Inhaltsverzeichnis
- So bleibt Wasser im Boden
- Der Boden muss Wasser aufnehmen können
- Der Boden muss Wasser speichern können
- Wasser geht laufend wieder verloren
- Die Bodenart bestimmt die Wasserspeicherfähigkeit
- Die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessern
- Humus – der natürliche Wasserspeicher
- Ein lebendiger Boden speichert mehr Wasser
- Wasserverluste verringern
- Mulchen schützt den Boden
- Eine lebende Bodenbedeckung schützt den Boden
- Oberflächliches Hacken reduziert die Verdunstung
- Richtiges Giessen spart Wasser
- Trockenheitsverträgliche Pflanzen wählen
- Häufige Fehler bei Trockenheit im Garten
- Die wichtigsten Massnahmen gegen Trockenheit im Garten im Überblick
Zusammenfassung
Trockenheit im Garten lässt sich nicht verhindern, ihre Auswirkungen jedoch deutlich verringern. Entscheidend ist, dass der Boden Regen- und Giesswasser gut aufnehmen, möglichst lange speichern und vor Verdunstung schützen kann. Ein humusreicher Boden, ein aktives Bodenleben sowie Mulch und eine dauerhafte Bodenbedeckung schaffen dafür die besten Voraussetzungen. Ergänzt durch richtiges Giessen und trockenheitsverträgliche Pflanzen entsteht ein widerstandsfähiger Garten, der auch längere Hitze- und Trockenperioden mit deutlich weniger Bewässerung gut übersteht.
Praxis-Tipps
Fingerprobe statt Giessplan: Steck einen Finger etwa 2 bis 3 Zentimeter tief in den Boden und giesse nur, wenn es dort trocken ist.
Rindenmulch ist für viele Pflanzen nicht geeignet: Da bei seiner Zersetzung Stickstoff gebunden wird, sollte immer zusätzlich ein stickstoffreicher Dünger, beispielsweise Hornspäne, ausgebracht werden. Rindenmulch eignet sich vor allem für säureliebende Pflanzen wie Rhododendren oder Hortensien.
Auf trockenheitsverträgliche Pflanzen setzen: Für sonnige, trockene Standorte eignen sich Steppenstauden wie Lavendel, Katzenminze, Duftnessel oder Prachtkerze besonders gut. Sie sind an trockene Sommer angepasst und benötigen nach dem Anwachsen deutlich weniger Wasser.
So bleibt Wasser im Boden
Damit Pflanzen Trockenheit im Garten gut überstehen, muss der Boden drei Aufgaben erfüllen: Er muss Regen- und Giesswasser möglichst gut aufnehmen, es über längere Zeit speichern und den Wasserverlust durch Verdunstung möglichst gering halten. Gelingt einer dieser Schritte nicht, trocknet der Boden deutlich schneller aus und die Pflanzen geraten früher in Trockenstress.
Der Boden muss Wasser aufnehmen können
Nach längerer Trockenheit im Garten läuft das Giesswasser scheinbar einfach über die Erdoberfläche ab, anstatt einzusickern. Ursache dafür ist die sogenannte Hydrophobie. Stark ausgetrocknete Böden können Wasser vorübergehend abweisen. Vermutlich sind dafür organische Stoffe wie Wachse und Fettsäuren verantwortlich, die sich auf den Bodenpartikeln ablagern und das Eindringen des Wassers erschweren.
Statt gleichmässig in den Boden einzudringen, versickert das Wasser dann oft nur durch einzelne Risse oder Spalten. Ein grosser Teil der Wurzeln wird dabei gar nicht erreicht, sodass trotz reichlichen Giessens nur wenig Wasser dort ankommt, wo es gebraucht wird.
Bild: Stark ausgetrocknete Böden können Wasser vorübergehend abweisen, sodass es oberflächlich abfliesst oder nur durch einzelne Risse versickert.
Deshalb sollte ein vollständig ausgetrockneter Boden nicht sofort mit grossen Wassermengen gegossen werden. Besser ist es, die Erdoberfläche zunächst leicht anzufeuchten und einige Minuten zu warten. Erst wenn die oberste Bodenschicht wieder Wasser aufnehmen kann, wird gründlich nachgegossen. So versickert das Wasser deutlich besser und gelangt bis in den Wurzelbereich.
Der Boden muss Wasser speichern können
Ebenso wichtig wie die Wasseraufnahme ist die Fähigkeit des Bodens, das eingedrungene Wasser möglichst lange zu speichern. Ein Boden mit geringer Wasserspeicherfähigkeit trocknet bereits wenige Tage nach einem Regen oder dem Giessen wieder aus. Pflanzen geraten dadurch schneller in Trockenstress und müssen häufiger bewässert werden.
Wie viel Wasser ein Boden speichern kann, hängt vor allem von seiner Bodenart, seinem Humusgehalt und einer stabilen Bodenstruktur ab. Humus wirkt dabei wie ein Schwamm, der grosse Mengen Wasser bindet und langsam wieder freigibt. Lehm- und Tonböden speichern Wasser grundsätzlich besser als Sandböden, dürfen jedoch nicht verdichten. Ebenso wichtig ist ein aktives Bodenleben: Regenwürmer und andere Bodenorganismen schaffen feine Gänge und Hohlräume, in denen Wasser gespeichert und gleichzeitig Luft zu den Wurzeln transportiert werden kann.
Wasser geht laufend wieder verloren
Der Wasservorrat im Boden nimmt ständig ab. Pflanzen entziehen dem Boden Wasser über ihre Wurzeln und geben es über die Blätter an die Luft ab. Gleichzeitig verdunstet Wasser direkt an der Bodenoberfläche, besonders bei Sonne, Hitze und Wind. Je stärker sich der Boden aufheizt und je ungeschützter er ist, desto schneller trocknet er aus.
Das Ziel einer nachhaltigen Bodenpflege ist deshalb immer dreifach: Der Boden soll möglichst viel Regen- und Giesswasser aufnehmen, dieses möglichst lange speichern und den Wasserverlust durch Verdunstung so gering wie möglich halten. Alle Massnahmen gegen Trockenheit im Garten setzen an mindestens einem dieser drei Punkte an.
Die Bodenart bestimmt die Wasserspeicherfähigkeit
Wie gut ein Boden Wasser speichern kann, hängt nicht nur vom Humusgehalt ab, sondern auch von seiner Zusammensetzung. Sand-, Lehm- und Tonböden unterscheiden sich deutlich in ihrer Wasserspeicherfähigkeit und benötigen deshalb unterschiedliche Pflegemassnahmen. Wer die Eigenschaften seines Bodens kennt, kann Trockenheit im Garten gezielt vorbeugen.
Sandboden
Sandböden bestehen aus groben Bodenpartikeln mit grossen Poren. Dadurch versickert Regen- und Giesswasser sehr schnell, während Nährstoffe leicht ausgewaschen werden. Pflanzen geraten auf Sandböden deshalb besonders rasch in Trockenstress.
Die wichtigste Massnahme ist, den Humusgehalt kontinuierlich zu erhöhen. Regelmässiges Einarbeiten von Kompost verbessert die Wasserspeicherfähigkeit deutlich. Zusätzlich schützt eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Holzhäckseln den Boden vor Austrocknung und verhindert, dass die Feuchtigkeit zu schnell verdunstet.
Lehmboden
Lehmböden gelten als idealer Gartenboden. Sie enthalten sowohl feine als auch grobe Bodenpartikel und können deshalb viel Wasser speichern, ohne dass die Wurzeln dauerhaft im Nassen stehen. Gleichzeitig halten sie Nährstoffe gut fest.
Problematisch wird es jedoch, wenn Lehmböden verdichten. Dann gelangen Wasser und Luft schlechter in den Boden und Regen kann nur noch langsam versickern. Vermeiden Sie deshalb das Betreten oder Bearbeiten des Bodens in nassem Zustand. Kompost und organische Materialien fördern eine stabile Krümelstruktur und halten den Boden langfristig locker.
Tonboden
Tonböden besitzen die höchste Wasserspeicherfähigkeit aller Bodenarten. Die feinen Tonpartikel können grosse Mengen Wasser und Nährstoffe binden. Allerdings geben sie das Wasser nur langsam wieder ab und neigen bei Nässe zu Staunässe, während sie bei Trockenheit hart werden und Risse bilden.
Tonböden sollten deshalb möglichst nur bearbeitet werden, wenn sie weder zu nass noch völlig ausgetrocknet sind. Organische Materialien wie Kompost verbessern die Bodenstruktur, fördern die Durchlüftung und erleichtern den Wurzeln das Wachstum. Gleichzeitig helfen Mulch und eine schonende Bodenbearbeitung, Verdichtungen zu vermeiden und die gespeicherte Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.
Die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessern
Humus – der natürliche Wasserspeicher
Humus ist einer der wichtigsten Bausteine eines gesunden Gartenbodens. Er besteht aus abgestorbenen Pflanzen- und Tierresten, die von Bodenorganismen zersetzt und in stabile organische Substanz umgewandelt wurden. Er verbessert nicht nur die Bodenstruktur und versorgt Pflanzen mit Nährstoffen, sondern wirkt auch wie ein natürlicher Wasserspeicher. Je höher der Humusgehalt, desto mehr Wasser kann der Boden aufnehmen und langsam an die Pflanzenwurzeln abgeben.
Besonders leichte Sandböden profitieren von einem höheren Humusanteil. Durch ihre groben Poren versickert Wasser dort sehr schnell und steht den Pflanzen oft nur kurze Zeit zur Verfügung. Humus wirkt diesem Effekt entgegen, indem er Wasser und Nährstoffe bindet und so die Wasserspeicherfähigkeit deutlich erhöht. Aber auch lehmige und tonige Böden profitieren: Humus verbessert ihre Krümelstruktur, fördert die Durchlüftung und verhindert, dass der Boden nach Regen verschlämmt oder stark verdichtet.
Am einfachsten lässt sich Humus durch regelmässiges Einarbeiten von reifem Kompost aufbauen. Auch Mulch, Gründüngung, Laub oder andere organische Materialien werden nach und nach zu Humus umgesetzt und verbessern die Bodenqualität langfristig. Humusaufbau ist deshalb eine der nachhaltigsten Massnahmen gegen Trockenheit im Garten – denn jeder zusätzliche Prozentpunkt Humus erhöht die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern.
Bild: Regelmässige Kompostgaben fördern den Humusaufbau und die Wasserspeicherfähigkeit bei Trockenheit im Garten.
Der Humusgehalt eines Gartenbodens lässt sich nicht von heute auf morgen erhöhen. Humusaufbau ist ein langfristiger Prozess, der sich mit einigen einfachen Massnahmen gezielt fördern lässt:
- Regelmässig Kompost ausbringen: Reifer Gartenkompost ist die wichtigste Humusquelle im Garten. Er liefert organische Substanz, wertvolle Mikroorganismen und Nährstoffe und verbessert die Bodenstruktur nachhaltig. Im Gemüse- und Ziergarten genügt meist eine dünne Schicht im Frühjahr.
- Den Boden ganzjährig mulchen: Rasenschnitt, Herbstlaub, gehäckseltes Schnittgut oder andere organische Materialien schützen den Boden vor Austrocknung und werden nach und nach zu Humus umgesetzt. Gleichzeitig fördern sie das Bodenleben und unterdrücken Unkraut.
- Hülsenfrüchte anbauen: Bohnen, Erbsen oder andere Leguminosen lockern den Boden mit ihren Wurzeln und hinterlassen nach der Ernte wertvolle organische Substanz. Werden die Pflanzenreste auf dem Beet belassen oder oberflächlich eingearbeitet, tragen sie zusätzlich zum Humusaufbau bei.
- Pflanzenreste im Beet belassen: Gesunde Erntereste, abgefallenes Laub oder zerkleinertes Schnittgut müssen nicht entsorgt werden. Sie können als Mulch oder Flächenkompost auf dem Beet verbleiben und werden dort nach und nach in Humus umgewandelt.
- Den Boden schonend bearbeiten: Tiefes Umgraben zerstört Bodenaggregate und stört Regenwürmer sowie andere Bodenorganismen. Besser ist es, verdichtete Böden mit einer Grabgabel oder einem Sauzahn vorsichtig zu lockern.
Humusaufbau gehört zu den nachhaltigsten Massnahmen gegen Trockenheit im Garten. Ein humusreicher Boden nimmt Regenwasser besser auf, speichert es länger und gibt es während Trockenperioden langsam an die Pflanzenwurzeln ab. Gleichzeitig verbessert er die Bodenstruktur und macht den Garten widerstandsfähiger gegenüber Starkregen und Hitze.
Ein lebendiger Boden speichert mehr Wasser
Nicht nur Humus und Mulch beeinflussen die Wasserspeicherfähigkeit eines Bodens. Entscheidend ist auch das Bodenleben. Milliarden von Mikroorganismen sowie Regenwürmer und Pflanzenwurzeln lockern den Boden, bilden stabile Bodenaggregate und schaffen Hohlräume, in denen Wasser gespeichert werden kann. Ein aktiver Boden bleibt deshalb länger feucht und nimmt Regenwasser deutlich besser auf als ein biologisch verarmter Boden.
Regenwürmer schaffen Wasserkanäle
Regenwürmer zählen zu den wichtigsten Bodenhelfern. Beim Graben ihrer Gänge entstehen stabile Bioporen, durch die Regen- und Giesswasser schnell in tiefere Bodenschichten gelangt. Gleichzeitig lockern sie den Boden, verbessern die Durchlüftung und fördern das Wurzelwachstum. Ihre nährstoffreichen Ausscheidungen tragen zusätzlich zur Bildung stabiler Bodenkrümel und damit zum Humusaufbau bei.
Bild: Regenwürmer schaffen Wasserkanäle und verbessern so die Wasseraufnahme und Wasserspeicherung des Bodens.
Mikroorganismen und Pilze stabilisieren den Boden
Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen zersetzen organische Materialien und wandeln sie in Humus um. Gleichzeitig produzieren sie natürliche Schleimstoffe, die feine Bodenpartikel miteinander verbinden und stabile Bodenaggregate entstehen lassen. Mykorrhizapilze bilden zudem weit verzweigte Pilzgeflechte, die Wasser und Nährstoffe im Boden erschliessen und an die Pflanzen weitergeben. Dadurch bleibt die Bodenstruktur dauerhaft locker und widerstandsfähig.
Bild: Ein aktives Bodenleben verbessert die Bodenstruktur und hilft, Wasser länger im Boden zu speichern.
Wurzeln verbessern die Bodenstruktur
Auch Pflanzen tragen aktiv zur Bodengesundheit bei. Ihre Wurzeln lockern den Boden, schaffen feine Hohlräume und verbessern die Durchlüftung. Nach dem Absterben bleiben diese Wurzelkanäle erhalten und erleichtern Regenwasser das Eindringen in tiefere Bodenschichten. Gleichzeitig liefern abgestorbene Wurzeln organische Substanz, aus der neuer Humus entsteht. Eine vielfältige Bepflanzung sorgt deshalb nicht nur für einen schönen Garten, sondern verbessert langfristig auch die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens.
Bild: Wurzeln wie diese Erdbeerwurzeln lockern den Boden, schaffen Hohlräume und verbessern so die Wasseraufnahme und Wasserspeicherfähigkeit.
Wasserverluste verringern
Mulchen schützt den Boden
Mulchen gehört zu den einfachsten und gleichzeitig wirksamsten Massnahmen gegen Trockenheit im Garten. Dabei wird die Bodenoberfläche mit einer Schicht organischen Materials bedeckt. Diese schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und Wind, wodurch deutlich weniger Wasser verdunstet. Untersuchungen zeigen, dass gemulchte Böden rund ein Drittel weniger Wasser verlieren als unbedeckte Flächen. Gleichzeitig bleibt der Boden kühler, sodass Pflanzen auch an heissen Sommertagen weniger unter Trockenstress leiden.
Ein weiterer Vorteil: Die Mulchschicht fängt die Wucht der Regentropfen ab. Dadurch wird verhindert, dass die Bodenoberfläche verschlämmt und sich eine harte Kruste bildet, durch die Regenwasser nur noch schlecht versickern kann. Statt oberflächlich abzufliessen, gelangt mehr Wasser in den Boden und steht den Pflanzen später zur Verfügung. Gleichzeitig unterdrückt Mulch das Wachstum von Unkräutern, die den Kulturpflanzen zusätzlich Wasser entziehen würden.
Als Mulch eignen sich viele organische Materialien aus dem eigenen Garten. Besonders bewährt haben sich:
- Rasenschnitt (nur dünn und leicht angetrocknet ausbringen)
- Herbstlaub
- Stroh
- gehäckselter Strauch- oder Heckenschnitt
- Gemüseblätter und gesunde Erntereste
- Holzhäcksel oder Rindenmulch, insbesondere unter Gehölzen
Wichtig ist, den Boden vor dem Mulchen gründlich zu wässern oder den Mulch direkt nach einem kräftigen Regen auszubringen. Eine Mulchschicht konserviert die vorhandene Feuchtigkeit – sie kann jedoch keinen trockenen Boden wieder befeuchten. Ideal ist eine Schicht von etwa fünf Zentimetern, die im Laufe des Jahres bei Bedarf ergänzt wird.
Neben dem Schutz vor Austrocknung verbessert Mulch den Boden auch langfristig. Organische Materialien werden nach und nach von Regenwürmern und Mikroorganismen zersetzt und in Humus umgewandelt. Dadurch steigt die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens von Jahr zu Jahr weiter an. Mulchen schützt den Boden also nicht nur kurzfristig vor Hitze, sondern trägt auch langfristig zu einem fruchtbaren und widerstandsfähigen Gartenboden bei.
Rindenmulch nur gezielt einsetzen
Rindenmulch schützt den Boden wirksam vor Austrocknung und eignet sich besonders unter Gehölzen sowie für Pflanzen, die einen humusreichen, eher sauren Boden bevorzugen, etwa Rhododendren, Hortensien oder viele Farne. Da Rindenmulch überwiegend aus Nadelholzrinde besteht, senkt er mit der Zeit den pH-Wert des Bodens und ist deshalb für kalkliebende oder mediterrane Pflanzen wie Lavendel, Salbei oder viele Steppenstauden weniger geeignet.
Bild: Rindenmulch eignet sich für säureliebende Pflanzen wie Hortensien.
Ein weiterer Nachteil ist der Stickstoffentzug: Während Bodenorganismen den Rindenmulch zersetzen, benötigen sie grosse Mengen Stickstoff und entziehen diesen vorübergehend dem Boden. Dadurch steht den Pflanzen weniger Stickstoff für ihr Wachstum zur Verfügung. Besonders frisch gepflanzte Stauden, Gemüse und andere nährstoffbedürftige Kulturen können dadurch schlechter wachsen oder Mangelsymptome entwickeln.
Wird Rindenmulch verwendet, sollte deshalb gleichzeitig ein stickstoffreicher Dünger, beispielsweise Hornspäne oder ein organischer Langzeitdünger mit hohem Stickstoffanteil (z.B. Frutilizer® 'Natürlich' Schafwollpellets), ausgebracht werden. So steht sowohl den Bodenorganismen als auch den Pflanzen ausreichend Stickstoff zur Verfügung. Für Gemüse- und Staudenbeete sind Mulchmaterialien wie Rasenschnitt, Laub oder gehäckseltes Schnittgut häufig die bessere Wahl, da sie den Boden ebenfalls vor Austrocknung schützen, den Humusaufbau fördern und deutlich weniger Stickstoff binden.
Weitere Informationen findest du in unserem Artikel «Pflanzen mulchen - Vorteile und Nachteile».
Eine lebende Bodenbedeckung schützt den Boden
In der Natur liegt der Boden nur selten ungeschützt frei. Zwischen Bäumen, Sträuchern und Stauden bedecken Laub, Kräuter oder Bodendecker die Erdoberfläche und schützen sie vor Sonne, Wind und Starkregen. Im Garten lohnt es sich, dieses Prinzip nachzuahmen. Offene Erde heizt sich an sonnigen Tagen stark auf und verliert grosse Mengen Wasser durch Verdunstung. Gleichzeitig kann sie bei Starkregen leichter verschlämmen und erodieren.
Eine dichte Bepflanzung hält den Boden dagegen deutlich länger feucht. Die Blätter beschatten die Erdoberfläche, sodass sie sich weniger stark erwärmt. Gleichzeitig bremsen sie den Wind und verringern dadurch die Verdunstung. Zudem fangen die Pflanzen einen Teil der Regentropfen ab, wodurch das Wasser sanfter auf den Boden trifft und besser versickern kann.
Im Gemüsegarten lässt sich eine dauerhafte Bodenbedeckung durch geschickte Pflanzplanung erreichen. Schnell wachsende Kulturen wie Salate können die freien Flächen zwischen langsam wachsenden Gemüsepflanzen nutzen. Nach der Ernte sollten Beete möglichst rasch wieder neu bepflanzt oder eingesät werden, damit der Boden nicht über längere Zeit offen bleibt. Auch Erntereste können bis zur nächsten Kultur als schützende Bodenbedeckung dienen.
Unter Gehölzen und im Ziergarten eignen sich niedrig wachsende Bodendecker besonders gut. Sie unterdrücken nicht nur Unkraut, sondern schützen den Boden das ganze Jahr über vor Austrocknung und reduzieren den Pflegeaufwand. Zusammen mit einer Mulchschicht und einem hohen Humusgehalt gehört eine dauerhaft begrünte Bodenoberfläche zu den wirksamsten Massnahmen gegen Trockenheit im Garten.
Bild: Bodendecker wie das Kleine Immergrün (Vinca minor) beschatten den Boden, verringern die Verdunstung und halten die Feuchtigkeit länger im Boden.
Oberflächliches Hacken reduziert die Verdunstung
Durch das flache Lockern der obersten Bodenschicht werden feine Kapillaren unterbrochen – winzige Poren, durch die Wasser aus tieferen Bodenschichten an die Oberfläche steigt und dort verdunstet. Dieser Vorgang wird als Kapillarbrechung bezeichnet.
Nach dem Hacken bleibt das Wasser deshalb länger im Boden, wo es den Pflanzenwurzeln zur Verfügung steht. Gleichzeitig lockert sich die Bodenoberfläche, sodass Regen- und Giesswasser besser versickern können. Ein weiterer Vorteil: Junge Unkräuter werden gleich mit entfernt und konkurrieren nicht mehr mit den Kulturpflanzen um Wasser und Nährstoffe.
Besonders wirksam ist das oberflächliche Hacken nach einem kräftigen Regen oder nach dem Giessen, sobald die Bodenoberfläche leicht abgetrocknet ist. Wichtig ist dabei, nur die obersten zwei bis drei Zentimeter des Bodens zu bearbeiten. Tiefes Hacken oder Umgraben würde die Wurzeln vieler Pflanzen beschädigen und das Bodenleben unnötig stören.
Bild: Flaches Hacken unterbricht die Kapillaren im Boden und reduziert so den Wasserverlust durch Verdunstung
Am effektivsten ist das Hacken in Kombination mit anderen Massnahmen gegen Trockenheit. Wird der gelockerte Boden anschliessend mit einer Mulchschicht bedeckt, bleibt die Feuchtigkeit besonders lange erhalten und die Verdunstung wird zusätzlich reduziert.
Richtiges Giessen spart Wasser
Nicht nur die Wassermenge entscheidet darüber, wie gut Pflanzen Trockenheit im Garten überstehen, sondern auch die richtige Bewässerungstechnik. Wer zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Menge giesst, spart Wasser und fördert gleichzeitig ein tiefreichendes Wurzelsystem. Dadurch werden Pflanzen widerstandsfähiger gegen Hitze und längere Trockenphasen.
In mehreren Etappen giessen
Nach längerer Trockenheit im Garten wird der Boden häufig wasserabweisend (hydrophob). Giesst du dann sofort grosse Wassermengen, läuft ein Teil des Wassers oberflächlich ab oder versickert nur durch einzelne Risse im Boden. Die Wurzeln profitieren davon kaum.
Besser ist es, den Boden zunächst leicht anzufeuchten und anschliessend etwa fünf bis zehn Minuten zu warten. In dieser Zeit kann die oberste Bodenschicht wieder Wasser aufnehmen. Erst danach solltest du gründlich nachgiessen. So versickert das Wasser gleichmässiger und erreicht den gesamten Wurzelbereich.
Lieber selten, dafür durchdringend giessen
Tägliches Giessen kleiner Wassermengen ist zwar bequem, fördert jedoch ein flaches Wurzelsystem. Die Pflanzen bilden ihre Wurzeln vor allem in den obersten Bodenschichten, die besonders schnell austrocknen. Dadurch werden sie immer abhängiger von regelmässiger Bewässerung.
Deutlich besser ist es, seltener, dafür gründlich zu giessen. Der Boden sollte dabei möglichst bis in 20 bis 30 Zentimeter Tiefe durchfeuchtet werden. So entwickeln die Pflanzen tiefere Wurzeln und können auch Wasser aus tieferen Bodenschichten nutzen. Das gilt nicht nur für Gemüse, sondern ebenso für Stauden, Gehölze und Rasenflächen.
Morgens oder abends giessen?
Grundsätzlich können Pflanzen zu jeder Tageszeit gegossen werden, wenn sie Wasser benötigen. Am günstigsten ist jedoch der frühe Morgen. Dann sind Boden und Luft noch kühl, sodass nur wenig Wasser verdunstet und die Pflanzen den gesamten Tag über gut versorgt sind.
Auch das Giessen am Abend ist möglich und besonders an sehr heissen Tagen eine gute Alternative. Topfpflanzen trocknen bei hohen Temperaturen allerdings deutlich schneller aus als Gartenbeete und sollten deshalb bei Bedarf zusätzlich kontrolliert und gegebenenfalls auch tagsüber gegossen werden.
Direkt an die Wurzeln giessen
Wasser sollte möglichst direkt im Wurzelbereich ausgebracht werden und nicht grossflächig über die Blätter. So gelangt es genau dorthin, wo es benötigt wird, und Verdunstungsverluste werden minimiert. Gleichzeitig bleiben die Blätter trockener, was das Risiko von Pilzkrankheiten verringern kann.
Bild: Direktes Giessen im Wurzelbereich reduziert Verdunstungsverluste und hält die Blätter trocken.
Besonders effizient ist eine Tropfbewässerung oder ein langsam laufender Giessschlauch. Beide versorgen den Boden gleichmässig mit Wasser, ohne dass grosse Mengen oberflächlich abfliessen oder verdunsten. Gerade in Gemüsebeeten, Hecken oder grösseren Pflanzungen lassen sich so Wasserverbrauch und Giessaufwand deutlich reduzieren.
Trockenheitsverträgliche Pflanzen wählen
Die beste Massnahme gegen Trockenheit im Garten beginnt oft schon bei der Pflanzenauswahl. Pflanzen, die von Natur aus an sonnige und trockene Standorte angepasst sind, benötigen nach dem Anwachsen deutlich weniger Wasser und kommen auch längere Trockenperioden gut überstehen. Wer sie an den passenden Standort setzt, spart nicht nur Giesswasser, sondern reduziert auch den Pflegeaufwand.
Trockenheitsverträgliche Pflanzen besitzen unterschiedliche Strategien, um mit Wassermangel umzugehen. Viele Arten entwickeln tiefe Wurzeln und erschliessen dadurch Wasser aus tieferen Bodenschichten. Andere haben kleine, ledrige oder silbrig behaarte Blätter, die die Verdunstung verringern. Wieder andere speichern Wasser in fleischigen Blättern oder Rhizomen. Diese Anpassungen ermöglichen es ihnen, auch längere Hitzeperioden gut zu überstehen.
Auch viele Gehölze sind überraschend trockenheitsverträglich. Ein gutes Beispiel sind Rosen. Gut eingewachsene Rosen entwickeln ein tief reichendes Wurzelsystem, das Wasser aus tieferen Bodenschichten erschliessen kann. Deshalb kommen sie mit Trockenperioden oft deutlich besser zurecht als viele vermuten. Besonders robust sind Wildrosen wie Kartoffelrosen (Rosa rugosa), Hundsrosen (Rosa canina) oder Rosa pimpinellifolia sowie viele moderne ADR-Rosen und Rosa-persica-Hybriden. Entscheidend ist jedoch, dass Rosen nicht durch häufiges oberflächliches Giessen zu flachen Wurzeln erzogen werden. Seltenes, dafür durchdringendes Wässern fördert die Ausbildung tiefer Wurzeln und erhöht ihre Trockenheitstoleranz.
Bild: Tief wurzelnde Rosen erschliessen Wasser aus tieferen Bodenschichten und sind dadurch besonders trockenheitsverträglich.
Welche Rosen Hitze und Trockenheit besonders gut vertragen, erfährst du im Gartenbuchartikel «Welche Rosen vertragen Trockenheit und Hitze?».
Für sonnige Staudenbeete eignen sich unter anderem Lavendel, Blauraute (Perovskia), Katzenminze (Nepeta), Duftnessel (Agastache), Prachtkerze (Gaura), Wollziest (Stachys byzantina) oder Sonnenröschen (Helianthemum). Viele dieser Arten stammen aus Steppen, Prärien oder dem Mittelmeerraum und sind hervorragend an trockene Sommer angepasst. Eine grosse Auswahl an robusten Arten für sonnige und trockene Standorte findest du in unserer Kategorie «Stauden für trockene Standorte».
Bild: Trockenheitstolerante Pflanzen wie die Edeldistel 'Blaukappe' eignen sich besonders für sonnige und trockene Standorte.
Trockenheitsverträglich bedeutet allerdings nicht, dass diese Pflanzen überhaupt kein Wasser benötigen. Vor allem in den ersten Monaten nach der Pflanzung sollten sie regelmässig gegossen werden, bis sie ein kräftiges Wurzelsystem aufgebaut haben. Erst danach können sie ihre natürlichen Anpassungen voll ausspielen. Selbst robuste Arten profitieren zudem von einem humusreichen Boden und einer Mulchschicht, die die Bodenfeuchtigkeit länger erhält.
Wer seinen Garten langfristig an häufigere Trockenperioden anpassen möchte, sollte Pflanzen mit ähnlichen Standortansprüchen kombinieren. So entstehen pflegeleichte Beete, die auch in heissen Sommern attraktiv bleiben und deutlich weniger Bewässerung benötigen.
Häufige Fehler bei Trockenheit im Garten
Mit den richtigen Massnahmen lässt sich der Wasserverbrauch bei Trockenheit im Garten deutlich reduzieren. Umgekehrt gibt es einige typische Fehler, durch die Pflanzen schneller unter Trockenheit leiden oder unnötig viel Wasser verloren geht.
- Täglich nur oberflächlich giessen: Kleine Wassermengen befeuchten lediglich die oberste Bodenschicht. Dadurch bilden Pflanzen flache Wurzeln und werden anfälliger für Trockenheit. Besser ist es, seltener, dafür gründlich zu giessen.
- Mulch auf trockenen Boden ausbringen: Mulch konserviert die vorhandene Feuchtigkeit, kann einen ausgetrockneten Boden jedoch nicht wieder befeuchten. Giesse deshalb zuerst gründlich oder mulche direkt nach einem Regen.
- Offenen Boden ungeschützt lassen: Kahle Erde heizt sich stark auf und verliert viel Wasser durch Verdunstung. Mulch, Bodendecker oder eine dichte Bepflanzung schützen die Bodenoberfläche.
- Den Boden bei Nässe bearbeiten: Vor allem Lehm- und Tonböden verdichten leicht, wenn sie im nassen Zustand bearbeitet werden. Lockere den Boden deshalb nur, wenn er leicht abgetrocknet ist.
- Nach einem festen Zeitplan giessen: Nicht der Kalender entscheidet über den Wasserbedarf, sondern die Bodenfeuchte. Prüfe vor dem Giessen mit dem Finger, ob der Boden im Wurzelbereich tatsächlich trocken ist.
- Zu häufig den Rasensprenger einsetzen: Kurzes, tägliches Beregnen fördert flache Wurzeln. Selteneres, dafür intensives Bewässern macht den Rasen widerstandsfähiger gegen Trockenheit.
- Den Humusaufbau vernachlässigen: Langfristig ist ein humusreicher Boden der beste Schutz vor Trockenheit. Er nimmt mehr Wasser auf, speichert es länger und versorgt die Pflanzen gleichmässiger.
- Die falschen Pflanzen für den Standort wählen: Pflanzen mit hohem Wasserbedarf benötigen auf sonnigen, trockenen Standorten deutlich mehr Pflege. Trockenheitsverträgliche Arten und Sorten kommen dagegen mit wesentlich weniger Bewässerung aus.
Die wichtigsten Massnahmen gegen Trockenheit im Garten im Überblick
Damit Pflanzen Trockenheit im Garten gut überstehen, muss der Boden möglichst viel Wasser aufnehmen, speichern und vor Verdunstung schützen. Die folgenden Massnahmen haben sich im Hausgarten besonders bewährt und ergänzen sich gegenseitig:
- Boden dauerhaft bedecken: Mulch aus Rasenschnitt, Stroh, Laub oder Holzhäckseln schützt den Boden vor Sonne und Wind, reduziert die Verdunstung und verhindert Verschlämmung nach Starkregen.
- Humus aufbauen: Kompost und andere organische Materialien verbessern die Bodenstruktur. Humus wirkt wie ein natürlicher Wasserspeicher und erhöht die Wasserspeicherfähigkeit deutlich.
- Die Bodenart berücksichtigen: Sandböden profitieren von zusätzlichem Humus und Mulch, Lehmböden sollten vor Verdichtung geschützt und Tonböden nur schonend bearbeitet werden.
- Richtig giessen: Lieber selten, dafür gründlich wässern als täglich kleine Mengen. So bilden Pflanzen tiefere Wurzeln und der Boden speichert das Wasser besser.
- Regenwasser nutzen: Regentonnen oder Zisternen sparen Trinkwasser und liefern kalkarmes, temperiertes Giesswasser.
- Tropfbewässerung einsetzen: Sie bringt das Wasser direkt an die Wurzeln und reduziert Verdunstungsverluste, besonders in Gemüsebeeten und Hecken.
- Boden dauerhaft begrünen: Bodendecker und dicht stehende Pflanzen beschatten die Erdoberfläche und schützen sie vor Austrocknung.
- Trockenheitsverträgliche Pflanzen wählen: Robuste Arten und Sorten benötigen weniger Wasser und kommen mit längeren Trockenphasen besser zurecht.
- Wind- und Sonnenschutz schaffen: Hecken, dichte Bepflanzungen oder gezielte Schattierung reduzieren die Verdunstung zusätzlich.
- Die Bodenfeuchte regelmässig kontrollieren: Giessen Sie nicht nach einem festen Zeitplan, sondern orientieren Sie sich an der Bodenfeuchte und dem Zustand der Pflanzen.
Am wirkungsvollsten ist die Kombination mehrerer Massnahmen. Ein humusreicher, gemulchter und dauerhaft begrünter Boden nimmt Regenwasser besser auf, speichert es länger und versorgt die Pflanzen auch während längerer Trockenheit im Garten zuverlässig mit Feuchtigkeit.
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