Für die Auswahl habe ich nach Blumenzwiebeln (Geophyten) gesucht, bei denen in wissenschaftlichen Untersuchungen bereits interessante Blütenbesuche festgestellt wurden. Im nächsten Jahr möchte ich die Zwiebelpflanzen einem Praxistest unterziehen: Mit 10-minütigen FIT Counts zähle ich, wer tatsächlich auf den Blüten landet. Und wer möchte, pflanzt sein eigenes Trachtband und zählt einfach mit. Für dein Trachtband kannst du bei Lubera die passenden Blumenzwiebeln kaufen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Trachtband?
- So pflanzt du dein eigenes Trachtband
- Variante 1: Das Trachtband als schönes Gartenbeet
- Variante 2: Das Trachtband als FIT-Count-Versuch
- So funktioniert dein FIT Count an den Blüten im Garten
- 1. Suche dir eine blühende Pflanzenart aus
- 2. Zähle die Blüheinheiten (die sog. »Floral Units«)
- 3. Stelle einen Timer auf 10 Minuten.
- 4. Zähle alle Insekten, die auf den Blüten (Floral Units) landen.
- 5. Keine Besucher? Unbedingt trotzdem eintragen! Auch 0 Blütenbesucher ist ein wichtiges Ergebnis.
- Was könnten wir mit dem FIT Count bewegen?
Zusammenfassung
- Ein Trachtband verlängert das Blütenangebot: Früh- und spätblühende Blumenzwiebeln werden so kombiniert, dass möglichst vom ausgehenden Winter bis in den Sommer Pollen und Nektar angeboten werden.
- Die Pflanzenauswahl basiert auf wissenschaftlichen Hinweisen: Für das Trachtband wurden bevorzugt Geophyten ausgewählt, bei denen Untersuchungen bereits interessante Insektenbesuche nachweisen konnten, oder bei denen entsprechende Ergebnisse von verwandten Arten neugierig machen.
- Das Trachtband darf schön oder experimentell sein: Für ein Gartenbeet können die Zwiebeln in Tuffs und lockeren Mischungen gepflanzt werden. Wer FIT Counts durchführen möchte, pflanzt die Arten dagegen besser getrennt auf etwa 50 × 50 cm grossen Flächen.
- Mit dem FIT Count kann jeder Blütenbesucher zählen: Zehn Minuten lang werden alle Insekten gezählt, die auf den Blüten einer Pflanzenart landen. Auch eine Beobachtung mit null Besuchern ist ein Ergebnis.
- Das Trachtband ist ein mehrjähriger Versuch: Blühzeiten, Trachtlücken und Insektenbesuche werden dokumentiert. So lässt sich die Mischung von Jahr zu Jahr verbessern – und wer möchte, kann im eigenen Garten mitzählen.
Praxis Tipps
- Wähle Pflanzen so aus, dass sich ihre Blütezeiten möglichst überlappen. Auf den Krokus folgt beispielsweise der Blaustern, danach Traubenhyazinthe und Camassia und im Sommer verschiedene Lauch-Arten. So entsteht tatsächlich ein Band aus aufeinanderfolgenden Nahrungsangeboten.
- Pflanze von einer Art mehrere Zwiebeln in Tuffs oder kleinen Flächen zusammen. Solche gut sichtbaren Blütenangebote können von anfliegenden Insekten leichter gefunden und effizienter genutzt werden als einzelne, weit verstreute Blüten.
- Notiere, wann die einzelnen Arten tatsächlich blühen und ob zwischendurch Zeiten mit wenigen Blüten entstehen. Solche Trachtlücken kannst du im nächsten Herbst gezielt mit früher oder später blühenden Arten schliessen. So entwickelt sich dein Trachtband von Jahr zu Jahr weiter.
Was ist ein Trachtband?
Krokusse blühen schon an den ersten milden Tagen, danach öffnen Blausterne und Traubenhyazinthen ihre Blüten. Im Mai und Juni folgen Milchsterne, Wildgladiolen und Zierlauch, später übernimmt beispielsweise der Schnittknoblauch. Geschickt kombiniert können Geophyten so über viele Monate immer wieder neue Blüten anbieten.
Genau das ist die Idee eines Trachtbandes (manchmal auch Trachtfließband genannt): Statt nur eine einzige besonders »bienenfreundliche« Pflanze anzubauen, kombiniert ein Trachtband verschiedene Arten so, dass ihre Blütezeiten möglichst nahtlos aufeinanderfolgen. Wenn eine Art verblüht, beginnt die nächste.
Für Bienen und andere blütenbesuchende Insekten kann das wichtiger sein als eine kurze Blütenfülle. Denn sie benötigen nicht irgendwann besonders viele Blüten, sondern über einen möglichst langen Zeitraum erreichbare Quellen für Pollen und Nektar.
Welche Blumenzwiebeln habe ich für mein Trachtband ausgewählt?
Bei vielen Blumenzwiebeln heisst es, sie seien »bienenfreundlich«. Welche Blumenzwiebel-Arten eignen sich aber für ein Trachtband, dass die Bestäuber tatsächlich besonders üppig mit Pollen und Nektar versorgen soll?
Das möchte ich ausprobieren. Dafür pflanze ich diesen Herbst 2026 ein sonniges Beet mit verschiedenen Blumenzwiebeln (Geophyten), deren Blütezeiten sich vom ausgehenden Winter bis in den Sommer ergänzen. Im kommenden Jahr möchte ich dann beobachten, wer die Blüten tatsächlich nutzt.
Nun muss ich dafür noch die besten Trachtband-Kandidaten aus dem Lubera-Blumenzwiebelsortiment auswählen. Um Hilfestellung bei der Auswahl zu bekommen, habe ich gezielt nach wissenschaftlichen Untersuchungen gesucht, die Insektenbesuche tatsächlich nachgewiesen haben.
Dabei habe ich schnell festgestellt, dass die Datenlage für die verschiedenen Blumenzwiebel-Arten im Lubera Sortiment sehr unterschiedlich ist. Bei einigen Arten gibt es detaillierte Untersuchungen zu Blütenbesuchern. Bei anderen finden sich nur Beobachtungen an verwandten Blumenzwiebel-Arten. Und manche unserer beliebtesten Garten-Geophyten sind leider erstaunlich dürftig untersucht.
Besonders neugierig hat mich schliesslich das Blausternchen, botanisch Scilla, gemacht.
Eine 2026 veröffentlichte botanische Studie aus der Slowakei zeigte eine auffallend starke Attraktivität früh blühender Scilla für Honigbienen und Hummeln. Die Autoren bezeichnen Scilla deshalb als eine Art »Magnetpflanze« für Bestäuber.
Nun gehören alle Scilla-Arten aus dem Lubera-Sortiment in mein Trachtband: Das Siberische Blausternchen (Scilla siberica), das Kaukasische Blausternchen (Scilla mischtschenkoana) und das Zweiblättrige Blausternchen (Scilla bifolia). Ob sich die Bienen hier in Norddeutschland wohl ebenso für diese zauberhaften kleinen Zwiebelblumen begeistern können?
Eine besonders gute wissenschaftliche Grundlage gibt es für die nordamerikanische Prärielilie der Art Camassia quamash, die in ihrer Heimat von einer Vielzahl von bestäubenden Insekten besucht wird. In mein Trachtband übernehme ich nun die Art Prärielilie 'Alba' (Camassia leichtlinii), und beobachte, ob sie die Insekten in einem norddeutschen Garten ebenfalls überzeugt.
Auch die Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum) war Gegenstand von Feldexperimenten sowie auch die Wildgladiole Gladiolus communis. Ich bin durch das gesamte Lubera-Blumenzwiebelsortiment gegangen. Wo es artspezifische Untersuchungen gibt, oder auch Ergebnisse verwandter Arten, bin ich neugierig auf die Pflanzen als Versuchskandidaten.
Hier mein geplantes Trachtband 2026 aus den Lubera-Blumenzwiebeln:
Bild: Im Herbst 2026 pflanze ich diese Trachtband-Version 1.0. Nach der Auswertung der dokumentierten Insektenbesuche und Blühzeiten in 2027 kann ich die Zusammensetzung überarbeiten.
Das Trachtband ist kein fertiges Rezept, sondern ein mehrjähriger Versuch. Im Herbst 2026 pflanze ich eine erste Version meines Trachtbandes. Im Jahr 2027 dokumentiere ich Blühzeiten, mögliche Trachtlücken und Insektenbesuche. Anschliessend kann ich einzelne Sorten oder Arten herausnehmen oder ergänzen, und 2028 ein verbessertes Trachtband testen.
Die besten Zwiebelblumen für ein Trachtband ermitteln: Der FIT Count Test
Was werden im kommenden Jahr die besten Zwiebelblumen in meinem Trachtband sein? Dafür möchte ich eine verblüffend einfache wissenschaftliche Methode verwenden: den FIT Count. FIT steht für »Flower-Insect Timed Count«, also eine zeitlich begrenzte Zählung von Insekten auf Blüten.
Das Prinzip kann praktisch jeder im eigenen Garten ausprobieren. Man sucht sich eine gerade blühende Pflanzenart. Dann zählt man, wie viele Blüten beziehungsweise Blüheinheiten vorhanden sind, stellt einen Timer auf zehn Minuten und beobachtet.
Gezählt wird jedes Insekt, das auf einer Blüte landet.
Dabei muss niemand sämtliche Wildbienen oder Schwebfliegen bestimmen können. Für den Anfang reichen Gruppen wie Hummel, Honigbiene, andere Wildbiene, Schwebfliege, andere Fliege, Schmetterling, Käfer und sonstiges Insekt völlig aus.
Auch wenn zehn Minuten lang überhaupt kein Insekt erscheint, ist das ein Ergebnis. Eine Null ist bei einem solchen Versuch genauso interessant wie ein besonders gut besuchter Krokus.
Bild: Zierlauch, gleich welcher Art, ist bisher im eigenen Garten immer ein Insektenmagnet gewesen. Hier wippen zahlreiche Bienen und Hummeln auf den Blüten des Allium sphaerocephalon, während sie den Nektar schlürfen.
Bild: Dieses Foto stammt von einer Kundin: Die kleinen Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) geben alles auf den Blüten von Prärielilie (Camassia leichtlinii) ‘Blue Candle’, um ihre Art zu erhalten.
So pflanzt du dein eigenes Trachtband
Du kannst die Zwiebelblumen des Trachtbandes auf zwei verschiedene Arten pflanzen. Möchtest du vor allem ein schönes, über viele Monate blühendes Beet, darfst du dich gestalterisch ausleben. Möchtest du dagegen später mit einem FIT Count untersuchen, welche Arten besonders häufig von Insekten besucht werden, solltest du die Pflanzen klar voneinander trennen.
Variante 1: Das Trachtband als schönes Gartenbeet
Für ein natürlich wirkendes Beet pflanzt du die Zwiebeln am besten in kleinen Gruppen und Wiederholungen. Verteile beispielsweise Krokusse, Blausterne und Traubenhyazinthen in mehreren lockeren Tuffs zwischen den später blühenden Camassien, Wildgladiolen und Lauch-Arten.
Achte dabei auf unterschiedliche Höhen und Blütezeiten. Kleine Frühjahrsblüher dürfen vorne und zwischen den höheren Pflanzen wachsen. Prärielilien, Wildgladiolen und hohe Zierlauch-Arten bilden später die zweite Etage. Die Zwiebelarten dürfen dabei durchaus miteinander gemischt werden und blühende Stauden ergänzen den Trachtband-Effekt schön und effektiv zugleich.
Das Ziel ist schliesslich ein schönes und möglichst lang blühendes Gartenbeet. Auf diese Weise gestaltest du schöne Gartenbilder, während möglichst immer irgendwo neue Blüten für Insekten erscheinen.
Variante 2: Das Trachtband als FIT-Count-Versuch
Wenn du herausfinden möchtest, welche Zwiebelblumen tatsächlich besonders häufig besucht werden, pflanze anders: Jede Art bekommt eine eigene Fläche von ungefähr 50 × 50 cm.
Mische innerhalb dieser Versuchsflächen keine verschiedenen Arten. Zwischen zwei Flächen lässt du nach Möglichkeit etwas Abstand. So kannst du später eindeutig erkennen, welche Pflanzenart ein Insekt gerade besucht.
Die Anzahl der Zwiebeln richtet sich dabei nach ihrer Grösse. Von kleinen Krokussen, Blausternen und Traubenhyazinthen können beispielsweise etwa 20–25 Zwiebeln in einer Fläche stehen, von grossen Camassien oder Honiglauch reichen deutlich weniger.
Wichtig für die Auswertung: Blühen unmittelbar neben der Versuchsfläche gleichzeitig attraktive Stauden, können sie die Zahl der Blütenbesuche beeinflussen, weil sie mit den untersuchten Zwiebelblumen um die Aufmerksamkeit der Insekten konkurrieren oder zusätzliche Bestäuber in die Umgebung locken. Möchtest du verschiedene FIT Counts möglichst gut miteinander vergleichen, halte deshalb die unmittelbare Umgebung der 50 × 50 cm grossen Beobachtungsflächen während der Blüte möglichst frei von anderen blühenden Pflanzen.
Wenn die Pflanzen blühen, zählst du vor jedem FIT Count die gerade vorhandenen Blüheinheiten (Floral Units). Anschliessend beobachtest du die Fläche zehn Minuten lang und notierst alle Insekten, die auf den Blüten landen.
Noch besser wird der Vergleich, wenn du jede Pflanzenart mehrmals während ihrer Hauptblüte und möglichst unter ähnlichen Wetterbedingungen beobachtest.
So entstehen aus denselben Blumenzwiebeln zwei ganz unterschiedliche Projekte: Im ersten Fall gestaltest du ein abwechslungsreiches Trachtband für deinen Garten. Im zweiten wird dein Beet zu einer kleinen Freiland-Versuchsfläche, auf der du selbst untersuchen kannst, welche Blüten von Hummeln, Wildbienen, Honigbienen, Schwebfliegen und anderen Insekten tatsächlich genutzt werden.
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Art |
Zwiebeln/Knollen je 50 × 50 cm |
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Elfen-Krokus (Crocus tommasinianus) |
25–30 |
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Frühlings-Krokus (Crocus vernus) |
20–25 |
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Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia) |
20–25 |
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Sternhyazinthe (Scilla luciliae, syn. Chionodoxa luciliae) |
20–25 |
|
Kaukasischer Blaustern (Scilla mischtschenkoana) |
15–20 |
|
Armenische Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum) |
20–25 |
|
Traubenhyazinthe (Muscari botryoides) ‘Superstar’ |
20–25 |
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Dolden-Milchstern (Ornithogalum umbellatum) |
15–20 |
|
Pontischer Milchstern (Ornithogalum ponticum) ‘Sochi’ |
5–7 |
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Prärielilie (Camassia leichtlinii) ‘Alba’ |
5–7 |
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Grosse Prärielilie (Camassia leichtlinii) ‘Caerulea’ |
5–7 |
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Schwarzpurpur-Lauch (Allium atropurpureum) |
7–9 |
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Byzantinische Wildgladiole (Gladiolus × byzantinus) |
7–9 |
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Kugelköpfiger Lauch (Allium sphaerocephalon) |
15 |
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Honiglauch (Nectaroscordum siculum) |
5–7 |
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Schnittknoblauch (Allium tuberosum) |
5–7 Pflanzen |
Macht mit bei unserem Trachtband-Versuch
Besonders spannend wird der Versuch, wenn ihr ebenfalls Blütenbesuche an euren Zwiebelblumen zählt. Wer kein ganzes Trachtband aus Blumenzwiebeln im Garten hat, kann im kommenden Frühjahr trotzdem im Garten alle vorhandenen Arten für zehn Minuten beobachten. Notiert euch dazu Pflanzenart, Datum, Uhrzeit, Zahl der Blüheinheiten, Zahl und Artengruppe der Besucher sowie ungefähr Temperatur, Bewölkung und Wind. Ein Foto der beobachteten Pflanze und unbekannter Besucher kann ebenfalls hilfreich sein.
Ich würde für jede Art mindestens drei Counts während der Hauptblüte anstreben, denn ein einzelner 10-Minuten-Count ist nur eine Momentaufnahme.
Blütezeit ist nicht gleich Trachtzeit. Eine Pflanze kann optisch noch blühen, obwohl einzelne Blüten bereits kaum noch Pollen oder Nektar anbieten. Deshalb sollten die FIT Counts möglichst während der Hauptblüte stattfinden und der Blühzustand mitnotiert werden.
Frühblüher stellen den FIT Count vor ein methodisches Problem. Gerade Crocus und Scilla können bereits im Februar oder März blühen. An kalten Tagen bedeutet »0 Besucher« möglicherweise eher, dass das Wetter noch zu kalt für den Insektenflug ist, und nicht, dass diese Pflanze unattraktiv für Bestäuber ist.
Beim FIT Count lohnt es sich, nicht nur die Gesamtzahl der Blütenbesuche zu betrachten, sondern auch darauf zu achten, wer die Blüten nutzt.
Manche Pflanzen werden von vielen unterschiedlichen Insektengruppen besucht und sind damit eher Generalisten: Ihre Blüten sind beispielsweise für Honigbienen, verschiedene Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen oder Käfer zugänglich. Andere Pflanzen haben eine stärker spezialisierte Blütenform oder bieten Pollen und Nektar so an, dass vor allem bestimmte Insekten davon profitieren.
Umgekehrt gibt es unter den Blütenbesuchern Generalisten, die zahlreiche Pflanzenarten nutzen, und Spezialisten, die für ihre Pollenversorgung auf wenige Pflanzengattungen oder sogar einzelne Pflanzenarten angewiesen sind. Eine Zwiebelblume mit weniger Besuchen kann deshalb ökologisch trotzdem interessant sein, wenn darunter spezialisierte Besucher sind.
So kann ein Formular für deinen FIT Count aussehen:
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Angabe |
Eintrag |
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Beobachter/in |
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Ort / Region |
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Datum |
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Startzeit |
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Pflanzenart / Sorte |
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Anzahl “Floral Units” |
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Blühzustand |
☐ Blühbeginn ☐ Hauptblüte ☐ Blühende |
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Temperatur |
ca. °C |
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Sonne |
☐ sonnig ☐ Sonne/Wolken ☐ bedeckt |
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Wind |
☐ windstill ☐ leicht ☐ deutlich |
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Blütenbesucher |
Anzahl in 10 Minuten |
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🐝 Hummeln |
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🍯 Honigbienen |
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🐝 Andere Bienen / Wildbienen |
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Schwebfliegen |
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Andere Fliegen |
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Schmetterlinge / Nachtfalter |
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Käfer |
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Wespen |
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Kleine Insekten unter ca. 3 mm |
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Andere Insekten |
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Besuche insgesamt |
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So funktioniert dein FIT Count an den Blüten im Garten
1. Suche dir eine blühende Pflanzenart aus
Beobachte möglichst eine etwa 50 × 50 cm grosse Fläche. Während eines FIT Counts wird immer nur eine Pflanzenart untersucht.
2. Zähle die Blüheinheiten (die sog. »Floral Units«)
Notiere vor Beginn, wie viele geöffnete Blüten beziehungsweise Blütenstände sich in deiner Beobachtungsfläche befinden.
Eine einzelne Krokusblüte kann schon eine Blüheinheit (Floral Unit) sein. Bei einer Traubenhyazinthe oder einer Lauch-Dolde wird dagegen der gesamte Blütenstand als Einheit gezählt.
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Pflanze |
Floral Unit beim FIT Count |
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Elfen-Krokus (Crocus tommasinianus) |
1 geöffnete Blüte |
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Mischtschenko-Blaustern (Scilla mischtschenkoana) |
1 Blütenstand |
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Frühlings-Krokus (Crocus vernus) |
1 geöffnete Blüte |
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Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia) |
1 Blütenstand |
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Lucilien-Blaustern (Scilla luciliae) |
1 Blütenstand |
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Armenische Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum) |
1 Blütentraube |
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Traubenhyazinthe ‘Superstar’ (Muscari botryoides ‘Superstar’) |
1 Blütentraube |
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Dolden-Milchstern (Ornithogalum umbellatum) |
1 geöffnete Blüte |
|
Pontischer Milchstern (Ornithogalum ponticum) |
1 Blütenstand |
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Grosse Prärielilie ‘Alba’ (Camassia leichtlinii ‘Alba’) |
1 Blütentraube |
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Grosse Prärielilie ‘Caerulea’ (Camassia leichtlinii ‘Caerulea’) |
1 Blütentraube |
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Schwarzpurpur-Lauch (Allium atropurpureum) |
1 Dolde |
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Sizilianischer Honiglauch (Nectaroscordum siculum, syn. Allium siculum) |
1 Dolde |
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Byzantinische Wildgladiole (Gladiolus × byzantinus) |
1 geöffnete Blüte |
|
Kugelköpfiger Lauch (Allium sphaerocephalon) |
1 Dolde |
|
Schnittknoblauch (Allium tuberosum) |
1 Dolde |
3. Stelle einen Timer auf 10 Minuten.
4. Zähle alle Insekten, die auf den Blüten (Floral Units) landen.
5. Keine Besucher? Unbedingt trotzdem eintragen! Auch 0 Blütenbesucher ist ein wichtiges Ergebnis.
Was könnten wir mit dem FIT Count bewegen?
Wer schon einmal bei der »Stunde der Gartenvögel« oder dem »Insektensommer« des NABU mitgemacht hat, kennt das Prinzip: Viele Menschen beobachten für eine festgelegte Zeit die Natur vor ihrer Haustür und zählen nach einer gemeinsamen Methode.
Der FIT Count funktioniert ganz ähnlich. Statt eine Stunde lang Vögel oder Insekten in einem grösseren Bereich zu suchen, beobachte ich zehn Minuten lang die Blüten einer einzigen Pflanzenart. Ich notiere, wie viele Blüten beziehungsweise Blüheinheiten vorhanden sind, und zähle alle Insekten, die während dieser Zeit darauf landen. Dabei muss ich keine Wildbienenexpertin sein. Hummel, Honigbiene, andere Biene, Schwebfliege, Käfer oder Schmetterling reichen als Kategorien vollkommen aus.
Eine einzelne zehnminütige Beobachtung erzählt noch keine grosse Geschichte. Wenn aber viele Menschen nach derselben Methode beobachten, entsteht aus vielen kleinen Momentaufnahmen ein immer interessanteres Bild.
Bei unserem Trachtband möchte ich dieses Prinzip nutzen, um eine ganz konkrete Gartenfrage zu untersuchen: Welche Zwiebelblumen werden wann und von welchen Blütenbesuchern tatsächlich genutzt?
Genau das könnten wir im kommenden Gartenjahr gemeinsam herausfinden. Zehn Minuten Beobachtungszeit genügen für einen kleinen Beitrag. Und nebenbei lernen wir erstaunlich viel darüber, was auf den eigenen Blüten eigentlich tatsächlich los
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
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