Inhaltsverzeichnis
- Praxis-Tipps
- Zusammenfassung
- Stark-, Mittel- und Schwachzehrer: Ein Prinzip wird erfunden
- Was einen Starkzehrer ausmacht: Die Ursprungsidee
- Viel Mist im Gemüsegarten
- Das Vierfelder-Prinzip mit tropischen Fruchtgemüsen
- Fruchtfolge nach dem Vierfelder-Prinzip mit Gründüngung
- Fruchtfolge nach dem Vierfelder-Prinzip mit Ewigem Gemüse
- Quartier D für Dauerkulturen
- Der Plan mit drei rotierenden und einem dauerhaften Quartier
- Ein Fazit
Schau dir auch dieses Video zum Thema Fruchtfolge an:
Zusammenfassung
- Die Zehrerlehre entstand aus praktischer Erfahrung. Gärtner beobachteten, dass manche Gemüse wie Kohl, Kürbis oder Sellerie besonders stark von Mist und Kompost profitierten, während andere auch auf weniger nährstoffreichen Böden gut wuchsen.
- Die Agrarchemie lieferte die theoretische Grundlage. Im 19. Jahrhundert erklärte Justus von Liebig Pflanzenwachstum durch die Aufnahme von Mineralstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium.
- Die Einteilung in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer entstand erst später. Sie wurde vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts in Kleingärten und Siedlergärten als einfaches Lehr- und Planungssystem populär.
- Die Fruchtfolge soll den Boden vielseitig nutzen. Traditionell folgen auf Starkzehrer Kulturen mit geringerem Nährstoffbedarf sowie Gründüngungen, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.
- Heute gilt die Zehrerlehre als nützliche Faustregel. Moderne Bodenkunde betrachtet den Boden als lebendiges Ökosystem, dennoch hilft die Fruchtfolge dabei, Monokulturen sowie Krankheits- und Schädlingsprobleme zu vermeiden.
Praxis-Tipps
Vermeide es, Kohlgewächse, Nachtschattengewächse oder Doldenblütler mehrere Jahre hintereinander am selben Standort anzubauen, Zur Vermeidung von Krankheiten und Schädlingen ist das wichtiger als der Nährstoffbedarf sogenannter Stark-, Mittel- und Schwachzehrer.
Enthält Stallmist zur Düngung Stroh von Flächen, die mit bestimmten Herbiziden oder Wachstumsregulatoren behandelt wurden, können Rückstände auch nach der Kompostierung noch empfindliche Gemüsekulturen schädigen.
Lass auf tief wurzelnde Kulturen wie Pastinaken oder Luzerne flach wurzelnde Gemüse folgen und umgekehrt. Das verbessert die Nutzung verschiedener Bodenschichten und fördert eine stabile Bodenstruktur.
Stark-, Mittel- und Schwachzehrer: Ein Prinzip wird erfunden
Das Prinzip der Stark-, Mittel- und Schwachzehrer stammt aus dem 19. Jahrhundert, im Umfeld von intensivem Gemüseanbau auf kleinem Raum. Dabei werden Gemüsepflanzen nach ihrem Nährstoffbedarf eingeteilt, und in einer festgelegten Fruchtfolge angebaut:
- Starkzehrer benötigen viele Nährstoffe und werden auf frisch gedüngten Beeten angebaut.
- Im folgenden Jahr wachsen dort Mittelzehrer in Fruchtfolge, die mit geringeren Nährstoffmengen auskommen.
- Danach folgen Schwachzehrer wie Bohnen, Erbsen oder Kräuter in der Fruchtfolge, die nur wenig Dünger vertragen.
Die Einteilung in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer knüpft an ein viel älteres Prinzip an: die Fruchtfolge der Vierfelderwirtschaft. Das Beet wird demnach in vier Bereiche unterteilt, die nach einem festen Rotationsprinzip bewirtschaftet werden. Dabei wechseln die verschiedenen Pflanzengruppen jedes Jahr nach Regeln der Fruchtfolge in den nächsten Bereich. In der modernen Umsetzung wird ein Beetabschnitt zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit mit einer Gründüngung bepflanzt. Die Gründüngung ersetzt die Brache, die im vorindustriellen Anbau noch üblich war. Dieser regelmäßige Wechsel der Kulturen wird als Fruchtfolge oder Fruchtwechsel bezeichnet.
Im Garten werden die Beete, analog zur Vierfelderwirtschaft, in vier Quartiere unterteilt (hier Beete A bis D), und nach dem Prinzip der Fruchtfolge organisiert:
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Beet A
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Beet B
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Beet C
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Beet D
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Jahr 1
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Starkzehrer
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Mittelzehrer
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Schwachzehrer
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Gründüngung
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Jahr 2
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Gründüngung
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Starkzehrer
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Mittelzehrer
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Schwachzehrer
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Jahr 3
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Schwachzehrer
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Gründüngung
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Starkzehrer
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Mittelzehrer
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Jahr 4
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Mittelzehrer
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Schwachzehrer
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Gründüngung
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Starkzehrer
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Bild: Starkzehrer wie Kohl und Lauch sind hier mit Salaten vergemeinschaftet, die etwas weniger nährstoffhungrig sind.
Was einen Starkzehrer ausmacht: Die Ursprungsidee
Die Gartenbau-Regeln, in der Stark-, Mittel- und Schwachzehrer unter den Gemüsen unterschieden werden, entstand im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung. Menschen, die sich einst selbst versorgt hatten, zogen in die Städte. Folglich mussten immer mehr Stadtmenschen ohne Feld oder Garten ernährt werden. Als Reaktion darauf entstand rund um die urbanen Zentren ein intensiver Gemüsebau, und eine mindestens ebenso intensive Landwirtschaft. Das Erfolgsgeheimnis dieser Intensivierung hieß damals: Düngen, düngen und immer wieder düngen, und das mit viel Mist. Und der war damals knapp.
Schon im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Mist wichtig gewesen, aber rar. Die Tiere verbrachten viel Zeit auf Weiden oder in Wäldern, und ein großer Teil ihrer Ausscheidungen blieb dort. Stallhaltung war nur saisonal üblich, und deshalb konnte man nur kleine Mengen Mist sammeln. Die Felder lieferten ihre Ernten mäßig, aber regelmäßig durch lange Brachen und Fruchtfolge. Man konnte den Boden nicht massiv aufdüngen, und schon gar nicht überdüngen. Das Konzept setzte eher darauf, den Boden nicht vollständig zu ruinieren.
Im 19. Jahrhundert veränderte sich der Umgang mit der Bodenfruchtbarkeit grundlegend. Rückblickend könnte man sagen, der moderne Gartenbau entstand aus einer Mistkrise. Um mehr Ernte einzufahren, wurde nahezu auf jedem Acker und in jedem Nutzgarten Mist ausgebracht. Zum ersten Mal begann man, Nährstoffe systematisch zu sammeln und sogar Konzentrate aus ihnen herzustellen. Entscheidend dafür war die zunehmende Stallhaltung der Tiere. Während früher ein großer Teil von Kot und Urin auf Weiden verloren ging, können die Ausscheidungen nun im Stall aufgefangen werden. Nun entstehen Jauchegruben und neue Systeme der Ausbringung. Mit effizient eingesetztem Mist steigerten sich die Erträge, und die wachsende Bevölkerung in den Städten konnte besser versorgt werden.
Bild: Ob Mist oder Dünger: Nährstoffe sollten gerade im Gemüsegarten mit Bedacht eingesetzt werden. Das Prinzip von Stark-, Mittel- und Schwachzehrern gibt eine gute Orientierungshilfe für die gärtnerische Praxis.
Viel Mist im Gemüsegarten
Im 18. und besonders im 19. Jahrhundert stellten Gärtner fest, dass einige Gemüsearten auf reichlich Mist und Jauche mit enormen Ertragssteigerungen reagierten. Dazu gehörten vor allem:
Diese unerschütterlichen Gemüse, die eine starke Mistdüngung ertrugen und darauf tapfer mit starkem Wachstum reagierten, nannte man fortan Starkzehrer. Sie lieferten mehr Ertrag pro Fläche, und waren für den intensiven Marktgartenbau besonders attraktiv.
Andere Gemüse wie:
profitierten wesentlich weniger von einer starken Düngung. Teilweise litten sie sogar unter frischem Mist, weil sie dann zu viel Blattmasse bildeten oder krankheitsanfälliger wurden. Sie blieben wichtige Bestandteile der Fruchtfolge und wurden häufig auf Flächen angebaut, die zuvor bereits von den stark gedüngten Kulturen genutzt worden waren.
Gerade daraus entstand die spätere Logik von den zehrenden Gemüsen:
- Frischer Mist war für Kohl und andere »stark zehrende« Gemüse vorbehalten.
- Die Nachwirkung des Mists reichte noch für weniger mistfreudige Gemüse in der Fruchtfolge, den sogenannten Mittelzehrern.
- Den Schluss in der Fruchtfolge bildeten Kulturen, die ohne Mist und Düngung auskamen, heute als Schwachzehrer bezeichnet
Hinter dem intensivierten Anbau stand also immer die Frage: Welche Gemüse bekommen den wertvollen frischen Mist?
Das Vierfelder-Prinzip mit tropischen Fruchtgemüsen
Im modernen Garten werden viele tropische Fruchtgemüse angebaut, die ursprünglich kein Teil des Fruchtfolge-Prinzips waren. Die Fruchtgemüse werden meist als Starkzehrer behandelt.
Typischerweise gelten als Starkzehrer:
Sie bilden über einen langen Zeitraum viel Blattmasse und Früchte, und profitieren von humusreichen, gut versorgten Böden. In einer klassischen Vierfelder-Fruchtfolge würden sie daher als Starkzehrer behandelt werden.
Etwas schwieriger wird es bei Kulturen wie:
Diese werden je nach Quelle zwischen Mittel- und Starkzehrern eingeordnet. Die Zehrerlehre war nie exakt definiert, daher gibt es hier keine einheitliche Zuordnung. Moderne Tomaten- oder Paprikakulturen werden oft über Monate beerntet und haben andere Ansprüche als die Gemüse, für die die Zehrerlehre ursprünglich entwickelt wurde, also insbesondere Kohl, Rüben und Leguminosen des europäischen Gemüsebaus des 19. Jahrhunderts.
Für einen Hausgarten ist daher diese etwas modernisierte Einteilung sinnvoll:
Beet 1 – Starkzehrer
- Kohlarten
- Kürbisgewächse
- Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen
- Sellerie, Lauch
Beet 2 – Mittelzehrer
- Salate
- Mangold
- Fenchel
- Möhren
- Rote Bete
Beet 3 – Schwachzehrer
- Kräuter
- Zwiebeln
- Knoblauch
- Feldsalat
Beet 4 – Gründüngung
- Klee, Wicke, Phacelia und Mischungen daraus
Noch wichtiger als die Zehrergruppe ist bei Tomaten, Paprika und Auberginen allerdings die Pflanzenfamilie. Alle gehören zu den Nachtschattengewächsen. Deshalb sollte man sie nicht Jahr für Jahr am selben Standort anbauen, selbst wenn genügend Nährstoffe vorhanden sind. Die Fruchtfolge dient hier eher der Vorbeugung gegen bodenbürtige Krankheiten als der Vermeidung einer »Auslaugung« des Bodens.
Fruchtfolge nach dem Vierfelder-Prinzip mit Gründüngung
Wer das Vierfelderprinzip mit Gründüngungsphase im eigenen Garten ausprobieren möchte, kann sich zum Einstieg an diesem Plan orientieren.
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Beet A |
Beet B |
Beet C |
Beet D |
| Jahr 1 |
Starkzehrer
Kohlarten, Kürbis, Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Sellerie, Lauch |
Mittelzehrer
Salate, Mangold, Fenchel, Möhren, Rote Bete |
Schwachzehrer
Kräuter, Zwiebeln, Knoblauch, Feldsalat |
Gründüngung Klee, Wicke, Phacelia und andere, auch als Mischungen |
| Jahr 2 |
Gründüngung
Klee, Wicke, Phacelia und andere, auch als Mischungen |
Starkzehrer
Kohlarten, Kürbis, Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Sellerie, Lauch |
Mittelzehrer
Salate, Mangold, Fenchel, Möhren, Rote Bete |
Schwachzehrer Kräuter, Zwiebeln, Knoblauch, Feldsalat |
| Jahr 3 | Schwachzehrer Kräuter, Zwiebeln, Knoblauch, Feldsalat |
Gründüngung Klee, Wicke, Phacelia und andere, auch als Mischungen |
Starkzehrer Kohlarten, Kürbis, Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Sellerie, Lauch |
Mittelzehrer Salate, Mangold, Fenchel, Möhren, Rote Bete |
| Jahr 4 | Mittelzehrer Salate, Mangold, Fenchel, Möhren, Rote Bete |
Schwachzehrer Kräuter, Zwiebeln, Knoblauch, Feldsalat |
Gründüngung Klee, Wicke, Phacelia und andere, auch als Mischungen |
Starkzehrer Kohlarten, Kürbis, Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Sellerie, Lauch |
Fruchtfolge nach dem Vierfelder-Prinzip mit Ewigem Gemüse
In einem frühen Text in der Zeitschrift für Obst- und Gartenbau von 1907 erklärt der Autor Schiller-Tieß nicht nur, wie er die Gemüse in das damals noch junge System der Stark-, Mittel- und Schwachzehrer einordnet. Er beschreibt auch eine Vierfelderwirtschaft mit Fruchtfolge, in der Ewiges Gemüse ein wichtiger Teil des Prinzips ist.
Er unterteil den Nutzgarten ebenfalls in vier Quartiere, wovon »drei für den Wechselbetrieb benutzt werden, während das vierte Quartier dazu benutzt wird, die nicht in den jährlichen Fruchtwechsel einzubeziehenden ausdauernden Gewächse aufzunehmen, wie Rhabarber, Spargel, Gewürzpflanzen, Erdbeeren. Dieser Schlag erfordert meist eine jährliche Düngung.« (Schiller-Tieß, Zeitschrift für Obst- und Gartenbau von 1907, p. 67).
In diesem Prinzip wird das vierte Feld also nicht mit Gründüngung bepflanzt, wie wir das aus der modernen Interpretation der Vierfelderwirtschaft kennen, sondern mit Gemüsearten, die mehrjährig wachsen. »Nach einer Reihe von Jahren wird natürlich auch ein Wechsel des Platzes für diese ausdauernden Gewächse nötig, worauf ein Quartier von den übrigen dreien hierfür in Gebrauch genommen wird.« (Schiller-Tieß, Zeitschrift für Obst- und Gartenbau von 1907, p. 68).
Quartier D für Dauerkulturen
Hier stehen mehrjährige oder langlebige Kulturen, die wir Ewiges Gemüse nennen. Sie werden für die Fruchtfolge nicht jährlich umgesetzt, sondern bleiben über viele Saisons in ihrem Quartier:
- Spargel
- Rhabarber
- Erdbeeren
- Ewiger Kohl wie Meerkohl und Baumkohl
- Kräuter und Gewürze wie Thymian, Salbei, Estragon, Liebstöckel, Schnittlauch, Meerrettich
- Zuckerwurzel
- Süßholz
- Knollenziest
- Hopfen
Dieses Beet wird jährlich mit Kompost versorgt.
Der Plan mit drei rotierenden und einem dauerhaften Quartier
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Quartier A |
Quartier B |
Quartier C |
Quartier D |
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| Jahr 1 |
Starkzehrer |
Mittelzehrer |
Schwachzehrer |
Spargel, Rhabarber, Erdbeeren, Meerkohl, Baumkohl, Kräuter und Gewürze, Zuckerwurzel, Süßholz, Knollenziest, Hopfen |
| Jahr 2 |
Schwachzehrer |
Starkzehrer |
Mittelzehrer |
Spargel, Rhabarber, Erdbeeren, Meerkohl, Baumkohl, Kräuter und Gewürze, Zuckerwurzel, Süßholz, Knollenziest, Hopfen |
| Jahr 3 | Mittelzehrer Salate, Mangold , Fenchel, Möhren, Rote Bete |
Schwachzehrer Kräuter, Zwiebeln, Knoblauch, Feldsalat |
Starkzehrer Kohlarten, Kürbis, Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Sellerie, Lauch |
Spargel, Rhabarber, Erdbeeren, Meerkohl, Baumkohl, Kräuter und Gewürze, Zuckerwurzel, Süßholz, Knollenziest, Hopfen |
Nach dem dritten Jahr beginnt der Zyklus erneut.
Ein Fazit
Die klassische Vierfelderwirtschaft mit rotierenden Stark-, Mittel- und Schwachzehrern ist ein faszinierendes Erbe aus einer Zeit, in der Bodenfruchtbarkeit vor allem durch Mist, Jauche und geschickte Fruchtfolgen erhalten werden musste. Das System half, die damals knappen Nährstoffe möglichst effizient zu nutzen, den Boden nicht einseitig zu beanspruchen und Krankheiten sowie Schädlinge in Schach zu halten. Für die Landwirtschaft und den Erwerbsgemüsebau war dies über Jahrhunderte ein großer Fortschritt.
Für den typischen Hobbygarten mit seinen kleinen Beeten, Mischkulturen, Kompostgaben und humusreichen Böden ist die klassische Vierfelderwirtschaft jedoch oft nur eingeschränkt nötig. In einem vielfältig bepflanzten Garten werden Nährstoffe ständig durch Kompost, Mulch und Bodenleben auf- und umgebaut, sodass die strenge Einteilung in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer meist weniger wichtig ist als früher angenommen. Moderne Konzepte setzen deshalb häufig stärker auf Mischkultur, Dauerbegrünung, Gründüngung, Humusaufbau und die Förderung eines aktiven Bodenlebens.
Vielleicht liegt der Wert der Vierfelderwirtschaft heute weniger in ihren festen Tabellen als in ihrem Grundprinzip: den Garten als Kreislauf zu verstehen. Wo regelmäßig Gemüse und Obst entnommen wird, sollte organische Substanz ebenso regelmäßig wieder zurückgeführt werden. Wer den Boden möglichst bedeckt hält und auf Nutzpflanzenvielfalt setzt, verfolgt letztlich dasselbe Ziel wie die GärtnerInnen und Gärtner vergangener Jahrhunderte, allerdings mit einem moderneren Verständnis des Bodens als lebendiges Ökosystem. Für viele Hausgärten ist eine flexible Fruchtfolge kombiniert mit Kompost, Mulch und Gründüngung heute oft die einfachere und ebenso erfolgreiche Lösung.
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