Mit der Wahl zur Lubera® Pflanze des Jahres rückt diese neue Generation ins Rampenlicht. Nicht als Marketinggag, sondern als bewusste Zäsur. Denn selten ist der Fortschritt in der Züchtung so deutlich sichtbar – und schmeckbar.
Wenn Züchtung Geschichte schreibt: Die Idee hinter der Essbaren Pflanze des Jahres
Seit über 30 Jahren arbeitet Lubera an essbaren Pflanzen für den Hausgarten. Über 150 eigene Einführungen sind in dieser Zeit entstanden. Doch der Blick im Gartenalltag richtet sich meist auf das Neue – und vergisst dabei schnell, wie gross die Entwicklungsschritte tatsächlich sind.
Genau hier setzt die Idee der „Pflanze des Jahres“ an: Eine Sorte oder Sortengruppe wird für ein Jahr ins Schaufenster gestellt. Nicht, weil sie neu ist, sondern weil sie einen echten Durchbruch markiert. In der Züchtung spricht man dabei von „genetic gain“ – dem Abstand zwischen dem, was einmal war, und dem, was heute möglich ist.
Bei den schwarzen Johannisbeeren könnte dieser Abstand kaum grösser sein.
Cassissima®: Vom Medizinobst zur Snackbeere
Die alten Sorten trugen kleine Früchte, oft kaum grösser als ein halber Zentimeter. Ihr Geschmack war geprägt von intensiver Säure und einem dominanten Cassisaroma – so kräftig, dass nach einer Handvoll Beeren der Hals kratzte. Dass man sie trotzdem schätzte, lag vor allem am extrem hohen Vitamin-C-Gehalt. Gesund musste nicht gut schmecken.
Cassissima® stellt diese Logik auf den Kopf. Die neuen Sorten bringen es auf Fruchtgrössen von 16 bis 20 Millimetern – und plötzlich verändert sich alles. Die Beeren lassen sich einzeln essen, fast wie Heidelbeeren, direkt aus dem Becher. Ihre Süsse ist deutlich erhöht, die Säure spürbar reduziert. Das Cassisaroma bleibt erhalten, aber es tritt in den Hintergrund, gibt Charakter, ohne zu dominieren.
Tabelle: Aus dem einstigen „Verarbeitungsobst“ wird eine echte Snackfrucht.
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Sorte |
Ø in mm |
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17,6 |
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17,2 |
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13,7 |
Tabelle: die neusten Züchtungen von Lubera punkten mit Brixwerten von bis zu 20.
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Sorte |
Brix |
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18 |
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16 |
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14 |
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Zum Vergleich mittlere Werte für… |
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Erdbeeren |
12–16 |
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Datteltrauben |
12–14 |
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Aepfel & Birnen |
10–14 |
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Heidelbeeren |
8–14 |
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Brombeeren |
8–12 |
Geduld, Herkunft – und ein bisschen Glück
Der Weg dorthin war kein technologischer Sprung, sondern klassische Züchtungsarbeit. Kreuzungen, Aussaat, Selektion – über viele Jahre hinweg. Lubera arbeitet dabei konventionell, baut aber auf einem breiten genetischen Fundament auf. Ausgangspunkt waren Sorten aus Osteuropa, aus Polen, der Ukraine und Russland.
Das Prinzip ist so einfach wie anspruchsvoll: Das Beste mit dem Besten kombinieren – und dann geduldig warten, beobachten, auswählen. Fortschritt entsteht nicht im Labor, sondern im Feld. Und manchmal, so viel Ehrlichkeit gehört dazu, hilft auch ein wenig Glück.
Schluss mit dem Gartenschandfleck
Nicht nur die Früchte haben sich verändert. Auch die Pflanzen selbst haben eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen.
Früher galten schwarze Johannisbeeren als problematisch: anfällig für Mehltau, optisch wenig attraktiv und vor allem schnell kahl. Kaum war die Ernte vorbei, verloren sie ihr Laub und hinterliessen eine Lücke im Gartenbild.
Die Cassissima®-Sorten drehen dieses Bild um. Sie sind robust, widerstandsfähig und behalten ihr Laub bis in den Oktober hinein. Was früher versteckt wurde, kann heute gezeigt werden.
Mehr noch: Einige Sorten gehen einen Schritt weiter – sie werden selbst zur Zierpflanze.
Wenn Cassis plötzlich leuchtet
Ein besonders eindrückliches Beispiel ist die Sorte 'Black’n’Red® Premiere®'. Ihre Blätter färben sich bereits ab Mai unter UV-Einfluss rot, intensivieren sich im Sommer zu dunklem Rot und zeigen im Herbst schillernde silbrig-blaue Töne.
Plötzlich steht da nicht mehr nur ein Beerenstrauch, sondern ein gestalterisches Element im Garten. Besonders als Stämmchen gezogen entfaltet die Pflanze eine überraschende Wirkung: ein farbiges Kronendach über der Unterpflanzung – und gleichzeitig eine reiche Ernte.
Die Entwicklung ist hier noch längst nicht abgeschlossen. Grössere Früchte, intensivere Färbung, schnellere Ausprägung der Blattfarben – all das sind Ziele, an denen weiter gearbeitet wird.
Der Blick nach vorn
Auch bei Cassissima® ist die Züchtung nicht am Ende angekommen. Der Anspruch bleibt hoch – vielleicht sogar höher denn je.
Grössere Früchte stehen ganz oben auf der Wunschliste. 25 Millimeter scheinen erreichbar, vielleicht sogar 30. Denn mit der Grösse wächst nicht nur der Ertrag, sondern auch das Geschmackserlebnis.
Ein weiteres Ziel: Beeren, die sich sauber pflücken lassen, ohne zu „bluten“. Der Ansatzpunkt am Stiel soll sich besser verschliessen, damit jede einzelne Frucht perfekt bleibt.
Und schliesslich die Reifezeit. Derzeit konzentriert sich die Ernte auf wenige Wochen zwischen Ende Juni und Anfang Juli. Für den Hausgarten wäre eine Ausdehnung in den August hinein ein grosser Gewinn.
Mehr Cassis im Garten?
Die Frage, wie viele schwarze Johannisbeeren in einen Garten gehören, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Cassisaroma bleibt eigenständig – und wird nicht jeden Geschmack gleichermassen treffen.
Und doch spricht vieles dafür, ihnen heute mehr Raum zu geben als früher. Die Pflanzen sind gesünder als rote Johannisbeeren, die Früchte grösser, das Erlebnis intensiver. Gleichzeitig sind sie unkompliziert und haben auch gegenüber den vermeintlich dominierenden Heidelbeeren einen klaren Vorteil. Im Gegensatz zu Heidelbeeren gedeihen Cassissima®-Sorten in nahezu jedem Gartenboden!
Nicht zu vergessen: kulinarischer und gesundheitlicher Zusatznutzen
Ganz bewusst haben wir es bisher nicht erwähnt, eben weil es den Kindern und Jugendlichen bis vor einer Generation bis zum Überdruss gepredigt wurde: Schwarze Johannsibeeren sind gesund, sind eigentliche Superfrüchte bzw. Superfoods, die fast alles in der Beerenwelt schlagen. Und Superfrüchte sind sie auch geblieben, obwohl sie vor über 20 Jahre zu Snackfrüchten geworden sind, gross, saftig, rund schmeckend, mit leichten charakteristischen Cassis Aroma und auch viel Fruchtzucker.
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Inhaltsstoff |
Vitamin C (mg/100g) |
Anthocyane (mg/100g) |
Polyphenole (gesamt, mg/100g) |
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Cassissima® |
180 |
300 |
300 |
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Heidelbeeren |
20 |
200 |
250 |
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Goji |
20 |
2 |
25 |
Schwarze Johannisbeeren sind wegen ihrer hohen Gehalte an Vitamin C und Polyphenolen (Anthocyane und andere Flavonoide) besonders gesund. Sie übertreffen viele bekannte Superfoods in ihrer gesundheitlichen Wirkung. Weitere Informationen findest du in unserem Artikel «Warum sind schwarze Johannisbeeren so gesund?».
Schwarze Johannisbeeren haben weit mehr zu bieten als ihre Früchte: Besonders Blätter und Knospen sind reich an gesundheitsfördernd Inhaltsstoffen und lassen sich vielseitig in Küche nutzen. Weitere Informationen über die gesunden Inhaltsstoffe und die Verwendung von Johannisbeerblättern und -knospen findest dun in unserem Artikel «Johannisbeerblätter und -knospen: Superfood aus dem Garten».
Der entscheidende Kulturtipp
So viel hat sich verändert – und doch ist ein zentraler Punkt gleich geblieben. Wer den Ertrag maximieren will, sollte konsequent schneiden und gut düngen.
- kräftig düngen, eher an der oberen Grenze
- Ende Februar stark zurückschneiden
- jährlich etwa ein Viertel bis ein Drittel der ältesten Triebe entfernen
- gezielt die dicksten und ältesten Triebe auswählen
- für kontinuierlichen Nachwuchs aus der Basis sorgen (durch Kompost und ausreichend Nährstoffe)
- eher tief pflanzen, um neue Grundtriebe zu fördern
Die besten Früchte entstehen an zwei- und dreijährigen Trieben – das Ziel ist also ein stetig sich verjüngender Strauch.
In unserem Artikel «Johannisbeeren pflanzen, pflegen und schneiden» findest du weitere Informationen.
Cassissima® zeigt, was möglich ist, wenn Züchtung konsequent weitergedacht wird. Aus einem einst unterschätzten, fast vergessenen Beerenobst ist eine vielseitige Gartenpflanze geworden – genussvoll, robust und in manchen Fällen sogar überraschend schön.
Vielleicht ist genau das der eigentliche „genetic gain“: nicht nur bessere Früchte, sondern ein völlig neues Bild im Kopf.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.