Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung
- Die verlorene Ribes nigrum-Vielfalt des 19. Jahrhunderts
- Ein moderner Züchtungsdurchbruch: Black’n’Red® Premiere
- Das rote Laub von Black’n’Red® Premiere in Szene setzen
- Schwarze Cassissima Johannisbeeren als Ziersträucher: 3 Gestaltungsideen
- 1. Gestaltungsidee: Naschhecke, extraschön
- 2. Gestaltungsidee: Johannisbeersträucher im Staudenbeet einsetzen
- 3. Gestaltungsidee: Essbares Zierbeet
- Schwarze Cassissima Johannisbeeren im Nutzgarten optimiert verwenden: 3 Verwendungsideen
- 1. Gestaltungsidee: Beerengarten mit Sorten für eine möglichst lange Erntezeit
- 2. Gestaltungsidee: Hochbeete und Kübel mit schwarzen Johannisbeeren
- 3. Gestaltungsidee: Johannisbeeren als Spalierobst ziehen
Zusammenfassung
- Schwarze Johannisbeeren waren im 19. Jahrhundert auch als Zierpflanzen verbreitet. Diese Vielfalt ging durch die Fokussierung auf Ertrag im 20. Jahrhundert weitgehend verloren.
- Moderne Züchtungen bringen den Zierwert zurück, denn die Sorte ‘Black’n’Red® Premiere’ kombiniert erstmals roten Blattschmuck mit hohem Nutzwert.
- Schwarze Johannisbeeren lassen sich heute vielseitig in Beete integrieren, nutze dabei die unterschiedlichen Wuchsformen.
- Kompakt wachsende schwarze Johannisbeeren aus der Cassissima-Serie werden nur ca. 80 cm hoch und lassen sich im Hochbeet oder Kübel verwenden.
- Sorten der schwarzen Johannisbeeren haben unterschiedliche Reifezeiten, die sich, geschickt im Garten kombiniert, für eine Ausdehnung der Erntezeit nutzen lassen.
Praxis-Tipps:
Setze auf Kontraste: Kombiniere rotlaubige und grünlaubige Ribes nigrum-Sorten, denn so entsteht Spannung und Tiefe im Gartenbild.
Nutze gezielt hohe und niedrige Cassissima-Sträucher: Platziere hohe Sorten (bis 140 cm) im Hintergrund oder als Sichtschutz, und pflanze kompakte (ca. 80 cm) als Einfassung, und verwende sie im Hochbeet oder Kübel.
Plane mit den sortenspezifischen Erntezeiten: Mische Sorten mit unterschiedlichen Reifezeiten, so liefert dein Garten über Wochen Früchte.
Die verlorene Ribes nigrum-Vielfalt des 19. Jahrhunderts
Ein Blick in die Gartenliteratur des 19. Jahrhunderts zeigt eine überraschende Welt. Gartenbuch-Autoren beschreiben zahlreiche Varianten der schwarzen Johannisbeere, die sich nicht durch ihre Früchte, sondern durch ihre Blattform und Blattzeichnung unterschieden.
Diese Vielfalt war kein Zufall. Im 19. Jahrhundert war der bürgerliche Garten ein Ort der botanischen Neugier und Sammelleidenschaft. Nutzpflanzen wurden nicht nur angebaut, sondern auch beobachtet und ästhetisch bewertet. Abweichungen, sogenannte »Monstrositäten«, galten als besonders begehrenswert und wurden gezielt weitervermehrt.
Auch schwarze Johannisbeeren waren ein Teil dieser Kultur, in der sich Nutzen und Schönheit nicht ausschlossen, sondern ergänzten. Friedrich Jakob Dochnahl schrieb 1860 in “Der sichere Führer in der Obstkunde auf botanisch-homologischem Wege, oder systematische Beschreibung aller Obstsorten” dass der schwarze Johannisbeerstrauch »in Gärten überall bekannt« sei, als »eine Weintraube im Kleinen für alle Länder«. Mit Liebe zu allen Details beschrieb er gestreifte, punktierte oder »gepuderte« Blätter, weiß- oder gelbpanaschierte Formen sowie tief geschlitzte, ahorn- oder nierenförmige Varianten. Wo sind diese laubschönen Varianten nur geblieben?
Mit der zunehmenden Professionalisierung des Obstbaus im späten 19. und vor allem im 20. Jahrhundert verschob sich der Fokus auf Züchtungsziele wie Ertrag, Fruchtgröße, Geschmack und Krankheitsresistenz. Auffällige Blattformen oder Panaschierungen bei schwarzen Johannisbeeren, die oft mit geringerer Vitalität einhergingen, verloren an Bedeutung und verschwanden nach und nach aus den Gärten.
Heute sind schwarze Johannisbeeren deshalb fast ausschließlich Nutzpflanzen mit einheitlich grünen Blättern. Der Zierwert spielt kaum noch eine Rolle. Die Sträucher pflanzt man heute oft in die hinteren Bereiche eines Gartens, wo sie kaum auffallen. Doch genau hier wollen wir mit der Lubera-Züchtung ansetzen und eine neue, spannende Entwicklung anstoßen.
Ein moderner Züchtungsdurchbruch: Black’n’Red® Premiere
Wir bei Lubera möchten mit unserem Sortiment der schwarzen Johannisbeeren gerne Sträucher anbieten, die zugleich zierend und nützlich sind. Der Zierwert von Sträuchern wird allerdings oftmals nach dem Show-Effekt der Blüten beurteilt, und schwarze Johannisbeeren bieten weitgehend unscheinbare Blüten. Daher greifen wir die Idee von schönem Laub für schwarze Johannisbeeren wieder auf, und bieten die Sorte ‘Black’n’Red® Premiere’ an, die einen echten Züchtungsdurchbruch darstellt. Sie hat alle Eigenschaften einer guten schwarzen Johannisbeere (Mehltauresistenz, gesundes Blatt, supersüße Früchte), aber mit einem unerwarteten Plus: Schönes errötendes Laub.
Das rote Laub von Black’n’Red® Premiere in Szene setzen
Das dunkle Laub von Black’n’Red® Premiere bringt helle Blüten zum Strahlen. Weiße, gelbe und pastellfarbene Stauden sind daher eine perfekte Ergänzung zu diesen Sträuchern. Im sonnigen Staudenbeet sind sie Nutz- und Zierpflanze zugleich. Generell machen Sorten wie diese die scharfe Trennung von Nutz- und Ziergarten überflüssig. Diese Sträucher eignen sich:
- als Blickfang im Beet
- als Farbkontrast neben silbrigen oder hellgrünen Pflanzen
- als »Highlight-Strauch« in kleinen Gärten
Bild: Die dunkellaubige schwarze Johannisbeere ‘Black’n’Red Premiere’ als Star in der Mitte eines Blumenbeetes… oder ist es eher ein Nutzpflanzenbeet, ergänzt um schöne Sonnenblumen? Züchtungen wie diese lassen bekannte Grenzen verschwimmen.
Die schönen Sträucher treiben im Frühjahr grün aus, verfärben sich aber im Laufe des Jahres dunkelrot. Die Intensität der roten Blattfärbung ist dabei von der Sonnenstrahlung abhängig, pflanze sie daher am besten in die volle Sonne. Aus diesem Grund lässt sich ein schönes Farbspiel beobachten, bei dem die Blätter im Innern eines dichten Strauches etwas grünlicher bleiben, weil dort weniger Licht hingelangt.
Schwarze Cassissima Johannisbeeren als Ziersträucher: 3 Gestaltungsideen
Es lohnt sich wieder, schwarze Johannisbeeren bewusst gestalterisch einzusetzen, das gilt nicht nur für die dunkellaubige Sorte ‘Black’n’Red’. Durch die züchterischen Bemühungen der letzten Jahre konnte die Gesundheit der Ribes nigrum-Sträucher deutlich verbessert werden, was ihrer Schönheit sehr zu Gute kommt. Vergiss die traditionellen Sträucher aus alten Gärten, die ab der zweiten Jahreshälfte schütter wirken. Zumindest für das moderne Cassissima-Sortiment von Lubera gilt: Ein kräftiger Wuchs und gesundes Laub bis in den Herbst hinein ist inzwischen Standard. Alle Sorten tragen dank der aktuellen Züchtungserfolge vergleichsweise große, glänzende Früchte, die zur Erntezeit wie schönster Perlenschmuck im Laub hängen.
1. Gestaltungsidee: Naschhecke, extraschön
Setze für deine Naschhecke sowohl grünlaubige als auch rotlaubige Cassissima-Johannisbeersträucher, am besten wild gemischt. Für noch mehr Abwechslung ergänze die schwarzen Johannisbeeren mit Sträuchern von roten Johannisbeeren. Eine solche Hecke wirkt lebendig, abwechslungsreich und dekorativ, und bietet sogar einen Sichtschutz bis auf 1,4 m Höhe, wenn du entsprechend hochwachsende Sorten wählst. Soll die Hecke möglichst blickdicht sein, setze die Sträucher etwas enger, in einem Abstand von 0,8 m. Wer hinter dieser Beerenhecke sitzt, wird nicht mehr gesehen. Gut für alle, die ihre Ruhe haben wollen…oder heimlich naschen.
Unsere Naschhecken-Sorten-Tipps:
- Cassissima ‘Neva’
- Cassissima ‘Black Marble’
- Cassissima ‘Black’n’Red’ ‘Premiere’
2. Gestaltungsidee: Johannisbeersträucher im Staudenbeet einsetzen
Durch die Kombination verschiedener Wuchstypen unter den schwarzen Johannisbeersträuchern kann eine gestaffelte, sehr harmonische Pflanzung entstehen. Im Cassissima-Sortiment findest du kompakte Sträucher, die nur etwa 80 cm hoch werden und ungewöhnlich dichte Sträucher bilden. Diese eignen sich für den Vordergrund oder die Mitte von Staudenbeeten. Den Hintergrund eines Staudenbeetes bilden die schwarzen Johannisbeersträucher in der klassischen Höhe bis 140 cm.
Setze allen Johannisbeersträuchern im Beet entsprechend hohe Stauden zur Seite. Spiele auch mit der Möglichkeit, die bereits vorgestellte dunkellaubige Sorte zu verwenden, denn sie ähnelt, noch mehr als die anderen Sorten, einem attraktiven Zierstrauch. An den vorderen Beetrand kannst du, neben niedrigen Stauden, auch Schnittlauch in diversen Sorten setzen. Du wirst sehen, eine strikte Trennung von Nutz- und Ziergarten wird mit dieser Gestaltungsidee überflüssig.
Die hohen Cassissima-Sorten (bis ca. 140 cm) für den Beet-Hintergrund:
- Cassissima ‘Neva’
- Black’n’Red’ ‘Premiere’
- Cassissima ‘Noiroma’
Kompakte Cassissima-Sorten (ca. 80 cm) für die Beetmitte und den Beetvordergrund:
- 'Little Black Sugar’
- Cassissima ‘Nimue’
- ‘Little Black Giant’
3. Gestaltungsidee: Essbares Zierbeet
Unsere folgende Idee ist besonders für kleine Gärten von Vorteil: ein essbares Beet, das so dekorativ wie ein Zierbeet aussieht. Mit dieser Gestaltungsidee brauchst du dich nicht entscheiden, ob dir Schönheit oder Ernte wichtiger ist. Ein essbares Zierbeet liefert dir beides zugleich.
Gehen wir von einer Beetfläche aus, die etwa 2–3 m tief ist. Hinten im Beet platzierst hohe Sträucher der schwarzen Johannisbeeren. Verwende hier die folgenden Sorten, die auch im Herbst noch sehr dekorativ aussehen, weil sie eine beachtliche Herbstfärbung aufweisen.
Hohe, ertragreiche Cassissima-Sorten mit schönem Laub:
- Black’n’Red’ ‘Premiere’
- Cassissima ‘Blackbells’
Vor die großen Sträucher kannst du unsere kompakte ‘Little Black Giant’ setzen, die zu unseren ertragreichsten Sorten zählt.
Kombiniere dazu im Vordergrund Bodendecker-Erdbeeren und Schnittlauch. Wenn du noch Platz zwischen den Cassissima-Sträuchern hast, kannst du die Lücken sehr gut mit den Pflanzen aus unserem Gemüsebeet ‘Nutzgarten unter Bäumen’ füllen. Und schon ist deine Pflanzung komplett essbar!
Bild: Die schwarze Johannisbeer-Sorte Cassissima ‘Blackbells’ hat bis in den Oktober hinein wunderbares Herbstlaub, genau richtig für ein essbares Zierbeet.
Schwarze Cassissima Johannisbeeren im Nutzgarten optimiert verwenden: 3 Verwendungsideen
Gerade in kleinen Gärten, auf Terrassen oder Balkonen ist der Platz für Nutzpflanzen begrenzt. Durch ungewöhnliche Anbauformen und bewusste Sortenwahl lässt sich dieser Raum jedoch optimal nutzen. So wird selbst auf kleiner Fläche ein überraschend produktiver Naschgarten möglich.
1. Gestaltungsidee: Beerengarten mit Sorten für eine möglichst lange Erntezeit
Die geschickte Sortenwahl macht es möglich, über viele Wochen immer wieder schwarze Johannisbeeren zu ernten. Mische dazu jeweils bewusst Sorten mit früh frühreifenden und spätreifenden Früchten. Dazu kombinierst du welche, die in der Mitte der Saison reifen. Je länger schöne Beeren an den Sträuchern hängen, desto attraktiver bleibt der Beerengarten.
Kombi-Idee aus 3 Cassissima-Sorten, die zu unterschiedlichen Zeiten reifen:
- Cassissima ‘Black Marble’ : riesige Früchte schon ab Ende Juni möglich
- Cassissima ‘Blackbells’, die Ertragreiche für Früchte ab Anfang Juli
- Cassissima ‘Late Night’, die Aromaintensive. Ernte bis Ende Juli/Anfang August
2. Gestaltungsidee: Hochbeete und Kübel mit schwarzen Johannisbeeren
Auch in Hochbeeten, und sogar in größeren Kübeln auf Terrasse oder Balkon, lassen sich schwarze Johannisbeeren pflanzen. Hier verwendest du am besten unsere kompakten Sorten. Unterschätze die Kleinen im Cassissima-Sortiment nicht! Sie liefern wirklich erstaunliche Ernten. Für Gaumen und Optik gleichermaßen kannst du die Sträucher mit unseren extrem schönen Sugabeauty-Zier-Süßkartoffeln unterpflanzen. Die Knollen sind etwas weniger dick als die der Hochleistungssorten, schmecken aber ebenso gut. Dafür wirst du ihr schönes Laub lieben!
Kompakte Cassissima-Sorten für Hochbeet und Kübel:
3. Gestaltungsidee: Johannisbeeren als Spalierobst ziehen
Bei der Spaliererziehung von schwarzen Johannisbeeren geht es darum, wenige Haupttriebe fächerförmig am Gerüst zu führen, während alle übrigen Triebe regelmäßig entfernt werden. So entsteht eine offene Struktur, die Licht und Luft gut durchlässt und gleichzeitig für eine klare, übersichtliche Wuchsform sorgt. Diese Erziehungsweise hat gleich mehrere Vorteile: Die Pflanzen wirken dekorativ, benötigen weniger Platz und tragen größere, gut zugängliche Früchte.
Voraussetzung dafür ist ein stabiles Gerüst. Ideal sind drei waagerecht gespannte Drähte im Abstand von etwa 30 cm. Besonders günstig ist ein Standort an einer sonnigen Hauswand oder entlang eines Zauns, möglichst windgeschützt, damit die Triebe ungestört wachsen können.
Eine gute Spalier-Johannisbeere ist schnittverträglich, gesund, erneuerungsfähig. Bei der Pflanzung sollte ein Abstand von etwa eineinhalb Metern eingehalten werden. Die jungen Pflanzen werden leicht schräg in Richtung Spalier gesetzt, damit sich die Triebe gut anbinden lassen. Direkt nach dem Pflanzen schneidet man den Strauch auf 2–3 kräftige Triebe zurück – diese bilden die Grundlage für die spätere Spalierform.
Schnitt deiner Spalier Johannisbeere
Schwarze Johannisbeeren tragen am besten am ein- bis zweijährigem Holz, deshalb jedes Jahr:
- alte, abgetragene Triebe, die älter als 3 Jahre sind, entfernen
- junge Triebe nachziehen und anbinden
- Seitentriebe ggf. einkürzen (auf 2–3 Augen)
Das Prinzip heißt bei Johannisbeeren am Spalier: ständig verjüngen, nicht „vergreisen“ lassen.
Cassissima-Sorten, die sich für die Spalier-Erziehung eignen:
- Cassissima ‘Blackbells’
- Cassissima 'Greenlife'
- Cassissima 'Noiroma'
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.