Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung
- Eure Rezepte: Tradition und Kreativität
- Schwarze Johannisbeere: Ein Strauch, zwei Geschmackswelten
- Rezepte, die schwarze Johannisbeeren verflüssigen
- Cassislikör
- Schwarze Johannisbeeren, um sich das Leben zu versüßen
- Den besten Erntezeitpunkt für schwarze Johannisbeeren erwischen
- Schwarze Johannisbeeren: Die richtige Sorte finden
- Fazit: Ein unterschätzter Alleskönner
Zusammenfassung
Emotionale Erinnerung: Die Schwarze Johannisbeere ist mehr als irgendeine Frucht für uns, ihr Aroma versetzt zurück in die Kindheit, in unvergessliche Gartenmomente.
Kulinarische Vielfalt: Von klassischen Rezepten bis zu kreativen Ideen zeigt sich in euren Beiträgen das volle Potenzial des Cassis-Aromas.
Tradition trifft Moderne: Alte Nutzung als Nutz- und Heilpflanze verbindet sich heute mit innovativen Küchenideen.
Ganzheitliche Nutzung: Beeren und Blätter eröffnen zwei völlig unterschiedliche, spannende Geschmackswelten.
Neue Sorten anbauen: Mit einem eigenen Cassissima-Strauch im Garten wird die Johannisbeere zur Genussquelle auch für diejenigen, die sich bisher nicht für sie erwärmen konnten.
Eure Rezepte: Tradition und Kreativität
Traditionell war die Schwarze Johannisbeere in beinahe jedem Garten zu finden. Daher ist sie auch mit vielen persönlichen Kindheits-Erinnerungen verbunden. Wie prägend diese Erfahrungen sein können, zeigt etwa die Geschichte einer Leserin: Als Kind musste sie im Garten der Großmutter »mit unausweichlicher Sicherheit« bei der Beerenschwemme helfen: stundenlanges Zupfen, akribisches Verlesen, Hass-Sirup statt Orangenlimo. »Ich habe alles daran gehasst«, schreibt sie, und doch ist heute – Jahrzehnte später – aus Abneigung echte Wertschätzung geworden. Der Duft der Pflanze steht nun für Kindheit und Unbeschwertheit, und im eigenen Garten wachsen gleich mehrere Sträucher, deren Ernte wieder zu Sirup, Gelee, Chutney oder sogar Eis verarbeitet wird.
Ebenso tief verwurzelt sind einige Traditionen, in denen Johannisbeer-Zubereitungen eine Rolle spielen:
»Bei uns gibt es jedes Jahr im Juni den Johannikirtag. Zu dieser Zeit werden die reifen Johannisbeeren gepflückt. Die schwarzen Beeren werden entsaftet, die roten Beeren werden zu Kuchen verarbeitet und auch eingefroren. Die weißen werden meist vernascht. Freilich wird auch Cassis Likör gemacht. Fast immer werden die schwarzen Johannisbeeren an dem Samstag entsaftet, wo abends bei uns die Sonnwendfeier im nahegelegenen Wald stattfindet. Nach getaner Arbeit hat man sich ein gutes Abendessen und ein gemütliches Beisammensitzen am Lagerfeuer verdient. Meistens geht man dann am nächsten Tag zum Johannikirtag. Das ist bei uns so Tradition. In der Vorweihnachtszeit schmeckt dann ein Ribiselglögg (Johannisbeerpunsch) besonders gut.«
Bis in die 1950er Jahre wurde die Schwarze Johannisbeere vor allem wegen ihrer gesundheitlichen Wirkung geschätzt. Sie war weniger eine »Naschfrucht« als vielmehr eine vielseitige Nutzpflanze in Küche und Hausapotheke. Und so »gut« wie Medizin hat sie vielen von euch damals auch geschmeckt. Aber wie wir sehen werden: Ihr holt das Beste aus jeder Cassis-Beere heraus. Mit den folgenden Küchentipps werden sie zur unnachahmlichen Delikatesse.
Schwarze Johannisbeere: Ein Strauch, zwei Geschmackswelten
Die Beeren der Schwarzen Johannisbeere sind bekannt für ihr tiefes, fast herbes Aroma mit einer markanten Säure und dunklen, beerigen Noten. Eure Rezepte und kulinarischen Tipps zeigen, wie sich die charakterstarke Beere sowohl für süße als auch für herzhafte Gerichte nutzen lässt.
Weniger bekannt, aber ebenso spannend, sind die Blätter. Sie verströmen einen frischen, leicht harzigen Duft mit grünen, fast cassisartigen Noten. Eine von euch erinnert sich:
»Jedes Mal wenn ich heute an den Blättern reibe, muss ich an meine Oma denken und wie sie mit ihrer Schürze im Garten rumwuselte. Das ist für mich der Geruch von Sommer.«
Bild: Im Frühjahr lassen sich besonders zarte Blätter der Schwarzen Johannisbeere ernten. Sie eignen sich für Salat, und dienen auch als Gewürz. Nutze sie ähnlich wie andere frische Kräuter.
Wer einen solchen Strauch der Schwarzen Johannisbeere im Garten hat, besitzt nicht nur eine Fruchtquelle, sondern eine kleine kulinarische Schatzkiste. Es lohnt sich, beide Seiten immer wieder neu zu entdecken, sowohl die dunkle, intensive Frucht als auch das überraschend feine, grüne Blattaroma:
»Ich hatte vom Rückschnitt der schwarzen Johannisbeere noch zwei Stöckchen im Haus im Glas zu stehen (eigentlich nur, weil ich den Geruch der Blätter sehr mag). Jetzt 'nasche' ich da im Vorbeigehen immer die Blüten und ab und zu auch die Blätter davon ab. So kann ich das, was eigentlich nur 'Abfall' gewesen wäre tatsächlich noch nutzen. Insbesondere die Blüten finde ich auch wirklich lecker, so langsam sind aber leider fast alle abgeknabbert. Gut, dass meine Sträucher nächstes Jahr schon deutlich größer sein dürften und dann vermutlich auch mehr Rückschnitt erfordern werden.«
»Ich mochte schwarze Johannisbeeren schon immer – dieses intensive Cassis-Aroma ist einfach unschlagbar. Ein kleiner Wermutstropfen war bisher allerdings: Die Früchte vieler Sorten waren eher klein und oft etwas trocken. Umso spannender finde ich, dass an neuen Züchtungen weitergearbeitet wurde. Letztes Jahr habe ich mir eine Cassissima-Sorte gegönnt – und jetzt steigt die Vorfreude auf die erste Ernte in diesem Jahr! Was viele gar nicht wissen: Nicht nur die Beeren sind ein Genuss. Auch die Blätter haben es in sich. Wer gerne Kräutertee trinkt, sollte unbedingt einmal einen Tee aus Cassissima-Blättern probieren – überraschend aromatisch und richtig lecker! Geerntet werden die Blätter am besten im Juni, dann ist ihr Aroma am intensivsten. In der Volksmedizin wird ihnen nachgesagt, dass sie die Nierentätigkeit anregen und bei Beschwerden wie Gicht, Rheuma oder Migräne unterstützen können. Ich persönlich trinke den Tee aber ganz einfach aus einem Grund: weil er richtig gut schmeckt.«
»Ich muss ja gestehen dass ich meine schwarzen Johannisbeeren jahrelang wie Aschenputtel behandelt habe. Ich habe im Sommer die Beeren geerntet und den Rest des Jahres den Strauch eigentlich kaum angeschaut. Das hat sich letztes Jahr komplett geändert, weil ich angefangen habe die ganze Pflanze zu nutzen. Ich habe im April und Mai junge Blätter von meiner Cassissima gepflückt und getrocknet und der Tee daraus riecht so unglaublich intensiv nach Cassis dass man gar keine Beeren mehr braucht für das Aroma. Mein absoluter Geheimtipp ist aber ein Blatt mit ins Glas zu geben wenn man Gurken einlegt. Ich weiß nicht genau warum aber die Gurken bleiben dadurch viel knackiger als früher und kriegen eine ganz feine herbe Note. Es ist echt Wahnsinn dass dieser einfache Strauch eigentlich ein heimisches Superfood ist das locker mit Grüntee oder irgendwelchen teuren Import-Beeren mithalten kann. Für mich ist die schwarze Johannisbeere jetzt definitiv die Königin im Garten und kein Aschenputtel mehr weil sie mich das ganze Jahr über versorgt.«
»Ich möchte euch meinen absoluten Geheimtipp verraten, den ich mit meinen schwarzen Johannisbeeren mache; und nein es ist mal keine Marmelade oder Saft. Ich benutze nämlich im Sommer hauptsächlich die großen Blätter von meiner schwarzen Johannisbeere für unsere Grillabende. Wenn wir Gäste haben, wickle ich kleine Ziegenkäsetaler ganz fest in zwei oder drei frische Johannisbeerblätter ein und fixiere das Ganze mit einem kleinen Holzspieß. Dann kommen die Päckchen nur ganz kurz auf den Grill bis der Käse weich wird. Die Blätter schützen den Käse nicht nur vor der Flamme, sondern geben durch die Hitze diesen wahnsinnig feinen Cassis-Duft direkt an den Käse ab. Das schmeckt viel interessanter und fruchtiger als die klassischen Weinblätter die man sonst so kennt. Ich habe die Cassisblätter auch schon eingelegt, wie Weinblätter und dann verwendet. Gäste, die das zum ersten Mal probieren, rätseln jedes Mal was das für ein besonderes Gewürz ist und kommen nicht drauf, dass die Lösung direkt neben der Terrasse am Strauch wächst. Das ist mein kleiner kulinarischer Zaubertrick aus dem Garten der immer für große Augen sorgt.«
Rezepte, die schwarze Johannisbeeren verflüssigen
Schwarze Johannisbeeren kann man natürlich auch trinkbar machen. Naheliegend ist die Herstellung von Fruchtsaft aus den Beeren. Der hat offensichtliche viele Vorteile, nicht nur geschmacklich:
»Meine Nachbarin, die schon in einem sehr weisen Alter ist, trinkt jeden Tag ein Glas Saft von der schwarzen Johannisbeere. Jedes Mal, wenn ich sie im Hause besuche, fragt sie, ob ich ein Glas von diesem Trank haben möchte. Ich lehne jeweils dankend ab. Aber je älter sie wird, nun schon 88 Jahre, überlege ich mir, ob ich vielleicht doch einmal dieses Getränk annehmen sollte. Denn diese wahrlich weise Frau ist so fit, sie arbeitet bei schönem Wetter täglich in ihrem grossen Gemüsegarten und wir fachsimpeln oft über den Gartenzaun hinweg. Wenn dann auch noch ihr Mann, direkt aus dem Wald nach getaner Forstarbeit, dazukommt, der nicht minder aktiv ist, komme ich schon ins Grübeln, ob nicht etwas in der schwarzen Johannisbeere steckt, das wie ein Jungbrunnen wirkt.«
Als Sirup werden die Beeren zu Limo oder auch zu einem Cocktail. Traditionell wurde früher daraus auch oft Wein gekeltert:
»Mein Opa besaß ein altes Fachwerk-Bauernhaus. Immer, wenn ich mit meinem Zwillingsbruder zu Besuch bei meinen Großeltern war, fand ich es spannend im alten Haus umherzulaufen und Dinge zu entdecken, die es in unserem, viel »moderneren« Haus nicht gab. Eines Tages entdeckte ich oben am Aufgang der Holztreppe ein seltsames, grosses, rundes Gefäß aus Glas. Es war mit einer dunklen Flüssigkeit gefüllt und oben war es mit einem seltsam gebogenen Verschluss versehen. Das weckte meine Neugier und ich lief los, um meinen Opa zu fragen, was es mit dem wundersamen Glasballon auf sich hatte. So erfuhr ich, dass mein Großvater jedes Jahr in diesem wundersamen Gefäss Wein aus Schwarzen Johannisbeeren herstellte. Er schwor darauf und meinte, mit einem Glässchen davon verschwinde jede Erkältung im Nu. Natürlich durfte ich als Kind davon nichts kosten. Aber die Faszination für Schwarze Johannisbeeren hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Ich habe mehrere davon in unserem Garten gepflanzt und jedesmal, wenn ich die Beeren ernte, denke ich an meinen Opa zurück. Den seltsamen Glasballon zur Herstellung des Weins habe ich übrigens in unserem Wohnzimmer stehen. Er dient im Moment als Vase.«
Bild: An diesem Erbstück hängen Kindheits-Erinnerungen: Großvaters Glasgefäß zur Herstellung von Johannisbeerwein dient inzwischen als Vase.
Weniger aufwändig zuzubereiten, und wohl auch aus diesem Grund inzwischen beliebter ist der Johannisbeer-Likör. Hier ein wunderbares Likörrezept, das voll auf das Cassis-Aroma setzt:
»Als wir einmal eine Rekordernte hatten, habe ich auch Cassislikör angesetzt - so köstlich und herb! Hier das Rezept:
Cassislikör
ZUTATEN FÜR 1 GLAS À 1500 ML
- 500 g schwarze Johannisbeeren
- 200-250 g Rohrzucker (Menge nach Geschmack)
- 2 Päckchen Vanillezucker (oder eine Vanilleschote)
- 700 ml Wodka
ZUBEREITUNG
- Die Beeren mit einer Gabel von den Stielen streifen, waschen und abtropfen lassen.
- In ein Glas füllen und etwas zerdrücken.
- Zucker und Vanille dazugeben, mit Wodka aufgießen.
- Das Glas verschließen und leicht schütteln. Bei Raumtemperatur 4–8 Wochen stehen lassen und gelegentlich schütteln.
- Die Flüssigkeit durch ein feines Tuch filtern, in eine Flasche abfüllen und dunkel aufbewahren. Schmeckt sowohl pur als auch gemischt mit Weidßwein oder Schampus.«
Wer ein außergewöhnliches Likörrezept mit neuen Aromen sucht, sollte unbedingt dieses ausprobieren:
»Nichts geht über ein Gläschen Cassis-Likör bei jeder sich bietenden Gelegenheit und sei es als kleiner Aroma-Schuss über den Obstsalat. Rezepte gibt's im Internet zuhauf und das Ergebnis ist sicher lecker. Ich schwöre neuerdings jedoch auf mein eigenes!
Wie bin ich darauf gekommen? Mitten im Winter! Zunächst hat es gar nichts mit dem Garten zu tun, denn der hält Winterschlaf. In dieser schönen Zeit gönnen wir uns an den dunklen Abenden öfters mal ein Tässchen Glühwein, zubereitet mit einer reichhaltigen Bio-Punschgewürzmischung im Teebeutel. Dieser Glühwein und sein warmes Aroma war es wohl, der meine grauen Zellen in den Kreativmodus versetzte. Und heraus kam folgende Idee: Nimm doch einfach dieses Punschgewürz im Teebeutel als Aromaquelle für deinen nächsten Ansatz vom Cassis-Likör. Gedacht, getan: Beeren aus der Tiefkühltruhe, Wodka drüber, Kandiszucker dazu und pro Liter Ansatz zwei Beutel Punschgewürz.
Den Ansatz die obligatorische Zeit stehen lassen, die Teebeutel entnehmen, die Beeren abseihen und dann je nach Geschmack mit heißem Wasser den Alkoholgehalt runter verdünnen. Mit Zucker süßen bis ein aromatischer, absolut klarer Cassis-Likör mit komplexer Gewürznote entstanden ist. Und ja die abgeseihten, alkoholgetränkten Beeren aufheben! Im Schraubdeckelglas halten sie problemlos. Das ist reinstes Superfood übers Eis gestreut, im Obstsalat, im Grießbrei... der Fantasie ist keine Grenze gesetzt. Und, hihi, die Kinder kriegen nix! Da hat man endlich mal was eigenes.«
Und wozu taugt so ein Likör eigentlich? Auch dazu haben wir einen erhellenden Beitrag:
»Mein Großvater hatte immer eine Flasche selbstgemachten Johannisbeer-Aufgesetzten im Schrank stehen. Das war für ihn die Allzweckwaffe gegen jedes Wehwehchen. Ob Bauchschmerzen oder schlechte Laune, er sagte immer: "Ahn Schluck von de schwarze Beer und dir geits widda gut". Ich weiß bis heute nicht, ob es an den schwarzen Johannisbeeren, den Vitaminen oder am 40-prozentigen Korn lag, aber geholfen hat es ihm immer.«
Ideen für sommerliche Getränke aller Art bietet dieser kreative Idee:
»Ich ernte meine Cassissima Black Marble immer komplett als ganze Rispen und werfe die direkt so wie sie sind in einer Tüte in den Gefrierschrank. Zunächst einlagig, damit sie nicht zusammenfrieren, dann übereinander in die Tüte. Wenn wir dann im Sommer im Garten grillen, kommen die tiefgefrorenen schwarzen Perlen bei uns einfach als Eiswürfel-Ersatz direkt in den Gin Tonic oder in den Weißwein. Sieht erstens total edel aus und zweitens verwässert der Drink nicht wie bei normalen Eiswürfeln. Wenn die Beeren dann im Glas langsam auftauen und man sie am Ende mit dem Strohhalm zerdrückt, kriegt das Ganze nochmal so einen richtig lila Kick und ein mega Aroma. Meine Freunde denken immer ich hätte da voll die Gastro-Wissenschaft draus gemacht, dabei ist es eigentlich nur die pure Faulheit. Aber hey, es funktioniert und schmeckt fantastisch!«
Schwarze Johannisbeeren, um sich das Leben zu versüßen
In der klassischen Küche spielen vor allem die Beerenfrüchte, meist süß zubereitet, eine Rolle. Die Strophen eines Wettbewerbsteilnehmers feiern die schwarze Johannisbeere dementsprechend:
»Mein Opa sagte immer, wenn ihm etwas schmeckte, dazu: "Ein Gedicht!". Da kam ich beim Lesen eures Newsletters auf die Idee, einfach mal ein Johannisbeergedicht zu kreieren:
Tief im Laub, da hockt sie still, weil sie gern gepflückt sein will. Schwarze Perlen, prall und rund, hüpfen direkt in meinen Mund.
Pur gegessen: Oha, sauer! Das verleiht dem Munde Power. Doch als Gelee auf dem Baguette, schmeckt sie einfach super-nett.«
Typische süße Zubereitungen für die Beerenfrüchte sind:
- Gelees und Konfitüren: Der hohe Pektingehalt macht die Früchte ideal für streichfähige Zubereitungen.
- Saft und Sirup: Als gesunde Grundlage für Limonaden mit viel Vitamin C!
- Likör und Wein: Besonders in Frankreich ist schwarze Johannisbeere als Cassis-Likör beliebt.
- Kompotte und Desserts: Sahne oder Joghurt fangen das herb-fruchtige Cassis-Aroma perfekt ein.
Süße Rezepte mit schwarzen Johannisbeeren gibt es viele, aber kaum ein Marmeladen-Rezept ist mit solch zauberhaften Erinnerungen verbunden:
»Meine Mutter hatte uns den Auftrag gegeben die schwarzen Johannisbeeren im Garten zu ernten, denn sie wollte Marmelade kochen. Wir waren wenig begeistert, denn die schwarzen Johannisbeeren schmeckten uns nicht besonders. Zu sauer, zu »grün« im Geschmack. Schwarze Johannisbeermarmelade... bäh! Das mussten wir verhindern. Nur wie? Bald hatten wir eine Idee. Meine Mutter würde Marmelade kochen, komme was wolle. Das konnten wir nicht verhindern. Aber vielleicht konnten wir das Rezept heimlich abwandeln und den Geschmack so verbessern. Wir schnappten uns den Sammelkorb und zwei Regenschirme und rannten los in Richtung Waldrand. Dort gab es eine riesige Brombeerhecke. Der Himmel war strahlend blau, die Sonne schien. Die Schirme brauchten wir trotzdem. Bald hatten wir nämlich die herrlich süßen Brombeeren abgeerntet, die in unserer Reichweite wuchsen. Wir spannten die Schirme auf und schoben uns tiefer in die Hecke. So konnten uns die Dornen nicht verletzen. Wir sammelten und sammelten bis der Korb zu drei Vierteln voll war. Dann rannten wir fröhlich heimwärts. Zuhause im Garten angekommen pflückten wir schwarze Johannisbeeren und streiften sie von den Rispen direkt in den Korb. Bald waren die Brombeeren mit schwarzen Johannisbeeren bedeckt. Zuerst wollten wir den Korb so zu meiner Mutter bringen, aber dann dachten wir, dass sie den Schwindel sicher bemerken würde, sobald sie das Obst in den riesigen Einkochtopf schütten würde. Was sollten wir tun? Da hatte ich eine Idee. Ich schüttete die gemischten Beeren in den Einkochtopf und stampfte sie bis zur Unkenntlichkeit mit dem Kartoffelstampfer, während meine Freundin noch zwei Hände voll schwarze Johannisbeeren holte. Gerade löste sie diese von den Rispen, als meine Mutter in die Küche kam. Sie freute sich, dass wir so fleißig waren, denn sie dachte natürlich, dass der Topf voll mit Johannisbeeren war. Kichernd gingen wir raus, um im Garten zu spielen. Meine Mutter aber kochte die die Beeren mit Zucker ein. Die Marmelade wurde köstlich. Süß und gut! So gut, dass meine Mutter die restlichen schwarzen Johannisbeeren erntete und nochmal Marmelade kochte, aber sie wurde nicht so gut, wie "unsere". Auch im nächsten Jahr nicht. Nie wieder. Ich weiß warum und Sie jetzt auch. Noch heute koche ich meine schwarze Johannisbeermarmelade mit Brombeeren. Drei Viertel Brombeeren mit einem Viertel schwarzer Johannisbeeren. Aber, wer weiß. Wenn die Cassissima von Lubera wirklich so süß, wie versprochen sind, dann brauche ich meine Marmelade bald nicht mehr mit Brombeeren aufzubessern. Darauf freue ich mich schon, denn ganz ohne Kratzer komme ich nie davon, wenn ich Brombeeren pflücken gehe.“
Den besten Erntezeitpunkt für schwarze Johannisbeeren erwischen
Schwarze Johannisbeeren reifen je nach Sorte und Witterung zwischen Mitte Juni und Ende Juli, in manchen Regionen auch bis Anfang August. Der genaue Zeitpunkt hängt stark vom Klima und der jeweiligen Sorte ab.
Bild: Johannisbeerensträucher können schon früh im Sommer eine üppige Obsternte abwerfen.
Durch die Kombination von früh-, mittel- und spätreifenden Cassissima-Sorten kannst du die Ernte über mehrere Wochen strecken:
- Frühe Sorten: reifen oft schon ab Mitte Juni, wie die Cassissima ‚Nimue‘
- Mittlere Sorten: Hauptsaison Ende Juni bis Mitte Juli, wie Cassissima ‚Blackbells‘
- Späte Sorten: tragen bis Ende Juli oder Anfang August, wie Cassissima ‚Late Night‘
Bild: Die großen, süßen Früchte der Cassissima 'Blackbells' reifen von Ende Juni bis Mitte Juli.
Reif geerntet schmecken schwarze Johannisbeeren einfach am besten. Das erzählt auch dieser Beitrag eindrucksvoll:
»Auf meiner Praxisfläche, wo ich auch VHS-Kurse gebe, habe ich Schwarze Johannisbeeren, die ich selber aus Steckhölzern vermehrt habe. Sie tragen immer gut und sind sehr lecker. Dies aber nur, wenn man sie wirklich erst erntet, wenn sie reif sind. Die Fläche gehört einem Gartenbaubetrieb und in einem Jahr hatte ich denen gesagt, sie können gerne auch pflücken. Die Chefin sagte mir später, sie hätte noch nie so leckere Schwarze Johannisbeeren gegessen. Wir haben dann im Gespräch festgestellt, dass sie ansonsten immer zu früh gepflückt hat.
Seither sage ich Kundschaft/Kursteilnehmer*innen immer, dass erst gepflückt werden darf, wenn die Beeren schon fast abfallen. Dann sind sie wirklich ein Genuss, den ich für Kuchen, Joghurt und Marmelade nutze. Die Menschen denken oftmals, es wäre Gartenheidelbeeren, da sie so groß und fruchtig-süß sind.«
Zu lange am Strauch hängen lassen ist immer noch besser als unreif pflücken:
»Letztes Jahr habe ich meine Sträucher im Garten total vergessen, weil wir im Urlaub waren und es so heiß war. Als wir wiederkamen waren die Beeren fast schon vertrocknet am Strauch. Ich dachte erst »oh je alles kaputt« und wollte sie schon hängenlassen/wegschmeißen. Aber meine Enkel haben die dann probiert und meinten: Opa, du hast ja einen Rosinenbaum! Die waren durch die Sonne so richtig süß trocken und klebrig fast wie Rosinen geworden. Jetzt ernten wir die gar nicht mehr alle sofort, sondern lassen immer ein paar extra lange hängen zum Naschen für die kleinen.«
Schwarze Johannisbeeren: Die richtige Sorte finden
Nicht alle Schwarzen Johannisbeeren sind geschmacklich gleich. Genau darin liegt ihr kulinarischer Reiz! Je nach Sorte variiert das Verhältnis von Süße, Säure und Aromaintensität deutlich. Grundsätzlich lassen sich zwei Richtungen unterscheiden: moderne, zuckerreichere Sorten, wie wir sie bei Lubera gezüchtet haben, und ältere, säurebetonte Sorten.
Moderne Sorten, wie die Cassissima-Sorten von Lubera, sind milder, fruchtiger und zugänglicher im Geschmack. Sie eignen sich besonders gut für:
- Frischverzehr und einfache Desserts
- Süße Zubereitungen wie Marmeladen mit weniger Zuckerzusatz
- Cremige Kombinationen (Joghurt, Quark, Sahne), bei denen zu viel Säure stören würde
- Smoothies oder Fruchtpürees, wo ein ausgewogenes, rundes Aroma gefragt ist
Über positive Anmerkungen zu unseren Cassissima-Sorten freuen wir uns natürlich immer besonders. Kinder sind recht unbestechlich, und daher nehmen wir folgendes Urteil sehr ernst:
»Hallo, ich bin 9 Jahre alt. Eure schwarzen Johannisbeeren sind sehr lecker. Und sie wachsen auch gut. Vor allem warten wir auf die Beeren. Aber auch auf die Blüten. Am Besten ist, dass eure Johannisbeeren unseren Garten zu einem Naschgarten machen.«
Bild: Unser jüngster Wettbewerbs-Teilnehmer schreibt uns seine Erfahrungen mit Schwarzen Johannisbeeren. Er findet sie lecker, was uns wirklich freut! 😊
Bild: Der junge Johannisbeer-Freund freut sich auch auf die Blüten der Schwarzen Johannisbeeren, erzählt er. Diese Freude teilt er mit den Hummeln und Bienen, die sie im Frühjahr bestäuben.
Auch der folgende Verfasser hat natürlich zu 100% recht 😉… Er liefert uns darüber hinaus noch einen wertvollen Garten-Tipp:
»Letztes Jahr habe ich mir eine großfruchtige Sorte gegönnt 😋– kein Vergleich zu den kleinen, eher trockenen Beeren, die ich von früher kenne. Ein echtes Upgrade im Garten! 🌱 Besonders spannend fand ich auch einen Tipp, den ich irgendwo aufgeschnappt habe: Schwarze Johannisbeeren sollen angeblich Wühlmäuse fernhalten. Also habe ich sie kurzerhand in Mischkultur zu meinen Apfelbäumchen gesetzt. Ob es wirklich hilft kann ich noch nicht sagen, trotzdem passt die Kombination richtig gut. Praktisch und lecker zugleich!«
Noch nicht überzeugt? Dann macht doch mal einen Sorten-Blind-Test, entsprechend dem folgenden Beispiel:
»Ich möchte euch von unserer großen Beeren-Verkostung berichten die wir letztes Jahr im Garten gemacht haben. Wir konnten uns nämlich einfach nicht einig werden welche Beere jetzt eigentlich die allerbeste ist und haben deshalb mit den Nachbarn und der Familie einen richtigen Testtag veranstaltet. Ich habe mir extra die Arbeit gemacht und lauter kleine Schüsselchen hingestellt und mit Schildchen beschriftet damit alles seine Richtigkeit hat und keiner schummelt. Jeder Teilnehmer musste dann für jede Sorte eine Note von 1 bis 6 vergeben wie früher in der Schule und wir haben das ganz genau auf kleinen Zetteln notiert. Wir hatten schwarze Johannisbeeren dabei und weiße und rote und auch die roten, gelben und grünen Stachelbeeren waren gerade alle gleichzeitig reif. Nach der großen Stimmauszählung am Abend gab es dann eine richtige Überraschung bei uns am Gartentisch. Wir hätten alle gewettet dass die süße Stachelbeere locker gewinnt aber am Ende lag tatsächlich die schwarze Johannisbeere "Black Marble" ganz vorne auf Platz 1. Die war einfach am aromatischsten vom Geschmack her was uns alle gewundert hat. Die weiße Johannisbeere ("Blanchette") kam auf den zweiten Platz und die süße rote Stachelbeere (ohne Namen, alte Sorte) musste sich sogar mit Platz 3 zufrieden geben womit vorher keiner gerechnet hätte. Es war ein richtig schöner Nachmittag mit viel Spaß und Ausrechnerei und jetzt wissen wir endlich ganz genau welche Sträucher wir nächstes Jahr noch mehr düngen müssen und welche wir zurückschneiden können :-)“
Fazit: Ein unterschätzter Alleskönner
Die Schwarze Johannisbeere ist ein Paradebeispiel dafür, wie vielseitig ein einzelner Strauch in der Küche sein kann. Beeren und Blätter bieten enormes kreatives Potenzial – von traditioneller Küche bis hin zur Sternegastronomie. Na klar, wer viel experimentiert, der hat auch mal Fehlversuche. Lasst euch nicht entmutigen, das geht auch anderen so:
«Hier mein Schwarzes-Johannisbeer-Erlebnis, das in die Familiengeschichte eingegangen ist: Ich bin eigentlich eine gute Köchin, aber mein Experiment Johannisbeer-Chutney zu gegrilltem Fisch ist bis heute legendär in unserer Familie, leider nicht im positiven Sinne. Ich dachte die Säure passt perfekt, aber die Kombination mit den anderen Zutaten war so speziell, dass mein Mann nach dem ersten Bissen gefragt hat, ob ich versehentlich Parfüm ins Essen geschüttet hätte. Seitdem gibt es bei uns schwarze Johannisbeeren nur noch in der klassischen Variante als Gelee, als Marmelade oder im Kuchen. Manche Dinge sind gut wie sie sind und man sollte sie nicht verschlimmbessern.«
Wer einen Cassissima-Strauch im Garten hat, besitzt also nicht nur eine Fruchtquelle, sondern eine kleine kulinarische Schatzkiste. Es lohnt sich, seine beiden Seiten zu entdecken – die dunkle, intensive Frucht und das überraschend feine, grüne Blattaroma.
»Ich habe die Johannisbeersträucher meiner Großeltern mit verschiedenen roten und weißen Johannisbeeren ergänzt (natürlich alle von Lubera 😎). Nun musste ich der Vollständigkeit halber ja auch schwarze Johannisbeeren dazu setzen. Also habe ich eine Little Black Giant irgendwo an den Rand gequetscht. Im ersten Standjahr hab ich die Früchte einfach ignoriert. ☺️ Aber als ich sie das erste Mal probiert habe, war ich unglaublich erstaunt: Sowas von lecker!... Außerdem ist mir seit dem letzten Newsletter klar, dass ich dringend auch noch eine Black Marbel und eine Black'n'Red Premiere brauche. So …Ich geh dann mal in den Garten - das Johannisbeerbeet vergrößern. Wer braucht schon Rasen...«
Jawoll! Johannisbeer-Beete vergrößern ist eine prima Idee. Dem ist nicht mehr hinzuzufügen.
Außer diesem wesentlichen Satz natürlich: Dankeschön für eure herrlichen Beiträge!
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.