Yam (1 Artikel)

Yam, Yampflanze, Gemüsepflanze, Lubera, Dioscorea, YamwurzelYam (lateinisch-botanisch Dioscorea) – manchmal auch Yams oder Yamswurzel genannt – ist eine der am weitesten verbreiteten Knollen- und Wurzelpflanzen. Vor allem in Afrika gehört der Yam zu den wichtigsten Nahrungspflanzen und Stärkequellen. Diese wichtige Nutzpflanze ist in ihrem jeweiligen Herkunftsgebieten in der Regel eine krautige Kletterpflanze, deren unterirdische Organe, Rhizome und Knollen mehrjährig überdauern. 

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Yam 'Dr. Yao'
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ab ¤ 7,15/Pfl. Yam 'Dr. Yao' Dioscorea batatas Dr. Yao - die schöne Kletterpflanze, die riesige essbare Wurzeln produziert
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Weitere wertvolle Informationen über Yam

Die meisten der bis zu 800 Yam Arten stammen aus den Tropen, Dioscorea batatas (Synonym mit Dioscorea polystachya) und Dioscorea Japonica dagegen stammen aus den gemässigten Zonen Chinas und Japans, sind winterhart bis -18°C und deshalb auch für den Anbau in Mitteuropa hoch interessant.

Winterharte Yamswurzel kaufen: Dioscorea batatas Dr. Yao

Yam, Yampflanze, Gemüsepflanze, Lubera, Dioscorea, YamwurzelFür den Anbau von Yam in Mitteleuropa in winterkalten Gebieten ist vor allem der Chinesische Yam, Dioscorea batatas oder Dioscorea polystachya interessant. Er bildet nicht nur bis zu 100cm lange essbare Einlagerungswurzeln, sondern kann auch problemlos mehrjährig angebaut werden, weil die Pflanze mit ihren unterirdischen Organen winterhart bis zu -18°C ist. Wir haben für unsere Pflanzenproduktion und für den Hausgartenanbau in Mitteleuropa die Sorte Dioscorea batatas Dr. Yao ausgewählt, die sich durch folgende Vorteile auszeichnet:

Dioscorea batatas Dr. Yao kaufen

  • wunderschöne herzförmige, grüne glänzende Blätter mit einem leicht rötlichen Rand.
  • wächst kerngesund bis 200-300cm Höhe; wird ein Klettergitter oder Drähte zur Verfügung gestellt, kann sich die Kletterpflanze selbständig raufwinden – dem Licht entgegen.
  • 50-100cm lange speicherwurzeln, beim Ansatz dünn, an der Spitze rund und dick (also eher wie ein langgezogener Tropfen.
  • Wurzel kann auch 2-3 Jahre wachsen gelassen werden
  • 1-jähriger Anbau möglich, wenn starke Jungpflanzen oder aber ein starker Wurzelteil gepflanzt wird
  • sehr gute Wurzelqualität, süsslicher Kartoffelgeschmack, mehlige, aber feine Textur; auch frisch geniessbar als knackiges Snackgemüse (Scheiben schneiden)
  • gute Winterhärte bis -18°C

Die verschiedenen Namen der Yamswurzel: Lichtwurzel, Lichtyam, Cinnamon Vine

Den lateinischen Namen der Yamswurzel, Dioscorea batatas oder auch Dioscorea polystachya haben wir schon erwähnt. Auch ist nicht ganz klar, ob wir die Wurzelfrucht Yams oder Yam nennen müssen – wir haben meistens die letztere Bezeichnung ohne ‘s’ gewählt. Auf die Herkunft in Zentral- und Nordchina in Höhenlagen von 500-2500m weist die englische Bezeichnung Chinese Yam hin. In China selber heissen die Dioscorea batatas Huai Shan Yao. Noch häufiger als Chinese Yam ist im englischen Sprachraum die Bezeichnung Cinnamon vine zu finden; ganz offensichtlich trauen die Angelsachsen den Wurzeln nicht ganz, aber die nach Zimt duftenden Blüten haben es ihnen umso mehr angetan. Im deutschen Sprachraum hat sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Anthroposophie mit Dioscorea, und zwar genau mit der winterharten Art Dioscorea batatas bzw. polystachya beschäftigt. Rudolf Steiner sah in der Kletterpflanze mit den glänzenden Blättern und den riesigen essbaren unterirdischen Speicherorganen einen Sammler des Lichtäthers, der kosmischen Energie. Entsprechend nannte er Dioscorea batatas Lichtyam oder Lichtwurzel. Bis heute sind Demeter Produzenten, die Landwirtschaft nach den Vorschriften Rudolf Steiners betreiben, die Pioniere beim Yam-Anbau. 

Wie wächst der Yam?

Yam als Kletterpflanze

Yam ist eine Kletterpflanze, die bis zu 3 m erreichen kann, manchmal auch bis 5m. Idealerweise kann die kletternde Wurzelpflanze an einem Drahtgerüst oder an einem vertikal aufgespannten Netz klettern und so – wie schon von Rudolf Steiner beschrieben – das Maximum an Sonnenenergie einsammeln. 

Die Blätter und Bulbillen der Yampflanze

Auffällig sind die tiefgrünen und vor allem glänzenden Blätter, manchmal mit einem roten Rand. An den Trieben, in den Blattachseln können sich vor allem im zweiten Standjahr Bulbillen, Luftfrüchte bilden, die wie kleine Kartoffeln essbar sind und sich auch zu neuen Pflanzen entwickeln, wenn sie gepflanzt werden (oder einfach im Herbst auf dem Boden liegengelassen werden). 

Die intensiv nach Zimt duftenden Blüten

Dioscorea batata ist getrenntgeschlechtlich und zweihäusig, die Pflanzen können entweder weiblich oder männlich sein, auf einer Pflanze findet man nur weibliche oder aber nur männliche Blüten. Dies ist jedoch für den Einsatz im Garten oder in der Landwirtschaft eher unwichtig: Als ‘Früchte’ erntet man ja entweder Bulbillen oder die Speicherwurzeln (und nicht etwa aus den Blüten entstehende Organe), die Vermehrung ist dazu vegetativ über die verschiedensten Methoden leicht möglich (siehe weiter unten den Abschnitt ‘Vermehrung der Yamspflanzen’). Die Blüten selber sind eher unscheinbar, weisslich bis beige, in mittellangen Rispen angeordnet. Sie duften aber sehr intensiv nach Zimt.

Die Speicherwurzeln der Yampflanze

Eine Yampflanze bildet in der Regel einen grossen unterirdischen Wurzelspeicher aus, der bis zu 10kg schwer und bis zu einem Meter lang werden kann, meist aber ca. 30-50cm misst. Er wächst während 1-3 Jahren; ältere Wurzel sollen süsser sein als jüngere. Im intensiven landwirtschaftlichen Anbau z.B. in Japan (siehe Video weiter unten) werden aber meist die einjährigen Wurzeln geerntet, die bei idealem Ausgangsmaterial auch 50-70cm lang werden können. Je grösser und schwerer das Pflanzgut ist (wie bei Lubera die 2-jährigen Topfpflanzen oder aber wie im Erwerbsanbau die oberen Teile der Speicherwurzeln), desto grösser werden auch die neuen diesjährigen Speicherwurzeln. Im Bild unten sieht man gut die gepflanzte Pflanzwurzel (eine dünne alte Speicherwurzel), dann der Adventivspross, der aus der Wurzel entstanden ist und nun die neuen oberirdischen Triebe der Kletterpflanze bildet. Schliesslich ist aber auch die bereits entstehende Speicherwurzel (die diesjährige Ernte im Spätherbst) zu sehen, die aus dem Bereich des Wurzelhalses entsteht und sofort direkt nach unten zeigt. Diese Speicherwurzel und die normalen feinen Pflanzenwurzeln sind bei dieser Jungflanze auch sehr deutlich zu unterscheiden (Bild im Mai aufgenommen). Die Speicherwurzel wächst immer gerade nach unten, sie ist in ihrer Wuchsrichtung strikt auf die Schwerkraft ausgerichtet.

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Bild: Die feinen Pflanzenwurzeln sind deutlich von den Speicherwurzeln zu unterscheiden. 

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Bild: Die Yamwurzel ähnelt einem Baseballschläger.

Typisch für die Yamwurzel ist die Form eines langgezogenen Tropfens, sie ist nicht an der Spitze, am Ende dünn, sondern am Ansatz bei der Pflanzenbasis, wird dann gegen das Ende zu immer breiter rund dicker. Ein bisschen ist Yam mit einem Baseballschläger zu vergleichen. Die Schale ist mit kleinen Wurzelhärchen bedeckt, die abgeschabt oder geschält werden können.

Der ideale Standort für Dioscorea batatas

Als Kletterpflanze, die in ihrer Evolution grössere Bäume und Sträucher benutzte, um zum Sonnenlicht zu kommen, hält der Yam auch Halbschatten aus; durch die Domestizierung und die Züchtung auf Ertrag liebt er aber doch auch möglichst viel Sonneneinstrahlung – Rudolf Steiner hat das ja mit dem Wort Lichtwurzel oder Lichtyam (siehe weiter unten) perfekt auf den Punkt gebracht. Bei über 30°C im Sommer gefällt es den oberirdischen Organen der Yamswurzel allerdings nicht mehr so gut, die Yampflanzen stoppen das Wachstum und gehen in eine Art sommerlicher Ruhephase. Obwohl im Hochsommer das unterirdische Wachstum auch bei Hitze weitergeht, ist in sehr heissen Regionen dann doch ein halbschattiger Standort zu empfehlen, um ein kontinuierliches Wachstum in der Vegetationsperiode zu erzielen.
Wichtig neben der Temperstur von 16-30° im Sommer und der Sonneneinstrahlung ist definitiv der Boden. Hier sollte der pH rund um 7 liegen, aber die Toleranz des Yams ist da relativ gross. Wichtiger als der pH ist die Durchlässigkeit und auch die Tiefe des gut durchdringbaren Bodens, da ja die Wurzeln sehr lang werden können und vertikal in den Boden hineinwachsen, sozusagen wie eine nach unten gerichtete Rakete. Im Anbau wird deshalb häufig auch auf hohen Dämmen gepflanzt, um die Freilegung der Wurzeln im Herbst zu erleichtern. Ein sehr lehmiger oder auch ein sehr steiniger Boden sind nicht zu empfehlen.

Yam pflanzen und kultivieren

Im Lubera Pflanzenshop bieten wir starke 1-2-jährige Pflanzen im 1.3l Topf an. Sie können jederzeit gepflanzt werden. Bei einer Pflanzung bis Mai ist schon eine erste Ernte im ersten Jahr möglich, bei einer späteren Pflanzung empfehlen wir Yam erst im Herbst des 2. oder 3. Jahr zu ernten. Den notwenigen eher leichten, humosen oder sandigen, gut durchdringbaren Boden haben wir schon erwähnt. Ebenso ist es hilfreich, auf einen ca. 50cm hohen Damm zu pflanzen, um dann einfacher an die vertikal nach unten gerichteten Wurzeln zu kommen (ganz nebenbei fördert die schnellere Erwärmung auf dem Damm auch das Wachstum). An einem eher milden Standort kann auch von einem hohen Topf (50cm Höhe, 50cm Durchmesser) der Boden entfernt werden, der Rand wird auf den Boden gestellt und mit humoser leichter Ernte gefüllt. Zur Ernte muss dann nur der Topf hochgezogen werden… und die Wurzeln lassen sich leicht und fast ohne Graben freilegen. Beachten Sie aber, dass bei einer mehrjährigen Kultur diese Kulturart etwas anfälliger auf sehr kalte Wintertemperaturen (tiefer als -16°C) ist, der Topf sollte dann mit einem Vlies geschützt werden, um allzu grosse Tag/Nachtunterschiede zu verhindern. 
Bei allen Anbaumethoden sollte immer ein Klettergerüst vorhanden sein: Stangen oder kleine Tipi-Strukturen wie bei Stangenbohnen; am besten eignen sich vertikal aufgehängte Kletternetze, wie sie für Bohnen, aber auch teilweise für Stabtomaten eingesetzt werden (siehe auch im japanischen Video gleich nachher).
Wer sich für den erwerbsmässigen Anbau von Yam in Japan interessiert und auch von Technik und Erntemenge motiviert werden mag, der schaue sich das untenstehende Video an:

Video: Japanische Yam Landwirtschaft.

Den winterharten Dioscorea polystachya oder batatas im Topf anbauen

Natürlich ist auch der Yam-Anbau im beweglichen intakten Topf auf Balkon oder Terrasse möglich. Auch hier sollten Höhe und Durchmesser sicher 50cm betragen. Seien Sie auch nicht überrascht, wenn die Wurzeln dann durch die Entwässerungslöcher hinauswachsen oder eine unschöne Kurve bestreiten, wenn der Boden mal erreicht ist. In jedem Falle und abgesehen von den leckeren Wurzeln stellt Cinnamon Vine mit seinen schönen Blüten, den Bulbillen und auch mit dem Blütenduft und den glänzende Blättern eine sehr schöne Kletterpflanze dar, die auf einem Balkon oder auf einer Terrasse sehr schön zur Geltung kommt. Für die Überwinterung sollte der Topf aber mit einem Frostschutzvlies geschützt werden, letztlich um allzu grosse ruckartige Temperaturunterschiede zu verhindern

Yamwurzeln ernten und lagern

Die Ernte der Yamwurzel findet im Herbst, Spätherbst statt, wenn die Wurzel auch den höchsten Stärkegehalt erreicht hat (ca. 25%) und nachdem sich die Blätter goldgelb gefärbt haben. Die baseballschläger-artigen Wurzeln werden vorsichtig freigelegt, dann oben an der Pflanzenbasis abgetrennt (wo sie sehr dünn sind) und vorsichtig ausgehoben. Wenn man nicht sehr vorsichtig ist, brechen die Yamswurzeln auch gerne. Sie können dann ähnlich wie Kartoffeln oder sogar noch etwas einfacher über den Winter dunkel und kühl gelagert werden, bis man sie verarbeitet und isst.
Für die Ernte bereits im Herbst des ersten Jahre ist eine starke Topfpflanze mit einer letztjährig gewachsenen Mutterwurzel zu pflanzen, alternativ ist auch ein Stück einer vollausgewachsenen Wurzel möglich, die für die Vermehrung (siehe weiter unten) in Teile von ca. 10cm geschnitten wird. Die Wurzelstücke werden eingepflanzt, nur ganz leicht mit Erde überdeckt, bilden dann schnell Adventivsprossen und beginnen oberirdisch mit dem Ranken und auch unterirdisch mit einem neuen, an der Pflanzenbasis ansetzenden Wurzelspeicherorgan zu wachsen. Wenn man erst im Sommer oder Herbst pflanzt oder wenn nur Bulbillen zur Vermehrung einsetzt, sollte erst im 2. oder 3. Jahr geerntet werden.

Yam als Ewiges Gemüse

Dioscorea batatas ist in dreierlei Hinsicht ein mehrjähriges und letztlich auch Ewiges Gemüse:

Erstens kann die riesige Speicherwurzel auch mehrere Jahre wachsen und wird so immer stärker und grösser. Manche Anbauer behaupten auch, dass die Wurzeln durch den mehrjährigen Anbau süsser würden.

Zweitens: Wenn man die Wurzeln erntet und Wurzelteile im Boden lässt, treiben diese im Frühling wieder durch und die Yam-Pflanze bleibt bestehen.

Drittens: Vor allem im zweiten Jahr entstehen an den Blattachseln des Yam unzählige kleine Luftkartoffeln oder Bulbillen, die im Herbst entweder geerntet werden oder auf den Boden fallen. Werden sie nicht aufgesammelt, treiben sie im nächsten Jahr wieder aus und zeigen sich auch so als Ewiges Gemüse, gut vergleichbar z.B. mit den Luftzwiebeln. Wir empfehlen aber, die Vermehrung des Yam unter Kontrolle zu halten, die Bulbillen feinsäuberlich einzusammeln und zum grössten Teil … genussreich zu essen:  Etwas in Öl gebraten als Beilagengemüse oder vereinzelt in einem Salat sind sie sehr lecker und auch nahrhaft. Aber natürlich könne sie auch für die Vermehrung über den Winter gelagert werden, im Frühjahr werden sie in Wasser eingelegt und ausgepflanzt und können so neue Yampflanzen bilden

Yam vermehren

Dioscorea batatas kann über vier Arten vermehrt werden, wobei die Vermehrung über Samen kaum praktiziert wird. Nur über die vegetative Vermehrung kann die Sorte mit all ihren Qualitäten erhalten werden.

  • Vermehrung über Samen: Ganz selten, meist hat man auch nur eine eingeschlechtliche Pflanze. Dioscorea batatas sind zweihäusig und haben auf einer Pflanze nur entweder weibliche oder männliche Blüten.
  • Vermehrung über Bulbillen: Auch wenn die Vermehrung über Bulbillen (einfach etwas in die Erde eindrücken und leicht mit Erde abdecken) auch ein bisschen wie eine Samenvermehrung aussieht, ist es eine vegetative Vermehrung. Es entsteht so genau die gleiche Pflanze, eine Kopie der Mutterpflanze. Die Bulbillen brauchen Kälte, damit sie zu spriessen beginnen. Am besten ist es also, wenn man sie gleich im Herbst pflanzt, so dass sie automatisch genug Winterkälte bekommen. Aus den Bulbillen entstehen nur dünne Wurzeln, erst im zweiten Jahr sind dann die starken Speicherwurzeln zu ernten. 
  • Wurzelvermehrung: Am weitesten verbreitet in der Kultur ist die Vermehrung über die Speicherwurzel, die in Teile geschnitten, dann in den Boden gesteckt, und schliesslich nur leicht mit Erde überdeckt werden. Wenn man hier schon relativ starke Wurzelteile steckt, ist auch schon eine Ernte nach einer Vegetationsperiode möglich. Idealerweise steckt man vor allem die oberen Teile der Speicherwurzel, da diese in der Vegetationsperiode früher in Winterruhe gehen und entsprechen auch schneller wieder zu wachsen beginnen. Wie die Bulbillen brauchen auch die Speicherwurzeln Winterkälte, um die Bildung von neuen Trieben zu ermöglichen. Entsprechend sollten sie entweder kühl gelagert oder aber auch gleich im Spätherbst gepflanzt werden
  • Stecklingsvermehrung: Schliesslich kann Yam auch gut über Triebstecklinge vermehrt werden: meist werden 2-Nodien-Stecklinge geschnitten, das untere Nodium wird blattlos ins Vermehrungssubstrat gesteckt, oben am Trieb bleibt ein Blatt. Nach ca. 2 Wochen sind die Pflänzchen schon bewurzelt, wenn die Luft feucht und gespannt gehalten wird (einen durchsichtigen Plastiksack über den Vermehrungstopf stülpen, jeden Tag einmal lüften und allenfalls nachgiessen).

Yam ist gesund

Nun, zunächst besteht Yam zu 95% aus Wasser und Stärke, und ist damit sehr gut zur energiereichen Ernährung des menschlichen Körpers geeignet. Dazu kommen bekannte Vitamine, z.B. auch ein hoher Gehalt an Vitamin C. Im Yam sind auch noch viele anderen Vitamine, Spurenelemente und hormonartige Wirksubstanzen nachgewiesen werden, die Wissenschaftsliteratur über die gesundheitsfördernden Effekte der Yamwurzel zählt Tausende von hochgelehrten Artikeln. Insgesamt zeigt sich das mögliche Wirkungsspektrum aber ziemlich ähnlich, wie die Yamwurzel schon in der traditionellen Chinesischen Medizin benutzt wird:

Die Yamwurzel

  • stärkt generell die Yin-Kraft
  • regt die Verdauung an
  • stärkt Milz, Lunge und Nieren
  • senkt Cholesterin und stärkt die Abwehrkräfte
  • entwässert
  • hilft bei hormonellen Störungen, bei der Menstruation oder in den Wechseljahren. Hier ist die Datenlage aber auch ziemlich verworren: Immerhin ist klar, dass die Yamwurzel das Pflanzenhormon Diosgenin enthält, das im Körper offenbar in Progesteron umgebaut wird. Aus diesem Grunde werden auch häufig Yamswurzelpräparate angeboten, wir empfehlen aber dringend die Beratung bei Ihrem Arzt oder bei einer anderen medizinischen Fachkraft.

Wer den Yam gesundheitlich doch lieber etwas allgemeiner wahrnehmen möchte, der hält sich an Rudolf Steiner und die Anthroposophen, für die der Yam den Lichtäther bündelt, und ganz allgemein die verhärteten Zonen des menschlichen Körpers aufweicht.

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Bild: Geschält und zerteilt sieht die Yamwurzel so aus.

Als ‘functional food’

Aktuell ist zu beobachten, wie die wissenschaftliche Literatur über die gesundheitlichen Aspekte der Yamwurzel sehr stark zunimmt. Dabei wird die Yampflanze häufig als eine Art ‘functional  food’ gesehen, das natürlich und im wahrsten Sinne des Wortes nachwachsend und nachhaltig gesundheitliche Wirkstoffe zur Verfügung stellt und damit das Essen und die Gesundheit verbindet. Auch gibt es unterdessen sehr viele Patente zu diesen gesundheitlichen Wirkungen und zur Gewinnung der entsprechenden Inhaltsstoffe – vor allem in China und auch in den USA.

Verwendung der Wurzel in der Küche

Dioscorea batatas kann für alles verwendet werden, was auch mit Kartoffeln gemacht werden kann: also für Kartoffelstock, Rösti, gedünstete Scheiben, gekochte Wurzelteile. Zusätzlich wird er als Pulver oder Flocken gerne auch in weiteren Speisen eingesetzt, über den Salat gestreut, als Binde- und Verdickungsstoffstoff in Suppen eingekocht etc. Im Gegensatz zu den Kartoffeln und auch zu den tropischen Yamarten kann der winterharte Yam, Dioscorea batatas, auch frisch und knackig gegessen werden, am besten in dünnen Scheiben im Salat oder als Snack. Dafür schält man die Dioscorea-Wurzeln in der Regel, während für das Kochen und Braten auch ungeschälte Wurzeln genutzt werden können.

Die Herstellung von Yam-Chips

Aufgrund ihres Kartoffelgeschmacks kann Yams auch perfekt für Chips verwendet werden. Die Zubereitung geht folgendermassen:

  • Schälen oder auch nicht, auch jeden Fall sehr sauber waschen und die Wurzelhärchen abschaben.
  • Wurzel in Scheiben schneiden
  • Scheiben nach Belieben salzen und würzen; da sie nach dem Schneiden eine milchige Flüssigkeit aussondern, wird die Würze sehr gut gebunden.
  • Scheiben auf Blech und auf Backpapier auslegen
  • Bei 200°C 20 Minuten trocknen
  • Die getrockneten Chips kalt werden lassen und dann in einem Glasgefäss verschlossen lagern bis zum Verzehr
FAQ - die wichtigsten Fragen und Antworten zu Yam
Sind Yam eigentlich Kartoffeln?

Yam haben botanisch gar nichts mit Kartoffeln zu tun, botanisch stammen die meisten Yam-Arten aus Asien und Afrika, die Kartoffel aus Südamerika. Dioscorea batatas oder polystachya, wie der Yam botanisch heisst, hat aber eine ähnliche und ähnlich stärkereiche Zusammensetzung wie die Kartoffeln und kann auch ähnlich genutzt werden. Die Yamwurzel kann bis zu 10kg schwer und 1m lang werden... auch etwas grösser als die Kartoffeln.

Sind Yam vergleichbar mit Süsskartoffeln?

Auch mit Süsskartoffeln, die ebenfalls aus Südamerika stammen, haben die Yamswurzeln botanisch nicht zu schaffen; aber auch hier ist der Verwendungszweck ähnlich: Für fast alles, für das Süsskartoffeln und Kartoffeln benutzt werden, kann auch Yam eingesetzt werden. Typisch und ähnlich wie bei Süsskartoffeln ist auch der leicht süssliche, aber doch gemüsige Geschmack, der auch Karotten- oder Maronennoten enthalten kann.

Kann man Yam bei uns anbauen?

Die meisten Dioscorea Arten sind tropisch und können bei uns nicht angebaut werden. Der Winterharte chinesische Yam, Dioscorea batatas (=Dioscorea polystachya) ist jedoch winterhart bis -18°C und bei uns problemlos anzubauen.

Sind Yamswurzeln winterhart?

Ja. Pflanze und Wurzeln zumindest mit ihren unterirdischen Organen halten bis -18°C aus. Wenn man sie erst im Sommer oder Herbst pflanzt, sollte man sie über den ersten Winter mit etwas Mulch oder Stroh schützen.

Kann man Yam mehrjährig als Ewiges Gemüse im Garten anbauen?

Die Baseball-Schläger-artige Yamwurzel kann über mehrere Jahre wachsen, von daher handelt es sich auch um ein mehrjähriges Gemüse. Falls man schon zu Beginn einen starken Wurzelteil einpflanzt, ist aber auch die Ernte nach nur einem Jahr möglich. Mehrjährigkeit erreicht man auch, wenn man nach der Ernte eine Teilwurzel im Boden lässt, die im Frühling wieder austreibt. Ebenso können die an den Blattachseln wachsenden Bulbillen gepflanzt und so die Kultur sozusagen unterbruchslos weitergeführt werden.

Kann man Yam im Topf oder Kübel anbauen?

In einem Kübel von mindestens 50cm Durchmesser und auch mindestens 50cm Tiefer (lieber noch tiefer) ist Der Anbau auf Balkon und Terrasse möglich. Für die Ranktriebe braucht es ein Geländer oder ein Rankgerüst. Die Triebe mit den glänzenden Blättern, teilweise mit roten Blatträndern, dazu die Bulbillen und nach Zimt duftenden Blüten machen insgesamt den Yam zu einer sehr schönen Kletterpflanze - die auch eine Genuss- und Nahrungspflanze ist.

Was kann man beim Yam essen?

Erstens die grosse Speicherwurzel, sie kann im Gegensatz zu den Kartoffeln und zum tropischen Yam beim winterharten Yam auch roh als Snack genossen werden. Dazu sind alle Zubereitungsarten von Kartoffeln möglich Zweitens die Bulbillen, Luftkartoffeln (vergleichbar den Luftzwiebelchen), die aus den Blattachseln entstehen - einfach wie junge kleine Kartoffeln anbraten Drittens die nach Zimt duftenden Blüten, die über einen Salat gestreut werden können oder Reisgerichte zieren

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Yam (1)

Frage
21.05.2022 - Yams oder 🍠
Der Begriff Yams wird ja für einige Pflanzen verwendet. Diese Sorte enthält kein Zyanid, oder?
(Einige Wurzel, die unter Yams laufen, müssen gerieben und gewässert werden, sonst isst man sie nur einmal. 😇)
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