können locker Zitrusbäume beherbergen, da sie nur langsam wachsen und auch problemlos zurückgeschnitten werden können. Letztlich bekommt ein Garten mit ausgepflanzten Zitrussorten eine ganz anderes, eben südländisches Gepräge. – Aber wohin mit dem frostfesten Zitronen- oder Orangenbaum? Während Poncirus trifoliata, die winterharte Bitterorange in Mitteleuropa ziemlich überall gepflanzt werden kann, ist für die Yuzu-Zitrone schon eher ein milderer Standort angesagt. In Frage kommen grundsätzlich Weinbaulagen, aber auch besonders milde und geschützte Stellen in fast jedem Hausgarten. Dabei ist darauf zu achten, dass am zukünftigen Standort eine möglichst volle Sonneneinstrahlung möglich ist und dass kein Kaltluftsee gebildet wird. Die kalte Luft soll vielmehr über einen Abhang, eine Böschung abfliessen können.

Brauchen frostharte Zitruspflanzen einen Winterschutz?

Hier muss man ganz klar unterscheiden: Die blattverlierenden Poncirus trifoliata und auch die kompakter und bizarr gedreht wachsende Poncirus trifoliata Sorte 'Flying Dragon' brauchen keinen Winterschutz. Sie haben sich den wichtigsten Winterschutzmechanismus in ihrer Heimat, im klimatischen Einflussbereich des Himalaya, selber angeeignet: Sei verlieren die Blätter über den Winter und sind dadurch weniger von Kälte und Frost bedroht. Ja, herbstfallende Blattkleider sind da besser als immergrüne Blätter, weil damit der Wasserverlust durch die Blätter bei winterlicher Sonneneinstrahlung und gleichzeitig gefrorenem Boden ausgeschlossen ist. Umgekehrt raten wir, die winterharten, aber blatttragenden Zitrussorten (Poncirus trifoliata Hybriden, Ichang Papeda und Citrus Ichangensis-Hybriden) bei starkem Frost einem Vlies oder Ähnlichem gegen die bedrohliche Sonneneinstrahlung zu schätzen. Ebenso lohnt es sich, den Boden um den Stamm dicht mit Laub oder Stroh abzudecken, um den Bodenfrost möglichst nicht oder doch weniger einzulassen.

Die Züchtung - winterharte Zitruspflanzen

Als Obstzüchter kann ich da meine Enttäuschung nicht ganz verbergen: Wenn ich mir die Ausgangslage anschaue (eben mit der temporären Frosttoleranz in vielen Zitrussorten und mit der absoluten Winterhärte in laubabwerfenden Zitrusarten wie Poncirus trifoliat und Frosttoleranz bis -15°C bei Citrus Ichangensis…), so ist die züchterische Ausbeute an wirklich erprobten und funktionierenden frostharten oder frosthärteren Sorten ziemlich klein. Zwar wurde vereinzelt schon im 19. Jahrhundert und dann im frühen 20. Jahrhundert systematisch mit der Zitruszüchtung begonnen, aber diese fand eben immer in subtropischen oder tropischen Regionen statt. Und wenn da Kälteresistenz ein Thema war, ging es eher um die temporäre Frostresistenz als um wirkliche Winterhärte. Dennoch wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Swingle und anderen sehr viele Hybriden zwischen diversen Zitrusssorten und Poncirus trifoliata selektioniert und dann später teilweise wieder zur Verbesserung der Fruchtqualität mit Fruchtzitrusarten rückgekreuzt. Aber die Züchtung und die Selektion fand halt… in Florida statt, und ob das die richtige Umgebung für so ein Züchtungsprojekt ist, ist bei allem Respekt vor der Arbeit dieser Pioniere sehr fraglich. Aber ich muss meine Kritik natürlich auch sofort etwas zurücknehmen: Swingle und seine Nachfolger hatten die Probleme des Zitrusanbaus in Florida und Kalifornien zu lösen; ich spreche aus der Perspektive des Gartenanbaus in Nordeuropa! Eigentlich müsste man so ein Projekt gleich wieder neu starten… aber ob Lubera wirklich ein neues verrücktes Züchtungsprogramm braucht? Jedenfalls schwirren in Sammlungen, Botanischen Gärten und bei Sammlern Dutzende von frosttoleranteren Nummernsorten herum, aber ein richtiger Überblick und gesichertes Wissen liegen bis heute nicht vor. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, möglichst viele der frostharten und forsthärteren Selektionen zu sammeln und unter unseren Bedingungen, in einem Alpental in der Schweiz und in Norddeutschland zu testen. Aktuell beschränken wir uns aber im Verkauf auf die sicheren Werte: Auf Poncirus trifoliata, in der normalwachsenden Form und auch gedreht wachsend, und auf Yuzu, eine Hybride zwischen der Ichang Papeda und der Mandarine, sie seit Jahrhunderten schon in China angebaut wird und die neben ausgezeichneten Fruchteigenschaften auch eine Winterhärte von bis -12° Celsius aufweist. Das reicht dann in vielen Gebieten Mitteleuropas und Englands zum Auspflanzen in milden Lagen, im Weinbauklima, in der Nähe einer schützenden Hausmauer etc. Allerding ist dann da bei andauerndem Bodenfrost auch ein zusätzlicher Winterschutz notwendig, einerseits der Schutz der Blätter vor der direkten Sonneneinstrahlung, andererseits auch die Abdeckung des Wurzelbereichs mit Stroh oder Laub. – Die Poncirus trifoliata dagegen können frisch und frei ohne Vorsichtsmassnahmen in jeden Garten gepflanzt werden.

Die Verwendung frostharten Zitrusarten als Unterlagen

Im Verlaufe der letzten 100 Jahre haben sich die frostharten Zitrusarten auch weitgehend als Unterlagen durchgesetzt, als Wurzelteile der Zitrusbäume. Zwar kann eine frostharte Unterlage diese Frosthärt nicht auf die oben veredelte Edelsorte übertragen, aber sie sichert sozusagen die Basis des Systems 'Baum', die Wurzel, die dann ihrerseits gut mit Bodenfrost umgehen kann. Dazu kommt, dass frostharte Unterlagen weniger stark auf Klimaschwankungen, zum Beispiel auf Erwärmungen im Winterhalbjahr reagieren und dadurch die Pflanze auch zusätzlich schützen. Konkret werden vielfach Bitterorangen als Unterlagen verwendet (die auch frosthärter sind als viele andere Zitrus), dann aber vor allem auch Poncirus trifoliata und in Japan ist Yuzu, die Hybride zwischen der Ichang Papeda und der Mandarine sehr beliebt. Unsere Verkaufspflanzen bei Lubera sind fast ausschliesslich auf Poncirus trifoliata veredelt.

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