Lachsbeere (2 Artikel)

Lachsbeere Lubera Die Lachsbeere, Rubus spectabilis stammt aus den Nordwesten Nordamerikas, sie ist von Nordkalifornien bis zum Südlichen Alaska heimisch, von der Küstenzone bis zu den westlichen Abhängen des Kaskadengebirges. Die Kernzone ihres Lebensraums befindet sich im Delta und in den Seitenarmen des Columbia Rivers. Die Lachsbeere, englisch Salmonberry und ist verwandt mit der Himbeere, wächst am Ufer von Seen und Flüssen, hält entsprechend auch feuchtere Standorte gut aus.

Weitere wertvolle Informationen über Lachsbeere...
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Himbeere Lachsbeere 'Olympic Double'
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ab ¤ 6,25/Pfl. Himbeere Lachsbeere 'Olympic Double' spektakulär blühende Himbeere aus Nordamerika, leuchtend rote Früchte
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Himbeere Lachsbeere 'Pacific Rose'
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ab ¤ 6,25/Pfl. Himbeere Lachsbeere 'Pacific Rose' Sommerhimbeerart aus Amerika, auch für feuchte Standorte
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Im 1.3L-Topf, gut durchwurzelte, starke Pflanzen ¤ 6,95

Weitere wertvolle Informationen über Lachsbeere

Lachsbeere Lubera Der Beerenstrauch dient mit seinen Beeren, Blättern und jungen Triebschossen ansässigen Indianervölkern seit jeher zu Nahrungszwecken und als Heilmittel. Die auffälligen, mehr oder weniger gefüllten hellrosa bis dunkelrosa Blüten sind überdies wunderschön – und haben wohl entscheidend zum Beschreibungswort des lateinischen Namens beigetragen: Rubus SPECTABILIS. Spectabilis heisst so viel wie sehenswert, schön, spektakulär. Das ist auch einer der Hauptunterschiede zur verwandten Gartenhimbeere Rubus idaeus: Achtet man die unscheinbaren Blüten der Gartenhimbeere kaum, so fordern die Blüten der gefüllt blühenden Lachshimbeere Olympic Double die Aufmerksamkeit gerade zu heraus: Auf den ersten Blick sieht man hier eher die kleine, aber perfekte Blüte geformte Blüte einer Englischen Rose als eine Beerenblüte. Von daher werden auch die weiteren Beinamen der Lachshimbeere plausibel und verständlich: Pracht-Himbeere und Rosenhimbeere. Schön und prächtig sind übrigens nicht nur die Blüten der Pracht-Himbeeren, sondern auch die Beeren in allen Farbschattierungen von gelb über orange-salmon bis zu hellrot, die allesamt stark glänzen. Weil sowohl auf der gleichen Pflanze als auch unterschiedlichen Pflanzen verschiedene Fruchtfarben möglich sind, spricht man auch von Polymorphismus.
Der am stärksten verbreitet Name der Rubus spectabiis, Lachsbeere oder englisch auch Salmonberry verweist auf den engen und vielfältigen Zusammenhang zwischen der Wildbeerenpflanze Rubus Spectabilis und den Lachsen in der Kultur der Indianer im Nordwesten. Auf die Frage, was denn eine Beere mit den Lachsen zu tun habe, gehen wir zum Ende dieser Kategorieübersicht nochmals ausführlicher ein.

Vorteile der Lachsbeere, Rubus spectabilis:

  • Die Himbeere, die dank der rosaroten bis gefüllt hellroten Blüten auch ein Zierstrauch ist.
  • Wächst im Gegensatz zur Himbeere auch an feuchten Standorten
  • Im Gegensatz zu Himbeeren und Brombeeren zeigen die Äste kein biannuales Wachstum (sterben also nach Wachsen im ersten Jahr und Fruchten im zweiten Jahr nicht einfach ab, sondern werden mehrjährig, vergleichbar mit einem Blütenstrauch
  • Frühreifend, sehr kurze Entwicklungszeit von der Blüte bis zur reifen Frucht, eine der frühesten Sommerhimbeeren
  • Zusätzlich zur Verwendung der Früchte auch Heilpflanze mit Blättern und Rinde 

Eine Lachsbeere im Lubera Gartenshop kaufen– Genuss UND Schönheit für Ihren Garten

Rubus spectabilis – der botanische Name der Lachsbeere – spricht nicht bloss für ein schon fast spektakulär schönes Beerenobstgehölz, auch die Früchte selbst sind neben ihrem hohen gesundheitlichen Wert und einer farbenprächtigen Optik echte Spezialitäten für die Liebhaber des besonderen Geschmacks. Aber schauen wir den beiden Lachsbeeren aus dem Lubera Angebot doch einfach mal etwas genauer unter die kompakten Triebe: 

  • Lachsbeere 'Pacific Rose': Eine im wahrsten Sinne platzsparende Sorte, die ihre wahre Grösse in der Höhe zeigt. Bei gerade 40 bis 60 cm Breite geniessen sie den vollen Lachsbeere Geschmack schon nach wenigen Jahren bis auf 180cm Meter Höhe hinauf. Pacific Rose ist von ihrem Erscheinungsbild betrachtet her nahe bei der Ur-Form der traditionellen amerikanischen Prachtbeeren, die meist zwar einfach, aber doch in einer auffällig rosaroten Farbe blühen. Mit unserer Lachsbeere 'Pacific Rose' kaufen und holen Sie sich eine Pflanze in den Garten, bei der sie von Anfang Juni bis in den Juli hinein wundervoll gelborange-farbige bis dunkelrot extrem leuchtende Früchte ernten, die angenehm süss, knackig und herrlich saftig sind. Naschfrüchte vom Feinsten, die - zu Gelee, Konfitüre oder Saft verarbeitet - ihresgleichen suchen.
  • Lachsbeere 'Olympic Double': Ihre malerisch gefüllten Blüten in Pink und kräftigem Rot kommen Kunstwerken gleich, vor denen man gerne etwas länger stehen bleibt. Bei ungefähr gleicher Breite der Sträucher wächst Olympic Double etwa 50 Zentimeter kleiner als die Lachsbeere 'Pacific Rose' heran – sie wird also ca. 150cm hoch. Die gefüllte Lachsbeere (die Blüten sind gefüllt, darum auch ‚double‘ - bildet nicht ganz so grosse Früchte aus, die dennoch nicht weniger schmackhaft sind. Manchmal sind allerdings bei ‚Olympic Double‘ nicht alle Drupelets, Einzelbeerchen der Sammelbeere vollständig entwickelt, da die Befruchtung von den vielen Blütenblättern behindert wird. Die Erntezeit dieser Lachsbeeren-Sorte erstreckt sich von Mitte Juni bis Juli. Steht bei der Sorte ‚Pacific Rose‘ der Nutzwert der Beeren eher im Vordergrund, so ist es bei ‚Olympic Double‘ eindeutig der Zierwert, der den Ton angibt. Es ist schon eigenartig und auch spannend, vor einer Himbeerpflanze zu stehen, die blüht wie eine Rose…. Jedenfalls wird man so eindrücklich daran erinnert, dass Himbeeren wie auch die Rosen zur Familie der Rosaceae gehören…

Wie schmeckt die Lachshimbeere?

Wenn man sich eine reife Lachsbeere in den Mund schiebt und draufbeisst, so ist der erste Eindruck derjenige von Knackigkeit, von Crunchiness. So ganz klar ist es aber nicht, ob dieser Eindruck jetzt vom Platzen der Einzelbeeren herrührt – oder aber von Aufeinandertreffen des Zahnapparats mit dem Samen, der in jeder Einzelfrucht, in jedem Drupelet der Sammelsteinfrucht zu finden ist. Jedenfalls ist der Eindruck nicht negativ, sondern durchaus positiv. Dann die Überraschung: Die Wildbeerenfrucht schmeckt nicht etwas säuerlich, sondern eigentlich sehr süss, süsser als die meisten Himbeeren. Diese Süsse war dann wohl auch für die Beliebtheit der Beeren bei den Ureinwohnern des Nordwestens verantwortlich: So viele wirklich süsse Lebensmittel gab es ja nicht. 
Neben der Süsse ist auch genügend Saftigkeit da, allerdings fehlt der typische, vor allem über die Nase im Abgang wahrgenommene Himbeergeschmack (oder eher Himbeerduft) fast vollständig. Insgesamt könnte man wohl analog zum Wein den Genusseindruck der Lachshimbeere als eher kurz beschreiben, was aber der Eignung für Fruchtsäfte, für Saucen, Kuchen und Konfitüren keinen Abbruch tut.

Wachstum der Rubus spectabilis (Video)

Fast alle Himbeeren und Brombeerarten wachsen zweijährig. Das heisst nicht, dass sie nur 2 Jahre lang leben, aber ihre oberirdischen Triebe haben einen zweijährigen Rhythmus: Im ersten Jahr wachsen sie, im zweiten Jahr fruchten sie und dann sterben sie ab, weil sie ihre Pflicht und Schuldigkeit getan haben – und weil unterdessen wieder neue einjährige Treibe nachgewachsen sind, die dann im zweiten Jahr wieder fruchten. Weil jedes Jahr neue Triebe entstehen, gibt es auch immer 1ein- und zweijährige Äste an einem Himbeerstrauch, allerdings findet man kein älteres Holz. Die Gründe für dieses eigenartige Wachstum sind schwer zu erklären: Evolutionär scheint es für die Himbeere/Brombeere wohl die bessere Strategie zu sein, jedes Jahr aus der Basis wieder neues Wachstum zu versuchen… anstatt einen alten Holzkörper über Jahre zu erhalten (wie z.B. ein Apfelbaum). Diese ‚Schwäche‘ im oberirdischen Bereich kompensieren sowohl Himbeeren als auch Brombeeren mit einem starken und vitalen Wurzelwachstum, das auch einen grossen Teil der Überlebensfähigkeit der Pflanze sicherstellt (mit Wurzeltrieben etc.), falls mal die generative Vermehrung (über Samen und reife Früchte) ausfällt.
Rubus spectabilis, die Lachsbeere stellt aber innerhalb der Rubus-Familie eine deutliche Ausnahme dar, indem sie sehr wohl mehrjähriges Holz ausbildet. In unseren Versuchspflanzungen, die ca. 7 Jahre alt sind, habe ich bis zu 5-jährige vitale Äste festgestellt. 

Lachsbeeren Alter 5-jähriger Ast an der Basis Rubus spectabilis Lubera

Bild: Alter 5-jähriger Ast an der Basis

Aus diesen mehrjährigen Treiben können - meist, aber nicht ausschliesslich aus dem unteren Drittel - auch immer wieder neue frische Früchte entstehen. Die Blüten zeigen sich vor allem am letztjährig gewachsenen Holz.

Lachsbeeren Rubus spectabilis Lubera

Bild: Rubus spectabilis Strauch ca. 6 bis 8 Jahre alt. Gut sichtbar das stark verzweigte alte Holz, dazu die aufrecht nach oben schiessenden neuen Trieben.

Lachsbeeren Rubus spectabilis Lubera

Bild: Blick auf das alte Holz, das vor allem im unteren Teil des Strauchs zu finden ist.

Video: Die Lachshimbeere - Rubus sepctabilis

Sind Lachshimbeeren Himbeeren oder Brombeeren?

Rubus spectabilis, die Pracht-Himbeere zählt eher zu den Himbeeren, da der Fruchtzapfen wie bei den Gartenhimbeeren auf der Pflanze verbleibt und nicht zur Frucht gehört wie bei der Brombeere. Dazu kommt, dass tendenziell die Himbeeren diploid sind, also über zwei Chromosomenstränge verfügen, während Brombeeren tetraploid bis hexaploid sein können, also genetisch deutlich komplexer sind als die Himbeeren – auch hier positioniert sich die Rubus spectabilis auf der Himbeerseite und hat eine diploide genetische Struktur.

Die Verwendung der Lachshimbeeren im Garten

Die Gartenverwendung von Rubus spectabilis ergibt sich aus den entscheidenden Unterschieden zu den normalen Gartenhimbeeren: Im Gegensatz zu Gartenhimbeeren sind die Lachshimbeeren

  • aufrecht und stabil wachsend
  • auch mit ihren oberirdischen Organen mehrjährig, das heisst, sie bilden einen stabilen und mehrjährigen verholzten Strauch aus.
  • blütenschön, das heisst, sie sind auch als Ziersträucher einzusetzen.

Daraus ergibt sich letztlich, dass Pracht-Himbeeren im Garten in Einzelstellung oder in kleinen Gruppen (3 Pflanzen im Dreieck) eingesetzt werden, möglichst an einer Stelle, an der die spektakuläre Blüte auch wahrgenommen wird. Da ein Gerüst für die starken aufrechten Äste nicht notwendig ist, sind auch Einzelpflanzen in einem Mixed Border denkbar, hier eher die kompaktere Sorte ‘Olympic double‘. – Mit ihren 1,5 bis 2m passen die Salmonberries auch gut in den Vordergrund einer Wildobsthecke.

Sind Lachshimbeeren selbstfruchtbar oder brauchen sie eine Befruchterpflanze

Wie Himbeeren und auch die meisten Brombeeren sind die Lachsbeeren selbstfruchtbar, die Blüten können also vom eigenen Pollen befruchtet werden. Die Lachsbeeren werden auch intensiv von Insekten, Wildbienen und Bienen angeflogen, dank ihrer frühen Blütezeit und dem reichhaltigen Nektarangebot sind sie eine willkommene Abwechslung im Insekten-Menuplan. Bei der Prachthimbeere ‚Olympic Double‘ kommt es manchmal vor, dass die Früchte etwas unregelmässig befruchtet werden und einzelne Drupelets fehlen – dies ist auf die dichtstehenden gefüllten Blüten der Rosenhimbeere zurückzuführen, die die Staubfäden und Stempel erst gegen Ende der Blühdauer offen zeigt. Tendenziell stellen wir fest, dass der Fruchtansatz bei zwei unterschiedlichen Pflanzen etwas grösser ist als bei einer sortenreinen Pflanzung oder einer Einzelpflanze. Blüte und Fruchtreife sind stark folgernd, neben den reifen Beeren finden sich auch viele noch unreife, kaum entwickelte Lachsbeerenfrüchte.

Brauchen Lachshimbeeren eine Wurzelsperre?

Diese Aussage - Lachshimbeeren brauchen eine Wurzelsperre - liest man häufiger, und sie kommt wohl weniger aus persönlicher Erfahrung als aus den Schilderungen auf amerikanischen Webseiten, wo die natürlichen Standorte der Rubus spectabilis beschreiben werden:  Feucht- und Nassgebiete entlang von Flussläufen, Bächen und Seen, wo die Lachsbeere fast undurchdringliche Dickichte bilden kann, in denen die Pflanzen immer breiter werden und zusammenwachsen. Droht also die Gefahr, dass die Prachthimbeere ihren ganzen Garten überwuchert?
Wir meinen, dass genau wie bei Himbeeren und Brombeeren in den meisten Gartensituationen auf Wurzelsperren verzichtet werden kann (ansonsten kann man sie ja auch in grösseren Kübeln kultivieren). In unseren Versuchsfeldern haben wir die Lachsbeere in Mypexfolie gepflanzt und jeweils für die Pflanze ein 50 x 50cm Loch freigemacht, das sie nach 7 Jahren vollständig ausfüllt. Bei 10 Pflanzen haben wir aber ausserhalb der Mypexfolie (also mehr als 1m von der Pflanze entfernt) nur 3 Austriebe in der benachbarten Wiese gesehen, die leicht ausgestochen und entfernt werden können. Das bedeutet: Wenn man Rubus spectabilis in einer Gartenumgebung pflanzt, wo für Konkurrenz gesorgt ist (kultivierter Boden, Rasen, Wiese, andere Sträucher) ist die Lachshimbeere gut in Zaum zu halten, man muss allerdings damit rechnen, dass sie ohne Folienabdeckung nach 10 Jahren einen Platz von mindestens 70 x 70cm ausfüllt. Man kann die Pflanze allerdings auch kompakter halten, indem man jedes Jahr die äusseren Neutreibe der Pflanze möglichst tief absticht.
Zum Schluss noch eine Entwarnung: Es wird in der Literatur berichtet, dass sich auch Triebe der Lachshimbeere bewurzeln könnten, ähnlich wie bei den alten dornigen Brombeeren der Sorte ‚Theodor Reimers‘. So etwas haben wir in unseren Testpflanzungen noch nie gesehen; es ist auch sehr unwahrscheinlich, da die jungen Ruten der Prachthimbeere ausgesprochen aufrecht und stark wachsen, so dass der Fall fast nicht vorkommen kann, dass sie sich wie Brombeeren auf den Boden zurückneigen.

Der beste Standort für Lachsbeeren – feucht geht auch

Die robusten Jungpflanzen kommen sowohl mit sonnigen als auch schattigen Plätzen im Garten zurecht. Dennoch gilt als Faustregel, dass sich mit steigender Anzahl der Sonnenstunden die Qualität (insbesondere Saftigkeit und Aroma) der Früchte proportional erhöht. Ausserdem sollte kein Standort gewählt werden, der schon einmal zur Kultivierung von Rosengewächsen genutzt wurde. Unsere Lachsbeere 'Pacific Rose' wie auch die 'Olympic Double' bevorzugen tiefgründige und humusreiche Bodenverhältnisse, wobei die Erde im Garten gut durchlüftet und locker sein soll. Jetzt kommt aber das ganz besondere, das die Lachsbeere sehr stark von der Himbeere unterscheidet: Die Lachsbeere wächst aufgrund ihrer Herkunft in den Küstengebieten und Bergen des westlichen Kaskadengebirges auch sehr gut in feuchten, ja temporär auch nassen Böden, was eine Himbeere nie aushalten würde. In dem Feld in unserer Baumschule in Bad Zwischenahn, in dem sich die Lachsbeeren so wunderbar entwickeln, hat in den letzten Jahren keine einzige Gartenhimbeerpflanzung überlebt, weil es im Winter und in regenreichen Perioden im Sommer da einfach zu nass ist. 

Fazit: Die Lachsbeere ist die Himbeere für Nasse Standorte!

Wir haben übrigens auch noch nie festgestellt, dass eine Lachsbeere an Wurzelfäule, an Phytopthora eingegangen wäre.

Lachsbeeren Rubus spectabilis Lubera

Bild: An diesem feuchten Standort gehen die Himbeeren regelmässig ein, die Lachsbeeren wachsen wunderbar.

Rubus spectabilis, Prachthimbeeren pflanzen

Die Grube für die Pflanze wird am besten bereits einige Tage vor dem Einsetzen der Gehölze vorbereitet, damit der Untergrund nach herbstlichen Regenfällen noch etwas austrocknen kann. Die Pflanzlöcher müssen, wie bei allen Beerensträuchern, wenigsten zwei- bis drei Mal so gross sein, wie der Wurzelballen. Nachdem die bereits gut durchwurzelten Lachsbeeren Pflanzen aus dem Container entfernt sind, wird der Ballen in seinem gesamten Umfang aussen ein wenig aufgerissen, was zu einem schnellen und sicheren Anwachsen der Sträucher führt. Zum Schluss wird die Grube mit einer nährstoffreichen Mixtur aus Fruchtbarer Erde Nr. 2 von Lubera und Kompost aufgefüllt sowie je nach Witterung etwas angegossen. 

Pflege der Salmonberries

Obwohl die etwas älteren Pflanzen später respektable Wuchshöhen erreichen werden und auch die heranwachsenden Früchte der Lubera Sorten recht gewichtig sind, brauchen die robusten Sträucher nicht an einem Gerüst abgestützt und stabilisiert werden. Die Ausläuferbildung haben wir bereits oben erwähnt: Diese lässt sich relativ leicht kontrollieren, indem man die Prachthimbeere in ein Vlies pflanzt und nur Lücke mit ca. cm Durchmesser offenlässt, wo dann alle Triebe durchwachsen müssen. Die paar wenigen Ausläufer, die weiter weg entstehen, sind dann leicht von Hand und mit dem Spaten zu entfernen. Das Anbringen einer Wurzelsperre ist also nur in Ausnahmefällen notwendig und auch nur dann, wenn man die Pflanze wirklich auf einen sehr engen Raum von 30x30cn begrenzen. Natürlicherweise braucht die Prachthimbeere deutlich mehr Raum, auch viel mehr als eine Gartenhimbeere: An der Basis besetzen die Triebe schnell einmal eine Fläche von 70x70 cm (manchmal bis 100cm), in der Höhe erreicht Pacific Rose 150-200cm, Olymbic Double bleibt etwas kompakter mit 150cm (Olympic double). Der ganze Lachsbeeren-Strauch braucht im Luftraum eine Breite von ca. 150cm, er geht also nicht sehr stark in die Breite, sondern wächst sehr aufrecht.

Muss man Lachsbeeren düngen?

Wenn‘s den Lachsbeeren gefällt, wenn auch der Boden genügend Feuchtigkeit in sich trägt oder mit sich bringt, dann können Lachsbeeren als nur halbdomestizierte Pflanzen deutlich zurückhaltender gedüngt werden als Kulturhimbeeren und Brombeeren. Ein Grund dafür ist klar ersichtlich: Die strauchartig wachsende Lachshimbeere bildet ja einen mehrjährigen Pflanzenkörper aus, was ja bei den Kulturhimbeeren und Kulturbrombeeren eben nicht der Fall ist. Aufwandmässig ist diese Strategie sicher effizienter als die nur 2-jährig ausdauernden Ruten der klassischen Himbeeren, die immer wieder erneuert werden müssen – entsprechend brauchen die Lachsbeeren auch weniger Düngung. Wir empfehlen, im Frühling und um die Blütezeit etwas Kompost auf die Pflanzstellen zu streuen und allenfalls leicht einzuhacken. Eine zusätzliche Düngung mit mineralischen Düngern oder auch mit Frutilizer ‚Natürlich‘, den Schafwollpellets ist nur notwendig, wenn in einem Jahr fast keine neuen, aufrechten und dicken Langtriebe aus der Strauchbasis und aus dem älteren Unterholz entstehen. Dann muss im Folgejahr unbedingt das Düngerniveau erhöht werden.

Wann und wie fruchten die Lachsbeeren

Lachsbeeren blühen früh im April und Mai und reifen in der kürzesten Zeit aller Himbeeren, die Früchte werden dann Ende Mai bis Juli geerntet. Die Blüte- und Fruchtzeit ist ziemlich folgernd, da der Strauch im alten und jungen Holz, innen und aussen, oben und unten unterschiedlich blüht. Die Blüten entstehen vor allem am jüngeren Holz, das im letzten Jahr entstanden ist. Allerdings blühen auch die kurzen neuen Seitentrieben des schon viel älteren Holzes. Grundsätzlich entspricht der Fruchtungsmechanismus den Sommerhimbeeren. Das heisst, die Blüten werden im Vorjahr am frischen neuen Holz differenziert und kommen dann im Folgejahr zum Vorschein und entwickeln sich zu reifen Früchten. Dieser Mechanismus entspricht eben nicht den Herbsthimbeeren, die im gleichen Jahr wachsen, Blüten ansetzen und fruchten.

Lachsbeeren schneiden

Lachsbeeren Rubus spectabilis Lubera

Bild: Seit 5 Jahren ungeschnittene Lachsbeeren.

Im Bild sehen sie Lachsbeeren, die jetzt ca. 4 Jahre nicht geschnitten worden sind, und eigentlich noch ganz gut aussehen; insbesondere erkennt man unten das stark verzweigte, bis zu 5 Jahre alte Holz – und dazu doch dominierend die neuen aufrechten Ruten, die in den letzten 2 Jahren entstanden sind. Der Schnitt entspricht dann weitgehend dem Schnitt von frühlingsblühenden Blütensträuchern oder von Johannisbeeren: Im Februar oder März wird der Strauch ausgedünnt, indem die ältesten Treibe rausgeschnitten werden, wobei tief, bis auf die Basis des Strauchs oder die Ansatzstelle im Alten Holz heruntergeschnitten werden kann. Das alte, zu entfernende Holz ist unten meist sehr dick, stark verzweigt und eher gräulich, die jungen Triebe dagegen wachsen sehr aufrecht, sie sind auch meist eher gelblich bis leicht rötlich. Als Richtschnur mag gelten, dass jedes Jahr ca. 20-30 % der Äste rausgeschnitten werden sollten. Unser Beispiel im Bild zeigt auch, dass der Strauch nach 5 Jahren ohne Schnitt immer noch akzeptabel aussieht – letztlich hat sich die nur halbdomestizierte Lachsbeere die Fähigkeit bewahrt, sich auch ohne Hilfe des Menschen zu erneuern.

Rubus spectabilis vermehren 

Die Lachshimbeeren vermehren und verjüngen sich wie viele Himbeeren gerne über die Wurzeln – so ist es nur naheliegend, dass auch wir Gärtner das so machen. Stechen Sie einfach im Winter oder im frühen Frühling einen aussen am Strauch wachsenden letztjährigen jungen Trieb aus und pflanzen Sie ihn an anderer Stelle wieder ein… Achten Sie darauf, dass möglichst viele Wurzeln mit der Jungpflanze mitkommen, umgekehrt sollten die oberirdische Rute beim Umpflanzen auf 10-20cm eingekürzt werden. Auch das blosse flache Einlegen von Wurzeln (10 bis 20cm lang, knapp bleistiftdick, 5 cm mit Mutterboden abgedeckt) an einem neuen Ort genügt, da sich daraus sofort wieder neue Äste entwickeln.

Die Lachsbeere und der Lachs

Bis jetzt haben wir die Verbindung der Rubus spectabilis mit dem Lachs noch nicht richtig untersucht, was wir hier nachholen wollen. Es ist ja aufgrund des hergebrachten Pflanzennamens Salmonberry offensichtlich, dass bei den Ureinwohnern des nordwestlichen Nordamerikas die Rubus spectabilis Pflanze mit ihren Beeren und der zum Laichen von Pazifik zurückkommende Lachs eng miteinander verbunden sind. Wie genau geht das und was bedeutet es?

  • Die Rubus spectabilis wachsen in den gleichen Gebieten und Zonen an Land (wenn auch mit manchmal ziemlich nassen Füssen), die der nordpazifische Lachs mit seinen verschiedenen Unterarten nach dem Erwachsenwerden im Pazifik (1 bis 7 Jahre) zum Laichen aufsucht. Die meisten Lachsarten müssen übrigens sterben, nachdem sie sich vermehrt haben.
  • Die beiden Kulturen (Lachs und Lachsbeeren) mit ihrer regionalen Überschneidung und ihrer teilweisen Gleichzeitigkeit werden seit Menschengedenken von den Ureinwohnern miteinander in Verbindung gebracht: Eher noch wichtiger als die kulinarische Verbindung ist vermutlich die symbolische Verbundenheit: Schön wachsende, gut blühende und fruchtende Stände von Salmonberries deuten auf eine ebenso erfolgreiche Lachssaison. Wir Menschen durchforsten ja die Natur schon immer nach Zeichen, die Sinn machen könnten (meist und gerne zu unserem Vorteil).
  • Werden und wurden Lachs und Beeren zusammen gegessen und verarbeitet? Die Lachsbeere fruchtet ja im Columbia Bassin Ende Mai bis Anfang Juli (in etwas höheren Regionen). Der nordpazifische Lachs, der Chinook, kommet je nach Unterart von März bis September vom Pazifik zurück zu seinen Ursprungswässern, um dort zu laichen. Im Juni/Juli macht dies der Summerchinook… also ungefähr gleichzeitig mit der Beerenernte. Es ist aber auch vorstellbar, dass getrockneter oder geräucherter Lachs zusammen mit Beeren gegessen wurde, so dass für diese Verwendung der Spring Chinook in Frage käme…
  • Wie andere Wildbeeren Nordamerikas (Heidelbeeren, Saskatoonbeeren…, Huckleberries) sind auch die Salmonberries Bestandteil des Pemmikans. Der Pemmikan ist eine kalorienreiche, gut zu lagernde und sehr kompakte Vorratsnahrung, die für lange Reisen und für harte Winter zubereitet wird. Sie besteht in wesentlichen aus zerstossenem Trockenfleisch oder auch geräuchertem Fisch, die mit viel Fett unter Zusatz von Beeren und einigen andere Zutaten gemischt, geknetet und zu festen Blöcken oder Riegeln verarbeitet werden. Diese können dann je nach Situation ungekocht oder gewärmt oder auch als Suppe verwendet und genossen werden. Der Pemmikan hat auch in die moderne Ernährungskultur Eingang gefunden und wird für Ausdauersportler und Extremexpeditionen zubereitet. Warum dann doch die Beeren zu dem vielen Fett? Na ja, vielleicht sind Vitamine ja auch nicht ganz unwichtig😉

Die Verwendung der Lachsbeeren

Die Lachsbeeren wurden und werden sehr vielseitig verwendet. Im Folgenden geben wir einen kurzen Überblick dazu:

Verwendung in der Küche

Lachsbeeren können frisch ab Strauch gegessen werden, gekocht finden sie in Kuchen, Torten (wegen ihres leuchtenden äusseren Aussehens besonders attraktiv), aber auch in Saucen und Konfitüren und Fruchtsäften Verwendung. Alles, was man mit anderen Beeren machen kann, ist auch mit Lachsbeeren möglich – nur getrocknet werden sie eher selten, da sie einen sehr hohen Wasseranteil aufweisen.
Die Blüten schmecken ebenfalls sehr süss und angenehm und können gut für Tellerdekos sowie zur Abrundung oder Kontrastierung scharfer Speisen eingesetzt werden.
Die fischen Austreibe aus der Strauchbasis und aus dem alten Holz, die noch gut von Hand abgerissen werden können (Ernte zwischen März und Mai) und nicht verholzt sind, werden geschält (von der Rinde befreit), dann frisch oder aber wie Spargel gekocht genossen. Der Geschmack ist bitter und leicht süsslich, durchaus ähnlich wie bei Spargeln und Hopfenspargeln. Diese ‚Spargel‘-Ernte März bis Mai bietet die Gelegenheit, Wurzelschosse an äusseren Rand der Pflanze systematisch abzureissen und … zu verspeisen – mit dem zusätzlich angenehmen Nebeneffekt, dass die Ausbreitung der Lachshimbeere unter Kontrolle gehalten wird.

Verwendung für Pemmikan

Wie schon oben erwähnt, werden die Salmonberries zusammen mit getrocknetem Fleisch oder eben auch Salmon für die Zubereitung des Pemmikans, der Indianer-Vorratsnahrung aus Fleisch/Fisch plus viel Fett und Beeren verwendet. 

Verwendung als Heilmittel

Auch in der Heilkunde findet die Lachsbeere Verwendung. Ähnlich wie andere Himbeerblätter werden die Blätter für Tee getrocknet oder auch auf Wunden aufgelegt. Im Zentrum der pharmakologischen Wirkung steht das entzündungshemmende Potential.

In der Natur

Natürlich erfüllt die Rubus spectabilis neben ihrem spektakulären Auftritt auch in der Natur eine Vielzahl von wertvollen Funktionen, die wir bis heute nicht vollständig kennen:

  • Wertvolle Insekten-Weide im Frühsommer und späten Frühling, wenn sonst nicht so viel blüht
  • Essbare Beeren für Waldtiere und die Tiere im Bereich der Feuchtgebiete, Flüsse und Bäche und Seen.
  • Stabilisierende Funktion der flachen Wurzeln zur Befestigung von Uferböschungen und Ähnlichem Lachshimbeeren in der Himbeerzüchtung

Die Lachshimbeeren sind auch schon einmal intensiv in der Himbeerzüchtung benutzt worden. Bei der Züchtung von früher fruchtenden Herbsthimbeeren wurden die Rubus spectabilis eingesetzt, um die Zeit von der Blüte bis zur Fruchtreife auch bei Herbsthimbeeren zu verkürzen. Es wäre sicher überlegenswert, die Rubus spectabilis züchterisch weiter zu benutzten, um die Toleranz der Kulturhimbeeren gegen Bodennässe und allenfalls Phytophthora zu erhöhen. Interessant wäre auch die Weiterzüchtung von Himbeertypen, die eben nicht bi-annual sind, sondern mehrjährig stabile Sträucher wie zB. die Johannisbeeren aufbauen.

FAQ - die wichtigsten Fragen und Antworten zur Lachsbeere
Wie schmecken die Lachsbeeren?

Tendenziell süsser als Himbeeren, aber ohne das typische Himbeeraroma.

Sind die Pflanzen selbstfruchtbar?

Eine spezielle Befruchterpflanze wird nicht benötigt. Sofern Sie mehrere Prachthimbeeren kaufen, lassen sich die Erträge allerdings mithilfe gegenseitiger Bestäubung durchaus erhöhen.

Wann kann man Lachsbeeren ernten?

Lachsbeeren blühen und fruchten wie Sommerhimbeeren vor allem am letztjährigen Holz; sie reifen von Ende Mai bis Anfang Juli (je nach Standort).

Halten die Lachsbeeren einen nassen Standort aus?

Ja, ganz im Gegensatz zu den Kulturhimbeeren gedeihen die Lachsbeeren auch in einem feuchten bis nassen Boden. Sie sind das von ihrer Herkunft her gewohnt.

Haben die Triebe einer Pracht-Himbeere Stacheln?

Die Stacheln befinden sich eher an der Basis der Triebe, die oberen Astteile sind wenig bewehrt.

Müssen die Sträucher jedes Jahr geschnitten werden?

Ein regelmässiger Auslichtungsschnitt erhöht die Fruchtqualität. Die Pflanze kann sich aber auch gut einige Jahre selber erneuern - passt also auch ideal in eine extensive Wildobsthecke.

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Lachsbeere (0)