Chili Samen (4 Artikel)

Chili Samen kaufen Lubera PflanzenshopDas Vorurteil, dass die Chili Samen die Ursache für die ungewöhnliche Schärfe der kleinen Schoten wäre, entbehrt jeder Grundlage, wird aber häufig verbreitet: Es sind nicht die Chili Samen, sondern die weissen Scheidewände in den Chili, die das superscharfe Capsaicin enthalten, das beim Verzehr nicht nur die Augen tränen lässt. Der tatsächliche Grund, weshalb Hobbygärtner diese Samen hier im Lubera® Pflanzenshop suchen und kaufen...

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Chili 'Prairie Fire' (Saatgut) BIO
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CHF 5.40 Chili 'Prairie Fire' (Saatgut) BIO Die kompakte Chili mit den feurigen Früchten
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Saatguttütchen mit 20 Korn CHF 5.40
Gewürzpaprika-Chili 'De Cayenne'
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CHF 2.40 Gewürzpaprika-Chili 'De Cayenne' Capsicum annuum 'De Cayenne'
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Saatguttütchen CHF 2.40
Paprika 'Jalapeño'
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CHF 2.90 Paprika 'Jalapeño' Capsicum annuum 'Jalapeño'
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Saatguttütchen CHF 2.90
Gewürzpaprika 'Lemon-Chili'
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CHF 3.90 Gewürzpaprika 'Lemon-Chili' Capsicum annuum gelb 'Lemon-Chili'
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Saatguttütchen CHF 3.90

Weitere wertvolle Informationen zu Chili Samen

Chili Samen kaufen Chili Prairie Fire Capsicum spec. Lubera Pflanzenshop...liegt bei der Mehrheit sicherlich nicht darin, die Früchte ähnlich den Tomaten mal eben als frischen Snack direkt vom Strauch zu naschen, sondern in ihren unzähligen Verwendungsmöglichkeiten in der gesunden Küche.Diese Vielseitigkeit resultiert einerseits aus den verschiedenen Farben und Aromen der grünen, gelben, orangenen, roten und violetten Chili-Früchte, andererseits hängt sie selbstverständlich auch mit den unterschiedlichen Schärfegraden der Chilis zusammen, die von mild bis ultrafeurig reichen.

Chilisamen kaufen – die Auswahl im Lubera Shop

Wir sind bei Lubera bestrebt, dass unsere Lubera Chili Samen möglichst jeden Geschmackswunsch qualitätsbewusster Kunden und Besucher befriedigt. Neben unterschiedlichen Farben reicht das Angebot von der klassischen, mittelscharfen Paprika-Chili 'Jalapeño' bis hin zur extra feurigen Chili 'Prairie Fire', deren attraktive Optik an die einer Zierpflanze erinnert. Allesamt eignen sich unsere Chilisamen ausgezeichnet für den Freilandanbau, lassen sich aber ebenso einfach wie ertragreich als Kübelkultur auf Balkonen und Terrassen heranzüchten. Apropos Ernteertrag: Wenn Sie unseren Chili Samen kaufen, genügt der Beutelinhalt je nach Sorte für etwa 6 bis 15 Pflanzen. Wenn das Wetter mitspielt, reichen die scharte Ernte für einen recht ansehnlichen Vorrat zum roh Essen, Kochen, Einlegen oder Trocknen. Probieren Sie am besten zum Anfang Ihrer Chili-Karriere gleich mehrere Sorten aus, sodass nach der ersten Ernte Ihr guter Geschmack darüber entscheidet, welche Pflanze für die nächsten Jahre Ihre ganz persönliche Lieblingsschote wird.

Chili Samen kaufen – unsere kompakte Sortenübersicht

Chili Sorte Erntezeit Besonderheiten
Chili 'Prairie Fire' Saatgut BIO ab August (abhänging von der Färbung) Farbwechsler von grün-gelb auf rot; extrascharf Stufe 9 = 70 000 SHU (Scoville Heat Units); für Salate, Dips, gekocht oder eingelegt verwendbar
Gewürzpaprika 'De Chayenne' Juli bis Oktober schmale, etwa 10 cm lange Schoten mit scharfem Geschmack; robuste, ertragreiche Sorte zum Frischverzehr, Würzen, Trocknen und Einlegen
Paprika Jalapeño Juli bis Oktober dickwandige, scharfe, etwa 7 cm lange Früchte von grün auf rot reifend; optimal zum Kochen, Füllen oder in Salsa-Sossen; 2500-10 000 SHU, mittelmild
Gewürzpaprika 'Lemon Chili' Juli bis Oktober dickfleischige, gelbe Früchte mit pikant-aromatischem Geschmack; ertragreiche Sorte mit milder Zitrusnote

Die verschiedenen Chiliarten (Capsicum Species)

Die verschiedenen Chiliarten stammen wohl von einem gemeinsamen südamerikanischen Vorfahren ab, unterscheiden sich aber doch deutlich in Habitus, Fruchtgrösse und Aroma/Schärfe.

Capsicum annuum produziert eher grosse, milde Früchte mit bis zu 80 000 SHU, viele Paprika und Peperoni gehen auf diese Art zurück.

Capsicum chinense bietet kleinere, sehr scharfe Früchte mit fruchtigem Aroma, z.B. die bekannten Habanero-Chilis, 100 000 bis 1Mio SHU

Capsicum pubescens, hat behaarte Blätter, fleischige Früchte, violette Blüten und schwarze Samen, 0-100 000 SHU
Capsicum baccatum ist mit vielen Sorten in Südamerika starke verbreitet, rauchig-fruchtiges Aroma, z.B. Aji- Amarillo, 3000 - 100 000 SHU

Von Capsicum frutescens stammen die Tabasco Chilis ab, 50 000 - 100 000 SHU, sehr buschiger Wuchs, kompakt, kleine aufrechte Früchte, auch viele Zierformen stammen von dieser Art. Ideal für Containerkultur.

Chili Samen selber zu Jungpflanzen ziehen – die Vorteile

Chili-Samen können nicht direkt ausgesät werden. Wegen der relativ langsamen Entwicklung der Pflanzen und weil sie erst ab Mitte Mai ausgepflanzt werden können, kommen Direktsaatpflanzen mit ihrer Ernte zu spät. Es müssen also Jungpflanzen aus Chilisamen an- und vorgezogen werden, wenn man auch in unseren Breiten einen ordentlichen Ertrag haben möchte. Neben der Aussaat der Samen ist natürlich auch der Kauf von starken Jungpflanzen gerade zur Pflanzsaison möglich. Achten sie da bitte auf möglichst starke Pflanzen – um den Zeitvorsprung zu erhöhen.

Wenn Sie also Ihre Chilisamen selber aussäen und selber Jungpflanzen produzieren, haben Sie folgende Vorteile:

  • Gute Erträge bei einfach zu kultivierenden Sorten
  • Geringer Pflegeaufwand bei passenden Standortbedingungen.
  • Chili Pflanzen haben nur einen sehr geringen Platzbedarf und gedeihen auch in Kübeln. 
  • Selbst angebaute Pflanzen sind vollständig pestizidfrei und haben ein unverfälschtes, natürliches Aroma.
  • Sie bestimmen den Schärfegrad der Chili Schoten selbst, denn nur Ihr guter Geschmack zählt bei der Sortenauswahl.
  • Chili auspflanzen und selber ernten eröffnet Ihnen viele schmackhafte kulinarische Verwendungsmöglichkeiten – frisch, getrocknet oder eingelegt.
  • Wenn Sie zum Winterschluss Chilisamen aussäen und später als Jungpflanzen auf die Beete bringen, werden sich die widerstandsfähigen Pflanzen besonders robust entwickeln. 

Einfach und sicher – Chili Samen aussäen und keimen auf der Fensterbank

Um die voll ausgereiften Chilischoten im Spätsommer und Herbst ernten zu können, ist eine möglichst frühe Aussaat (in etwa acht Zentimeter grossen) Anzuchttöpfen wichtig. Starten können Sie mit dem Säen unter Glas, im Gewächshaus oder auf der Fensterbankdaher schon ab Februar. Chili Samen keimen am besten, wenn sie einen Tag vor ihrer Aussaat bei normaler Raumtemperatur in Kamillentee eingeweicht wurden. Ein kleiner Handgriff, der hilft, die Keimzeit zu verkürzen und gleichzeitig schädliche Mikroorganismen von den Sämlingen fernhält. Zum Befüllen von Aussaattöpfen oder Pflanzschalen verwenden Sie am besten ein hochwertiges Anzuchtsubstrat, wie unsere Fruchtbare Erde Nr. 2, das Sie beim Chili Samen kaufen, gleich mitbestellen können. Pro Topf reicht ein Saatkorn, das etwa fünf Millimeter tief in die Pflanzerde gedrückt wird. Da die Dunkelkeimer kein Licht benötigen, müssen Sie die kleinen Mulden jetzt nur noch mit ein wenig Erde auffüllen. Die Töpfe bekommen zum Schluss etwas Wasser mit der Sprühflasche, bevor sie zum Ende mit einer transparenten Kunststofffolie abgedeckt werden. Chili Samen keimen zu lassen gelingt am besten, wenn ihnen (je nach verwendeter Sorte) für die nächsten 8 bis 20 Tage ein feuchtwarmes Mikroklima bei etwa 20 bis 25 °C geboten wird. Bis Mitte Mai können sich jetzt starke Jungpflanzen entwickeln, die Ihrer neuen Chilikultur einen schönen Vorsprung verschaffen werden. Je schöner und grösser die ausgepflanzten Jungpflanzen Mitte Mai sind, desto früher und grösser kann die Ernte werden.

Der beste Standort für Chili

Wer die aus Süd- und Mittelamerika stammenden und besonders wärmebedürftigen Nachtschattengewächse – nichts anderes sind Chili wie auch Paprika und Peperoni – hierzulande erfolgreich anbauen will, muss ihnen annähernd die gleichen Lebensbedingungen schaffen, wie sie die Pflanzen auch in ihren Heimatländern vorfinden. Die wichtigsten Anforderungen für Chili Pflanzen sind: 

  • Der Standort im Garten muss warm, hell und sonnig sein (optimal sind 6 bis 8 Sonnenstunden täglich bei Temperaturen nicht unter 15 °C).
  • Zum Chili Pflanzen und Anbauen braucht es einen windgeschützten Platz im Freiland.
  • Die bunten scharfen Minischoten sind nicht frostverträglich, sodass ein Auspflanzen in den Garten frühestens nach den Eisheiligen infrage kommt (Chili Samen keimen daher am besten im Haus, siehe oben).
  • Für den erfolgreichen Anbau soll der Boden neutral bis leicht sauer und nährstoffreich sein; hier sind die Chili Pflanzen allerdings auch sehr gut anpassungsfähig, bei Lubera stehen die Versuchspflanzungen jeweils auf Sandboden mit einem pH von 7.5 – ohne Probleme.
  • In guter Nachbarschaft (Salat, Petersilie, Radieschen und Kräuter) und einem halben Meter Abstand wachsen Chili Schoten schneller, bessre und gesünder.
  • Nachtschattengewächse wie Tomaten, Auberginen oder Kartoffeln gelten nicht als geeignete und chilifreundliche Nachbarn; man sollte diese botanisch verwandten Kulturen auch nicht als Vorkultur haben. Zwischen den verwandten Kulturen mit Nachtschattengewächsen sollte im Freiland eine Pause von 3-4 Jahren eingehalten werden.

Bei Lubera haben wir vor allem das Ziel, einfach zu kultivierende Freilandchili anzubieten. Aktuell sind wir dabei, in mehrjährigen Sortentests Dutzende von Sorten zu testen, um dann das Angebot an Samen, aber auch an Jungpflanzen bei den Chilis ausbauen zu können.

Chili pflanzen

Um die eigenhändig vorgezogenen Chili Pflanzen in die Beete oder auf den Balkon umzusetzen, sollte in jedem Fall bis Mitte Mai abgewartet werden. Erfahrene Gärtner zögern den Umzugstermin so lange heraus, bis die Schafskälte vorüber ist, denn schliesslich machen es in der Hauptsache Wärme und Licht aus, dass am Ende der Saison die Chilis scharf sind und wie gewünscht schmecken. Beim Chili pflanzen und anbauen im Freien empfehlen wir wie folgt vorzugehen:

  • Pflanzlöcher mit mindestens dem doppelten Volumen des Wurzelballens ausheben.
  • Um eine drangvolle Konkurrenz der Pflanzen untereinander zu vermeiden, lassen Sie dazwischen unbedingt Mindestabstände von 40 bis 50 cm.
  • Mitsamt ihrem Substrat werden die jungen Chili Pflanzen mittig eingesetzt, so dass sich der obere Teil des Wurzelballens in gleichem Niveau mit dem Gartenboden befindet.
  • Abschliessend Pflanzlöcher mit einem Gemisch aus Gartenerde und Kompost auffüllen, vorsichtig verdichten und mit etwas abgestandenem Regenwasser angiessen.
  • Um bei hochsommerlichen Temperaturen ein zu zeitiges Austrocknen im Wurzelbereich zu vermeiden, gönnen Sie Ihren Pflanzen möglichst noch einen stabilen Giessrand. 

Unser Tipp: Ein bis zwei Wochen bevor Sie Chili auspflanzen, wird die Beeterde mit einer schwarzen Kunststofffolie vorgewärmt, wodurch sich die bis jetzt im Haus verwöhnten Jungpflanzen draussen noch wohler fühlen.

Müssen Chili Pflanzen gedüngt werden?

Neben dem regelmässigen, aber nie zu intensivem Giessen verlangen die Starkzehrer auch eine regelmässige Düngung, deren Menge und Zusammensetzung von den tatsächlichen Bodenverhältnissen am Standort abhängig ist. Bereits beim Chili auspflanzen kann ein natürlicher Langzeitdünger wie Frutilizer® 'Natürlich' aus getrockneten Schafwollpellets in die Pflanzgruben eingearbeitet werden: 

1 Esslöffel pro Pflanze, ca. 10 Pellets = ca. 10g. Grundsätzlich soll auf dem Pflanzbeet Kompost eingearbeitet werden. Die Düngung mit Pellets oder mit einem andere Langzeitdünger (jetzt ca. 20 Pellets pro Pflanze) soll ab Blüte und Fruchtentwicklung nochmals wiederholt werden. Beachten Sie, dass der natürliche Langzeitdünger seine Wirkung nur entfalten kann, wenn er von Erde überdeckt bzw. eingearbeitet ist.

Die verschiedenen Nährstoffe haben unterschiedliche Auswirkungen auf die Chili-Pflanze: Dabei liefern die Schafwollpellets vor allem Stickstoff und Kali und Spurenelemente, der Kompost ist dann zusätzlich für Phosphor zuständig. Selbstverständlich mineralisieren sich auch im warmen Sommerboden laufend die wichtigsten pflanzenverfügbaren Nährstoffe:

  • Stickstoff für kräftige Wurzeln, gesunden Blattwuchs und die Herausbildung von Capsaicin (das macht die Chilis scharf!).
  • Kalium, das für eine optimale Entwicklung des kräftigen und aromatischen Geschmacks der Chili Schoten sorgen wird.
  • Magnesium als hauptsächliche Triebkraft bei der Blattgrünbildung und Grundlage für Fruchtqualität und -geschmack.
  • Phosphor, das für zahlreiche Früchte benötigt wird und dafür sorgt, dass in den erntereifen Schoten auch der Chili Samen reif und das Verbindungsgewebe mit dem Fruchtfleisch (weisse Trennwände) mit dem scharfen Capsaicin angereichert wird.

Chili Ernte – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der Farbumschlag der Früchte beginnt an ihrer Spitze. Im Wesentlichen sind es vier Kriterien, die eine Erntereife signalisieren:

  • Bei roten Sorten sind nach dem Farbumschlag nochmals 5-10 Tage in die Reife der Früchte zu investieren, um eine optimale Qualität zu erreichen.
  • Die Schale der Chili beginnt sich langsam zusammen zu ziehen – allerdings sollten sie gerade geerntet werden, bevor das passiert.
  • Das Fruchtfleisch gibt bei sanftem Druck leicht nach.
  • Auf den Schoten bilden sich winzige dunkle Flecken (Verfärbungen bedeuten keine Qualitätsbeeinträchtigung der Chili Schoten!).

Allerdings sollte auch nicht zu spät geerntet werden, da wir die Pflanze mit der Ernte auch entlasten – sie kann sich dann besser auf die Ausreife der übrigen Früchte kümmern. Besonders bei Sorten, die auch grün geerntet werden können (und auch so schon den gewünschten Schärfegrad erreicht haben), macht vor allem zu Beginn der Erntezeit eine grüne Ernte Sinn, um den Gesamtertrag und auch die Qualität der restlichen Früchte zu verbessern.

Übrigens werden Aroma und Schärfegrad der Chili Schoten stark vom Standort, den Kulturmassnahmen und auch vom Klima beeinflusst. Folgende Faktoren können die Schärfe beeinflussen:

  • Je mehr Sonne und Wärme, desto 'hotter' werden die Chilis.
  • Spät reifende Chili erhalten weniger Sonne und Wärme, sind also milder als früher abreifende Schoten.
  • Trockenheit oder bewusstes Unterbewässern führt auch zu schärfernen Früchten.
  • Tendenziell sind kleinere Chili-Früchte schärfer.

Chili ernten – die Chilipflanze schonen 

Vermeiden Sie bei der Ernte unbedingt Beschädigungen an der Pflanze und den Schoten (um Schädlingsbefall sowie Fäulnisbildung verhindern) und gehen Sie vorsichtig ans Werk. Die Chilipflanze hat ja noch unzählige weitere Früchte zur Ausreife zu bringen und sollte möglichst nicht beschädigt werden. Das sind die wichtigsten Vorsichtsmassnahmen für die Chili-Ernte: 

  • Reife Chili Früchte niemals mit der Hand abdrehen oder versuchen herauszubrechen.
  • Bei der Ernte immer mit scharfem Messer oder einer Schere arbeiten.
  • Der optimale Schnittpunkt beim Chili Ernten befindet sich in der Mitte des Stiels zwischen Fruchtansatz und Pflanze.

Unser Tipp: Wer sich für einen frühestmöglichen Erntetermin entscheidet, trägt wesentlich zur Stimulierung seiner Chili Pflanzen bei, die danach weitere heranwachsenden Früchte ausbilden werden.

Was ist scharf an den Chili und wie wirkt die Schärfe?

Wie schon oben erwähnt ist für die Schärfe und das Brennen (man spricht ja auch im Englischen von den 'hot chilis') das sogenannte Capsaicin verantwortlich, dass sich in den Chilifrüchten vor allem am und im weissen Bindegewebe befindet, das die Samen ans Fruchtfleisch und die Fruchtschale bindet. Am wenigsten Capsaicin findet man in der Regel an der Basis der Früchte, da sind sie am mildesten.

Das Capsaicin spricht die Schmerzrezeptoren in den Schleimhäuten in Mund, Rachen, Magen und Nase an, die auf den chemischen Stoff reagieren, wie wenn es eine Verbrennung gäbe (die es aber nicht gibt). Die Schärfe, das Brennen der Chili ist also sozusagen eine würzige Täuschung, es ist die Reaktion der Schmerzrezeptoren, die die empfundene Hitze macht… Da ist kein Feuer…

Als Folge produziert der Körper Wasser, Tränen, Speichel, Magensäfte, die kühlen sollen (und auch tatsächlich kühlen). Als "Gegengift" gegen den empfundenen schüttet der Körper weiter Endomorphine, köpereigenen Schmerzmittel. Je nach Betrachtungsweise kann man da auch von Glückshormonen sprechen. Es sind wohl eben diese Glückshormone, die zu scharfem Essen, und zu immer schäferem Chiligenuss verführen. Übrigens gibt es da auch einen Gewöhnungseffekt. Nach und nach hält man immer mehr Schärfe aus, braucht für den gleichen Glückseffekt immer mehr Capsaicin und Endomorphine…

Wie wird die Schärfe der Chili gemessen, was bedeutet Scoville oder SHU

1912 entwickelte Wibur Scoville einen Test zur Messung des Chilischärfegrads. Dabei ging er von folgender Überlegung aus: Wie stark muss ich ein in Wasser aufgelöstes Chilipulver verdünnen, bis man nichts mehr merkt; oder umgekehrt gedacht: ab welchem Verdünnungsgrad wird die Schärfe zum ersten Mal wahrgenommen. Die Schärfe wird dann folglich über den Verdünnungsgrad gemessen, je höher die notwendige Verdünnung, desto schärfer wirken die Chilis. Eine Chili mit 300 000 SHU (Scovilles, oder Scoville Heat Units) ist also so scharf, das sie erst ab einer 300 000-facher Verdünnung als neutral, nicht mehr als scharf wahrgenommen wird.

Pfefferspray, der im Wesentlichen aus Capsaicin und Trägerstoffen besteht, misst 500 000 Heat Units SHU, die schärfste Chili 'Cadina Raper' misst 2 200 000 SHU, unsere Freiland-Chilisorte 'Prairie Fire' ist mit 70 000 SHU mindestens für mich schon sehr sehr scharf… Jedenfalls habe ich diesen Sommer einen Feldrundgang nach dem Genuss einer halben Schote dieser kompakten Sorte schnell mal abbrechen müssen.

Wie viel Chili ist eigentlich gesund?

Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass der Ernteertrag von zwei bis drei Chili Pflanzen den Bedarf einer vierköpfigen Familie übers Jahr deckt. Dabei bezieht man sich auf den Verzehr frischer Schoten während der Erntezeit und setzt einen Schärfegrad voraus, der dem normalen Geschmacksempfinden entspricht. Wer die gesundheitlichen Vorteile voll auskosten will, sollte demnach täglich bis zu sechs Chili - also mit jeder Hauptmahlzeit zwei – zu sich nehmen – was bei durchschnittlich milden bis leicht scharfen Exemplaren auch ohne Weiteres gelingt und bekömmlich ist. Chililiebhaber wie auch die scharfen Früchte selber neigen allerdings zur Radikalisierung und es muss immer schärfer sein – aber vielleicht kann man ja auch nur mit 2 Früchten an jedem zweiten Tag gesund bleiben ;-).

Auch wenn Chilis in vielerlei Hinsicht sehr gesund sind und auch wenn zu diesem Gesundheitseffekt ursächlich auch die Schärfe mithilft (siehe unten), so gibt es wohl doch eine Grenze. So kann vernünftiger Chiligenuss die schützende Magenschleimhaut stärken, während zu viel Chili auch zu Entzündungen und Übersäuerungen führen können

Die gesunden Inhaltsstoffe der Chili und ihre Wirkung

Bei aller Feurigkeit der schmackhaften Schoten geraten leider die vielen anderen gesunden Inhaltsstoffe dieser wertvollen Früchte allzu oft in den Hintergrund. Betrachtet man allein ihren Vitamin-C-Gehalt, der doppelt so hoch liegt wie bei Zitrusfrüchten, steht schon mal fest, dass sich Chili Samen aussäen immer lohnt. Werden 100 Gramm frisch geerntete grüne Chili im Labor untersucht, finden sich bei einem Fettgehalt von 0,2 Gramm (40 kcal) folgende Bestandteile: 

  • 7 mg Natrium 
  • 340 mg Kalium
  • 9 Gramm Kohlenhydrate (1,5 Gramm Ballaststoffe und 5 Gramm Zucker)
  • 242,5 μg Vitamin C
  • 1.179 μg Vitamin A
  • 0,3 mg Vitamin B6
  • sowie Kalzium (18 mg), Eisen (1,2 mg), Magnesium (25 mg).

In ihrer Gesamtheit und einen regelmässigen Verzehr vorausgesetzt, ergeben sich für Chili Schoten aus dem Garten viele gesundheitliche Vorteile:

  • Schmerzlindernd bei Muskelkater und Nervenentzündungen.
  • Fördern den Stoffwechsel und regen die Fettverbrennung an.
  • Wirken auf natürliche Weise verdauungsfördernd (auch in getrockneter Form oder als Würzpulver) – Capsaicin fördert die Magensaftproduktion.
  • Sorgen für regulierende Wirkung des Wärmehaushalts (schweissmildernd) bei hohen Umgebungstemperaturen.
  • Tragen mit der verstärkten Ausschüttung von Endorphinen zur Stimmungsverbesserung bei (scharfe Sorten können euphorisch wirken!).
  • Bessere Durchblutung
  • Capsaicin wirkt auch antibakteriell

Chili verarbeiten

Chili Samen selber ziehen und Chili selber anbauen macht Sinn – sowohl aus Spass an der Freude und Schärfe wie auch aus objektiv gesundheitlichen Gründen. Dabei ist es auch kein Problem, wenn die knackig-frischen Schoten nicht allesamt sofort gekocht, gebraten, gegrillt oder roh verzehrt werden können – mit Trocknen, Einfrieren oder Einlegen lässt sich schnell eine üppige Winterbevorratung anlegen.

Chili trocknen

Am besten geeignet sind dafür die dünnwandigen Chilis, indem man sie einfach an Zwirn oder einer nicht zu starken Schnur auffädelt und an einem luftigen, halbschattigen Ort aufhängt. Nach circa drei bis sechs Wochen können sie mit den Fingern (im Handschuh!) ganz leicht zerbröselt bzw. im Mörser oder Mixer zu feinem Chilipulver zermahlen werden, wobei das beliebte Aroma beinahe vollständig erhalten bleibt. Falls Sie dafür nur die Fruchtwände verwenden, bekommen Sie einen sehr milden Geschmack, werden Samen und Scheidewände mit gemahlen, entsteht eine feurige Würze. Verwendet man fleischige Sorten zum Dörren, wird hierfür besser für einige Stunden der geöffnete Umluftofen (bei niedrigster Stufe) benutzt, womit die Gefahr einer Schimmelbildung ausgeschlossen ist.

Chili einfrieren

Die entkernten und halbierten Chilis brauchen nur grob zerstückelt werden, ehe sie im Gefrierbeutel zum vitamin- und geschmacksschonenden Schockfrosten landen. Die Knackigkeit der Schoten geht dabei allerdings leider (und selbst, wenn sie zuvor blanchiert wurden), zum grossen Teil verloren.

Chili einlegen

Wenn Sie Chili pflanzen und anbauen wie unsere dickfleischige und pikant-scharfe 'Lemon-Chili' und zum Herbst einen Ernteüberschuss haben, legen Sie die Schoten doch einfach sauer ein. Ideal für diese uralte und schnelle Konservierungsmethode sind etwas mildere Essigsorten, dazu ein paar Zwiebelstücke, Pfeffer, Salz und vielleicht noch einige Ihrer Lieblingsgewürze. Bevor Sie die Chilis in verschliessbare Gefässe füllen, können sie bei Bedarf wahlweise halbiert oder in Scheiben geschnitten werden.

Wie man selbst Chili Samen gewinnen kann

Waren Ihre Chilis scharf genug und das Aroma der Schoten passen zum Geschmack der Familie? Dann ist die Erntezeit genau der richtige Termin, um aus einigen voll ausgereiften Früchten Chili Samen zum selber ziehen zu gewinnen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • die Schoten mit einem Messer in der Mitte längs teilen;
  • heben Sie die Chili Samen nun mit einem Teelöffel vorsichtig aus dem Fruchtfleisch heraus;
  • den selbst gewonnenen Chili Samen auf einem Tuch auslegen und vollständig trocknen lassen;
  • das neue Saatgut in Tüten oder dunkle Fläschchen füllen, womit es eine Haltbarkeit von mindestens vier bis sechs Jahren bekommt.

Unser Tipp: Bei scharfen Chili Sorten wird während der Samenentnahme besser eine Schutzbrille aufgesetzt und Handschuhe getragen. Menschen, die bei Hautkontakten mit den Schoten zu Überreaktionen neigen, sollten diese Arbeiten gegebenenfalls gänzlich unterlassen.

FAQ - die wichtigsten Fragen und Antworten zu Chili Samen
Lässt sich der Schärfegrad der Chili irgendwie beeinflussen?

Durch mässiges, statt zu intensivem Giesen werden die Chilis scharf. Mit zunehmender Trockenheit steigt zwar der Capsaicin Gehalt in den Früchten an, aber den Pflanzen selbst bekommt die Dürre keineswegs, der Gesamtertrag nimmt ab und die neuen Blüten werden weniger.

Wie wird die Schärfe von Chilis gemessen?

Mit SHU (Scoville Heat Units), vielfach auch abgekürzt als Scovilles-Schärfegrade. Die Messungen gehen dabei von 0-1.2 Mio.

Was bedeuten genau SHU oder Scovilles bei Chili?

Mit dieser Masseinheit wird der Schärfegrad angegeben. Die Zahl sagt auch, wie stark das Chilipulver einer bestimmten Sorte verdünnt werden muss, damit man keine Schärfe mehr spürt. Je grösser der SHU Wert, desto schärfer.

Gelingt der Chili Anbau auch auf Balkonen?

Mitunter sogar besser als in Kästen, wenn die Kübel wind- und wettergeschützt hinter einer Balkonwand, aber trotzdem vollsonnig platziert sind. Wärme und Sonne fördern die Fruchtbarkeit der Chilipflanzen, aber ebenso auch Schärfegrad und Aroma.

Welche Zimmertemperaturen braucht es zum Chili Samen keimen?

Unser Saatgut keimt auf der Fensterbank am besten, wenn die Temperaturen zwischen 20 und 25°C liegen. Tagelange Vollsonne hinter Glas sollte jedoch bei Keimlingen vermieden werden.

Sind Chili gesund?

Chili bringen Kreislauf und Verdauung ordentlich in Schwung und sorgen indirekt dank der aufgrund der Schärfe ausgeschütteten Endomorphine für gute Laune.

Lassen sich Chili auch als Zimmerpflanze verwenden?

Für Liebhaber aparter Blüten und bunter Früchte sind die Tropenpflanzen mit ihren leckeren Früchten optimale Zimmergewächse auf sonnenlichtdurchfluteten Fensterbänken. Als besonders kleine Chilisorte empfehlen wir dafür unsere scharfe 'Prairie Fire'.

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Chili Samen (0)