Marokkanische Minze 'Maroccan'

Marokkanische Minze 'Maroccan' - eine sehr beliebte Minzenart

Mentha spicata moroccan Lubera
Mentha spicata moroccan Lubera
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Die Marokkanische Minze ist vermutlich eine Kreuzung aus Mentha longifolia, der Rossminze und Mentha suaveolens, der Apfelminze. Korrekter wäre der schlichte Name Mentha spicata – die grüne Minze, doch da in den nordafrikanischen Staaten aus dieser Form der grünen Minze der zu allen Tag- und Nachtzeiten getrunkenen Tee zubereitet wird, sprechen wir gerne von der marokkanischen Minze. Die marokkanische Minze gehört wie alle Minzen zu den Lippenblütern. Sie ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die unterirdische Ausläufer bildet.

Die lanzettlichen Blätter sind eher hellgrün und leicht runzlig. Die ährigen Blüten der Marokkanischen Minze sind zart fliederfarben und werden gerne von Insekten angeflogen. Man kann sie übrigens wunderbar in kleine appetitanregende Duftsträusse binden, den Esstisch schmücken und jede Mahlzeit zu einem Festessen erheben. 

Vorteile der marokkanischen Minze

  • Sehr wüchsige Pflanze 
  • Vielseitig einsetzbar, sowohl im Zier- als auch im Nutzgarten.
  • Geeignet für dekorative Pflanzgefässe
  • Reiche Ernte 

Minze ist nicht gleich Minze

Der Duft bzw. Geschmack der marokkanischen Minze ist süsslich aromatisch und ähnelt dem der echten Pfefferminze, (Mentha x piperita) die marokkanische Minze hat jedoch weniger Menthol-Gehalt. Sie kennen sicher das bekannte Kaugummi, das sowohl in einer grünen und in einer weissen Packung Angeboten wird? ‚Nimm die grosse Frische‘ heisst es und der unverwechselbare Geschmack der ‚Spearmint‘ kommt dem Aroma der marokkanischen Minze sehr nahe.

Der beste Standort für die Marokkanische Minze

Die Verwendung von Mentha spicata Marokko im Gartenbeet sollte gut überlegt werden, denn Minzen haben lange Beine und sind immer einen Schritt schneller als man denkt. Die starke Ausläufer treibende Pflanze wächst in alle Richtungen und ist kaum aufzuhalten. Wenn Platz und Toleranz es zulassen – warum nicht? Doch für die meisten Gartenbesitzer ist es sinnvoller, den Vagabunden in seine Schranken zu weisen und ihm einen festen Platz zu geben, z.B. in einem grösseren Pflanzgefäss. Aber Achtung – den Topf nicht auf den gewachsenen Boden stellen, denn auch hier ist es schon vorgekommen, dass sich ein Trieb aus dem Abzugsloch davon gemacht und sich in der Freiheit wieder festgewurzelt hat. Die marokkanische Minze liebt einen eher halbschattigen Platz und mag es wie alle Minzen auch nicht zu trocken.

Wie pflege ich die marokkanische Minze

Minzen sind im Allgemeinen sind etwas spätfrostgefährdet. Eine kuschelige Laubdecke oder das Abdecken mit Fichtenreisig bei starkem Frost ist also angebracht. Doch selbst wenn ein Teil der Pflanzen erfriert, meist bleibt ein unterirdischer Trieb am Leben und wächst nach dem Winter munter weiter. Meistens an einer Stelle, wo man es nicht vermutet – aber die Freude ist dann gross. Um alles besser unter Kontrolle zu haben setzt man die marokkanische Minze am besten in ein schönes Pflanzgefäss. Erstens kann sie dort nicht so schnell entrinnen und zweitens kann dieser Topf im Winter besser geschützt oder sogar annähernd frostfrei gehalten werden und am geschützten Standort ist dann schon im Frühling eine erste Ernte möglich.

Verwendung der Marokkanische Minze

Zuallererst denkt man bei der marokkanischen Minze natürlich an Tee. Ich hatte in den 90er Jahren die seltene Gelegenheit in Marokko einer Veranstaltung beizuwohnen die erstens und ausnahmsweise nichts mit Gartenbau oder Pflanzen zu tun hatte und zweitens alles andere als touristisch geprägt war. Wir durften einem „Fantasia“ Wochenende in der Nähe von Meknès beiwohnen, einer im Maghreb beliebten Pferdesportveranstaltung. Ununterbrochen wurde Gastgebern und Gästen der typische marokkanische Tee gereicht. Serviert in kleinen mit der Hand Fatmas verzierten Gläsern auf silbernen Tabletts, heiss dampfend, golden in der Farbe – ein wunderbarer Anblick. Aber ganz ehrlich – trinken konnte ich das Gebräu nicht. Der Tee aus der marokkanischen Minze wird dort traditionell extrem stark und so süss zubereitet, nichts für meinen europäischen Magen. Nach einigen Stunden wurde mir schon vom Geruch schlecht. Die Marokkaner dagegen trinken ein Glas nach dem anderen, sicher hat es eine belebende und berauschende Wirkung.
Aber natürlich lässt sich aus der marokkanischen Minze bei sachgemässem Gebrauch ein ganz wunderbar belebender Tee bereiten. Er muss ja nicht so stark geraten wie in den Mahgreb Staaten.

Weitere Verwendungszwecke:
  • Das Kultgetränk ‚Hugo‘ ist ohne gestossene marokkanische Minze witzlos.
  • Lammspeisen und Couscous erhalten mit ein paar Blättern marokkanischer Minze das unverwechselbare nordafrikanische Aroma – (natürlich darf auch der Kreuzkümmel nicht fehlen) 
  • Obstsalate und Eis bekommen mit der marokkanischen Minze noch einen extra Frische-Kick.
  • Die frischen grünen Blätter sind eine dekorative und essbare Dekoration auf Kuchen, Sahne, Eis, 
  • Jedes Leitungswasser wird in einer Karaffe mit einigen Blättern marokkanischer Minze zum edlen Getränk.
  • Wer eine üppige Ernte hat und zwischendurch auch mal wieder etwas anderes trinken möchte kann die geernteten Triebe an einem luftigen sauberen Ort kopfüber aufhängen und trocknen. Nach wenigen Tagen sind die Blätter ‚kross‘ und können in eine Dose oder ein Glas abgestreift und aufbewahrt werden. Das Aroma hält sich sehr lange und sorgt auch in der Winterzeit für erfrischenden Genuss.

Was tun bei einem Befall mit Minzenrost

Minzen werden manchmal vom sogenannten Rostpilz heimgesucht. Besonders ältere und schlecht versorgte Pflanzen sind anfällig. Rotbraunen Pustel besiedeln die Blätter – das ist zwar nicht tödlich für die Pflanze, aber so etwas möchte man nicht mehr in die Teekanne geben. Hier hilft nur ein radikaler Rückschnitt. Die marokkanische Minze wird komplett bodentief abgeschnitten und treibt völlig neu und gesund wieder aus.
Eine optimal versorgte Pflanze am richtigen Standort ist weniger anfällig – also einen halbschattigen Standort geben und Trockenheit vermeiden. Und was auch hilft: fleissig ernten – immer wieder Triebe abschneiden und verwenden, damit der Pilz gar keine Chance hat, sich anzusiedeln.

Die Herkunft der Minzen

Zu gerne wäre ich dabei gewesen, als der erste Homo sapiens – wann auch immer es war - sich nach einem unscheinbaren Kräutlein bückte, daran roch oder vielleicht vorsichtig probierte und ihm dann dieser Gedanke kam: “Gleich setzte ich Wasser auf, bereite mir aus diesem Kraut einen wunderbaren Tee und mache es mir gemütlich.“ Vermutlich war alles ganz anders und erst durch Versuch und Irrtum wurde erkannt, dass die ätherischen Öle, die in Minzen vorkommen wohltuend für die Atemwege, gut gegen Blähungen, kühlend, schmerzstillend, juckreizlindernd und erfrischend für Leib und Seele sind. 
Minzen kommen in etwa 25 verschiedenen Arten in der nördlichen gemässigten Zone vor, sowie in Südafrika und Australien. Allen gemein ist ein mehr oder weniger hoher Anteil an Menthol. 
Minzen sind sehr anpassungsfähig an ihren Standort und ausserdem sehr „kontaktfreudig“ und wenig wählerisch in der Partnersuche, sodass es eine Unzahl an Variationen und Kreuzungen gibt.

Kurzbeschreibung der Marokkanischen Minze 'Maroccan'

Blütenfarbe: rosa
Blütezeitbereich: Spätsommer
Höhe: 50 cm
Lichtverhältnisse: sonnig, halbschattig
Lebensbereich: Freifläche
Blattform: breitlanzettlich
Blattfarbe: grün
Pflanzabstand: 40 - 50 cm
Winterhärtezone: 3
Verwendung für: Trogbepflanzung, Heilpflanze
Besonderheiten: Duftpflanze, Pflanze bildet Ausläufer
Familie: Lamiaceae
Geselligkeit: einzeln oder in kleinen Gruppen pflanzen

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Marokkanische Minze 'Maroccan' (1)

Gartenstory
31.10.2020 - Minze im Blumenbeet
Durch Zufall habe ich vor einigen Jahren unterschiedlichste Minzepflanzen für meine Gartenbeete entdeckt; hatte zunächst befürchtet, dass sie gar nicht winterhart sind.... Nun erobern sie sämtliche Pflanzlücken in den anderen Beeten, weil sie einfach völlig pflegeleicht unermüdlich blühen, jede Menge Insekten anziehen und DUFTEN!!!
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Name: Marokkanische Minze 'Maroccan' Botanisch: Mentha spicata 'Marocan'
Blütezeit: Mitte Jul. bis Ende Sept. Blätterfarbe: grün
Blütenfarbe: rosa Endhöhe: 40cm - 60cm
Sonne: Halbschatten, Vollsonne Boden Feuchtigkeit: feucht
Boden Schwere: mittelschwer, leicht Boden pH-Wert: schwach alkalisch, neutral, schwach sauer
Winterhärte: winterhart Verwendung: Beet/Rabatten, Outdoor, Kübel, Wildgarten, Gruppenpflanze, Einzelpflanze
Erhältlich: Februar bis November