Die Sommer werden heißer, Temperaturen über 30 °C quälen uns immer häufiger. Gleichzeitig wechseln sich extrem trockene Wochen mit heftigen Starkregenereignissen ab. Für unsere Obstgehölze im Garten bedeutet das neue Herausforderungen. Wir kommen also nicht drumherum, darüber nachzudenken, unter welchen Bedingungen unsere Bäume in den kommenden Jahren wachsen werden. Wir nennen euch daher Klimawandel resistente Obstbäume und Beerensträucher, die auch in Zukunft noch gesund wachsen und Früchte tragen. Im Lubera-Shop kannst du diese Obstbäume kaufen.
Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung
- Unsere Gärten verändern sich bereits heute
- Klimawandel resistente Obstbäume: unsere Top 5
- Unsere Nummer 1: Feige (Ficus carica)
- Unsere Nummer 2: Maulbeere (Morus alba, M. nigra)
- Unsere Nummer 3: Jujube / Chinesische Dattel (Ziziphus jujuba)
- Unsere Nummer 4: Kornelkirsche (Cornus mas)
- Unsere Nummer 5: Goji (Lycium barbarum)
- Den Boden bereiten für Klimawandel resistente Obstbäume
Zusammenfassung
- Der Klimawandel führt zu mehr Hitze, Trockenheit und Starkregen, was Obstbäume vor neue Herausforderungen stellt.
- Besonders Klimawandel resistente Obstbäume sind Feige, Maulbeere, Jujube, Kornelkirsche und Goji.
- Der natürliche Lebensraum einer Obstart verrät, warum aus ihnen Klimawandel resistente Obstbäume wreden konnten.
- Auch Apfel, Birne und andere klassische Obstbäume können weiterhin wachsen, wenn der passende Standort und stark wachsende Unterlagen gewählt werden.
- Ein lockerer, humusreicher Boden mit Mulch hilft den Bäumen, Wasser besser zu speichern und Trockenheit zu überstehen.
Praxis-Tipps
- Auf tiefwurzelnde Arten setzen: Studien zeigen, dass Gehölze mit tiefen Wurzeln Trockenperioden deutlich besser überstehen, da sie Wasser aus tieferen Bodenschichten erschließen können.
- Den Boden optimal vorbereiten: Vor der Pflanzung den Boden tief lockern und Kompost einarbeiten. Eine Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden und schützt die Wurzeln vor Überhitzung.
- Anwuchsphase gezielt unterstützen: Die ersten drei Jahre nach der Pflanzung sind entscheidend. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass eine gezielte Bewässerung während der Etablierungsphase die Überlebensrate mediterraner Gehölze deutlich erhöht, während sie nach erfolgreicher Einwurzelung wesentlich trockenheitsresistenter werden.
Unsere Gärten verändern sich bereits heute
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich das Klima in Mitteleuropa spürbar verändert. Längere Trockenperioden, häufigere Hitzewellen mit Temperaturen über 30 °C und Starkregenereignisse prägen zunehmend unsere Sommer. Und das gilt auch für unsere Gärten.
Nach den Projektionen des Deutschen Wetterdienstes und des Weltklimarates (IPCC) wird sich dieser Trend fortsetzen. Die jährliche Niederschlagsmenge verändert sich im eigenen Garten nur wenig, entscheidend ist vielmehr ihre Verteilung. Regen fällt häufiger kurz aber heftig, während zwischen den Niederschlägen längere Trockenphasen liegen. Gleichzeitig steigt durch höhere Temperaturen die Verdunstung, sodass Böden schneller austrocknen. Für Obstgehölze bedeutet das neue Herausforderungen.
Die Probleme für die traditionellen Obstbäumen zeigen sich laut der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) wie folgt:
“Häufiger liegen Austriebs- und Blütezeitpunkten noch vor möglichen Spätfrösten im Frühjahr. Bei Frost erfrieren Blüten, Totalausfall der Ernte ist die Folge. Weiterhin führen im Sommer hohe Sonneneinstrahlung und Wassermangel zu frühzeitigem Fruchtfall und zu Sonnenbrand an Früchten. Erntefenster werden zeitlich enger als in der Vergangenheit, Früchte schnell überreif. Sommerliche, wochenlange und heiße Dürreperioden sind zudem sehr existenzgefährdend. Neu gepflanzte Bäume vertrocknen und immer häufiger werden meist unterversorgte Bäume durch sich ausbreitenden Krankheiten wie den Rindenbrand geschädigt und sterben ab.”
Zum Glück gibt es Obstarten, die eine Kombination aus extremer Hitze und Trockenheit erstaunlich gut verkraften. Wir nennen dir Klimawandel resistente Obstbäume und Beerensträucher, die du trotz der Wetterextreme in deinen Garten pflanzen kannst.
Du kannst deinen Obstgarten an Hitze und Trockenheit anpassen
Obstarten, die aus dem Mittelmeerraum oder aus Asien stammen, kommen mit den Wetterextremen teils besser zurecht. Nach dem aktuellen Forschungs- und Erfahrungsstand sind insbesondere folgende Arten Klimawandel resistente Obstbäume und Beerensträucher:
- Feige (Ficus carica)
- Maulbeere (Morus alba, Morus nigra)
- Jujube (Ziziphus jujuba)
- Kornelkirsche (Cornus mas)
- Goji (Lycium barbarum)
- Herbst-Ölweide (Elaeagnus umbellata)
- Sanddorn (Hippophae rhamnoides)
- Weinrebe (Vitis vinifera)
- Kaki (Diospyros kaki)
- Quitte (Cydonia oblonga)
- Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia)
Auch bewährte Arten wie Apfel, Birne, Süßkirsche, Aprikose oder Pfirsich werden weiterhin ihren Platz im Garten haben. Entscheidend sind hier die Wahl einer starkwachsenden Unterlage die tiefer wurzelt, sowie ein Standort und Boden, der den Bedürfnissen der jeweiligen Art entspricht.
Klimawandel resistente Obstbäume und ihre Herkunft
Die Herkunft der Obstarten mit ihrem natürlichen Lebensraum ****erklärt viele der Anpassungen an Hitze und Trockenheit:
|
Art |
Herkunft |
verträgt Hitze |
verträgt Trockenheit |
Winterhärte in Mitteleuropa |
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Feige (Ficus carica) |
Mittelmeerraum, Vorderasien; trockene, felsige Hänge |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★★★☆ |
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Maulbeere (Morus alba, M. nigra) |
Ostasien bzw. Westasien; warme Flusstäler und Hügelland |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★★★★ |
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Jujube / Chinesische Dattel (Ziziphus jujuba) |
Nordchina bis Zentralasien; Steppen und Halbwüsten |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★★★☆ |
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Kornelkirsche (Cornus mas) |
Süd- und Mitteleuropa bis Westasien; trockene Waldränder und Kalkhänge |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★★★★ |
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Goji (Lycium barbarum) |
Nordchina und Zentralasien; trockene Steppen und Halbwüsten |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★★★★ |
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Herbst-Ölweide (Elaeagnus umbellata) |
Ostasien; trockene Berghänge und Waldränder |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★★★★ |
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Sanddorn (Hippophae rhamnoides) |
Europa und Asien; Dünen, Flussauen und trockene Kies- und Sandböden |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★★★★ |
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Weinrebe (Vitis vinifera) |
Mittelmeerraum, Kaukasus und Vorderasien; sonnige Hänge |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★★★☆ |
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Granatapfel (Punica granatum) |
Vorderasien bis Iran; trockene, warme Gebiete |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★☆☆☆ |
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Olive (Olea europaea) |
Mittelmeerraum; trockene, steinige Standorte |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★☆☆☆ |
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Mandel (Prunus dulcis) |
Vorderasien; trockene Gebirge und Hügelland |
★★★★★ |
★★★★★ |
★★★☆☆ |
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Pfirsich (Prunus persica) |
Nordwestchina; kontinentale Gebirgsregionen |
★★★★★ |
★★★★☆ |
★★★★☆ |
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Aprikose (Prunus armeniaca) |
Zentralasien und Nordchina; trockene Gebirgstäler |
★★★★★ |
★★★★☆ |
★★★★☆ |
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Kaki (Diospyros kaki) |
Ostasien; warme Laubwälder |
★★★★★ |
★★★★☆ |
★★★☆☆ |
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Quitte (Cydonia oblonga) |
Kaukasus, Iran und Kleinasien; warme, trockene Hänge |
★★★★☆ |
★★★★☆ |
★★★★★ |
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Erlenblättrige Felsenbirne (Amelanchier alnifolia) |
Nordamerika; Prärien, lichte Wälder und trockene Hänge |
★★★★☆ |
★★★★☆ |
★★★★★ |
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Felsenbirne (Amelanchier ovalis, A. lamarckii) |
Europa bzw. Nordamerika; trockene Felsstandorte und Waldränder |
★★★★☆ |
★★★★☆ |
★★★★★ |
Klimawandel resistente Obstbäume: unsere Top 5
Diese fünf Obstarten bestehen in jedem Garten, der von Hitze und Trockenheit betroffen ist. Wichtig ist nur, dass du den Obstbäumen ausreichend Zeit einräumst, gut einzuwachsen. Frühestens ab dem dritten Standjahr nach dem Pflanzen ist der Wurzelballen ausreichend entwickelt, um sich aus dem Boden mit Feuchtigkeit zu versorgen.
Unsere Nummer 1: Feige (Ficus carica)
Eignung: sehr hoch. Feigen sind sehr empfehlenswert für warme, sonnige, geschützte Standorte, etwa an Südwänden, in Innenhöfen, Weinbaulagen und milden Stadtlagen. In rauen Regionen ist Winterschutz in den ersten Jahren sinnvoll.
Status in Mitteleuropa: zunehmend erprobt, inzwischen mit konkreten Versuchspflanzungen. Die Feige gehört zu den interessantesten Obstarten für den Klimawandel. Sie verträgt Hitze sehr gut, kommt nach der Etablierung mit wenig Wasser aus und profitiert von langen, warmen Sommern. Nördlich der Alpen eignen sich vor allem parthenokarpe, winterharte Sorten, die ohne Feigenwespe fruchten.
Bild: Feigenbäume im heißen Sommer, aufgenommen im Garten von unserem Chef und Obstbaum-Freund Markus Kobelt.
Unsere Nummer 2: Maulbeere (Morus alba, M. nigra)
Eignung: sehr hoch, sehr gut geeignet für größere Gärten, heiße Standorte und trockene Böden ohne Staunässe. Schwarze Maulbeeren liefern aromatischere Früchte, Weiße Maulbeeren gelten meist als robuster und anpassungsfähiger.
Status in Mitteleuropa: Maulbeeren sind robuste, wärmeliebende Gehölze mit guter Trockenheitsverträglichkeit. Besonders alte Maulbeerbäume zeigen, dass die Art langlebig und anpassungsfähig ist.
Für Mitteleuropa gibt es vor allem Erfahrungswissen aus Gärten, historischen Pflanzungen und Baumschulen. Trotz der langen Kulturgeschichte der Maulbeere gibt es weniger aktuelle wissenschaftliche Versuchsanlagen als bei Feige oder klassischen Obstarten.
Bild: Klimawandel resistente Obstbäume wie der Maulbeerbaum ‘One Million’ tragen gut in Mitteleuropa, und stecken Hitzerekorde gut weg.
Unsere Nummer 3: Jujube / Chinesische Dattel (Ziziphus jujuba)
Eignung: sehr hoch, aber noch experimentell. Die Jujube ist sehr interessant für Experimentierfreudige mit Gärten in warmen Lagen. Wichtig sind vollsonnige Standorte, durchlässige Böden und möglichst warme Sommer zur Fruchtreife.
Status in Mitteleuropa: vielversprechend, aber bislang eine Nischenkultur. Die Jujube stammt aus Regionen mit heißen Sommern und ist sehr trockenheitsverträglich. Sie blüht spät, was das Risiko von Spätfrostschäden reduziert. Internationale Fachliteratur beschreibt sie als Kultur mit Potenzial für trockene Regionen. In Mitteleuropa ist der Erfahrungsstand noch jung. Es gibt positive Erfahrungen aus Sammlungen, Spezialbaumschulen und privaten Pflanzungen, aber kaum langjährige, öffentlich dokumentierte Versuchsdaten.
Bild: Gute Ernte auch in heißen Sommern gelingt mit einer Jujube im Garten. Viele Erfahrungen für den Anbau der Ziziphus jujuba in Mitteleuropa gibt es bisher jedoch noch nicht.
Unsere Nummer 4: Kornelkirsche (Cornus mas)
Eignung: sehr hoch. Die Kornelkirsche ist ökologisch wertvoll, weil sie sehr früh blüht, und eignet sich gut für naturnahe Gärten, Hecken, Wildobstpflanzungen und trockene Standorte.
Status in Mitteleuropa: bewährtes Wildobst, sehr robust. Die Kornelkirsche ist eine der besten europäisch-asiatischen Arten für trocken-warme Standorte. Sie gilt als wärmeliebend, kalkverträglich und kommt eher an trockenen als an feuchten Standorten vor.
Bild: Die Kornelkirsche (Cornus mas) wächst in der Natur an trockenen Waldrändern und kalkreichen Hängen. Sie gilt als äußerst hitze- und trockenheitsverträglich, da sie tief wurzelt und wärmeliebend ist.
Unsere Nummer 5: Goji (Lycium barbarum)
Eignung: sehr hoch. Goji ist eine echte Empfehlung für Hitze und Trockenheit.
Status in Mitteleuropa: Könnte zukünftig auch in unseren Breitengraden dauerhaft gut funktionieren. Goji wächst natürlicherweise in Halbwüsten und auf Kiesböden in kontinentalem Klima. Ihre Anpassung an diesen Standort bietet folgende Vorteile: sie ist extrem trockenheitsfest, winterhart und trägt früh. Kaum eine Obstart vereint diese Eigenschaften so gut.
Bild: Die Goji (Lycium barbarum) stammt aus den trockenen Steppen Asiens und ist daher hervorragend an Hitze und Trockenheit angepasst. Sie ist zudem winterhart und zählt damit zu den robustesten Obstarten für einen klimawandelangepassten Garten.
Den Boden bereiten für Klimawandel resistente Obstbäume
Der Obstgarten kommt besser mit den Wetterextremen zurecht, wenn wir seinen Boden pflegen.
Die Klimawandel resistenten Obstbäume brauchen idealerweise einen lockeren, humusreichen Boden. Der Grund dafür lautet: Humus speichert Wasser uns versorgt die Wurzeln der Obstgehölze mit Hilfe seiner Bodenorganismen. Die lockere, tiefgründige Struktur und ermöglicht den Wurzeln, tief in den Untergrund vorzudringen und dort nach Wasser zu suchen. Eine Mulchschicht schützt zusätzlich vor Austrocknung und hält den Boden auch an heißen Sommertagen angenehm kühl.
Diese Maßnahmen machen alle Obstgehölze resistenter gegen Hitze und Trockenheit:
- den Boden vor der Pflanzung gut lockern,
- regelmäßig Kompost einarbeiten,
- Baumscheiben mulchen,
- junge Bäume selten, aber gründlich gießen,
- verschiedene Obstgehölze miteinander kombinieren.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.