Feijoa (1 Artikel)

Feijoa Acca sellowinana Ananasguave Lubera (Acca sellowiana) gehören zu den südlichen Fruchtpflanzen oder Beerensträucher der Subtropen und der gemässigten Klimate, die sich langsam aber sicher nach Norden vorarbeiten.

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Weitere wertvolle Informatinen zu Feijoa

Feijoa (Acca sellowiana)Obwohl sie aus Brasilien stammen, bringen sie von ihren lokalen Hochland-Klimaten eine bemerkenswerte Winterhärte mit, bis -12 manchmal sogar bis -14°C. Ihre immergrünen grün-grauen Blätter mit der weissen Unterseite sind für sich alleine schon attraktiv, dann folgen im Sommer die spektakulären und überdies essbaren Delikatessblüten, und im Herbst reift eine Frucht, die manche Fruchtliebhaber zu den besten Früchten überhaupt zählen.

Warum Feijoa kaufen und pflanzen?

Feijoa Pflanzen im Garten und auf Balkon und Terrasse haben damit folgende Vorteile:

  • immergrünes, zierendes Laubwerk mit auf der Unterseite weissen Blättern
  • attraktive essbar Blüten, die Blütenblätter auf der Oberseite rosarot, unten weiss
  • Früchte, die sich irgendwo zwischen Ananas, Guaven, Erdbeeren bewegen 
  • dazu sind die Feijoa Pflanzen vor allem im Kübel relativ gut zu überwintern, am besten zusammen mit Zitruspflanzen, also relativ kühl zwischen 3-7°C.

Herkunft und Geschichte der brasilianischen Guave

Die Feijoa stammt aus dem südlichen Brasilien, an der Grenze zu Uruguay, eher auf dem Bergland, woher wahrscheinlich auch die relative gute Winterhärte und Kälteresistenz der brasilianischen Guave, wie sie auch genannt wird, herstammt. Sie hat ziemlich genau die gleiche Verbreitung wie die Araucaria-Wälder. Zuerst beschrieben wurden die Feijoa von Friedrich Sellow, einem preussisch-brasilianischen Naturforscher und Pflanzenjäger (1789-1831), in Europa und in den USA eingeführt von Edouard Francois André, einem der bekanntesten französischen Gärtner des 19. Jahrhunderts (Stadt Gärtner von Paris, danach einer der bekanntesten Parkgestalter). 1908 kamen die ersten Samen nach Neuseeland. Schon 1930 waren die Feijoa im neuseeländischen gemässigten Klima überall als Hausbaum oder Hausstrauch verbreitet. Heute sind die Feijoa aus Neuseeland nicht mehr wegzudenken, die meisten Neuseeländer würden sie wohl als einheimische Frucht beschreiben, zur Reifezeit überkommt so manchen ausgewanderten Neuseeländer das Heimweh nach dem typischen Geschmack und vor allem Duft des Fruchtfleischs.

Feijoa und grossfrüchtige Kiwi: Die Geschichte wiederholt sich

Die Feijoa haben eine ziemlich vergleichbare Geschichte wie die grossfrüchtigen Kiwi (Actinidia deliciosa), die ja aus Asien und China stammen, aber in Neuseeland zuerst für sich und dann für den Weltmarkt entdeckt wurden. Letzteres ist allerdings bei den Feijoa noch nicht geschehen: In Neuseeland gibt es aber neben unzähligen Bäumen (eigentlich fast in jedem Garten) ca. 200-300 ha professioneller Fruchtanbau; das gleiche wurde in vielen anderen Ländern versucht, hat aber bis heute nicht wirklich abgehoben. Die Gründe für den relativen Misserfolg als international vermarktete Frucht können nur vermutet werden: 

  • Die Früchte sind äusserlich recht unattraktiv. Das haben sie wiederum mit den Kiwi gemeinsam.
  • Sie können nicht einfach so, Biss für Biss wie ein Apfel gegessen werden, sondern werden wie die Kiwi ausgelöffelt, was mindestens bis zur Eingewöhnung relativ kompliziert ist.
  • Die Früchte sind nicht gut lagerfähig, das Fruchtfleisch kann zwar eingefroren und später verwendet werden, die Früchte selber sind nur 2-3 Monate erhältlich (unterschiedliche Reifezeiten verschiedener Sorten) Monate und auch hier für Transport und Verkauf im Supermarkt und schliesslich Aufbewahrung im Kühlschrank oder in der Fruchtschale des Kunden nicht gut lagerfähig. Kiwi dagegen können ziemlich grün geerntet und transportiert, auch gelagert werden; sie werden dann auf Termin mit der Hilfe des Reifegases Ethylen nachgereift.

Die vielen Namen der Feijoa

Die Feijoa haben schon in der Vergangenheit verschieden Namen getragen. Der botanische Nachname sellowiana bezieht sich selbstverständlich auf den Erstbeschreiber, Friedrich von Sellow (manchmal auch Sello). Zuerst wurden sie botanisch allerdings Orthostemon sellowiana getauft, später nannte man sie nach dem Direktor eines Naturkundemuseums (Joam da Silva Feijoa) – Feijoa sellowiana. Erst 100 Jahre später, weit im 20. Jahrhundert erkannte man aufgrund der ähnlichen Blüten- und Samenstruktur die Zugehörigkeit zu den Acca: Acca sellowiana ist denn auch der heute gültige botanische Name. Der Name Feijoa ist jedoch vor allem in der Wahlheimat der Feijoapflanze, in Neuseeland, hängengeblieben; daneben wird Acca sellowiana auch Brasilianische Guave oder Ananas Guave genannt.

Dies mag in der Ähnlichkeit der Früchte und des exotischen Geschmacks begründet sein; Feijoa-Früchte sind aber im botanischen Sinne keine Guaven und auch nicht eng verwandt mit den tropischen Psidium guajava, ausser dass beide Früchte zu den Myrtengewächsen gehören. Allerdings ist die Feijoa im Gegensatz zu den echten Guaven klimatisch sozusagen in unserer Reichweite, sie wächst im warmen gemässigten Klima oder in den Subtropen, die echte Guave dagegen ist definitiv eine tropische Pflanze.

Wuchs der Feijoa Pflanzen

Die Feijoa sind langsam wachsend, in ihrem Ursprungsstandort in tropischem Klima werden sie bis zu 4m hoch, im gemässigten warmen Klima 150-250cm, im Topf oder Kübel bei uns eher nur 150cm hoch. Im Garten werden die Feijoa meist als Sträucher gezogen, im Erwerbsanbau in Neuseeland werden auch Stämmchen angebaut. Die immergrünen Blätter fühlen sich fest und fleischig, etwas ledrig an; sie sind wechselständig, elliptisch, länglich, manchmal auch lanzettlich, bis zu 6cm lang. Typisches Erkennungsmerkmal ist aber die weiss grau filzige Blattunterseite, der gerade auch aus einiger Distanz sehr attraktiv wirkt. Diese spezielle Eigenschaft wird nochmals in den ebenfalls zweifarbigen Blütenblättern gespiegelt.

Standort der Feijoa im Freiland und Garten

Wenn man diese südliche Pflanze auch bei uns auszupflanzen versucht, sollte man den bestmöglichen Standort suchen: in der Vollsonne, doch geschützt vor kalten Winden, so gelegen, dass im Frühling auch die kalte Luft abfliessen kann. Ein ideales Mikroklima, an einer Wand mit abstrahlender Wärme, ist sicher von Vorteil. Grundsätzlich kommen als Auspflanzstandorte in den Deutschsprachigen Ländern oder in Mitteleuropa Weinbaugebiete, Regionen an Seen, Küstengebiete oder wie gesagt besonders begünstige Mikrostandorte vor. Dass aber die Feijoa in unserem sich schnell ändernden Klima sozusagen in Griffnähe sind, zeigt sich auch darin, dass sie bei unseren Baumschulfreunden in Oregon, nur wenig südlich von Portland problemlos in Freiland wächst. Die Winterhärte beträgt bis -10 oder -12°, kurzzeitig kann es auch mal kälter werden. Unsere Kollegen in Oregon berichten von einer Winterhärte bis -15°C. Wie immer bei immergrünen Pflanzen kann die Kombination von Bodenfrost und starker Sonneneinstrahlung problematisch werden: Hier verdunsten dann die Blätter Wasser, das von unten nicht mehr nachgeliefert werden kann. Um solchen Situationen vorzubeugen, wird in unserem Klima die Feijoa Pflanze über den Winter grosszügig mit Mulchmaterial in der Wurzelzone isoliert (Gras anhäufen oder Laub oder dicke Mulchschicht von Kompost oder Rinde); und bei lange anhaltendem Frost werden die Blätter eingepackt oder mit einem Netz schattiert, um sie gegen die Sonneneinstrahlung (und damit Verdunstung) zu schützen.

Video: Ananas-Guave oder Feijoa (Acca sellowiana) – Kultur in Nord-Oregon (USA)

Feijoa pflanzen und düngen

Ganz wichtig: Feijoa Pflanzen sollen ca. 7-15 cm tiefer gepflanzt werden als die Pflanze im Topf steht; damit stellt man sicher, dass die Feijoa auch nach einem Kälteereignis (einem Frost von -15°C und tiefer) aus der Basis regenerieren können – ganz ähnlich wie das Feigen und teilweise auch Granatäpfel auch machen. Falls man mehrere Pflanzen pflanzt (was aus Befruchtungsgründen notwendig ist) sollte man einen Abstand von ca. 200 cm einhalten. Auch der Schutz einer abstrahlenden Hausmauer ist sicher hilfreich.

Feijoa ziehen einen leicht sauren pH-Wert vor, 6-6.5. In einem sehr alkalischen Boden (pH 7.5 und mehr) kann es auch zu Chlorosen kommen. Hier sollte vor der Pflanzung der Boden pH-mässig mit der Zumischung von Moorbeeterde abgesenkt werden. Allerdings müssen und sollen Feijoa auch nicht in ein reines Moorbeet gepflanzt werden. Die Bandbreite, die die Feijoa bevorzugen (6-6.5), entspricht eigentlich auch der Mehrheit der fruchtbaren Böden.

Die Düngung erfolgt langfristig am besten mit Kompost, der jedes Jahr im Februar und im Juni aufgestreut und leicht eingehackt wird. Im März/April kann auch eine mineralische Düngung eingesetzt werden. Bitte achten Sie auf eine leicht saure Wirkung des eingesetzten Düngers (die die Langzeitdünger wie z.B. der Frutilizer Saisondünger plus immer haben).

Feijoa im Topf pflanzen und kultivieren

Die Kultur im Topf ist ab einem Kübel von 20lt längerfristig möglich und sinnvoll. Am besten setzt man Kübelpflanzenerde ein, die eigentlich immer auch eine leicht sauren pH-Wert hat (6-6.5), der Einsatz von Moorbeeterde ist weder nötig noch anzuraten. Ganz wichtig ist wie bei vielen Pflanzen die Entwässerung, dafür kann Blähton oder eine Mitgabe von Kies unten im Kübel helfen. Idealerweise stehen die Kübelpflanzen der Feijoa auch auf Holzleisten, so dass sie besser entwässern können. Als Dünger im Freiland und auch im Topf wird mit Vorteil Langzeitdünger eingesetzt, ca. 30gr per 5l Topfvolumen. 

Spätestens nach einem Jahr werden die gekauften Pflanzen in einen 15-25l Kübel umgetopft, eingesetzt wird Kübelpflanzenerde. Diese hat immer einen leicht sauren pH-Wert, was genau den Bedürfnissen der Feijoa entspricht. Auch im Topf pflanzt man die Feijoa tief, der Topfrand der Jungpflanze soll sicher mit 5-10cm neuer Kübelpflanzenerde überdeckt sein. Damit stellt man sicher, dass die Pflanze auch nach einem Kälteereignis aus der Basis und der Wurzel wieder regenerieren kann.

Feijoa Pflanzen schneiden

Feijoa sind gut schnittverträglich. Am besten schneidet man sie kurz vor dem Auswintern und dem Vegetationsbeginn im März. Da sie vor allem an der Basis der Neutriebe fruchtet, beginnt die Feijoa nach einigen Jahren im unteren Bereich zu verkahlen. Um dem Vorzubeugen werden sie alle 2 Jahre deutlich zurückgeschnitten, z.B. auf einen Meter Höhe, um neue tiefer ansetzende Seitentriebe zu provozieren und den Strauch auch unten mit Blüten und Blättern zu bekleiden.

Die essbare Blüte der Feijoa

Das attraktivste Organ der Feijoa, noch lange vor den eigentlich äusserlich ziemlich unspektakulären Früchten, sind die Blüten. Wow, was für feine Blütenorgane, was für leuchtende Farben. Die fleischigen Blütenblätter, oben rot bis rosarot, unten weiss-silbrig, leuchten von Weitem, am auffälligsten sind aber die dunkelroten Antheren, Staubfäden mit ihren Staubbeuteln an der Spitze. Der männliche Stempel der zwittrigen Blüten ist ebenfalls rot.

Die Blüten produzieren keinen Nektar, sind dadurch für Insekten relativ unattraktiv; dafür bilden die fleischigen Blütenblätter nach der Öffnung der Blüte rasch Zucker aus, der in dem Moment seinen Höhepunkt erreicht, in dem auch der Stempel aufnahmefähig wird. Dies lockt – nach einer gewissen Lernphase – Vögel an, die sich an den Blütenblättern gütlich tun und so mit ihren hungrigen Schnäbeln die Blüten nicht nur entblättern, sondern gleichsam nebenbei auch befruchten. Als Befruchter sind in Neuseeland vor allem Amseln und Schwarzdrosseln tätig.

Sind Feijoa selbstfruchtbar oder brauchen sie einen Bestäuber?

Trotz der zwittrigen Blüten, die eigentlich leicht Selbstbefruchtung zulassen würde, sind die Blüten der Feojoa grundsätzlich selbstunfruchtbar: sie können vom eigenen Pollen (der gleichen Blüte und des gleichen Strauchs) nicht befruchtet werden. Die Natur bevorzugt – wie bei so vielen Pflanzen – offensichtlich Diversität, die nur mit Fremdbestäubung sicherzustellen ist. Als zusätzlichen Mechanismus haben die Feijoa eine zusätzliche Sperre gegen Selbstbefruchtung eingebaut: Der Stempel ist deutlich vor der Pollenreife empfänglich (die Feijoa sind also vormännig oder vormännlich). Das bleibt als Lösung vor eigentlich nur Fremdbefruchtung. Was sich die Pflanze dabei 'gedacht' hat? Sie möchte für ihr Überleben möglichst viel Diversität – das kann aber nur Fremdbefruchtung bieten. 

Die praktischen Folgen: Aufgrund der Selbstbefruchtung müssen zwei verschiedene, genetisch unterschiedliche Pflanzen gepflanzt werden, was bei unseren Feijoa-Sämlingen 'Zealand Seedling' gegeben ist – jede Pflanze ist genetisch unterschiedlich, wenn auch ähnlich. Zusätzlich zur Vogelbefruchtung macht es vor allem am Anfang einer Kultur sicher Sinn, Handbestäubungsversuche vorzunehmen. Dabei erntet man von einem Strauch sehr reife Blüten, die den Pollen der Staubfäden schon bei leichten Bewegungen abgeben und bestäubt damit die eher frischeren Blüten des anderen Strauches, genauer ihren Stempel, indem man mit den Staubfäden mehrfach darüberstreicht.

Feijoa Früchte

Die Früchte sind rund bis eiförmig, ca. 5-8cm gross und grün. Zur Reife hin kann sich die Schale auch etwas braun-grün färben. Eigentlich sehen die Früchte aus wie kleine Avocados.

Die Reife der Früchte erfolgt von innen nach aussen. Im Kern befinden sich die Samen, umgeben von einer gelée-artigen Fruchtsubstanz, die sehr fruchtig schmeckt, dann folgt das eigentliche Fruchtfleisch, das die Konsistenz einer halbschmelzenden Birne hat mit einer noch leicht körnigen Textur; ganz aussen die Schale, die extrem empfindlich auf mechanische Schäden, Reibungen und Berührungen reagiert und dabei sofort braun wird. Es lohnt sich also, die über 4 bis 6 Wochen reifenden Früchte extrem vorsichtig zu ernten und zu behandeln. Bei der Ernte fängt man tendenziell mit den grössten Früchten an, die Erntereife deutet sich mit leichtem nachgeben bei Daumendruck an, auch das leichte Lösen der Frucht deutet auf die Erntereife hin.

Wie schmecken Feijoa Früchte?

Der extrem hohe Zuckergehalt – er macht bei reifen Früchten 16-24% der Trockensubstanz aus – entsteht erst in den letzten 30 Tagen der Fruchtentwicklung und kann über eine Nachreifung der klimakterischen Frucht in einer Fruchtschale auch noch erhöht werden. Neben der Süsse und dem fruchtigen Geschmack nach Erdbeeren und Ananas ist es vor allem der hinreissende Duft, der die Früchte kennzeichnet, und der auf den flüchtigen Ester Methyl Benzoat zurückzuführen ist. Wie schon gesagt: Nicht wenige Fruchtliebhaber mit einem breiten Erfahrungshintergrund halten Feijoa für eine der besten Früchte überhaupt.
Der Genuss führt uns wieder zur neuseeländischen Neuentdeckung dieser südamerikanischen Frucht: Feijoa werden wie Kiwi mit dem Messer halbiert oder mindestens geöffnet und dann mit dem Löffel gegessen, ausgelöffelt. Die Schale wird – wie bei den Kiwis – meist nicht mitgegessen. Sie wäre aber grundsätzlich essbar, mit einem harzigen, leicht bitteren Geschmack.

Wie lange geht es, bis die Feijoa Sträucher Früchte ansetzen?

Feijoa haben eine juvenile Periode von ca. 4 Jahren. Die Sämlinge im Lubera Angebot sind in der Regel 2-3 Jahre alt; sie blühen und fruchten also in 2. oder 3. Standjahr.

Verwendung

Die klimakterischen Feijoa Früchte können leider bis heute nur sehr beschränkt gelagert werden, einige Tage bis Wochen in einem Kühlschrank/Kühlraum bei ca. 4°C. Die mit der Ernte einsetzende Nachreife ist unumkehrbar und bis heute hat man keine Möglichkeiten für eine Langzeitlagerung gefunden. Dies beschränkt das Potential der Feijoa im Erwerbsanbau, macht sie aber auch zu einer extrem dankbaren Saisonfrucht: Es gibt sie jetzt für ca. 2Monate – bei uns im Spätherbst – aber sonst nicht. Die Frucht wird wie schon erwähnt, mit dem Löffel frisch gegessen. Das Fruchtfleisch kann aber auch systematisch gewonnen und für die spätere Verwendung in Glaces und Chutneys und Konfitüren eingefroren werden. Dank des starken Geschmackes und Dufts werden die brasilianischen Guaven in der Verarbeitung häufig zusammen mit anderen sehr charakteristischen Früchten eingesetzt. In Neuseeland sind auch Joghurts mit Feijoa sehr beliebt.

Winterhärte

Wir haben es weiter oben schon erwähnt: trotz der subtropischen Herkunft sind die Feijoa doch relativ resistent gegen Kälte, sie können für eine eher kürzere Zeit -8 bis -12°C ohne Schäden ertragen, die Kälte-Toleranz geht manchmal bis -15°C. Wichtig ist im Herbst ein systematischer Schutz der Wurzelzone, so dass diese möglichst nicht zufriert; bei langen Frostperioden sollen auch die immergrünen Blätter mit einem Schattiernetz oder mit anderem Material geschützt werden. Bei uns in Mitteleuropa ist eine Pflanzung vor allem in Weinbaugebieten, an Seen, an der Küste oder an mikroklimatisch extrem begünstigen Gartenstellen (z.B. an einer Wand) zu empfehlen.

Dennoch wird in unserem Klima noch immer die Kübelkultur im Zentrum stehen. Da die Pflanzen im Kübel aber deutlich frostanfälliger sind, empfehlen wir hier, die Kübel geschützt zu überwintern. Natürlich brauchen die immergrünen Blätter Licht, so ist die Überwinterung mit mediterranen und Zitruspflanzen am ehesten geeignet, wobei sie gerne kühl erfolgen kann, bei 3-7°C.

FAQ - die wichtigsten Fragen und Antworten zu Feijoa
Wie winterhart sind die Feijoa?

Für ihre südamerikanische Herkunft sind Feijoa überraschend kälteresistent. Sie halten kurzfristig auch mal -12°C aus, einige Anbauer berichten auch über eine Resistenz bis -15°C. Sie gehören damit wie Feigen, fast alle Arten von Maulbeeren, Granatäpfel und wintertoleranten Zitrus zu den vielen südlichen Fruchtarten, die langsam auch in Mitteleuropa angebaut werden können.

Wie funktioniert die Befruchtung der Feijoa?

Feijoa haben zwar zwittrige Blüten, sind aber selbstunfruchtbar. Das heisst die Blüten können nur vom Pollen eines anderen Strauchs oder von einer anderen Sorte befruchtet werden. Eine wichtige Rolle bei der Befruchtung spielen Vögel, wenn sie die süssen Blütenblätter der Feijoa entdeckt haben und damit gleichzeitig auch die Befruchterrolle übernehmen…

Sind Feijoa immergrün?

Ja sie sind immergrün, und das ist beim Winterschutz auch zu bedenken. Vor allem ist darauf zu achten, dass die Wurzelzone mit einer dicken Mulchschicht abgedeckt wird, um den Wasserzugang für die Feijoa Pflanze offen zu halt und Bodenfrost zu verhindern; bei sehr starker Wintersonneneinstrahlung ist die Pflanze zu beschatten, z.B .mit einem Schattiernetz, um Austrocknungsschäden zu verhindern

Sind Feijoa und Guaven eigentlich dasselbe?

Nein, aufgrund einer gewissen Ähnlichkeit der Früchte und Blüten sind die Feijoa wohl umgangssprachlich auch als Guave, Ananas Guave, Brasilianische Guave benannt worden. Botanisch allerdings sind die Feijoa Acca sellowiana, die Guava Psidium guajava. Die beiden Fruchtarten sind nicht eng verwandt, gehören aber immerhin beide der Familie der Myrtengewächse an. Insofern sind Ähnlichkeit und Namensübertragungen auch nicht ganz zufällig.

Wie isst man die Früchte der Feijoa?

Man löffelt die Früchte wie Kiwis aus, in der Mitte befinden sich die Samen inmitten einer Gelee-artigen Fruchtflüssigkeit, dann kommt das eigentliche Fruchtfleisch, das eine birnenartige Konsistenz hat, einerseits fast schmelzend, aber doch noch etwas körnig. Neben den süss-exotischen Geschmack bezaubert vor allem auch der Duft der Früchte, der auch beim Essen durch die Nase wahrgenommen wird.

Kann man die Blüten der Feijoa wirklich essen?

Ja und wie! Die fleischigen Blütenblätter von voll ausgefalteten Blüten sind wunderbar intensiv süss, sie vergehen fast auf der Zunge und sind wirklich eine Delikatesse!

Woher stammen die Feijoa?

Sie stammen ursprünglich aus Südamerika, Südbrasilien im Grenzgebiet zu Uruguay, eher in Höhenlagen wachsend. Als sie im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhundert nach Europa und in die USA kamen, wurden sie vor allem in Mittelmeer Klimaten als Zierpflanzen eingesetzt, richtig Fuss gefasst haben die Feijoa aber nur in Neuseeland. Hier gelten sie heute fast schon als Nationalfrucht und sind in fast jedem Garten zu sehen.

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Feijoa (0)

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