Rosskastanie (1 Artikel)

Rosskastanie Lubera ShopEine Rosskastanie für den Garten kaufen? Dafür können wir Ihnen viele gute Gründe nennen. Hauptargumente für den Einsatz im Garten sind aber meistens die spektakulären Blüten und das unverwechselbare schattenspendende Laub dieses Baums. Sicherlich spielen auch Erinnerungen aus Kindertagen eine Rolle. Da wurden die geliebten braunen Kastanien-Samen im Herbst gesammelt und mit viel Fantasie zum Basteln und Spielen genutzt.

 

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Zwerg-Rosskastanie 'Atrosanguinea' - Hochstamm
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¤ 79,95 Zwerg-Rosskastanie 'Atrosanguinea' - Hochstamm Aesculus pavia 'Atrosanguinea' - Die kompakte Rosskastanie mit den leuchtend roten Blüten
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starker Baum im 10 L Topf Höhe 110 - 120 cm ¤ 79,95

Weitere wertvolle Informationen über Rosskastanien

Rosskastanie Lubera ShopLeider werden die schönen Samen nach einigen Tagen schrumpelig und verlieren ihren Glanz. Sie taugen aber dann noch etwa 6 Monate als keimfähiger Samen, um sich einen eigenen Baum zu ziehen. Wenn Sie Ihren Rosskastanienbaum nicht selber ziehen wollen, schauen Sie sich in unserem Lubera-Shop um: Dort werden Sie sicher die geeignete Kastanie für Ihren Garten finden.

Die Rosskastanie bildet mit 28 Arten die Gattung Aesculus. Die europaweit bekannteste Art ist Aesculus hippocastanum, auch Gewöhnliche oder Gemeine Rosskastanie genannt. Die Krone, mit der diese Kastanie im Sommer kühlenden Schatten spendet, ist so üppig wie bei kaum einem anderen Baumgenossen. Wenn es daher einen Biergarten-Baum gibt, der einlädt, unter ihm zu sitzen, dann ist es diese Kastanie. Aber nicht alle Arten haben derart grosse Kronen. Die Gattung Aesculus hält viele Überraschungen bereit.

Die grössten Vorteile

  • Der Rosskastanienbaum liefert die beliebten braunen Kastanien-Samen
  • Hohe Bütenrispen bieten im Mai einen eindrucksvollen Anblick.
  • Typisches handförmiges, äusserst dekoratives Kastanienlaub
  • Eine spannende Gattung mit verschiedenen Wuchsformen und Grössen – abhängig von der Rosskastanien-Art und -Sorte
  • Die Samen lassen sich gut nutzen. Entsprechend verarbeitet entstehen aus ihnen umweltverträgliche Haushaltsprodukte – oder Kastanienmännchen.

Rosskastanie kaufen – die Auswahl im Lubera®-Shop

Die Zwerg-Rosskastanie 'Atrosanguinea' (Aesculus pavia) hat im Vergleich zu unserer in Europa heimischen Kastanie (Aesculus hippocastanum) einen kompakteren Wuchs. Deshalb wird sie bei uns auch als Zwerg-Rosskastanie bezeichnet. Sie bildet einen kleinen Baum von höchstens 5m Höhe, und ist damit bestens als kleiner Hausbaum einsetzbar. Weitere gärtnerische Bezeichnungen lauten auch Echte Pavie oder Rote Pavie. Ihre feuerroten Blüten brachten ihr in den USA den Namen 'Firecracker Plant' ein – was sich mit 'Feuerwerksraketen-Pflanze' übersetzen lässt. Je nach regionaler Lage Ihres Gartens zündet die Zwerg-Rosskastanie ihr Blüten-Feuerwerk im Mai bis eher Juni. Bei uns im Shop können Sie eine besonders attraktive Gartenform der Zwerg-Rosskastanie kaufen: Unsere Sorte 'Atrosanguinea' hat auffallend schöne, kräftig gefärbte Blütenstände, die Bienen mit wertvollem Nektar und Pollen versorgen.

Der beste Standort

Wenn Sie bei Lubera eine Rosskastanie kaufen, dann stammen die Arten ursprünglich aus gemässigtem Klima in Europa, den USA oder Asien. Diese Rosskastanien haben sich daher in unseren Breiten als frosthart und unempfindlich gezeigt. Sie können in nahezu jeden Gartenboden gepflanzt werden, bevorzugen aber eine frische, nährstoffreiche Erde an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Sandige Böden meiden sie. Im öffentlichen Grün kommt zum Tragen, dass sie Streusalz und starke Bodenverdichtung nicht vertragen.

Rosskastanie pflanzen

Unsere Rosskastanien erhalten Sie ganzjährig im Container. Sie können Ihre Kastanie das ganze Jahr über in den Garten pflanzen, solange der Boden frostfrei ist. Beim Einpflanzen Ihres neuen Kastanienbäumchens gehen Sie gerne wie folgt vor:

  1. Wässern Sie den Kastanienbaum im Container einmal gründlich und durchdringend.
  2. Heben Sie ein Pflanzloch aus. Die Grösse des Pflanzlochs ist idealer Weise dreimal so weit und tief wie der Wurzelballen.
  3. Vermischen Sie den Aushub mit etwas reifem Kompost.
  4. Einen Teil der Erdmischung geben Sie unten in den Boden Pflanzloch.
  5. Nehmen Sie die Kastanie aus dem Container und setzen Sie diese in das Pflanzloch. Geben Sie soviel Erde unten in das Pflanzloch, bis der Baum nicht tiefer steht als zuvor im Container.
  6. Verfüllen Sie das Pflanzloch mit dem restlichen Erdgemisch.
  7. Nun kräftig angiessen, bis die Wurzeln guten Kontakt zur umgebenden Erde haben. Den Boden im ersten Jahr nicht austrocknen lassen. Besonders in heissen Sommern anfangs regelmässig giessen.

Wie schneide ich die Rosskastanie?

Generell kann ein Rosskastanienbaum gleich welcher Art durchaus vorsichtig beschnitten werden. Warum diese Bäume nur vorsichtig beschneiden? Die Rosskastanien sind bekannt für ihr weiches Holz. Rosskastanien können daher Wunden nicht gut verschliessen. Sie gelten in der Fachsprache professioneller Baumpflege als schlechte Abschotter. Meiden Sie Kappungen dicker Äste, vor allem im Kronenbereich. Die zugefügten Wunden sind eine Eintrittspforte für holzzersetzende Pilze. Ein zu grober Schnitt kann die Vitalität und Lebensdauer gefährden. Besser ist es, wenn Sie nur leichte Auslichtungsschnitte vornehmen. Dabei am besten nur kleinere Äste zur Auslichtung entfernen. Aber was gilt als kleinerer Ast? Zur Orientierung stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten einen Querschnitt durch die Früchte Ihres Kastanienbaums vorgenommen: Der Durchmesser der geschnittenen Äste sollte den Querschnitt der Frucht in der Grösse nicht wesentlich übertreffen. Verwenden Sie kein Wundverschlussmittel für Bäume, denn unter dem künstlichen Wundverschluss werden Pilze begünstigt. So beschnitten kann die Kastanie an einem optimalen Standort ein hohes Alter erreichen und zu stattlicher Grösse von bis zu 30 Metern heranwachsen. Am besten schon bei der Pflanzung die zu erwartenden grossen Ausmasse der Rosskastanienbäume bedenken. Ist Ihr Garten nicht gross genug für eine der besonders stattlichen Arten, können Sie auf die amerikanische Zwerg- Kastanie ausweichen. Unsere Lubera-Empfehlung für kleine Gärten: Bei uns im Shop können Sie die schöne Sorte ‚Atrosanguinea’ kaufen.

Düngen

Ein mehrjähriger Baum kann sich in normaler fruchtbarer Gartenerde gut selbst versorgen. Ganz junge Bäume können Sie mit etwas reifem Kompost oder Hornspäne unterstützen. Wenn Sie im Herbst das Kastanienlaub unter dem Baum regelmässig entfernen, etwa zur Bekämpfung der Miniermotte, wirken Kompostgaben ausgleichend.

Rosskastanien ernten – Wann ist die Kastanie reif?

Die Rosskastanie lässt ihre Früchte im September und Oktober reifen. Die grüne Fruchthülle öffnet sich mit drei Längsrissen. Ein grosser kugeliger Samen wird sichtbar und fällt schliesslich zu Boden. Gelegentlich enthält die Fruchthülle auch 2 oder 3 Samen in abgeflachter Form. Reife Samen begeistern mit einem glänzenden Dunkelbraun. Dazu haben sie noch jeweils einen hellen Fleck, der Hilum genannt wird.

Sind Rosskastanien essbar?

Unverarbeitet sind die Samen nicht essbar. Für die unschädliche machende Zubereitung von Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) in der Küche sind teils sehr aufwendige historische Rezepte belegt. Interessiert war man an der sättigenden Stärke in den Rosskastanien, und der liegt immerhin bei mindestens 30 %. Neben Stärke finden sich jedoch auch für Menschen unverträgliche Saponine, die auch Aesculine genannt werden. Man nahm früher einige Mühen auf sich, um die Stärke von den unerwünschten Wirkstoffen zu isolieren. Andernfalls hätten als Nebenwirkung Übelkeit und Magenbeschwerden auftreten können. Erfahrene Experten in Sachen Rosskastanien-Verarbeitung gingen wie folgt vor:

  • Für die Herstellung von Rosskastanien-Mehl wurden in einem ersten Schritt die gesammelten Früchte geröstet, geschält und klein geschnitten.
  • Darauf folgte ein zweiter Schritt, in welchem die gerösteten Kastanien mehrere Tage gewässert wurden. Das Wässern entzog die für Menschen unverträglichen Saponine und andere problematische Wirkstoffe.
  • In einem letzten Schritt hat man die derart vorbehandelten Rosskastanien zu Brei gestampft und an der Sonne getrocknet. Dieses Mehl war von allen Inhaltsstoffen befreit, die Rosskastanien für die menschliche Ernährung so problematisch machen.

In Japan werden die Samen der Japanischen Rosskastanie (Aesculus turbinata) noch heute auf ähnliche Weise zubereitet. Archäologisch lässt sich diese Verarbeitung zu Mehl bis in die Zeit von 2500 v. Chr. zurück verfolgen. Dieses Mehl wird zusammen mit Reis zu exquisitem Tochi-mochi Dessert verarbeitet.

Bei uns wird nicht nur in Notzeiten der sogenannte 'Muckefuck' getrunken. Das ist ein wirklich passabler koffeinfreier Kaffee-Ersatz, für den man geröstete Rosskastanien wie Eicheln verwenden kann. In geschichtlicher Zeit abseits des deutschen Reinheitsgebots für Bier wurde das herbe Rosskastanien-Aroma in Brauereien wie Hopfen als Bierwürze eingesetzt. Durch Vergären des Stärkeanteils stand ein kräftiger Branntwein zur Verfügung.

Inhaltsstoffe der Gewöhnlischen Rosskastanie

Nachfolgend zeigen wir Ihnen die Inhaltsstoffe im Samen der Gewöhnlichen Rosskastanie:

Inhaltsstoff Anteil in Prozent
Stärke 30 - 40%
Spaonine (Aesculine) 10 - 14%
Wasser 10 - 12%
Zellulose 3%
Proteine 5%
Fette Öle 3%

Weitere nützliche Anwendungsmöglichkeiten

Rosskastanien enthalten zu etwa einem Drittel Stärke im Innern der Samen. Daher lässt sich daraus sogar Leim herstellen. Dazu soll Stärke zu einem sogenannten Dextrinleim verkocht worden sein. Sie kennen ein erprobtes Rezept für traditionell hergestellten Kastanien-Leim? Dann schreiben Sie es uns gerne. Historisch belegt ist, dass Buchbinder mit Rosskastanien-Leim ihre Bücher verklebten. Er diente auch als Tapetenkleister und zum dauerhaften Fixieren von Papier-Etiketten. Wir alle kennen den Geschmack von Dextrinleim, wenn wir Briefmarken und Briefumschläge angeleckt haben, um sie zu verkleben.

Rosskastanien enthalten bis zu 15 % seifenähnliche Stoffe, die sogenannten Saponine. Ein interessanter Anwendungsbereich ist daher der umweltverträgliche Hausputz. Ein Putz- und Waschmittel aus Rosskastanien lässt sich ganz einfach selber herstellen:

  • Eine Handvoll Rosskastanien mit einem Messer in kleine Stücke schneiden.
  • Die zerkleinerten Stücke in ein grosses Glas geben. Dazu eignet sich zum Beispiel ein leeres Gurkenglas.
  • Das Glas mit Wasser auffüllen.
  • Die Saponine brauchen einige Zeit, um im Wasser gelöst zu werden. Daher das Glas am besten über Nacht stehen lassen.
  • Das Kastanien abgiessen und das saponinhaltige Wasser auffangen.

Die entstandene saponinhaltige Lösung eignet sich als Waschmittel für Textilien, zur Körperreinigung, oder auch als Beigabe zum Putz- und Wischwasser.

Die Blüte

Rosskastanien blühen meist im Mai, und zwar am mehrjährigen Holz. Eine einzelne Blütenrispe setzt sich beeindruckender Weise aus bis zu 100 Einzelblüten zusammen. Dabei passiert etwas Verblüffendes innerhalb des Blütenstandes: Oben überwiegen männliche Blüten, in der Mitte eher zwittrige Blüten und im unteren Teil finden sich fast nur weibliche Blüten. Bei der Gewöhnlichen Rosskastanie zeigen die ansonsten wessen Blüten durch gelbe, punktartige Saftmale einen reichen Nektargehalt an. Sind die Blüten nektarleer, färbt das gelbe Saftmal zu rot um. Auch die Duftproduktion wird nun eingestellt. Eine Blüte mit rotem Saftmal wird von ihren Bestäubern, meist Bienen und Hummeln, nicht mehr angeflogen. Aus den Blüten entwickeln sich nach der Blüte die typischen Kapselfrüchte, welche die charakteristischen braunen Kastaniensamen hervorbringen. Nicht jede Einzelblüte in den hohen Blütenrispen entwickelt sich zu einem Kastaniensamen. Je Blütenrispe entstehen etwa 2 bis 4 Früchte.

Es gibt auch wunderschöne Gartenformen der ursprünglich weiss blühenden Gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) mit dekorativen rötlichen Blütenrispen. Dabei handelt es sich um Kreuzungen unserer Gewöhnlichen Rosskastanie mit der rotblühenden Zwerg-Rosskastanie (Aesculus pavia).

Das Laub

Das typische Laub ist unverwechselbar. Die einzelnen Fiederblätter sind verkehrt eiförmig, spitz zulaufend und länglich. An einem langen Blattstiel finden sich jeweils zwischen 5-7 dieser Fiederblätter fingerförmig angeordnet. Je nach Kastanien- Art sind die einzelnen Fiederblätter glänzend oder filzig. Der Blattrand zeigt sich doppelt gesägt. Je nach Kastanien-Art erscheint das Herbstlaub in in leuchtendem Gelb oder in feurigem Orange bis Rot.

Wozu verwendet man das Holz der Rosskastanie?

Das Holz aller Kastanien-Arten ist vergleichsweise weich. Dadurch lässt es sich sehr gut für Schnitzarbeiten verwenden. Traditionell werden aus dem Holz gerne Griffe und Stiele für Werkzeuge gefertigt. Für Intarsien wurde es besonders wegen seiner rötlichen oder gelblichen Färbung geschätzt. Die geringe Festigkeit macht es allerdings als Bauholz ungeeignet. Im Aussenbereich erweist sich das Holz als wenig dauerhaft. Die Rosskastanienbäume sind daher eher als zierende Schattenspender beliebt, und werden für gewöhnlich nicht als Nutzholz gepflanzt.

Die Herkunft der europäischen Gewöhnlichen Rosskastanie

Vor der der letzten Eiszeit war unsere europäische Gewöhnliche Rosskastanie in ganz Mitteleuropa heimisch, doch dann kam die Eiszeit und mit ihr die grosse Kälte. Die es unsere Kastanie warm mag  zog sie sich langsam in Richtung Süden zurück. Sie überdauerte die Eiszeit im Kaukasus, im Balkan, und in den Gebieten von Kleinasien bis zum Himalaja. Dann erhielt der Arzt und Botaniker Carolus Clusius über einen Diplomaten vom türkischen Sultan einige Rosskastanien-Samen. Diese brachte Clusius 1576 im Wiener Hofgarten zum keimen und beschrieb sie wissenschaftlich. Durch begeisterte Botaniker wie Clusius machte die Rosskastanie schnell die Runde. Clusius war Teil eines Netzwerks von Gartenbegeisterten und Botanikern. Auf dem Postweg und bei Gartenbesuchen wurden auch der Samen gegen andere Raritäten untereinander getauscht. Damals begann die Rosskastanie ihre Erfolgsgeschichte – von einem raren Tauschobjekt unter Botanikern bis zu einem der beliebtesten Park- und Alleebäume. Auf diese Weise konnte sich die Gewöhnliche Rosskastanie nach der letzten Eiszeit wieder Richtung Norden ausbreiten.

Woher die Rosskastanie ihren Namen hat

Der lateinische Artname unserer Gewöhnlichen Rosskastanie Aesculus hippocastanum bedeutet übersetzt soviel wie Pferdekastanie. Über die botanische Namensgebung schrieb der Botaniker und Arzt Jacobus Theodorus Taberbaemontanus im 16. Jahrhundert, dass man sie üblicherweise keuchenden und hustenden Pferden als Medizin verabreiche. Dazu seien die gemahlenen Kastanien in kleinen Mengen unter das Pferdefutter gemischt worden. Als eigentliches Futtermittel für Pferde taugen sie jedoch nicht, da das Verdauungssystem mit ihnen nicht zurecht kommt. Vor allem in der grünen Schale und der unreifen Kastanienfrucht sind eine hohe Menge an Saponinen und weiteren Glycosiden enthalten. Diese Inhaltsstoffe können bei den Pferden zu Vergiftungssymptomen, und sogar zum Tod des Pferdes führen. Rosskastanien sind jedoch für einige Wildtiere wie Wildschweine ein beliebtes Winterfütterungsmittel, da deren Verdauungssytem mit den Saponinen und Glycosiden gut umgehen kann.

Wie alt kann eine Rosskastanie werden?

Ist die Kastanie mit ihrem Standort zufrieden, kann sie ein hohes Alter erreichen. Es gibt unter den Gewöhnlichen Rosskastanien in unseren Parks Exemplare, deren hohes Alter von bis zu 200-300 Jahren belegt ist. Ein Rosskastanienbaum ist für sein hohes Alter berühmt geworden: Die Riesenkastanie in Hitzacker (Kreis Lüchow-Dannenberg) in Norddeutschland. Sie könnte aus dem Jahr 1610 stammen – und wäre damit der älteste Rosskastanienbaum Deutschlands. Zur Pflanzzeit des Baumes waren Kastanien in Mitteleuropa noch wenig bekannt. Die ersten Rosskastanien kamen als Samen zu uns. Diese Samen waren im 16. Jahrhundert Diplomatengeschenke des türkischen Sultans Suleyman in Konstantinopel an mitteleuropäische Diplomaten.

Besondere Sorten für besondere Ansprüche

Es gibt Sorten der Gewöhnlichen Rosskastanie mit wunderschönen gefüllten, aber sterilen Blüten, an denen keine Früchte reifen. Wo herabfallende Früchte für Ärger sorgen können, sind diese Sorten eine gute Wahl. Auch beim Laub konnte in der Züchtung viel erreicht werden. Inzwischen gibt es Varianten mit buntem Laub und interessanten neuen Blattformen.

Weitere Arten aus aller Welt

Die Chinesische Rosskastanie Aesculus sinensis ist berühmt für ihre besonders gut duftenden Blüten. Während des Sommers sieht sie unserer europäischen Gewöhnlichen Rosskastanie sehr ähnlich. Ab September entwickelt die chinesische Art jedoch kräftig orange-rotes Herbstlaub, das deutlich auffälliger ist als bei unserer Kastanie. Sie wird nur selten gepflanzt und findet sich bisher eher in Botanischen Gärten. Von dort kommt eine vielversprechende Rückmeldung: Sie zeigt dort keinen Befall mit der Kastanien-Miniermotte und ist gut winterhart. In China wurden Gartenformen dieser Art traditionell gerne zur Beschattung der Häuser gepflanzt und finden sich noch heute neben chinesischen Tempeln in Peking.

Die Japanische Rosskastanie Aesculus turbinata wächst bei uns als etwa 20m hoch wachsender Baum. Heimisch ist sie nicht nur in Japan, sondern auch in China. Die Fruchtkapsel sieht bei ihr ein wenig anders aus als die unserer europäischen Art: sie ist glatt und hat keine Stacheln. Die Japanische Art kommt erst später als die Gewöhnliche Rosskastanie zur Blüte, und zeigt ihre Blütenkerzen noch im Juni.

Die Indische Rosskastanie stammt aus den Höhenlagen des Hindukusch, Pamir und Himalaja. Sie blüht im Juni weiss bis rosa. Die Fruchthüllen sind rau, aber nicht stachelig.

In Nordamerika kommen sieben Arten zwischen der Ost- und Westküste vor. Aesculus glabra wächst an feuchten Standorten im Osten der USA. Weiter südlich, im Südosten der USA, liegt die Heimat der Georgia-Rosskastanie (Aesculus sylvatica) und der Gelben Rosskastanie (Aesculus flava). Diese gelb blühende Art auch Gelbe Pavie genannt. Strauchartig verzweigt und kleiner bleibend wachsen die Strauch-Rosskastanie Aesculus parviflora und die Roten Zwerg-Rosskastanien Aesculus pavia.

An der Westküste zuhause ist die Parrys Rosskastanie (Aesculus parryi). Sie liebt die Wärme ihrer Naturstandorte in Nordwest-Kalifornien. Ebenfalls aus dem sonnenverwöhnten Kalifornien stammt die Kalifornische Art Aesculus californica.

Rosskastanien-Miniermotte

Die gefürchtete Rosskastanien-Miniermotte Cameraria ohridella befällt leider mit Vorliebe unsere europäische Kastanie. Ab Ende März legt sie ihre Eier im Laub des Baums ab. Drei Wochen später schlüpfen die Larven. Die Larven fangen sofort an, ihren grossen Hunger an den Blättern zu stillen. Als Folge des Befalls werden die Blätter des Baums schon im Sommer braun und welk. Viele der Bäume verlieren bereits im August einen Teil ihrer Blätter und gehen dadurch etwas geschwächt in den Winter. Glücklicherweise ist bisher kein Fall bekannt, nachdem ein Baum durch die Miniermotte ernsthaft geschädigt worden wäre.

Das einzig bekannte wirksame Mittel, um den Befall zu verringern, besteht im gründlichen Aufsammeln und Abtransportieren des Laubs unter den befallenen Bäumen. Bei Untersuchungen konnte eine Verringerung des Befalls im Folgejahr von bis zu 90% festgestellt werden, wenn das Laub aller Kastanien in der Umgebung gründlich entfernt wurde.

Die Rosskastanien-Miniermotte: Die Hoffnung liegt auf der Zwerg-Rosskastanie

Bei Forschungen im Jahre 2010 haben italienische Wissenschaftler eine spannende Beobachtung gemacht: Rosskastanien, die von der amerikanischen Zwerg-Art abstammen, werden nur wenig und selten von der Miniermotte befallen. Die Forscher vermuteten, das könne an einem hohen Gehalt von Saponinen, also seifenähnlichen Stoffen, in den Blättern liegen. Botanisch werden nämlich alle Rosskastanien zur Familie der Seifenbaumgewächse zusammengefasst, weil sie diese seifenähnlichen Stoffe produzieren. Die Saponine sind ein ganz hervorragender Abwehrstoff gegen Schädlinge, die diese Saponine nicht vertragen. In einem Versuchsaufbau schüttelten die Wissenschaftler das Laub verschiedener Arten unter Wasser. Das kräftige Schütteln des Laubs der Zwerg-Rosskastanie sorgte für eine dichte Schaumkrone auf dem Wasser. Damit konnte nachgewiesen werden, dass das Laub dieser Kastanie einen hohen Saponingehalt aufweist. Auch unsere europäische Gewöhnliche Rosskastanie speichert Saponine in ihrer Rinde und in ihren Früchten. Bei der amerikanischen Zwerg-Variante haben wir aber einen besonderen Glücksfall: Die Saponine versammeln sich nicht nur in der Rinde und den Früchten, sondern auch in ihren Blättern. In der gleichen Studie zeigte das Schütteln des Laubs der europäischen Gewöhnlichen Rosskastanie keine Wirkung. Das Laub unserer Kastanie wächst ohne schädlingsabwehrende Saponine und ist der Miniermotte daher schutzlos ausgeliefert.

Welche Kastanie pflanzen trotz Miniermotte? Hilfe bei der Auswahl

Gattung/Arte/Sorte Deutscher Name Befall mit der Miniermotte?
Aesculus x carnea 'Briotii' Scharlach-Rosskastanie nein
Aesculus chinensis Chinesische Rosskastanie nein
Aesculus flava Gelbe Pavie, Gelbe Rosskastanie keinen bis wenig
Aesculus glabra Ohio-Rosskastanie nein
Aesculus hippocastanum L. Gewöhnliche Rosskastanie ja
Aesculus indica Indische Rosskastanie

wenig

Aesculus pavia Zwerg-Rosskastanie wenig
Aesculus parviflora Strauch-Rosskastanie nein
Aesculus sylvatica Georgia-Rosskastanie es liegen keine Daten vor
Aesculus turbinata Japanische Rosskastanie ja
Aesculus parryi Parrys Rosskastanie es liegen keine Daten vor
Aesculus california Kalifornische Rosskastanie es liegen keine Daten vor

Bakterielles Rosskastaniensterben – Pseudomonas syringae pv. aesculi

Wer seinen Rosskastanienbaum liebt, wird es fürchten: Das Bakterium Pseudomonas syringae pv. Aesculi. Das Bakterium befällt zuerst die Rinde des Baums. Man erkennt den Befall an Blutungen und schwarzen Verfärbungen im Stammbereich. Pseudomonas syringae pv. Aesculi allein könnte einem stattlichen Kastanienbaum nicht ernsthaft schaden. Mit dem Bakterium nimmt jedoch eine traurige Komplexkrankheit ihren Anfang – das sogenannte Rosskastaniensterben. Pilze nutzen die Stammverletzungen als Eintrittspforte und zerstören nach und nach den Holzkörper. Die lebenswichtigen Leitbahnen des Baums werden durchtrennt. Dann schliesslich reisst das Holz. Im fortgeschrittenen Stadium kann der verletzte Stamm die Krone nicht mehr versorgen und sie stirbt nach und nach ab. Im städtischen Grün werden solche Bäume zur Erhaltung der Verkehrssicherheit gefällt. Im Jahr 2007 hat man in Deutschland erstmals Notiz von dem Bakterium Pseudomonas syringae pv. Aesculi genommen. Mit Hochdruck wird nach einem Gegenmittel gesucht. An der Universität in Wageningen in den Niederlanden setzt man auf wiederholte Wärmebehandlungen mit Temperaturen von 39 °C. Das Bakterium ist wärmeempfindlich, der Rosskastanie aber schaden diese Temperaturen nicht.

Mehr Hoffnung macht die Entdeckung von scheinbar resistenten Exemplaren der Gewöhnlichen Rosskastanie, die sich vielerorts zwischen befallenen Exemplaren entdecken lassen. Diese gesunden Exemplare könnten neue Generationen der Gewöhnlichen Rosskastanien hervorbringen, die resistent gegen das Bakterium Pseudomonas syringae pv. Aesculi sind. Wir drücken einem unserer Lieblingsbäume die Daumen im Kampf gegen diese Krankheit.

Die medizinische Wirkung

Aus der Gewöhnliche Rosskastanie werden wirksame Arzneien hergestellt. Die biologisch aktiven Substanzen stammen aus Samen, Borke, Blättern und Blüten. Innerlich angewendet wirken sie gefässverstärkend und entzündungshemmend.

FAQ - die wichtigsten Fragen und Antworten zu Rosskastanien
Was bedeutet der Name der Rosskastanie?

Der lateinische Artname unserer Gewöhnlichen Rosskastanie Aesculus hippocastanum bedeutet übersetzt soviel wie Pferdekastanie. Über die botanische Namensgebung schrieb der Botaniker und Arzt Jacobus Theodorus Taberbaemontanus im 16. Jahrhundert, dass man sie üblicherweise keuchenden und hustenden Pferden als Medizin verabreiche. Man behielt die Bezeichnung bei, um sie namentlich von der Esskastanie (Castanea sativa), auch Edelkastanie genannt, zu unterscheiden. Unverarbeitet ist die Rosskastanie weder für Pferd noch Mensch essbar. Als Pferdefutter verabreicht können Rosskastanien ein Pferd im schlimmsten Fall sogar töten.

Kann man Rosskastanien essen?

Unverarbeitet sind die Samen der Rosskastanien für Menschen nicht essbar. Neben Stärke finden sich in den Rosskastanien für Menschen unverträgliche Saponine, die auch Aesculine genannt werden.

Kann man Rosskastanien als Pferdefutter nutzen?

Unverarbeitet ist die Rosskastanie weder für Pferd noch Mensch essbar. Als Pferdefutter verabreicht können Rosskastanien ein Pferd im schlimmsten Fall sogar töten. Manchen Tieren machen die Inhaltsstoffe im Verdauungstrakt aber keine Probleme. Für Wildschweine und anderes Wild sind die Rosskastanien eine willkommene energiereiche Winternahrung.

Sind Rosskastanienbäume ökologisch wertvoll?

Ein einzelner ausgewachsener Rosskastanienbaum kann bis zu einer Million Einzelblüten hervorbringen. Jede Blütenrispe der Rosskastanie besteht aus bis zu 100 Einzelblüten. Jede dieser Blüten ist voller Nektar und Pollen. Besonders für Hummeln und Bienen sind Rosskastanien aller Arten aus ökologischer Sicht eine sehr wertvolle Frühjahrstracht.

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Rosskastanie (0)