Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Damit Herbstfeigen früher reifen, können wir Ende August und Anfang September noch gezielt eingreifen. Entscheidend ist, das weitere Triebwachstum zu bremsen und die Bildung neuer Blätter und Früchte zu stoppen, die vor dem Winter ohnehin kaum noch ausreifen würden. Dazu kürzen wir noch kräftig wachsende Triebspitzen ein, verzichten auf eine späte Düngung und versorgen den Feigenbaum im Topf gleichmässig mit Wasser. So schaffen wir möglichst gute Voraussetzungen dafür, dass die bereits entwickelten Herbstfeigen die verbleibenden Wochen für ihre Ausreife nutzen können.
Praxis-Tipps
Auf Sorten mit frühen Herbstfeigen setzen: Besonders bewährt hat sich bei uns die Twotimer® Feige. Sie ist zweimaltragend und produziert neben ihrer Sommerernte auch frühe Herbstfeigen. Gleichzeitig ist sie ausserordentlich winterhart.
Im Herbst mit der Ernte Geduld haben: Auch wenn der Feigenbaum bereits seine Blätter verliert, müssen die letzten Früchte nicht verloren sein. Bei manchen Sorten können einzelne Herbstfeigen bis weit in den Spätherbst am kahlen Baum ausreifen.
Nicht jeden Feigentrieb schneiden: Der Spätsommerschnitt ist vor allem bei kräftigen Trieben sinnvoll, die Ende August oder Anfang September noch aktiv weiterwachsen. Triebe, die ihr Wachstum bereits weitgehend eingestellt haben, müssen nicht automatisch eingekürzt werden.
Wie lange brauchen Herbstfeigen bis zur Reife?
Von der ersten kleinen Feige bis zur erntereifen Frucht vergehen bei Herbstfeigen ungefähr 90 Tage. Wie schnell es tatsächlich geht, hängt von Sorte, Witterung und Standort ab. Besonders im Spätsommer wird die verbleibende Vegetationsperiode zum entscheidenden Faktor.
Entstehen beispielsweise Anfang September an einer Triebspitze noch neue Feigen, müssten sie bis Ende November wachsen und reifen. Wahrscheinlich ist, diese Feigen werden nicht reif. Ganz ausgeschlossen ist das jedoch nicht: In unserer Versuchspflanzung im St. Galler Rheintal konnten wir bis Mitte November Feigen ernten, einige wenige Sorten hatten sogar Ende November noch vereinzelt reife Früchte.
Besonders faszinierend finde ich, dass bei manchen Feigensorten selbst im späten Herbst noch Früchte ausreifen können, wenn der Baum seine Blätter längst verloren hat. Natürlich erreichen diese sehr spät gereiften Feigen nicht mehr ganz die Süsse und das Aroma einer sonnenverwöhnten Sommerfeige. Trotzdem sind sie für mich etwas Besonderes: Mitten im kühlen, grauen Spätherbst eine reife Feige direkt vom Baum zu essen, versetzt einen wenigstens für einen kurzen Moment zurück in den Sommer.
Bild: Einige Feigensorten wie 'Brogiotto Bianco' oder 'Twotimer' können auch ohne Laub noch ausreifen.
Mehr über die unterschiedlichen Erntezeiten und darüber, welche Sorten besonders spät noch Früchte liefern, erfährst du in unserem Artikel «Wie lange kann man Feigen ernten?».
Anders sieht es bei Früchten aus, die Ende August oder Anfang September bereits etwas grösser sind. Sie haben noch eine realistische Chance, in den kommenden Wochen auszureifen. Wenn wir möchten, dass unsere Herbstfeigen früher reifen, sollten wir deshalb jetzt vor allem diese bereits gut entwickelten Früchte im Blick haben.
Meine Feigen werden nicht reif – frühere Ernte durch Schnitt im Spätsommer
Meine Feigen werden nicht reif – gerade Ende August und Anfang September stellt sich deshalb die Frage, ob wir die Ausreife noch unterstützen können. In der Versuchspflanzung schauen wir uns jetzt vor allem die kräftigen, fruchttragenden Triebe an, die noch immer aktiv weiterwachsen. Solche Triebe können fast an jedem neuen Nodium ein neues Blatt und eine weitere kleine Feige bilden. Genau dieses Wachstum wollen wir jetzt bremsen, damit die bereits entwickelten Herbstfeigen früher reifen können.
Dazu schneiden wir die Triebspitze einige Zentimeter oberhalb einer bereits gut entwickelten Herbstfeige ab, bei der wir noch davon ausgehen können, dass sie in den verbleibenden Wochen dieser Vegetationsperiode ausreift. Bei besonders kräftigen, langen Trieben kann dabei durchaus das obere Drittel mitsamt den jüngsten, sehr kleinen Feigen entfernt werden.
Dabei geht es nicht nur darum, die Bildung neuer Früchte zu stoppen. Auch ein ganz junges Blatt verbraucht zunächst mehr Energie, als es durch Photosynthese selbst bereitstellt. Erst mit zunehmender Entwicklung kippt diese Bilanz und das Blatt wird zum Netto-Energielieferanten. Ende August macht es deshalb wenig Sinn, wenn der Feigenbaum laufend neue Triebspitzen mit jungen Blättern und Früchten produziert.
Bild: Wir schneiden die Triebspitze oberhalb gut entwickelter Herbstfeigen ab, die noch realistische Chancen haben auszureifen.
Wichtig ist aber, den Feigenbaum jetzt nicht stark zurückzuschneiden. Die bereits entwickelten Blätter bleiben am Baum, denn sie betreiben Photosynthese und liefern die Assimilate, die auch für die weitere Entwicklung und Reife der Herbstfeigen benötigt werden. Geschnitten werden gezielt nur die Spitzen der Triebe, die noch kräftig weiterwachsen.
Allerdings hat dieser Reifungsschnitt auch einen Nachteil: Er kann auf Kosten der Sommerfeigen im nächsten Jahr gehen. Diese entstehen am diesjährigen Holz und sitzen häufig im oberen Bereich der Triebe. Schneiden wir die Triebspitzen im Spätsommer ab, entfernen wir damit auch einen Teil der Anlagen für die kommende Sommerfeigenernte.
Deshalb eignet sich diese Massnahme vor allem für Sorten, bei denen uns die Herbstfeigen besonders wichtig sind, wie 'Ravin de Calce' oder 'Rosso Striato'. Bei Feigensorten, die vor allem wegen ihrer Sommerfeigen angebaut werden, würden wir dagegen zurückhaltender schneiden oder ganz auf das Entspitzen verzichten.
Mehr über die unterschiedlichen Ziele und Methoden des Sommerschnitts bei Herbstfeigen, Sommerfeigen und Twotimer® Feigen erfährst du in unserem Artikel «Sommerschnitt bei Feigen».
Meine Feigen werden nicht reif: Im Spätsommer nicht mehr düngen
Auch mit der Düngung wollen wir im Spätsommer keinen neuen Wachstumsschub mehr auslösen. Vor allem eine späte Stickstoffdüngung fördert die Bildung neuer Triebe und Blätter – genau das, was wir jetzt vermeiden möchten. Deshalb düngen wir unsere Feigen ab dem Spätsommer nicht mehr, wir geben ihnen im Frühjahr Langzeitdünger wie Frutilizer® Volldünger Plus.
Das hat noch einen zweiten Vorteil: Starkes spätes Triebwachstum kann bis zum Winter nicht mehr ausreichend ausreifen. Solche jungen, weichen Triebe sind frostempfindlicher als gut ausgereiftes Holz. Ausreichend Nährstoffe und kräftiges Wachstum sind für Feigen während des Frühjahrs und Frühsommers wichtig. Gegen Ende der Vegetationsperiode soll das Wachstum dagegen langsam zum Abschluss kommen.
Feigen im Topf gleichmässig mit Wasser versorgen
Während die Herbstfeigen heranwachsen und reifen, sollten wir starke Schwankungen bei der Wasserversorgung vermeiden. Trockenstress ist ebenso ungünstig wie Staunässe und ein dauerhaft nasser Boden. Besonders Feigen im Kübel können an warmen Spätsommertagen mit ihrer grossen Blattmasse und vielen Früchten erstaunlich schnell austrocknen und müssen entsprechend regelmässig gegossen werden.
Bild: Besonders während der Fruchtreife ist eine ausreichende Wasserversorgung für Feigen im Topf entscheidend – wie bei dieser 'Little Miss Figgy'.
Fazit: Jede reife Herbstfeige zählt
Meine Feigen werden nicht reif – dieses Problem kennen viele Feigenliebhaber nördlich der Alpen. Gerade bei den Herbstfeigen ist es jedes Jahr wieder spannend, wie viele Früchte es in der verbleibenden Vegetationsperiode noch bis zur Reife schaffen. Und wenn es gelingt, lohnt sich das Warten: Wie unterschiedlich Herbstfeigen verschiedener Sorten schmecken können, zeigen wir in unserem Video. Dort degustieren wir vier Twotimer® Feigensorten aus unserem Lubera-Sortiment und küren am Ende unsere Favoriten.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.