Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung
- Wie viele Tomaten essen wir im Jahr?
- Tomatenkonsum in Europa
- Der Tomatenkonsum in Deutschland
- Wie viele Tomatenpflanzen für die ganze Familie?
- Kulturverfahren
- Pflege und Ernte
- Verwendung
- Tomatentyp
- Selbstversorgung „light“ mit Tomaten
- Tomatenpflanzen für den Frischverzehr in einem 4-Personen-Haushalt
- Selbstversorgung „Hardcore“ mit Tomaten
- Tomatenpflanzen für die Vollversorgung in einem 4-Personen-Haushalt
- Tomatenpflanzen zur Selbstversorgung: Flächenbedarf ermitteln
- Tomatenpflanzen zur Selbstversorgung: Sorten wählen
- Warum sich Selbstversorgung mit Tomaten lohnt
Zusammenfassung
- Der durchschnittliche Tomatenkonsum in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt bei etwa 25–30 kg pro Person und Jahr.
- Etwa 10 kg davon werden frisch verzehrt. 15–20 kg nutzen wir in verarbeiteter Form, als passierte und eingelegte Tomaten, Tomatenmark, getrocknete Tomaten oder weiterverarbeitet als Soßen oder Ketchup.
- Wer Tomaten liebt und sie selbst anbaut, isst durchschnittlich doppelt bis dreimal so viele Tomaten, wie der Durchschnittsbürger. 60–100 kg Tomaten können es pro Person im Jahr sein.
- Werden kleine Snacktomaten, Rundtomaten, Flaschentomaten und Fleischtomaten angebaut, bringen diese im Durchschnitt pro Pflanze 2–2,5 kg Ertrag.
- 12–15 Pflanzen pro Person reichen also aus, um den Jahresbedarf an Tomaten zu decken.
- Pro Pflanze sind etwa 0,5 m² einzuplanen. Für eine Vollversorgung sind also rund 6 bis 7,5 m² Anbaufläche ausreichend.
- Im Freiland kannst du etwa über einen Zeitraum von 9 Wochen, von etwa Mitte Juli bis Mitte September, ernten. Im Gewächshaus von Ende Mai bis Ende Oktober sind es etwa 22 Wochen.
Praxis-Tipps
- Pflanze verschiedene Tomatentypen für den Frischverzehr, zum Kochen und Konservieren.
- Tomaten können im Gartenboden, aber auch in Kübeln und Pflanzenampeln kultiviert werden. Snacktomaten an der Terrasse oder im Topf auf dem Gartentisch laden zum Naschen ein.
- Durch Gewächshäuser, Tomatenhäuser und Schutzdächer lassen sich der Ertrag sichern und die Erntesaison verlängern.
Wie viele Tomaten essen wir im Jahr?
Um den Pflanzenbedarf und den Platzbedarf im eigenen Garten für eine Selbstversorgung mit Tomaten zu bestimmen, müssen wir zunächst wissen, wie hoch unser Konsum ist.
Tomatenkonsum in Europa
Im Vergleich mit anderen Gemüsearten werden in Europa viele Tomaten gegessen. Es gibt jedoch deutliche regionale Unterschiede. In Südeuropa – insbesondere in Italien, Spanien oder Griechenland – gehören Tomaten zu den Grundnahrungsmitteln und werden in großen Mengen sowohl frisch als auch verarbeitet gegessen. Warme, trockene Sommer begünstigen im Mittelmeerraum den Tomatenanbau und die mediterrane Küche kennt zahlreiche Tomatengerichte.
In Mittel- und Nordeuropa ist der Tomatenkonsum ebenfalls hoch. Hier ist der Konsum jedoch stärker durch den Handel und den Import geprägt. Weil die klimatischen Bedingungen für den Freilandanbau begrenzter sind, wird ein großer Teil des Bedarfs durch Gewächshausproduktion und Importe gedeckt. Gleichzeitig gewinnt der Eigenanbau im Hausgarten zunehmend an Bedeutung, insbesondere bei Hobbygärtnern, die Wert auf Geschmack und Sortenvielfalt legen.
Der Tomatenkonsum in Deutschland
In Deutschland liegt der durchschnittliche Verbrauch bei etwa 25–30 kg Tomaten pro Person und Jahr. Damit ist die Tomate das mit Abstand beliebteste Gemüse der Deutschen – vor Möhren und Zwiebeln, von denen jährlich durchschnittlich etwa 10 kg verzehrt werden. Etwa zwei Drittel der Tomaten werden als verarbeitete Produkte wie Dosentomaten, Soßen oder Ketchup genutzt. Diese Werte werden jährlich vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) veröffentlicht. Für Österreich, die Schweiz und andere mitteleuropäische Länder werden die Mengen vergleichbar sein.
Bild: Etwa zwei Drittel der konsumierten Tomaten wird verarbeitet gegessen, ein Drittel frisch.
Wie viele Tomatenpflanzen für die ganze Familie?
Wenn du im eigenen Garten eine Selbstversorgung mit Tomaten erreichen willst, stellst du dir als Erstes die Frage, wie viele Tomatenpflanzen du benötigen wirst. Diese Frage ist nicht ganz so leicht zu beantworten. Bei der Planung musst du berücksichtigen, dass der Ertrag von Tomaten von verschiedenen Faktoren abhängt.
Kulturverfahren
Wenn du ausschließlich im Freiland kultivierst, bist du vom Wetter abhängig. Kühle Witterung im Frühjahr verzögert die Pflanzung und den Erntebeginn. Ein feuchter Sommer steigert den Befallsdruck durch Pilzkrankheiten und verkürzt die Lebensdauer der Tomatenpflanzen, es sei denn du fokussierst bei der Sortenwahl auf unser krankheitstolerantes OpenSky-Sortiment. Du kannst bei reiner Freilandkultur etwa von Mitte Juli bis Mitte September ernten. Abhängig von der Witterung hast du bei Freilandtomaten einen Erntezeitraum von 8–12 Wochen.
Regenschutz über den Pflanzen oder Anlehngewächshäuser schützen die Pflanzen vor Nässe und reduzieren das Risiko von Pilzkrankheiten. Eine gleichmäßigere Wasserversorgung wird leichter und es platzen weniger Früchte.
In einem geschlossenen Gewächshaus sind die Tomatenpflanzen zusätzlich vor kühlen Nachttemperaturen und Wind geschützt. Es ist eine frühere Pflanzung möglich und die Erntesaison verlängert sich von etwa Ende Mai bis Ende Oktober auf bis zu 22 Wochen.
Je länger von den Pflanzen geerntet werden kann, desto größer ist natürlich am Ende der Ertrag pro Pflanze und umso näher kommst du damit dem Ziel der Selbstversorgung mit Tomaten im eigenen Garten.
Pflege und Ernte
Tomaten sind eine pflegeintensive Kultur. Die Pflanzen müssen ausgegeizt, aufgebunden, gegossen, gedüngt und regelmäßig beerntet werden. Gewächshäuser musst du gezielt lüften. Kulturfehler verringern deine Tomatenernte und die Qualität der Früchte. Für den optimalen Ertrag müssen reife Früchte regelmäßig entfernt werden, damit sich neue Blüten bilden. Eine gleichmäßige Wasserversorgung, gute Temperaturführung, Lüften und angepasste Düngung beugen Nährstoffmangel, Blütenendfäule und dem Platzen von Früchten vor, wodurch der Anteil verwertbarerer Früchte zunimmt.
Verwendung
Nicht zuletzt spielt es natürlich eine Rolle, wofür du die Tomaten verwenden willst. Möchtest du nur Tomaten zum Naschen und für den Frischverzehr als Salat oder Brotbelag, benötigst du weniger Pflanzen von Salattomaten, Kirschtomaten und Cherrytomaten. Möchtest du auch Tomaten zu Soßen oder Suppen verarbeiten oder sie für die spätere Verarbeitung einkochen oder trocknen, benötigst du zusätzlich andere Sorten wie San Marzano und Fleischtomanten und musst mehr Pflanzen setzen.
Tomatentyp
Es gibt viele verschiedene Tomatentypen. Sie unterschieden sich im Geschmack, der Verwendung und auch im Ertrag.
Kleine Cherry- und Cocktailtomaten sind besonders fruchtig, saftig und aromatisch. Sie eignen sich hervorragend zum Naschen direkt von der Pflanze oder als frische Zutat im Salat, weil sie ein intensives, oft leicht süßes Aroma haben. Die einzelnen Pflanzen können mehrere Hunderte Früchte tragen. Diese sind aber nur 10–20 g schwer. Dadurch ist bei einer einzelnen Pflanze über den gesamten Erntezeitraum durchschnittlich nur ein Gesamtertrag von etwa 1,5–2,5 kg zu erwarten.
Bild: OpenSky® 'Sugared' ist eine süsse Cherrytomate mit guter Krankheitsresistenz und langen Rispen.
Salattomaten, also die klassischen runden Tomaten mittlerer Größe, sind deutlich vielseitiger einsetzbar. Du kannst sie sowohl roh im Salat als auch verarbeitet in Soßen oder Suppen verwenden. Sie bieten ein ausgewogenes Verhältnis von Fruchtfleisch und Saft und sind Alleskönner in der Küche. Bei Salattomaten werden in der Hobbykultur etwa 2–3 kg pro Pflanze geerntet.
Bild: Die OpenSky®-Tomate 'Tombonne'® ist eine wunderbare Salattomate fürs Freiland.
Fleischtomaten sind groß, enthalten viel festes Fruchtfleisch und vergleichsweise wenig Saft und Galerte. Dadurch bringen sie beim Garen eine kräftige Konsistenz und ein intensives Aroma mit, ohne dass deine Gerichte verwässern. Fleischtomaten tragen Früchte mit einem Gewicht von 200–500 g. Aber diese entwickeln sich langsam und oft können nicht mehr als 4–6 Tomaten von einer Pflanze geerntet werden. Ein Ertrag von 1,5–3 kg pro Pflanze ist bei großfruchtigen Sorten realistisch.
Bild: Die charakteristische Form der Ochsenherz-Tomate ist einzigartig.
Für spezielle Anwendungen wie das Trocknen oder die Herstellung von Ketchup sind die länglichen Flaschen- oder San-Marzano-Tomaten besonders gut geeignet. Sie sind festfleischig, haben einen geringeren Wasseranteil und lassen sich daher hervorragend einkochen oder weiterverarbeiten. Sie bringen einen Ertrag von etwa 2–3 kg pro Pflanze.
Einige Tomatensorten tragen mehr als andere, und durch optimale Kulturbedingungen im Gewächshaus, bei idealer Witterung, ohne Schädlingsbefall und Pilzkrankheiten, kann der Ertrag auch doppelt so hoch sein. Für unsere Planung sollten wir uns aber zunächst an diese Durchschnittswerte halten.
Selbstversorgung „light“ mit Tomaten
Gehen wir für eine Light-Variante, also eine Teilselbstversorgung, einmal davon aus, dass ein Vier-Personen-Haushalt seinen Bedarf an frischen Tomaten selbst decken möchte. Dadurch, dass ständig frische Tomaten von favorisierten Sorten vorhanden sind, wird mehr gegessen als im statistischen Durchschnitt – etwa 15 kg pro Person. Was nicht frisch gegessen werden kann, wird zu Soßen verarbeitet, kommt in den Eintopf oder auf die Pizza. Für die Kultur stehen Regenschutz und Anlehngewächshäuser zur Verfügung. Durch angepasste Kulturführung bringen die Pflanzen einen guten, durchschnittlichen Ertrag.
Für den Frischverzehr eignen sich am besten Cherrytomaten, Cocktailtomaten und Rundtomaten. Die Sortenvielfalt lässt sich durch aromatische Fleischtomaten erweitern.
Tomatenpflanzen für den Frischverzehr in einem 4-Personen-Haushalt
Wenn wir von 15 kg Tomaten pro Person ausgehen, streben wir bei unserer Teil-Selbstversorgung einen Ertrag von insgesamt 60 kg an. Durch unsere Kulturmaßnahmen können wir davon ausgehen, dass unsere Pflanzen einen guten Ertrag bringen.
- 24 kg Cherry und Cocktailtomaten = 10 Pflanzen
- 24 kg Salattomaten = 8 Pflanzen
- 12 kg Fleischtomaten = 4 Pflanzen
Bild: Um den Bedarf eines 4-Personen-Haushalts mindestens teilweise zu decken, braucht es gut 20 Pflanzen
Selbstversorgung „Hardcore“ mit Tomaten
Um eine komplette Selbstversorgung mit Tomaten zu erreichen, müssen wir auch die Tomaten berücksichtigen, die in verarbeiteter Form gegessen werden. Diese Menge ist etwa doppelt so groß wie die, die frisch gegessen wird. Rechnen wir mit 30 kg pro Person – also 120 kg Tomaten für die Verarbeitung.
Tomatenpflanzen für die Vollversorgung in einem 4-Personen-Haushalt
Um eine Vollversorgung zu erreichen, verdoppeln wir in unserem Rechenbeispiel die vielseitig verwendbaren Salattomaten, ergänzen mehr Fleischtomaten für Soßen und Suppen und erweitern die Sortenvielfalt auf Flaschen- und San-Marzano-Tomaten zum Einkochen und Trocknen.
- 24 kg Cherry und Cocktailtomaten = 10 Pflanzen
- 48 kg Salattomaten = 16 Pflanzen
- 45 kg Fleischtomaten = 15 Pflanzen
- 63 kg SanMarzano- und Flaschentomaten = 21 Pflanzen
Dadurch können wir einen Ertrag von rund 180 kg Tomaten erwarten.
Bild: Wer sich komplett mit Tomaten selbstversorgen will, benötigt eine stattliche Anzahl, rund 60 Pflanzen – und entsprechend Platz...
Selbstversorgung mit Tomaten: Flächenbedarf ermitteln
Für die Berechnung des Flächenbedarfs gehen wir einfachheitshalber davon aus, dass alle gewählten Tomatensorten Stabtomaten sind, die eintriebig gezogen werden. Sie werden mit einem Abstand von einem halben Meter in der Reihe und mit einem Reihenabstand von einem Meter gepflanzt. Das ergibt einen Platzbedarf von 0,5 Quadratmetern pro Tomatenpflanze.
- Für die SelbstversorgungLight-Familie: 22 Pflanzen = 11 Quadratmeter.
- Für die SelbstversorgungHardcore-Familie: 62 Pflanzen = 31 Quadratmeter.
Selbstversorgung mit Tomaten: Sorten wählen
Bei der Wahl geeigneter Sorten musst du zwei Dinge berücksichtigen:
Zum Naschen und für den Frischverzehr als Salat oder als Brotbelag, möchtest du eine möglichst große Vielfalt und eine lange Ernteperiode. Wähle wenige Pflanzen von möglichst vielen verschiedenen Sorten aus. Ideal sind resistente Sorten, die im Freiland, in der Pflanzenampel oder im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse ohne Schutz wachsen können. Dann kannst du täglich nach Lust und Laune frische Tomaten ernten, hast aber nicht ständig zu viele, die du dann verarbeiten musst.
Zum Ausprobieren der großen Tomatenvielfalt bieten wir in unserem Lubera®-Pflanzenshop Tomatenpflanzen im Set an:
Die Verarbeitung von Tomaten lohnt sich dagegen nur, wenn du genug Früchte für die Rezepte hast, damit du auf einen Schlag 8 bis 10 Einmachgläser mit Suppen, Pesto oder eingekochten Tomaten für den Vorrat bekommst. Auch das Trocknen ist nur effektiv, wenn du deinen Dörrautomaten mit den Tomaten vollbekommst. Darum solltest du von den Tomaten für die Verarbeitung mehr Pflanzen einer Sorte haben, damit du mehr Früchte auf einmal für deine Rezepte hast. So sparst du Zeit und Energie.
Warum sich Selbstversorgung mit Tomaten lohnt
- Mehr Geschmack: Frische, erntereife Tomaten haben das beste Aroma.
- Nachhaltigkeit: Lokaler Anbau macht Transportwege überflüssig.
- Vielfalt und Sortensicherheit: Du kannst alle deine Lieblingstomaten essen.
- Ersparnis: Der Eigenanbau ist günstiger als der Kauf von Gemüse.
- Unabhängigkeit und Zufriedenheit: Du hast Kontrolle über Qualität und Herkunft.
Tomaten sind ein vielfältiges Gemüse. Größe, Form, Farbe und Geschmack unterscheiden sich bei den Sorten. Im Supermarkt ist die Auswahl begrenzt und auch ein lokaler Bauernmarkt bietet nur einen kleinen Ausschnitt aus der Vielfalt. Im eigenen Garten kannst du nach Lust und Laune experimentieren und deine Favoriten küren. Wenn dich die Selbstversorgung mit Tomaten interessiert, baue die Sorten an, die bei dir auf deinem Boden, in deinem Klima am besten gedeihen und dir am besten schmecken. Finde bei Lubera die Top-Tomaten für dein Lieblingsrezept.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.