Zusammenfassung
Ob Gurken bestäubt werden müssen, hängt von der Sorte ab. Während viele Freilandgurken auf Bienen, Hummeln und andere Bestäuber angewiesen sind, können zahlreiche moderne Gewächshausgurken ihre Früchte auch ohne Bestäubung bilden. Bei klassischen Gurkensorten ist die Bestäubung wichtig, damit sich Samen und Früchte entwickeln können. Bleibt sie aus oder erfolgt sie nur unvollständig, entstehen häufig kleine, krumme oder schlecht entwickelte Gurken. Oft fallen junge Fruchtansätze sogar wieder ab. Für die normale Ernte im Hausgarten ist das Gurken Bestäuben mit der Hand meist nicht notwendig, im Hausgarten erledigen das in der Regel Insekten. Sinnvoll wird es vor allem im Gewächshaus bei samenbildenden Sorten sowie bei der Saatgutgewinnung und in der Pflanzenzüchtung.
Praxis-Tipps
Handbestäubung am frühen Morgen: Möchtest mit der Hand Gurken bestäuben, gelingt dies am besten in den Morgenstunden. Dann sind die Blüten frisch geöffnet und der Pollen ist besonders keimfähig. Verwende entweder eine männliche Blüte direkt oder einen feinen Pinsel zur Pollenübertragung.
Parthenokarpe Gewächshausgurken vor Fremdbestäubung schützen
Bei modernen kernlosen Gewächshausgurken kann eine Bestäubung unerwünscht sein, da sie zur Samenbildung führen kann. Halte deshalb Bienen und andere Bestäuber möglichst aus dem Gewächshaus fern und pflanze keine samenbildenden Gurkensorten direkt daneben.Für Saatgutgewinnung oder Züchtung Blüten markieren: Möchtest du Saatgut gewinnen, solltest du die bestäubten Blüten markieren und vor unerwünschter Fremdbestäubung schützen.
Muss man Gurken bestäuben, damit sie Früchte tragen?
Ob eine Gurke bestäubt werden muss, hängt von der Sorte ab. Traditionelle Freilandgurken sind auf eine Bestäubung angewiesen, damit sich Früchte entwickeln. Viele moderne Gewächshausgurken dagegen bilden ihre Früchte auch ohne Bestäubung und Befruchtung aus.
Was passiert nach der Befruchtung?
Bei Gurkensorten, die bestäubt werden müssen, löst die Bestäubung und Befruchtung eine ganze Kette von Entwicklungsprozessen aus. Erst jetzt beginnt die Pflanze, Energie in die Ausbildung von Samen und Früchten zu investieren.
Aus Sicht der Pflanze dient die Frucht in erster Linie dazu, die Samen zu schützen und ihre Verbreitung zu ermöglichen. Erst wenn sich Samen entwickeln, lohnt es sich für die Pflanze, Energie in das Wachstum der Frucht zu investieren. Die entstehenden Samen produzieren Pflanzenhormone, welche das Wachstum des Fruchtknotens anregen und die spätere Gurke entstehen lassen.
Wie bilden parthenokarpe Gurken Früchte ohne Befruchtung?
Parthenokarpe Gurkensorten umgehen diesen Zusammenhang teilweise. Sie sind in der Lage, die für das Fruchtwachstum notwendigen Hormonsignale selbst zu erzeugen, auch wenn keine Befruchtung stattgefunden hat. Dadurch beginnt der Fruchtknoten zu wachsen, obwohl sich keine Samen entwickeln. Die Früchte erreichen ihre typische Grösse und Form, bleiben jedoch meist kernlos.
Warum entstehen krumme Gurken?
Jede befruchtete Samenanlage produziert Wachstumshormone. Werden nur einzelne Bereiche der Frucht befruchtet, wachsen diese stärker als andere. Die Folge sind krumme, birnenförmige oder ungleichmässig entwickelte Gurken. Eine vollständige Befruchtung sorgt dagegen für ein gleichmässiges Wachstum der gesamten Frucht.
Krumme Gurken sind jedoch nicht immer die Folge einer unzureichenden Befruchtung. Auch Schäden an jungen Früchten, beispielsweise durch Insektenbisse oder saugende Schädlinge, können zu Verformungen führen. Deshalb sind nicht alle krummen Gurken automatisch ein Zeichen für Bestäubungsprobleme.
Bild: Krumme Gurken können durch ungleichmässige Befruchtung oder Schädlinge entstehen.
Warum fallen manche kleine Gurken plötzlich ab?
Viele Gärtner beobachten, dass sich hinter einer weiblichen Blüte zunächst eine kleine Gurke bildet, die später vergilbt und abfällt. Häufig steckt eine unzureichende Befruchtung dahinter. Bleibt die Befruchtung aus, werden die für das Fruchtwachstum notwendigen Hormonsignale nicht oder nur unzureichend gebildet. Der Fruchtansatz stellt sein Wachstum ein, vergilbt und fällt schliesslich ab. Die vorhandenen Nährstoffe werden dann in andere Früchte investiert. Wenn männliche Blüten abfallen, ist das ein normaler Prozess. Diese haben nach der Pollenübertragung ihren Zweck erfüllt und fallen nach kurzer Zeit ab.
Bild: Nicht ausreichend befruchtete Gurken werden häufig von der Pflanze nicht weiter versorgt und fallen ab.
Gurken bestäuben – welche Rolle spielen Insekten?
Gurkenpollen werden nicht vom Wind verbreitet. Die Pollenkörner sind vergleichsweise schwer und klebrig. Deshalb ist die Pflanze auf tierische Helfer angewiesen. Vor allem Honigbienen, Wildbienen und Hummeln übernehmen den Transport des Pollens zwischen den Blüten. Beim Sammeln von Nektar und Pollen tragen sie die Pollenkörner von Blüte zu Blüte und sorgen so für eine zuverlässige Befruchtung.
Bei traditionellen Gurkensorten ist dieser Insektenbesuch entscheidend für eine gute Fruchtbildung. Fehlen Bestäuber oder herrscht während der Blütezeit ungünstiges Wetter, können Fruchtansatz und Ertrag deutlich zurückgehen.
Bild: Honigbienen bestäuben Gurken.
Im Gewächshaus stellt sich die Situation anders dar. Viele moderne Schlangengurken sind parthenokarp und benötigen gar keine Bestäubung mehr. Im Gegenteil: Eine Fremdbestäubung kann bei manchen Sorten sogar unerwünscht sein, weil sie zur Bildung von Kernen führt und die Fruchtqualität beeinträchtigen kann. Aus diesem Grund werden Gewächshäuser oft so geführt, dass möglichst wenige bestäubende Insekten Zugang zu den Pflanzen haben.
Gurken bestäuben: Wann ist eine Handbestäubung notwendig?
Ob das Gurken Bestäuben mit der Hand nötig ist, hängt vor allem von der Sorte und dem Verwendungszweck ab. Für die normale Fruchternte im Freiland ist es in der Regel nicht notwendig, Gurken von Hand zu bestäuben. Hier übernehmen Bienen, Hummeln und andere Insekten das Gurken Bestäuben zuverlässig, sodass traditionelle Sorten ausreichend Früchte ansetzen können.
Es gibt jedoch Situationen, in denen eine gezielte Handbestäubung sinnvoll oder sogar notwendig sein kann.
Wann ist das Gurken Bestäuben mit der Hand sinnvoll?
Eine Handbestäubung ist vor allem in drei Fällen nötig:
- Im Gewächshaus ohne ausreichende Bestäuber
Bei samenbildenden Gurkensorten kann eine unzureichende Bestäubung zu einem schlechten Fruchtansatz oder zu missgebildeten Früchten führen. Diese Sorten profitieren dort unter Umständen von einer Handbestäubung, wenn nur wenige Bestäuber Zugang zu den Pflanzen haben. Moderne parthenokarpe Gewächshausgurken benötigen dagegen für die Fruchtbildung keine Bestäubung. - Bei der Saatgutgewinnung
Wer Samen einer bestimmten Sorte gewinnen möchte, sollte die Bestäubung kontrollieren. So lässt sich verhindern, dass Pollen anderer Gurkensorten unerwünschte Kreuzungen verursachen. - Für Züchtungsarbeiten
Für Kreuzungen wird der Pollen gezielt von einer ausgewählten männlichen auf eine ausgewählte weibliche Blüte übertragen. So kann genau kontrolliert werden, welche Elternpflanzen miteinander kombiniert werden.
So funktioniert das Gurken Bestäuben mit der Hand
Die Handbestäubung von Gurken ist einfach durchzuführen und gelingt am besten am frühen Morgen, wenn die Blüten frisch geöffnet sind.
Zunächst wird eine geöffnete männliche Blüte ausgewählt. Die Blütenblätter können vorsichtig entfernt werden, sodass die Staubblätter mit dem Pollen freiliegen.
Bild: Mit einem Pinsel wird der Pollen von einer männlichen ...
Anschliessend wird der Pollen direkt auf die Narbe einer frisch geöffneten weiblichen Blüte übertragen. Alternativ kann auch ein feiner Pinsel verwendet werden, um den Pollen aufzunehmen und auf die weibliche Blüte zu übertragen.
Bild: ... auf eine weibliche Blüte übertragen.
Für kontrollierte Kreuzungen werden die ausgewählten Blüten häufig bereits am Vorabend mit kleinen Beuteln oder Clips isoliert, damit keine Fremdbestäubung stattfinden kann.
Bereits wenige Tage nach der Bestäubung lässt sich erkennen, ob die Befruchtung erfolgreich war. Der Fruchtknoten hinter der weiblichen Blüte beginnt deutlich zu wachsen und entwickelt sich zu einer jungen Gurke.
Bild: Bei erfolgreicher Bestäubung und Befruchtung schwillt der Fruchtknoten nach wenigen Tagen an.
Bleibt die Befruchtung aus, vergilbt der Fruchtansatz häufig und fällt nach einiger Zeit ab. Besonders bei traditionellen Gurkensorten führt eine unvollständige Bestäubung oft zu krummen oder ungleichmässig entwickelten Früchten.
Fazit
Für die normale Fruchternte im Freiland ist das Gurken Bestäuben mit der Hand meist nicht notwendig. Bienen, Hummeln und andere Insekten übernehmen diese Aufgabe zuverlässig. Sinnvoll wird eine Handbestäubung vor allem im Gewächshaus bei samenbildenden Sorten, bei der Saatgutgewinnung und für Züchtungsarbeiten. Ob Gurken überhaupt bestäubt werden müssen, hängt letztlich von der Sorte ab: Während klassische Freilandgurken auf eine Befruchtung angewiesen sind, bilden parthenokarpe Gewächshausgurken ihre Früchte auch ohne Bestäubung.
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