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Zusammenfassung
Cooltropics winterharte Passionsfrüchte treiben deutlich später aus als die meisten Gartenpflanzen. Während sie im Winter oberirdisch vollständig absterben, überleben sie mit kräftigen Rhizomen im Boden und beginnen erst wieder zu wachsen, wenn es wirklich warm ist. Der Austrieb erfolgt daher meist erst Mitte bis Ende Mai, in kühlen Jahren sogar erst Anfang Juni. Das scheinbar „tote“ Aussehen im Frühling ist also völlig normal und kein Zeichen für Frostschäden. Im Gegenteil: Der späte Austrieb ist Teil der Winterhärte, da die Pflanze so Frühlingsfröste vermeidet. Nach dem Austrieb wächst sie dann sehr schnell und bildet innerhalb kurzer Zeit mehrere Meter lange Triebe. Wichtig ist vor allem Geduld – sowie der Schutz der jungen Triebe vor Schnecken. Wer die Pflanze nicht vorschnell ausgräbt oder entsorgt, wird im Sommer mit kräftigem Wachstum, exotischen Blüten und köstlichen Früchten belohnt.
Meine winterharte Passionsfrucht treibt nicht aus – ist sie tot?
Die gute Nachricht: In den allermeisten Fällen ist es völlig normal, dass Passiflora incarnata im Winter und frühen Frühling tot aussieht. Cooltropics Passionsfrüchte sind keine immergrünen Kletterpflanzen, sondern Stauden. Das bedeutet, dass alle oberirdischen Pflanzenteile im Herbst und Winter vollständig absterben. Sie ziehen sich im Winter in ihre kräftigen Speicherwurzeln zurück, sie versteckt sich vor dem Frost. Was übrig bleibt, ist nicht sichtbar – nämlich das kräftige Wurzelsystem im Boden.
Bild: In den kräftigen Speicherwurzeln überwintert Passiflora incarnata.
Diese fleischigen Rhizome überdauern die kalte Jahreszeit geschützt unter der Erde, selbst bei starken Frösten bis etwa –20 °C. Im Frühling startet die Pflanze also nicht von den alten Trieben aus, sondern baut sich komplett neu aus der Wurzel heraus auf. Genau dieses „Verschwinden“ im Winter ist der Schlüssel zur Winterhärte der Cooltropics Passionsfrüchte.
Wann treiben Cooltropics winterharte Passionsfrüchte aus?
Sie brauchen viel Wärme, um überhaupt mit dem Wachstum zu beginnen. Während viele Stauden schon im März oder April austreiben, befindet sich die Passiflora incarnata noch im Winterschlaf. Der Austrieb erfolgt erst, wenn der Boden ausreichend erwärmt ist und keine Spätfröste mehr drohen. In der Praxis bedeutet das: meist Mitte bis Ende Mai, in kühleren Jahren sogar erst Anfang Juni.
Dieses späte Austreiben ist kein Nachteil, sondern eine clevere Überlebensstrategie. Die Pflanze schützt sich so aktiv vor Frostschäden – sie startet erst dann, wenn sichere Wachstumsbedingungen herrschen.
Dann geht es schnell: Nach dem Austrieb wächst die Passionsfrucht sehr kräftig und bildet innerhalb kurzer Zeit mehrere Meter lange Triebe. Was im Frühling noch wie ein „Totalausfall“ aussieht, verwandelt sich im Sommer in eine üppige, stark wachsende Kletterpflanze.
Bild: Passiflora incarnata wächst sehr stark.
Was sollte man jetzt tun?
Das Wichtigste zuerst: Geduld haben. Auch wenn im April oder Anfang Mai noch nichts zu sehen ist, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge – oder zur Reklamation.
Im Frühling kann man die abgestorbenen Triebe vom Vorjahr einfach bodennah zurückschneiden. Danach lohnt es sich, die Pflanzstelle im Auge zu behalten und eventuell zu markieren, damit sie nicht versehentlich beschädigt wird.
Sobald der Austrieb einsetzt, braucht die Pflanze etwas Aufmerksamkeit: Die jungen, zarten Triebe sind ein echtes Lieblingsfutter für Schnecken. Hier sollte frühzeitig geschützt werden, sonst kann der frische Austrieb schnell komplett abgefressen werden.
Bild: Die zarten Triebe und Blätter der frisch ausgetriebenen Passiflora incarnata sind Delikatessen für Schnecken.
Ansonsten gilt: Nichts tun ist im Garten oft das Beste – die Pflanze weiss selbst, wann der richtige Zeitpunkt zum Austreiben gekommen ist. Auf keinen Fall sollte man die Wurzeln ausgraben und die Pflanze vorschnell für tot erklären und entsorgen.
Fazit: Geduld lohnt sich
Auch wenn Ihre Cooltropics Passionsfrucht im Frühling lange wie abgestorben wirkt – in den meisten Fällen ist genau das ein Zeichen dafür, dass sie gesund ist. Der späte Austrieb gehört fest zu ihrem natürlichen Rhythmus und ist der Schlüssel zu ihrer Winterhärte.
Bild: Im Sommer wird der geduldige Gärtner mit wunderschönen Blüten (etwa 4 Wochen nach dem Austrieb) und köstlichen Früchten (ab September) belohnt.
Praxistipps für den Frühling
- Abgestorbene Triebe im Frühjahr einfach zurückschneiden
- Pflanzstelle im Blick behalten – der Austrieb kommt aus dem Boden
- Austrieb erst ab Mitte bis Ende Mai erwarten
- Junge Triebe unbedingt vor Schnecken schützen
- Triebe ab ca. 20 cm Länge ans Rankgerüst leiten
- Ein sonniger, warmer Standort fördert einen schnellen Start und kräftiges Wachstum
In unseren Artikeln «Cooltropics winterharte Passionsfrüchte pflanzen und pflegen» und «Cooltropics winterharte Passionsfrüchte im Topf kultivieren» findest du weitere Informationen zur Pflege der winterharten Passionsfrüchte.
Schau dir auch unser Video zum Austrieb der winterharten Passionsfrüchte an:
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