Die Hamamelis, auch Zaubernuss genannt, ist nicht nur wegen ihrer ungewöhnlichen Blüte im Winter ein besonderer Strauch. Ihre gelben bis rötlichen Blüten erscheinen oft mitten in der kalten Jahreszeit und machen sie zu einem echten Blickfang im Garten. Gleichzeitig ist Hamamelis seit langer Zeit für ihre traditionelle Verwendung in der Pflanzenheilkunde bekannt. Aus den Pflanzenteilen lässt sich unter anderem eine Tinktur herstellen – unser Rezept zeigt, wie es geht.
Hamamelis im Garten
Hamamelien wachsen am liebsten an einem sonnigen bis halbschattigen, geschützten Standort. Der Boden sollte humos, nährstoffreich und vor allem gut durchlässig sein. Staunässe vertragen die Pflanzen schlecht. Da Hamamelien langsam wachsen und mit zunehmendem Alter eine stattliche Breite erreichen können, sollte ihnen von Anfang an ausreichend Platz eingeräumt werden.
Besonders attraktiv ist die Zaubernuss im Winter: Während andere Gartenpflanzen in der Ruhephase sind, öffnet sie ihre filigranen Blüten. Im Herbst sorgt das Laub zudem für eine schöne Färbung.
Traditionelle Verwendung
Vor allem die Blätter und die Rinde der Virginischen Zaubernuss (Hamamelis virginiana) werden traditionell genutzt. Die Pflanze enthält unter anderem Gerbstoffe, die für ihre zusammenziehenden und adstringierenden Eigenschaften bekannt sind. Äusserlich wird Hamamelis traditionell beispielsweise bei kleineren Hautreizungen, empfindlicher Haut oder zur Pflege beanspruchter Haut verwendet mit einer Hamamelis Tinktur können diese Eigenschaften konserviert werden.
Die selbst hergestellte Hamamelis-Tinktur kann eine vielseitige Ergänzung für die natürliche Hausapotheke sein. Wichtig ist dabei, nur eindeutig bestimmte Pflanzen zu verwenden und die Tinktur entsprechend dem vorgesehenen Verwendungszweck anzuwenden. Bei anhaltenden Hautproblemen oder Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.
So verbindet die Hamamelis gleich mehrere Qualitäten: Sie ist ein faszinierender Zierstrauch für den Garten und zugleich eine traditionsreiche Heilpflanze. Mit ihrer ungewöhnlichen Winterblüte sorgt sie selbst in der kalten Jahreszeit für einen besonderen Moment im Garten – und ihre Blätter und Rinde können darüber hinaus für traditionelle Anwendungen genutzt werden.
Die Wirkstoffe stecken vorwiegend in der Rinde und den Blättern: Gerbstoffe und Flavonoide. Darum sehen Sie auf dem Foto nicht nur die schönen Blüten kleingeschnitten im Glas sondern auch kleingeschnittene Ästchen.
Sobald die Hamamelis ihre Blätter austreibt, siebe ich den Sud ab und gebe die Blätter in die Flüssigkeit, dann lasse ich die Tinktur nochmals 3 Wochen ziehen.
Sie können aber auch warten und direkt eine Tinktur nur aus den Blättern und den Ästen ansetzen.
Die Tinktur aus der Hamamelis wirkt zusammenziehend und abschwellend. Sie kann äusserlich auf kleine Wunden aufgesprüht werden. Sie stoppt durch die Gerbstoffe kleinere Blutungen.
Bei Insektenstichen und kleinen Verbrennungen kann sie als Erste Hilfe auf die Wunde gesprüht werden und lindert so den Juckreiz.
Ich verwende die Tinktur anschliessend auch als Bestandteil für eine Hamameliscreme, noch lieber verwende ich aber dazu das Hamamelis-Hydrolat (eine Destillation aus den Blättern und Rinde der Hamamelis). Das Rezept für das Hamamelis-Hydrolat finden Sie im Lubera-Gartenbuch unter: Hamamelis-Gesichtswasser.
- 1 leeres ausgekochtes Marmeladenglas
- Alkohol 50-70%
- Hamamelis Blätter und Rinde
- Die Hamamelis in kleine Stücke schneiden und ins Glas füllen. Das Glas möglichst zu 2/3 füllen. Mit Alkohol auffüllen (Wodka geht sehr gut). Während 3-4 Wochen an einem warmen Ort stehen lassen und regelmässig schütteln. Danach filtrieren und in eine Sprühflasche füllen.
Ich wünsche Ihnen weiterhin einen tollen Vorfrühling und viel Freude beim Setzen, Ernten und Verarbeiten Ihrer Pflanzen.
Herzliche Grüsse
Pascale Treichler
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
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