Romantische Idylle gesucht
Markus hat euch vermutlich aus eigener Erfahrung gefragt, ob und wie IHR das mit dem gemeinsamen Gärtnern hinbekommt... Eure Beiträge stecken voller Lösungsvorschläge und enthalten jede Menge Humor. Es war mir ein Vergnügen, mich Ihnen widmen zu dürfen! Also hier die Auflösung: So gelingt gemeinsam Gärtnern!
Es fällt auf: Ihr seid unermüdlich, wenn es darum geht, sich erfolgreich und harmonisch einen Garten zu teilen.
Die meisten Paare sehnen sich offenbar danach, romantische Zweisamkeit im Garten zu erleben. Aber wir wissen, das hat so seine Tücken. Wer könnte folgende Schilderung nicht nachempfinden:
»Der kleinste gemeinsame Nenner wäre, zu wandeln, die Fortschritte der reichen Pflanzenvielfalt miteinander zu geniessen. Doch auch das ist nicht einfach. Während ich auch mal nur mit den Augen entdecken und beobachten möchte, findet meine Frau doch dauernd irgendwas, das nicht an diesen Platz gehört. Es wird beim Rumschlendern gezupft und gerupft, wo doch eigentlich beschauliches Geniessen angesagt war. So endet der Rundgang meist schon beim Start, zumindest für mich.«
Ein Anderer gibt zu:
»Ich war manchmal schwierig ... meine Frau vielleicht auch. Sätze wie »Du kannst halt nicht gärtnern.«, hört man nicht so gerne. Und jedes Zusammenwirken mit blöder Kritik im Keim zu ersticken, wirkt sich auch nicht so gut aus.«
Umso mehr berührt hat mich in diesem Zusammenhang die leise Erkenntnis dieses leidenschaftlichen Gärtners :
»Die Blumen sind immer eine Freude. Gerade verblühen langsam die Narzissen, dafür erblühen die Tulpen. Die lilafarbigen Waldhyazinthen neben den blassgelben Goldnesseln erwarten wir schon sehnsüchtig... Und wir sitzen mittendrin und geniessen, was es gibt. Wir sind beide toleranter geworden und können heute vieles besser zusammen, was früher nicht immer möglich war. Oft wünsche ich mir, ich wäre schon viel früher etwas milder gewesen. Wir hätten schon früher gemeinsam genossen, anstatt darüber in Streit zu geraten, was im Garten nun richtig oder falsch sei, und damit die wertvolle Zeit zu vergeuden, die wir zusammen hätten haben können.«
Dabei kann gemeinsam gärtnern auch erfüllend sein:
«Ich finde, dass zum Beispiel beim "Beikraut zupfen" und beim "ernten" auch immer sehr gute und entspannte Gespräche entstehen können, die ich auch immer genieße und nicht missen möchte. Das setzt natürlich auch die menschliche Harmonie der helfenden Hände voraus.«
Wie also gelingt gemeinsames gärtnern und genießen?
Eure Lösungen: Von Rollen klären bis toleranter werden
Ich habe eure Beiträge nach Lösungsvorschlägen durchkämmt und aufgelistet. Die Häufigkeit der Nennung seht ihr als Zahl hinter dem Lösungsvorschlag
| Lösungsvorschlag | Häufigkeit |
| Klare Aufgaben- und Zuständigkeitsverteilung: Jede Person macht bestimmte Arbeiten oder „ihr“ Gebiet |
24
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| Jeder macht, was er besser kann / lieber macht: Arbeit nach Fähigkeiten, Vorlieben oder körperlicher Eignung aufteilen |
20
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| Eine Person gibt die Richtung vor: klare Ansagen, eine Art „Gartenleitung“, Chefrolle, genaue Instruktionen |
9
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| Absprechen, reden, planen: Überschneidungen besprechen, vorher klären, gemeinsam organisieren |
8
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| Kompromisse, Toleranz und Respekt: Meinungen gelten lassen, lockerer werden, nicht auf allem bestehen |
8
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| Gemeinsam genießen statt nur gemeinsam arbeiten: Pausen, Essen, Apéro, Garten als Ort der Begegnung |
12
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| Schwere / körperlich anstrengende Arbeiten delegieren: eine Person übernimmt Graben, Schleppen, Schneiden, Bauen etc. |
9
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| Getrennte Bereiche / Reviere / Hoheitsgebiete: Hochbeet, Acker, Gartenzone oder Zuständigkeitsbereich klar abgrenzen |
7
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| Nicht alles gleichzeitig zusammen machen: eher nebeneinander werkeln, projektweise zusammenarbeiten oder sich abwechseln |
7
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| Kinder, Familie oder Gemeinschaft einbinden: gemeinsames Gärtnern funktioniert in gemischten Teams oder Gruppen |
8
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| Klare Regeln für Ernte oder Eingriffe: wer darf ernten, schneiden oder in welchem Bereich etwas verändern |
4
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| Externe Hilfe / neutrale Dritte / Inspiration von außen: Gärtnermeister, Freunde, Bekannte als Ausgleich bei Uneinigkeit |
3
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| Gelassenheit / weniger Perfektion / Garten auch mal einfach sein lassen |
5
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Ich lasse diese Lösungsansätze anhand eurer Geschichten und Gedanken nun lebendig werden.
Euer Tipp Nr. 1: Klare Aufgabenteilung
Der wichtigste gemeinsame Nenner eurer Beiträge ist überraschend unspektakulär: Man muss nicht alles gemeinsam machen. Im Gegenteil. Viele erfolgreiche Garten-Teams arbeiten offensichtlich selten synchron am selben Beet. Sie arbeiten nebeneinander, nacheinander oder in klar verteilten Rollen.
Eine, die es genauso umsetzt, fragt:
»Also, nebeneinander im Beet knien und an den gleichen Pflanzen zuppeln – nein. Gemeinsam viel Zeit draußen verbringen und vor sich hin werkeln, ja 🤗 Vielleicht zählt das ja auch?«
Ja, das lasse ich klar als gemeinsames Gärtnern durchgehen. Seht was daraus entstehen kann:
Bild: Hier werkelt jemand im gemeinsamen Garten an einem neuen Sitzplatz für Beide. Weil es ihm liegt, und weil er es liebt.
Bild: Das Werkeln hat eine wunderbare Laube entstehen lassen. Natürlich für Beide.
Bei Pärchen geht das meist so: Eine Person plant, die andere setzt um. Eine liebt das Pflanzen und Pflegen, die andere übernimmt das Schleppen, Schneiden oder Bauen. Und so kanns gehen:
»Ich habe mich eigenmächtig und ohne Gegenstimmen einfach mal zum CÄO (Chief of Ästhetik Officer) ernannt. Das heisst: Sobald es um Geschmack geht (was glücklicherweise selten vorkommt, weil meiner bekanntlich unfehlbar ist 😉), entscheide ich. Punkt. Mein Gspändli hingegen ist «der Mann fürs Grobe». Alles, was radikale Eingriffe, schwere körperliche Arbeit oder moralische Grauzonen erfordert, fällt in seinen Zuständigkeitsbereich.«
Klingt gut? Ist ein Erfolgsrezept, wie folgendes Bild aus diesem Garten beweist, eingesendet vom „CÄO“ dieses Gartens höchstpersönlich:
Bild: Gemeinsamer Garten gelingt, solange jeder seine Rolle kennt.
Oft ergibt sich diese Aufteilung auch ganz von selbst aus Vorlieben, Fähigkeiten oder auch einfach aus Gewohnheit:
»So haben wir, wie im Haushalt auch, eine gewisse Rollenteilung. Z.B. ist die Pflanzplanung, der Einkauf bei Lubera und das Säen und Setzen Aufgabe der Frau. Das Wässern, Düngen und wenn nötig die Schädlingsbekämpfung, die Aufgabe des Mannes. Das Ernten obliegt meist demjenigen der kocht.«
Das nächste Paar beschreibt es so:
»Bei uns funktioniert gemeinsames Gärtnern tatsächlich erstaunlich gut. Allerdings nicht, weil wir alles zusammen machen, sondern weil wir unsere Rollen aufgeteilt haben.
Ich bin die Ideengeberin: Ich plane, lasse mich inspirieren und kaufe die Pflanzen. Mein Mann ist dann derjenige, der vieles umsetzt – er packt an, wenn etwas gebaut, gepflanzt oder schwer bewegt werden muss.
Die laufende Gartenarbeit liegt eher bei mir: schneiden, jäten, pflegen. Nur wenn es kompliziert oder körperlich anspruchsvoll wird, unterstützt er mich.
Wir gärtnern also weder strikt getrennt noch komplett gemeinsam – sondern ergänzen uns. Vielleicht ist genau das unser Erfolgsrezept: jeder macht das, was er besser kann oder lieber macht.«
Oder der Nutzgarten von der Aussaat bis zur Ernte wird arbeitsteilig organisiert:
»Er sät ab Februar Gemüse, pikiert zur rechten Zeit und kümmert sich darum, dass es den mindestens 100 Pflänzchen gut geht… Für's Ernten zum Direktverbrauch hat jeder freie Hand. Zum Einkochen z.B. von italienischer Tomatensosse "habe ich die Ehre".«
Bild: Aussaat kann für manche zur Leidenschaft werden, die sich schlecht bremsen lässt. Die Autorin dieses Gartenbuchbeitrags versteht das vollends.
Bild: Der eine sät, die andere kümmert sich um die Ernte. So geht gemeinsam gärtnern!
Wenn die Aufgabenteilung gut gelingt, können daraus wunderbare Gärten entstehen:
Bild: »Gärtnern ist eher das Hobby meiner Frau, meines sind handwerkliche Tätigkeiten mit z.B. Holz, so dass wir uns gut ergänzen. So haben wir u.a. zusammen ein Gartenhaus und sein Umfeld gestaltet.«
Gemeinsam ist der Garten noch schöner als einsam:
»Unser gemeinsames Gärtnern funktioniert perfekt – solange jeder seine Rolle kennt. Und was wir dann ganz bewusst, mit vereinten Kräften und vor allem mit viel Genuss tun? Unseren Schrebergarten zelebrieren: bei einem kühlen Bier, einer Wurst vom Grill oder einfach beim gemeinsamen Lauschen: dem Gezwitscher der Vögel, dem Rauschen des Windes und dem Rascheln der Blätter. Was für ein Glück, einen Garten zu haben!«
Diese Methode der Rollenverteilung nach Neigung kann auch im Gemeinschaftsgarten zum Erfolg werden, berichtet jemand, der es praktiziert:
»Ein Garten für alle. Ob mit oder ohne eigenen Garten oder Balkon, ob Experte oder Laie, Jung und Alt, alle sind eingeladen. Gärtnern als soziales Projekt. Manchmal chaotisch, aber immer mit Spaß am tun. Einer kennt sich mit Gemüse aus, ein anderer mit dem Obstbaumschnitt. Andere haben Lust am Bauen, ob Hochbeet, Kräuterspirale oder Empfangsbar… Nach der Ernte bleiben wir gerne noch etwas länger, das Gemüse wird gegrillt, es gibt viel zu erzählen. Und dann erst das Sommerfest mit Livemusik. aber ich gerate ins Schwärmen. Kommt doch einfach selbst vorbei. Herzlich Willkommen im Gemeinschaftsgarten!«
Und genau darin liegt wohl eine Stärke: Der Garten profitiert davon, wenn beide ganz unterschiedliche Stärken mitbringen.
»Denn unser Hausgarten mit Blumen, Büschen, Sträuchern, Teich hat knapp 1000 qm und ist für meine Mutter alleine kaum zu bewältigen. Also mutiere ich gerade vom absoluten Gartenlaien bis -muffel zum Experten.«
Tipp Nr. 2: Jeder hat seinen Bereich
Beim gemeinsamen Gärtnern hilft es enorm, wenn jeder seinen Bereich kennt. Das kann ein Hochbeet sein, der Vorgarten oder der Nutzgartenbereich. Wenn das gut läuft verhindern diese kleinen »Reviere«-Konflikt. Das muss natürlich auch erst einmal geübt werden, und gelingt nicht immer auf Anhieb:
»Seit wir ein Hochbeet haben, ist dies die uneingeschränkte Gartenwelt meiner Frau. Zumindest fast. Leider deckte sich der Aufbau des Hochbeetes mit einer Erdbeerpflanzen-Aktion von Lubera. So musste sie zusehen, wie auch die ihr versprochene Domäne sofort um ein Drittel schrumpfte und die Fenchel- und Krautstielsetzlinge mit den Erdbeerpflanzen um Humus stritten.«
Wer im Bereich des anderen eingreift, vor allem ungefragt – sei es beim Schneiden, Pflanzen oder Ernten – sorgt für Wogen. Offensichtlich glättet ihr diese Wogen mit viel Humor.
Wenn es gut funktioniert, tönt das zum Beispiel so:
»Wir haben einen Schrebergarten…Wir sind, mein Mann, unser Sohn und dessen Frau und ich selbst. Wir schätzen es sehr gemeinsam diesen Garten zu versorgen, zu gestalten und einfach nur dort zu sein. Die zu machenden Aufgaben sind aufgeteilt und wir halten uns daran, da wir genau das übernommen haben, woran wir am meisten Freude haben. Mein Sohn und seine Frau betreiben den »Ackerbau«. Mein Mann kümmert sich um die Wege, Hecken und Rasen. Außerdem schneidet er die Obstbäume genau dort, wo ich es ihm sage. Ich bin für die Blumenbeete, Beerenfrüchte, Düngen und Gießen verantwortlich. Wenn wir an Überschneidungen kommen, dann besprechen wir es. So ist der Garten für uns Alle ein wunderbarer friedlicher Ort, an dem wir uns mit Freude treffen und kreativ austoben können.«
Eine bewährte Strategie ist das Aufteilen in Bereiche, wo sich jeder seine Leidenschaften ausleben darf.
Bild: »Meine Mutter war für den Gemüsegarten zuständig. Ich fürs Naschen… Mein Vater betreute die Rosen.«
Tipp Nr. 3: Abstimmen und Kompromisse finden
Und doch braucht es neben aller Aufteilung auch das Gegenteil: Abstimmung. Immer dann, wenn sich Wege kreuzen, Entscheidungen anstehen oder etwas gemeinsam entsteht, ist Reden Gold wert.
Zwei Pärchen in einem Garten, auch das kann erfolgreich funktionieren, wenn grundsätzlich Kompromissbereitschaft vorhanden ist:
»Natürlich muss man beim gemeinsamen Gärtnern aber auch kompromissbereit sein. Unseren Gemüsegarten mit großer Wiese und Staudenbeet, bewirtschaften wir mit einem weiteren Pärchen. Bei 1200 qm hätten wir natürlich auch eine strikte Halbierung vornehmen können, seit 4 Jahren funktioniert dies aber auch hier problemlos. Vielleicht liegt es an der vorhandenen Gartengröße, dass sich hier jeder ausleben kann oder wir 4 sind alle extrem genügsam und nachsichtig miteinander. Mir ist zumindest bewusst geworden, dass ich die Arbeit nicht allein bewältigen kann und auch wenn ich persönlich das ein- oder andere anders bepflanzt, geschnitten oder angelegt hätte.«
Bild: Geht Gemeinschaftsgarten? »Für mich war das eine schöne Erfahrung und wenn ich nicht umgezogen wäre und der Weg jetzt etwas zu weit ist, wäre ich noch dabei!« meint die Betreffende.
Einer weiterer Wettbewerbsteilnehmer, dem ein Gemeinschaftsgarten viel bedeutet, meint: »Die meisten Gärtner haben dort ihre eigene Parzelle, ihr eigenes kleines Reich. Wir nicht. Wir teilen unseren Garten mit sechs Familien. Damit ist unser Garten deutlich größer als ein Einzelgarten – und ehrlich gesagt auch lebendiger.« Er zieht sein Fazit aus dieser Art des Gärtnerns: »Gemeinsam gärtnern funktioniert, wenn man organisiert ist, miteinander redet und gemeinsam anpackt. Dann wächst nicht nur der Salat, sondern auch die Gemeinschaft.«
Bild: Gemeinschaftsgarten-Trick in München: Ein wöchentlicher Gießplan organisiert das gemeinsame Gärtnern.
Gemeinschaftsgeist ersetzt streng festgelegte Aufgabenteilung, und jeder kennt die Stärken der anderen Person in einer Partnerschaft:
»Wir gärtnern beide ohne Absprache darin und es klappt einfach wunderbar. Meiner Meinung nach liegt das daran, dass meine Frau und ich uns so gut ergänzen. Alles was Sie tut würde ich nicht sehen geschweige denn tun… Und dann gibt es noch die Dinge, die wir beide zusammen machen wie Kompost sieben und ausbringen, Mauer bauen, Hecke schneiden und Schneckenzaun reparieren, da wir als 2 Frauen oft allein nicht genug Kraft haben. Kräftemäßig ergänzen wir uns nämlich auch ausgezeichnet, was sie in den Armen hat habe ich in den Beinen.«
Bild: In dieser Partnerschaft machen den Kompost beide gemeinsam. Was hilft, sind geniale Geräte, die beiden helfen, Kraft zu sparen.
Toleranz und Kompromissbereitschaft sind Schlüsselkompetenzen. Der eine liebt Ordnung, die andere das Wilde. Der eine schneidet beherzt zurück, die andere lässt lieber wachsen. Wer akzeptiert, dass es mehrere »richtige« Wege gibt, entdeckt etwas Neues: Der Garten wird vielfältiger, und die Zusammenarbeit entspannter. Und immer wieder Humor, auch wenn mal was schief gegangen ist:
»Am Ende siegt der gemeinsame Apéro. Wir lachen über die Schäden, als wären es Skizzen auf einer Leinwand. Vielleicht geht »Gemeinsam gärtnern« doch, aber nur, wenn man nicht den gleichen Gärtner sucht, sondern einen, der das Gegenteil ist.«
Wie Kompromiss und Toleranz die Idee eines Gemeinschaftsgartens bestimmen, berichtet uns jemand, der es begeistert praktiziert:
»Ein Garten für alle. Ob mit oder ohne eigenen Garten oder Balkon, ob Experte oder Laie, Jung und Alt, alle sind eingeladen. Gärtnern als soziales Projekt. Manchmal chaotisch, aber immer mit Spaß am tun. Einer kennt sich mit Gemüse aus, ein anderer mit dem Obstbaumschnitt. Andere haben Lust am Bauen, ob Hochbeet, Kräuterspirale oder Empfangsbar… Nach der Ernte bleiben wir gerne noch etwas länger, das Gemüse wird gegrillt, es gibt viel zu erzählen. Und dann erst das Sommerfest mit Livemusik. aber ich gerate ins Schwärmen. Kommt doch einfach selbst vorbei. Herzlich Willkommen im Gemeinschaftsgarten!«
Bild: Die kommunikative »Ansprechbar« entstand durch die Baulustigen des Gemeinschaftsgarten-Teams von »Düsselgrün« in Düsseldorf.
Bild: Der Gemeinschaftsgarten lässt Gemüse ebenso wachsen wie Toleranz.
Tipp Nr. 4: Eine Person übernimmt die Führungsrolle
Interessanterweise zeigt sich auch: In vielen funktionierenden Gartenpartnerschaften gibt es eine Art leise Führung. Nicht unbedingt laut oder dominant, aber doch klar. Jemand hat den Überblick, trifft im Zweifel Entscheidungen oder gibt die Richtung vor. Ob sich da jeder die ihm zugeteilten Rolle selbst gesucht hat, ist mir nicht klar, und ich muss über eure humorvollen Beiträge oft lachen:
»Meine Frau sagt: ich bestimme und du machst also ist es ganz einfach und wir sind zusammen im Garten. Bei Widersprüchlichkeiten holen wir dann einen unparteiischen Gärtner Meister. Aber hier widerspricht meine Frau schon wieder: es gibt keine Widersprüchlichkeiten!«
Manchmal lässt man im Garten auch alte, ungeliebte Rollen hinter sich, und übt im Garten stattdessen die neue, ungewohnte Führungsrolle:
»In den Augen meiner Mutter konnte ich nichts. Ihre Worte: Geh weg, das kannst Du nicht, klingen immer noch nach, obwohl sie vor 20 Jahren starb. Nun habe ich einen neuen Partner, der von Gärtnern und Pflanzen nichts, rein gar nichts versteht. Er ist aber so willig, dass er mir Erde fährt, Häcksel holt, Rahmenbeete baut, Rasen mäht usw. Also gärtnern wir zusammen und ich sage was zu tun ist. Er hat sein eigenes Tempo, das mich hin und wieder an den Rand der Geduld bringt, doch ich übe. Zusammen freuen wir uns über die getane Arbeit, den Sonnenuntergang, die Farben, den Geschmack des Gemüses und obwohl der Garten voll gepflanzt ist, findet sich immer noch ein Plätzchen für Lubera. Gärtnern zu zweit geht nur wenn einer sagt was zu tun ist, oder klar abgesprochen wird, wer wofür Verantwortung übernimmt.«
Und zeigt sich nicht auch die Liebe zum anderen, wenn man die Gehilfenrolle ihm oder ihr zuliebe tut?
»Streit gibt es so gut wie nie wegen des Gartens, er weiß genau wie ich es liebe: naturbelassen, Platz für jeden und viele Blüten mit Insekten drauf, dazu die entsprechenden Vögel. Und ich bin glücklichster Mensch! Dank meines Mannes!«
Das folgende Bild zeigt, wie fruchtbar diese Beziehung ist:
Bild: »Mein Mann muss im Garten alle Projekte umsetzen die ich mir ausdenke, ich plane, er oder wir schuften. Und ich habe ständig neue Projekte im Kopf, sehr zum Schrecken meines Mannes.«
Alle die mit Kindern gärtnern, muss man wohl auch warnen: Den Eltern-Funk besser sparsam senden und leise stellen 😉 Hier eine Live-Schaltung in den Garten zu einem Mutter-Sohn-Team:
»Der Eine, in diesem Fall mein Sohn, ist bereit die schweren Arbeiten zu machen … Der Andere, also ich, ist zuständig für ev. notwendige Unterstützung beim Bäume ausschneiden, Leiter ev. fixieren, Werkzeug reichen und rum zu meckern beim Rosengerüst, besser gesagt beim verteilen der ewig langen Ranken. Ja, und um ebenfalls zu meckern wenn die Symmetrie bei Fruchtbäumen in Gefahr scheint weil es praktischer ist nicht so ganz genau darauf zu achten und eher lästig die Leiter zwecks schneiden nochmals umzustellen, sagt mein Sohn. Wir lachen viel bei diesen Aktionen. »Mamaaaa du bist aber pingelig« … »Ja jaaa ich weiss schon, wenn die Arbeit machen dann möglichst richtig sonst kann man dies auch grad lassen…« und »ich kenne deine animierenden Sprüche seit Jahrzehnten«, sagt er. Wenn ich dies höre, dann weiss ich huiiii jetzt ist aber höchste Zeit für Hängematten Pause, Vesperbrot und ein kaltes Getränk. Vielleicht auch für ein entspanntes Nickerchen. Dann höre ich aus der Hängematte noch: »Gell, die Rosen rühr ich nicht an, ich krieg einen Nervenzusammenbruch von der Pieckserei der Rosenstacheln, das macht mich ganz kirre überall bleibt man hängen!« Ich rufe zurück; »weiss ich doch schon alles seit bald Jahrzehnten!«
Und mehr kann am Ende eines geschäftigen Gartentages kaum herauskommen für Eltern und Kinder:
»Die Äpfel im Herbst sind begehrt als Reiseproviant, der Holunder, hauptsächlich der weisse, geschätzt als Konfitüre und alles Andere wird verkocht, eingelegt und als Schweizer-Oma-Mama Spezialität gerne mitgenommen.
Wir nehmen uns Zeit für Pausen, ein gutes Abendessen inklusive Unterhaltung (nicht über den Garten) wir freuen uns darüber, dass wir uns sehen.«
Auch kleine Kinder gärtnern gerne mit den Eltern zusammen. Das gemeinsam Erreichte macht stolz und zufrieden.
Bild: »Immer zusammen – jede noch so kleine Hand darf helfen und sich an der wachsenden Pflanze erfreuen und besonders dann, wenn die leckeren Früchte kommen.«
Tipp Nr. 5: Gemeinsam genießen
Und dann ist da noch etwas: Gemeinsam genießen.
Die schönsten Momente entstehen nicht beim Unkrautjäten oder Umgraben, sondern danach. Beim Frühstück im Garten, beim Bier am Abend, beim gemeinsamen Staunen über die erste Ernte. Viele berichten, dass genau diese Zeiten der eigentliche Kern des gemeinsamen Gärtnerns sind. Das Genießen hält sie zusammen.
»Später entspannen wir dann gemeinsam, er bei einem Bierchen und ich vielleicht bei meinem selbst hergestellten Holunderblütenlikör aus dem Garten.«
Das mit den sedierenden Getränken hilft auch, wenn der Frieden erst wieder hergestellt werden muss:
»Der Auftrag lautete Hortensien auf den Stock setzen, natürlich nur die Annabells. Zuvor hatten wir uns auf Wunsch eines einzelnen Herrn eine grosse Art Akkusense zum Abmähen des Gestrüpps, wie der Herr sich ausdrückte, zugelegt. Ich erklärte nochmals, welche Büsche denn nun zurückzuschneiden seien und ging guten Mutes meinen eigenen Aufgaben im Garten nach. Nach einiger Zeit zurück bei den Hortensien ,musste ich mit Entsetzen feststellen, dass die gesamte Fläche dort handhoch abgemäht war, auch die zahlreichen Bauernhortensien u.a. Wäre der Akku nicht leer geworden, wäre sicher noch weitergemäht worden. Zur Rede gestellt, hieß es, wieso, wächst doch wieder und ich musste das Gerät doch ausprobieren. Und dann natürlich das unvermeidliche, dann machs doch selber. Der Abend ränkte sich dann erst nach dem 2.Glas Wein wieder ein...«
Noch raffinierter ist Alkohol in Verbindung mit der Wachtel-Therapie, die zu Unrecht noch immer ein Geheimtipp ist:
»Im Gegensatz zu Hühnern legen Wachteln die Eier überall hin und wollen gefunden werden. Und medizinischen Vorteil haben sie auch noch: Es gab eine Zeit bei mir, da hatte ich Stress und alles war zu viel. Dann habe ich die Wachteltherapie gemacht: Daneben setzen und die neugierigen Tiere beobachten beruhigt! Das geht dann auch problemlos gemeinsam, am besten an lauen Sommerabenden bei einem Gläschen.«
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis: Gemeinsam gärtnern heißt nicht, alles gleich zu machen. Es heißt, sich zu ergänzen. Und manchmal auch loszulassen von der eigenen perfekten Idee, vom idealen Beet oder vom letzten Wort.
Mein Fazit aus euren tollen Zuschriften:
Am Ende wächst im Garten immer mehr als nur Gemüse und Blumen. Es wächst Gemeinschaft, Partnerschaft, Verständnis. Und im besten Fall ein leises, zufriedenes »So passt es für uns«.
Oder wie es eine von euch formulierte: »Gemeinsam gärtnern funktioniert doch - und, die Hoffnung definitiv nicht aufgeben.«
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.