Inhaltsverzeichnis
- Wie die Stachelbeeren in unsere Gärten fanden
- Ursprung und frühe Nutzung von Stachelbeeren
- Stachelbeeren im Haus- und Bauerngarten
- Züchtung und Sortenvielfalt bei Stachelbeeren
- Der Stachelbeerstrauch: Seine Bedeutung in der Gartenkultur
- Die Züchtung mehltautoleranter Stachelbeeren
- Stachelbeeren pflanzen: die guten Gründe
- Stachelbeere: Standort und Boden
- Licht und Sonne für Stachelbeeren Pflanzen
- Stachelbeersträucher vor Wind und Spätfrost schützen
- Der richtige Boden für Stachelbeersträucher
- Anleitung: Stachelbeeren pflanzen
- Schritt für Schritt einen Stachelbeerstrauch pflanzen:
- Der Pflanzschnitt bei Stachelbeeren
- Die richtigen Stachelbeeren Pflanzen auswählen
- Stachelbeeren pflanzen nach Farben: Grüne, gelbe und rote Sorten
- Wir haben ein Garten-Video über die farbige Stachelbeeren-Vielfalt bei Lubera gedreht:
- Stachelarme Stachelbeeren pflanzen
- Schau dir dazu unser Garten-Video zur Lubera-Züchtung von stachellosen Stachelbeeren an:
- Besonders aromatische Stachelbeer-Sorten pflanzen
- Schau dir dazu unser Garten-Video zur Lubera-Züchtung von aromatischen Stachelbeeren an:
- Stachelbeeren pflanzen: Welche Startgröße passt zu dir?
- Diese Varianten kannst du bei Stachelbeeren pflanzen
- Einen klassischen Stachelbeerstrauch pflanzen
- Stachelbeerenstämmchen pflanzen
- Der Stachelbeerstrauch als Spindel
- Der Stachelbeerstrauch als Spalier
- Stachelbeeren richtig schneiden
- Stachelbeerstrauch schneiden
- Stachelbeer-Spindel schneiden
- Stachelbeer-Stämmchen
- Stachelbeer-Spalier schneiden
- Wann sind Stachelbeeren erntereif?
- Erntezeit im Jahresverlauf
- Reife erkennen
- Frisch essen oder einmachen? Die richtige Erntezeit
- Stachelbeeren vermehren
- Steckholzvermehrung der Stachelbeeren Pflanzen
- Absenker von Stachelbeeren Pflanzen
Zusammenfassung
- Ursprung und Geschichte: Stachelbeeren stammen aus Europa und Westasien. Vom Klostergarten über den Bauerngarten bis zum Selbstversorgergarten entwickelten sie sich seit dem Mittelalter zu einem festen Bestandteil der mitteleuropäischen Gartenkultur.
- Züchtung und Sortenvielfalt: Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden in England Hunderte Sorten mit größerer Frucht und süßerem Geschmack. Moderne Züchtungen wie die Lubera®-Sorten sind heute mehltauresistent, großfrüchtig und teils nahezu stachellos.
- Standort und Boden: Stachelbeeren lieben sonnige bis halbschattige, luftige Plätze mit humosem, durchlässigem Boden (pH 6–7). Staunässe sollte vermieden werden; leichter Halbschatten schützt in heißen Sommern vor Sonnenbrand.
- Pflanzung und Pflege: Beste Pflanzzeit ist der Herbst. Pflanze den Strauch 5–10 cm tiefer, gieße ihn gründlich ein und mulche den Boden. Ein Pflanzschnitt – alle Triebe um ein Drittel kürzen – regt den Neuaustrieb an. Regelmäßiger Schnitt sorgt in den Folgejahren für viele große Beeren.
- Ernte und Vielfalt: Mit frühen, mittleren und späten Sorten lässt sich von Juni bis August ernten. Grüne, gelbe und rote Sorten unterscheiden sich in Süße, Aroma und Fruchtsäure. Dornenarme Easycrisp®-Sorten bieten bequeme Ernte ohne Pikser.
Praxis-Tipps:
Richtige Pflanztiefe: Sträucher 5–10 cm tiefer setzen (fördert Bodentriebe), Spindeln und Stämmchen nur so tief wie im Topf einpflanzen.
Angießen & Mulchen: Gründlich einschlämmen, Gießrand anlegen und mit Kompost abdecken, um Feuchtigkeit zu halten.
Pflanzschnitt durchführen: Alle Triebe des Stachelbeerstrauchs um etwa ein Drittel einkürzen, damit sich die Pflanze gut verzweigt und kräftig neu austreibt.
Wie die Stachelbeeren in unsere Gärten fanden
Stachelbeeren (Ribes uva-crispa) wurden über mehrere Jahrhunderte hinweg zu einem der beliebtesten Obstgehölze in mitteleuropäischen Privatgärten. Das hat sowohl botanische als auch gesellschaftlich-kulturelle Gründe.
Ursprung und frühe Nutzung von Stachelbeeren
Die Stachelbeere stammt ursprünglich aus Europa und Westasien. Schon im Mittelalter wurde sie in Klostergärten kultiviert, vor allem wegen ihrer Verwendung in der Klostermedizin. Sie galt als heilkräftig gegen Fieber und Magenbeschwerden. In schriftlichen Quellen taucht sie ab dem 13. Jahrhundert auf, etwa in England und Frankreich, wo sie zunächst als Heil- und Küchenpflanze geschätzt wurde.
Stachelbeeren im Haus- und Bauerngarten
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Stachelbeere zunehmend in bäuerlichen und städtischen Gärten verbreitet. Gründe dafür:
- Einfache Kultivierbarkeit: Sie gedeiht auch in kühleren Klimazonen und auf ärmeren Böden.
- Hoher Ertrag: Schon junge Pflanzen tragen reichlich Früchte.
- Vielseitige Nutzung: Frisch, eingekocht, als Marmelade, Mus, Wein oder Saft – die Beere war vielseitig verwertbar und gut lagerbar.
- Pflegeleichte Sträucher: Im Gegensatz zu Obstbäumen waren sie platzsparend und pflegearm, ideal für kleine Gärten.
Im 19. Jahrhundert wurde die Stachelbeere zum „Volksobst“: Fast jeder Garten besaß einen Strauch. Gartenliteratur dieser Zeit, wie von Johann Moltke oder Eduard Lucas, empfahl sie ausdrücklich für den Hausgarten.
Züchtung und Sortenvielfalt bei Stachelbeeren
Besonders in England entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert eine regelrechte Stachelbeeren-Leidenschaft. Sogenannte Gooseberry Clubs veranstalteten Wettbewerbe, bei denen die größten und schönsten Früchte prämiert wurden. Dies führte zu intensiver Stachelbeeren-Züchtung. Hunderte Sorten entstanden, darunter viele mit größeren Beeren und süßerem Geschmack.
Diese neuen Stachelbeeren Pflanzen haben sich dann sehr rasch über den gesamten europäischen Kontinent ausgebreitet. Stachelbeeren galten bald als unverzichtbarer Bestandteil des Selbstversorgergartens.
Die historischen wie auch botanischen Hintergründe kannst du in unserem Artikel «Die Stachelbeeren: transatlantische Verheerung» ausführlich nachlesen.
Der Stachelbeerstrauch: Seine Bedeutung in der Gartenkultur
Im 20. Jahrhundert blieb der Stachelbeerstrauch ein Symbol des klassischen Familiengartens.
Stachelbeersträucher standen oft neben Johannisbeeren und Himbeeren in der „Beerenreihe“, einem festen Bestandteil des Nutzgartens.
Erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ging ihr Ansehen leicht zurück, u. a. durch die Amerikanische Stachelbeermehltau-Krankheit.
Heute erlebt die Stachelbeere eine Renaissance, vor allem durch neue, mehltauresistente Sorten und nostalgische Gartenkultur.
Bild: Die Stachelbeere Easycrisp® 'Madame Sanssouci' kombiniert ausgezeichnete Mehltautoleranz mit exzellentem Aroma.
Die Züchtung mehltautoleranter Stachelbeeren
Ab 1950 kreuzten Züchter viele der anfälligen alten Sorten mit Stachelbeeren Pflanzen aus resistenteren Wildarten. Sie stammten meist, wie die Krankheit selber, auch aus Nordamerika. Die Stachelbeeren Pflanzen trugen zur damaligen Zeit allerdings weniger wohlschmeckende und auch viel kleinere Früchte.
Das war der Anlass für die Züchtung von neuen Stachelbeeren Pflanzen bei Lubera. Wir konnten sowohl bei der Fruchtgröße, bei der Gesundheit, vor allem aber auch beim Geschmack große Fortschritte machen. Unsere heutigen, aromatisch schmeckenden Stachelbeeren von Lubera®, bei denen es sich überwiegend um eigene Züchtungen handelt, besitzen eine hohe Resistenz gegen Krankheiten. Die Früchte sind großfrüchtig, haben eine angenehme Süße und wachsen teils an stachelarmen Sträuchern.
Bild: Die Stachelbeere Crispa® 'Goldling'® bildet riesige, besonders aromatische Früchte und ist sehr mehltautolerant.
Stachelbeeren pflanzen: die guten Gründe
Mit einer durchdachten Planung reichen schon drei bis fünf verschiedene Sorten unserer gelben, grünen oder roten Stachelbeeren, um deinen Bedarf an frischem Naschobst und Vitaminen von Juni bis in den späten August hinein zu decken.
Die Sträucher sind unkompliziert im Anbau, brauchen kaum Pflege und stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe mit hohem Gesundheitswert.
Die wichtigsten Nährstoffe und Vitamine haben wir für dich in einer Übersicht zusammengestellt – bezogen auf 100 Gramm frische Stachelbeeren.
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Energie |
157 kJ bzw. 37 kcal |
Ballaststoffe |
3 gr. |
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Wasser |
87.2 gr. |
Eiweiss |
0.8 gr. |
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Fett |
0.2 gr. |
Kohlehydrate |
7.1 gr. |
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Organische Säuren |
1.4 gr. |
Ungesättigte Fettsäuren |
0.1 gr. |
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Vitamine B1, B2, B6 |
0 mg. |
Vitamin C |
35 mg. |
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Vitamin E |
0.6 mg. |
Kalium |
200 mg. |
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Kalzium |
29 mg. |
Magnesium |
15 mg. |
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Phosphor |
30 mg. |
Eisen |
0.6 mg. |
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Mineralstoffe gesamt |
450 mg. |
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Quelle: Die Österreichische Nährwerttabelle (ÖNWT) BLS3.01
Stachelbeere: Standort und Boden
Stachelbeeren Pflanzen findet man in der Natur vor allem an Waldrändern, in Gebüschen und auf Lichtungen. Sie wachsen bevorzugt an halbschattigen, feuchten Standorten in kühleren, gemäßigten Klimazonen.
Licht und Sonne für Stachelbeeren Pflanzen
Halbschattig bis sonnig ist ideal.
Stachelbeeren mögen viel Licht, vertragen aber keine extreme Hitze.
In voller Sonne entwickeln sich die Früchte besonders aromatisch, doch der Boden darf dabei nicht austrocknen.
In sehr heißen Regionen ist ein leichter Halbschatten (z. B. durch Nachbarpflanzen oder eine Hecke) besser, um Sonnenbrand auf den Beeren zu vermeiden.
Stachelbeersträucher vor Wind und Spätfrost schützen
Stachelbeeren sind frosthart, aber empfindlich gegenüber kaltem Wind und Spätfrost während der Blütezeit.
Ein geschützter Standort, z. B. vor einer Hauswand, Hecke oder einem Zaun, ist daher vorteilhaft.
Besonders an zugigen, offenen Lagen kann der Ertrag leiden.
Der richtige Boden für Stachelbeersträucher
- Sie bevorzugen lockere, humusreiche, mäßig feuchte Böden.
- Lehmig-sandige Böden mit guter Wasserspeicherfähigkeit sind perfekt.
- Der pH-Wert sollte zwischen 6 und 6,5 liegen (leicht sauer bis neutral).
- Vermeide staunasse oder sehr trockene Böden – Stachelbeeren reagieren empfindlich auf beides.
→ Bei schweren Böden hilft es, beim Pflanzen eine Drainageschicht aus Kies oder grobem Sand einzuarbeiten.
Anleitung: Stachelbeeren pflanzen
Beste Pflanzzeit ist der Herbst. Ein Stachelbeerstrauch wurzelt zu dieser Zeit am schnellsten, und hat dann einen guten Start im folgenden Frühling. Auch die Frühjahrspflanzung im März oder April ist möglich, dann aber besonders gut wässern.
Schritt für Schritt einen Stachelbeerstrauch pflanzen:
1) Boden vorbereiten
Fläche spatentief lockern und Unkraut entfernen. Pro Pflanze 5–10 l reifen Kompost einarbeiten.
2) Pflanzgrube ausheben
Mindestens 2 Spatenstiche tief, doppelt so breit wie der Topfballen. Erde mit Kompost mischen. Topf gut wässern, Wurzelballen leicht aufrauen.
3) Setztiefe richtig wählen
- Strauch (Busch): so tief setzen, dass du am Ende 5–10 cm Erde über den Ballen geben kannst (fördert Bodentriebe aus schlafenden Augen).
- Spindel: nur ca. 1 cm tiefer als im Topf (keine zusätzlichen Bodentriebe erwünscht).
- Stämmchen (Hoch-/Halbstamm): Veredelungsstelle 5–10 cm über der Erdoberfläche lassen; unmittelbar neben einen Pfahl pflanzen und locker anbinden.
4) Auffüllen und angießen
Mit der Aushubmischung auffüllen, leicht antreten. Gießrand formen. 10–15 l Wasser langsam angießen. Bei Bedarf mehr Erde nachfüllen.
Tipp: Pflanze die Sträucher nicht zu dicht: etwa 1,2 bis 1,5 m Abstand zwischen den Pflanzen. Eine gute Luftzirkulation reduziert die Gefahr von Mehltau und anderen Pilzkrankheiten. Besonders bei Hochstämmchen ist eine freie Krone wichtig, damit die Blätter nach Regen rasch abtrocknen.
In diesem Video erklärt Markus, wie man einen Stachelbeerbusch pflanzt.
Der Pflanzschnitt bei Stachelbeeren
Nach dem Stachelbeeren Pflanzen erledigst du den Pflanzschnitt. Beim Pflanzschnitt werden alle Triebe um etwa ein Drittel eingekürzt, um die Pflanze zum kräftigen Neuaustrieb anzuregen und ein ausgewogenes Grundgerüst zu formen.
Die richtigen Stachelbeeren Pflanzen auswählen
Wenn du Stachelbeeren in unterschiedlicher Farbe pflanzen möchtest, hast du die Auswahl zwischen Sorten mit grünen, gelben oder roten Früchten. Grüne Früchte bringen oft eine leicht säuerliche Note mit, werden aber mit zunehmender Reife auch süßer. Gelbe Sorten gelten häufig als besonders mild und süß im Geschmack. Rote Varianten können sowohl frisch gut schmecken als auch verarbeitet werden. Bei roten Stachelbeer-Sorten variiert das Aroma stärker, und du kannst spannende Entdeckungen machen.
Stachelbeeren pflanzen nach Farben: Grüne, gelbe und rote Sorten
- Grüne Sorten stehen heute nicht mehr für »sauer«. Beispiele wie Easycrisp® 'Mr. Green'® und Crispa® 'Greenling'® sind in Vollreife deutlich süß und mehltautolerant.
- Gelbe Sorten wie Crispa® 'Solemio'® tragen auffällig große, sehr süße Früchte
- Rote Sorten punkten mit beerigem, fruchtigem Aroma; Crispa® 'Darling'® vereint attraktiven Wuchs mit hoher Toleranz gegen Blattfallkrankheit und amerikanischen Mehltau.
Bild: Die grüne Stachelbeere Crispa® 'Greenling'® ist saftig aromatisch, kombiniert mit einem Schuss Säure.
Bild: Die gelbe Stachelbeere Crispa® 'Solemio'® trägt riesige, sehr süße Früchte.
Bild: Die Stachelbeere Crispa® 'Darling'® schmecken sehr fruchtig, mit einem Hauch von Himbeeraroma.
Wir haben ein Garten-Video über die farbige Stachelbeeren-Vielfalt bei Lubera gedreht:
Stachelarme Stachelbeeren pflanzen
Bei Lubera® tragen die klassischen, aromatischen Sorten mit Dornen den Namen Crispa®, während unsere fast stachellosen Neuzüchtungen als Easycrisp® Stachelbeeren bekannt sind – ideal für alle, die ohne Pikser ernten wollen.
Wer die Vorzüge der Stachellosigkeit zu schätzen weiß, wählt bei Lubera aus der Easycrisp®-Familie der Stachelbeeren Pflanzen. Stachelarm sind z.B. Easycrisp® 'Captivator'® oder Easycrisp® 'Mr. Green'®, angenehm bei Ernte und Schnitt, auch für Kübel geeignet.
Bild: Die fast stachellose Stachelbeere Easycrisp® 'Captivator'® trägt große, aromatische und saftige Früchte.
Bild: Die stachelarme Stachelbeere Easycrisp® 'Mr. Green'® liefert einen Riesenertrag an süssen Früchten, kombiniert mit etwas Säure.
Sie zeigen zudem eine sehr hohe Toleranz gegen amerikanischen Mehltau durch den genetischen Einfluss amerikanischer Stachelbeer-Arten.
Schau dir dazu unser Garten-Video zur Lubera-Züchtung von stachellosen Stachelbeeren an:
Besonders aromatische Stachelbeer-Sorten pflanzen
Geschmacklich unterscheiden sich stachelarme leicht von stark bestachelten Sorten. Klassisch stachelige Crispa®-Sorten liefern tendenziell größere Früchte und oft eine Nuance mehr Aroma. Bei der Entscheidung für die stacheligen Sorten verzichtest du auf ein wenig Komfort bei der Ernte. Dafür erhältst du aber maximale Fruchtgröße und feinstes Aroma. Crispa® 'Goldling'® hat riesige goldgelbe Früchte mit viel Süße. Stachelbeer-Sorten Crispa® 'Darling'® und Crispa® 'Solemio'® haben dazu noch mehr frische Säuren für die Geschmacksexplosion im Mund.
Schau dir dazu unser Garten-Video zur Lubera-Züchtung von aromatischen Stachelbeeren an:
Stachelbeeren pflanzen: Welche Startgröße passt zu dir?
Bevor du zur Schaufel greifst, lohnt sich ein Blick auf die richtige Pflanzgröße – denn sie entscheidet, wie schnell du naschen kannst.
Jungpflanzen (ca. 1,3 l):
Die ideale Wahl, wenn du gleich mehrere Stachelbeersträucher setzen möchtest. Jungpflanzen sind günstig und wachsen zuverlässig an. Jetzt brauchst du ein noch klein wenig Geduld, denn den Vollertrag gibt’s nach 3–4 Jahren.
Starke Pflanzen (ca. 5 l):
Hier profitierst du vom schnellen Start. Diese kräftigen Exemplare wachsen rasch an und liefern bereits im ersten Jahr einen spürbaren Ertrag. Perfekt für ungeduldige Gärtnerinnen und Gärtner!
Solitärpflanzen (ca. 15 l):
Die Luxusklasse unter den Stachelbeeren Pflanzen! Diese großen, „fertigen“ Pflanzen sind sofort tragend und wirken mit ihrer dichten Krone richtig repräsentativ. Funktioniert im Beet oder im großen Kübel auf der Terrasse.
Diese Varianten kannst du bei Stachelbeeren pflanzen
Bei Stachelbeeren gibt es mehrere bewährte Erziehungsformen, die sich je nach Platz, Pflegeaufwand und Erntewunsch unterscheiden. Hier sind die wichtigsten Varianten mit ihren Eigenschaften, Vorteilen und typischen Einsatzbereichen:
Einen klassischen Stachelbeerstrauch pflanzen
Die Strauchform entspricht der natürlichen Wuchsform der Stachelbeeren Pflanzen. Sie werden als mehrtriebiger Strauch mit 6–8 kräftigen Haupttrieben erzogen. Der klassische Strauch braucht etwas Pflege, um vital zu bleiben. Mit regelmäßigem Schnitt vergreisen die Triebe nicht, wodurch die Beeren groß und zahlreich bleiben. Nutze Handschuhe, denn die Dornen erschweren die Ernte und das Auslichten der Pflanze etwas, besonders im Inneren des Strauchs.
Bild: Der natürliche Wuchs von Stachelbeeren ist die Strauchform, wie hier bei der Stachelbeere Easycrisp® 'Lady Sun'.
Vorteile des Stachelbeerstrauchs:
- Sehr robust und langlebig
- Hoher Gesamtertrag
- Ideal für den Hausgarten und Mischpflanzungen
Stachelbeerenstämmchen pflanzen
Vorteile des Stachelbeerstämmchens:
- Sehr dekorativ, auch für Kübel und Vorgärten
- Beeren sind bequem und dornenarm zu ernten
- Gute Luftzirkulation → weniger Mehltaugefahr
Bild: Stachelbeer-Hochstämmchen (hier die Sorte Easycrisp® 'Lady Sun') eignen sich besonders gut für kleinere Gärten, Terrasse und Balkon.
Im Lubera-Beeren-Garten zeigt dir Markus Kobelt direkt vor Ort, welche Vorteile ein Stämmchen bietet und wie du mit etwas Geschick ganz leicht auf zwei Etagen gärtnerst.
Der Stachelbeerstrauch als Spindel
Die Spindel ist eine moderne, platzsparende Erziehungsform bei Stachelbeeren: Die Pflanze wächst als eintriebige Spindel mit kurzen Seitentrieben, ähnlich wie bei Beerenobst im Erwerbsanbau. Die Spindel wächst kompakt und liefert gleichmäßige Früchte, doch sie verlangt nach konsequenter Pflege mit regelmäßigem Schnitt.
Vorteile der Stachelbeeren als Spindel:
- Gleichmäßige Fruchtreife und schönes Aroma
- Einfacher Pflückvorgang (auch bei Dornen)
- Ideal für kleine Gärten und Reihenpflanzungen
- Schnelle Ertragsbildung
Bei der Spindelerziehung reifen die Früchte besonders gleichmäßig das sorgt für ein harmonisches, rundes Aroma. Ein weiterer großer Vorteil dieser Erziehungsform: Die Ernte ist deutlich einfacher und sicherer, selbst bei Sorten mit Dornen.
Mit etwas Geduld und richtiger Pflege entwickeln sich Spindeln bereits nach zwei bis drei Jahren zu beeindruckenden Pflanzen von bis zu 150–170 cm Höhe.
Damit dir das gelingt, hat sich Markus Kobelt noch einmal seine Jacke übergezogen und zeigt dir in seinem Video «Stachelbeeren pflanzen und als Spindel erziehen» alle seine Tricks und Kniffe aus der Praxis.
Der Stachelbeerstrauch als Spalier
Die Stachelbeere wird an Drähten oder einem Gerüst flach erzogen – ähnlich wie ein Spalierobst. Die Spaliererziehung ist platzsparend und elegant. An der Spaliererziehung kannst du dein handwerkliches Geschick zur Anwendung bringen. Regelmäßiges Binden und Schneiden kosten etwas mehr Zeit als die Straucherziehung. Ein Stachelbeer-Spalier ist am Ende aber auch ein kleines Kunstwerk. Eine gleichmäßige Bewässerung ist wichtig, damit die Früchte nicht unregelmäßig reifen oder aufplatzen. Besonders an warmen Wänden kann der Boden schnell austrocknen, weshalb deine Aufmerksamkeit gefragt ist.
Vorteile der Stachelbeere als Spalier:
- Optimal für kleine Flächen oder Hauswände
- Gute Belichtung und Fruchtqualität
- Dekorativ und leicht zu pflegen
Stachelbeeren richtig schneiden
Egal, ob du deine Stachelbeeren als Strauch, Spindel, Spalier oder Stämmchen kultivierst – ein regelmäßiger Schnitt ist entscheidend, wenn du Jahr für Jahr reichlich Früchte ernten möchtest. Am besten greifst du einmal im Jahr zur Schere, idealerweise Ende Februar oder im März, bevor der Neuaustrieb beginnt. Nur so bleiben deine Pflanzen vital und tragen zuverlässig.
Stachelbeerstrauch schneiden
Einmal jährlich, am besten Ende Februar oder im März, alle alten Triebe (älter als 4 Jahre) bodennah entfernen.
Lass 6–8 kräftige Jungtriebe stehen und kürze sie leicht ein. So bleibt der Strauch luftig, und es bilden sich regelmäßig neue, fruchtbare Zweige.
Stachelbeer-Spindel schneiden
Bei der Spindelerziehung steht ein Haupttrieb im Mittelpunkt. Im Spätwinter werden die Seitentriebe auf kurze Zapfen (2–3 Knospen) zurückgeschnitten, um junges Fruchtholz anzuregen.
Den Mitteltrieb erhältst du aufrecht und kürzt ihn nur leicht ein, wenn er zu lang wird.
Stachelbeer-Stämmchen
Beim Stämmchen liegt der Fokus auf einer gesunden, kompakten Krone.
Einmal jährlich – am besten Ende Februar oder im März – werden alte, abgetragene Triebe in der Krone komplett entfernt, um Platz für junges Holz zu schaffen.
Lass 5–7 kräftige, jüngere Triebe stehen und kürze sie leicht ein, damit sich die Krone schön verzweigt und stabil bleibt.
Triebe, die aus dem Stamm oder der Unterlage unterhalb der Veredelungsstelle austreiben, werden sofort entfernt.
Achte darauf, dass die Krone luftig bleibt, damit die Beeren gut abtrocknen und Mehltau keine Chance hat.
Stachelbeer-Spalier schneiden
Beim Spalier bleiben die Gerüstäste als dauerhafte Leittriebe erhalten.
Alle Seitentriebe, die im Vorjahr getragen haben, werden nach der Ernte oder im Frühjahr auf kurze Stummel (2–3 Knospen) zurückgeschnitten. Dadurch entstehen neue, fruchtbare Kurztriebe entlang des Spaliers.
Weitere Details zum Stachelbeeren Schneiden findest du in unserem Artikel «Stachelbeeren schneiden - Schritt für Schritt erklärt».
Wann sind Stachelbeeren erntereif?
In sonnigen und warmen Lagen reifen Stachelbeeren meist früher und entwickeln dabei ein besonders süßes, volles Aroma. In kühleren Regionen oder an halbschattigen Standorten dagegen verläuft die Reife etwas langsamer – die Ernte verschiebt sich in der Regel um ein bis zwei Wochen nach hinten.
Erntezeit im Jahresverlauf
- Frühe Sorten: ab Mitte bis Ende Juni
- Mittlere Sorten: etwa Anfang bis Mitte Juli
- Späte Sorten: bis Ende Juli oder Anfang August
Mit einer klugen Sortenwahl (z. B. frühe, mittlere und späte Sorten gemischt) kannst du also von Juni bis in den August hinein Stachelbeeren ernten.
Reife erkennen
Stachelbeeren verraten ihre Reife durch mehrere Signale:
- Farbe: Je nach Sorte färben sich die Beeren von grün zu gelb, rot oder rötlich-violett.
- Haut: Wird dünner und leicht durchscheinend.
- Konsistenz: Beeren werden weicher und lassen sich leicht vom Stiel lösen.
- Geschmack: Von säuerlich (unreif) zu süß-aromatisch (vollreif).
Tipp: Einmal probieren lohnt sich enorm, denn die Geschmacksentwicklung ist erstaunlich!
Frisch essen oder einmachen? Die richtige Erntezeit
Je nachdem, ob du deine Stachelbeeren als frische Früchte direkt vom Strauch genießen möchtest, oder sie zum Backen und Kochen verwendest, ändert sich der Erntezeitpunkt.
- Für Kompott, Marmelade oder Kuchen:
Etwas unreifer pflücken, also wenn die Beeren noch fest und leicht säuerlich sind. Sie enthalten dann mehr Pektin und behalten beim Kochen ihre Form. - Für den Frischverzehr:
Vollreif ernten, wenn die Früchte süß, saftig und aromatisch sind. Vollreife Stachelbeeren sind allerdings empfindlicher und sollten bald gegessen oder verarbeitet werden.
Bild: Stachelbeeren lassen sich vielfältig verwenden. Probier unser köstliches Stachelbeer-Cheesecake-Rezept.
Stachelbeeren vermehren
Stachelbeeren werden vegetativ, also nicht über Samen, sondern sortenecht über Stecklinge oder Absenker vermehrt. Nur so bleibt die jeweilige Sorte mit all ihren Eigenschaften – etwa Fruchtfarbe, Geschmack oder Wuchsform – erhalten.
Hier sind die gängigen Methoden:
Steckholzvermehrung der Stachelbeeren Pflanzen
Im Spätherbst oder Winter werden bleistiftdicke, einjährige Triebe geschnitten und in etwa 15–20 cm lange Steckhölzer zerteilt. Diese steckt man schräg in feuchte Erde oder Substrat (z. B. im Frühbeet oder Topf). Im Frühjahr treiben sie aus und bilden neue Wurzeln. Nach etwa einem Jahr entstehen daraus kräftige, sortenechte Jungpflanzen.
Absenker von Stachelbeeren Pflanzen
Im Frühjahr wird ein langer, biegsamer Trieb nach unten gebogen und teilweise in die Erde eingelegt, wobei die Triebspitze herausschaut. An den bedeckten Stellen bilden sich im Sommer Wurzeln. Im Herbst oder Frühjahr darauf kann der bewurzelte Trieb vom Mutterstrauch getrennt und einzeln gepflanzt werden.
Weitere interessante Informationen zum Stachelbeeren Vermehren findest du in unserem Artikel Stachelbeeren vermehren - wie geht das?».
In diesem Video erklärt Markus, wie wir Johannis- und Stachelbeeren vermehren:
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.