Japanische Pflaumen (10 Artikel)

Japanische Pflaumen kaufen LuberaJapanische Pflaumen, die manchmal auch Chinesische Pflaumen oder dreiblütige Pflaumen genannt werden, kennen wir unterdessen mindestens aus dem Supermarkt sehr gut: Gross, rund, meist violett schwarz, mit einer festen, bissigen Textur, zuverlässig süss. Im Winterhalbjahr gehören die grossen Pflaumen neben einheimischen Äpfeln fast schon zum dominierenden Angebot...

Weitere wertvolle Informationen über Japanische Pflaumen...
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Japanische Pflaume, Blutpflaume 'Hollywood Original'
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CHF 59.90 Japanische Pflaume, Blutpflaume 'Hollywood Original' Prunus salicina 'Hollywood Original' - die grossfrüchtige Blutpflaume mit den roten Blättern und rosa Blüten
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kräftiges Bäumchen im 10 L Topf CHF 59.90
Japanische Pflaume 'Shiro'
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CHF 59.90 Japanische Pflaume 'Shiro' Prunus salicina 'Shiro' - frühe gelbe Haussorte, selbstfruchtbar, idealer Befruchter
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kräftiges Bäumchen im 10 L Topf CHF 59.90
Japanische Pflaume 'TC Sun'
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CHF 59.90 Japanische Pflaume 'TC Sun' Prunus salicina 'TC Sun' - mittelspäte gelbe Pflaume, grossfrüchtig und süss
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kräftiges Bäumchen im 10 L Topf CHF 59.90
Japanische Pflaume, Blutpflaume 'Black Splendor'
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CHF 59.90 Japanische Pflaume, Blutpflaume 'Black Splendor' Prunus salicina 'Black Splendor' - aussen schwarz, innen rot
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kräftiges Bäumchen im 10 L Topf CHF 59.90
Japanische Pflaume 'Baby Blue'
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CHF 59.90 Japanische Pflaume 'Baby Blue' Prunus salicina 'Baby Blue' - die fruchtbarste blaue Japanische Pflaume mit dem kompakten Wuchs
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kräftiges Bäumchen im 10 L Topf CHF 59.90
Japanische Pflaume 'Fortune'
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CHF 59.90 Japanische Pflaume 'Fortune' Prunus salicina 'Fortune' - die grosse rote Esspflaume mit dem gelben Fruchtfleisch
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Japanische Pflaume 'Angeleno'
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CHF 59.90 Japanische Pflaume 'Angeleno' Prunus salicina 'Angeleno' - die späteste Pflaume mit der langen Lagerfähigkeit
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Japanische Pflaume 'Blue Night'
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CHF 59.90 Japanische Pflaume 'Blue Night' Prunus salicina 'Blue Night' - spät reif, fast schwarz mit gelbem Fruchtfleisch
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kräftiges Bäumchen im 10 L Topf CHF 59.90
Japanische Pflaume, Blutpflaume 'Satsuma'
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CHF 59.90 Japanische Pflaume, Blutpflaume 'Satsuma' Prunus salicina 'Satsuma' - tiefrotes Fruchtfleisch bis zum Stein
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Japanische Pflaume 'Santa Rosa'
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CHF 59.90 Japanische Pflaume 'Santa Rosa' Prunus salicina 'Santa Rosa' - der Klassiker unter den Japanischen Pflaumen
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Weitere wertvolle Informationen zu Japanischen Pflaumen

Japanische Pflaumen kaufen Lubera...offenbar kann der Nachschub aus der südlichen Hemisphäre problemlos gelagert und zu uns transportiert werden. Warum diese Obstart noch nicht in unseren Gärten angekommen ist? Wahrscheinlich war und ist die Dominanz der europäischen Pflaume und Zwetschge einfach zu gross, und vielleicht haben wir Baumschulen und auch die Hobbygärtner die Prunus salicina allzu lange als exotische, hier nicht anbaubare Frucht betrachtet. Es ist also an der Zeit, diese wunderbare Obstart für unsere Gärten zu entdecken; im Lubera Shop haben wir ein umfangreiches Sortiment von frühen bis späten Sorten, allen Farben und Fruchttypen zusammengestellt.

Vorteile der Japanischen Pflaumen 

  • extrem fruchtbar
  • grosse Früchte mit relativ kleinem Stein, mit süssem festem Fruchtfleisch (saftig, aber nicht saftend)
  • essbar wie ein Apfel und eher nicht wie eine Steinobstfrucht
  • extrem vielseitig und abwechslungsreich bezüglich Reifezeit, Fruchtfarben und Fleischfarben

Die verschiedenen Typen der japanischen Pflaume

Aufgrund der intensiven Züchtung und der relativ einfachen genetischen diploiden Struktur haben sich bei der Japanischen Pflaume (Prunus salicina) 4 Fruchttypen herauskristallisiert, die allesamt in unserem Sortiment vertreten sind:

Typ 1: Rosa bis rote Früchte, gelbes Fruchtfleisch

Diese roten Japanischen Pflaumen gehören optisch zum Schönsten, was man sich als Pflaume vorstellen kann. Der Fruchttyp 'Rot' wurde schon vom ersten westlichen Züchter Luther Burbank mit seiner Sorte 'Santa Rosa' geprägt – und wird bis heute weiterentwickelt z.B. mit der etwas späteren Sorte 'Fortune' (Reifezeit Ende August). Im Hausgarten haben die leuchtend roten Früchte, die auch nach der eigentlichen Pflückreife noch gerne länger am Baum hängen bleiben, definitiv einen grossen Zierwert, im Erwerbsanbau sind sie eher weniger vertreten, da die empfindliche Fruchthaut beim Ernten, Transportieren und Lagern gerne schwarze Druckstellen zeigt. Dies ist jedoch im Hausgarten kein Problem, da der Weg vom Baum in den Mund viel direkter ist als bei einer globalisierten Frucht; rote Sorten sind im Garten gerade deshalb besonders attraktiv, weil man sie im Supermarkt eher seltener findet.

Typ 2: Gelbschalige Sorten

Das gleiche gilt auch für die gelbschaligen Sorten, die im Sommergarten phantastisch wirken, aber im Erwerbsanbau wegen der Empfindlichkeit für Druckstellen fast nicht angebaut werden (entsprechend findet man sie auch kaum je im Supermarkt). Mit 'Shiro' ist eine der klassischen, noch von Luther Burbank gezüchtete Frühsorten ganz gelb (gelbe Schale, gelbes Fruchtfleisch). Diese Sorte gilt bis heute in vielen Sortenbeschreibungen als Standard und die Reifezeit anderer Sorten wird immer relativ zu 'Shiro' angegeben. 'Shiro' reift Ende Juli/Anfang August. Die gelbe Fruchtfarbe kam wohl durch die von Luther Burbank vollzogene Einkreuzung von Prunus cerasifera (Myrabolana) und Prunus munsoniana zustande.

Typ 3: Dunkelblaue bis schwarze, meist leicht weiss bereifte Japanische Pflaumen mit ambergelbem Fruchtfleisch

Dies scheint vor allem im globalen Handel der am meisten verbreitete Typ der Japanischen Pflaumen zu sein. Die dunkle Farbe lässt die Spuren der Lagerung, der Ernte und des Transports übersehen und so sind diese Sorten besonders gut für den globalen Handel geeignet. Der Züchtungsdurchbruch der Sorte 'Angeleno', mit der plötzlich eine Reifezeit im September und Oktober möglich wurde und womit die Angebotszeit der Japanischen Pflaumen in den westlichen Märkten, aber auch über die Belieferung aus der südlichen Hemisphäre um je 2 Monate (letztlich 2x2Moante ) verlängert werden konnte, tat ein Übriges, um die schwarzen Pflaumen zum Industriestandart zu machen. Wir führen zwei solche Sorten im Sortiment, den Klassiker 'Angeleno', reif im September/Oktober, und die etwas früher reifende Japanische Pflaume 'Blue Night'.

Typ 4: Blutpflaumen, rote, dunkelviolette bis schwarze Sorten mit rotem Fruchtfleisch (Video) 

Schon die erste von Luther Burbank selektionierte Sorte, 'Satsuma', zeigte diesen auffälligen Typ: blutrotes, meist ganz durchgefärbtes Fruchtfleisch. War 'Satsuma' in der Schale noch marmoriert, so sind neuere Blutpflaumensorten wie 'Black Splendor' meist äusserlich auch sehr dunkel, was wie schon oben erwähnt wohl mit anbautechnischen und transportbedingten Anforderungen (nicht empfindlich für Druckstellen) zu tun hat. Eine ganz spezielle Blutpflaume stellt 'Hollywood Original' dar, die wohl aus der Einkreuzung einer rotfleischigen Kirschpflaume (Prunus cerasifera) entstanden ist: 'Hollywood Original' brilliert nicht nur mit einer roten Schale und rotem Fruchtfleisch, sondern überzeugt zusätzlich auch mit ihren duftenden rosa Blüten und roten Blättern. 'Hollywood Original' ist wohl eines der besten und schönsten Beispiele, wie ein Fruchtbaum gleichzeitig auch ein Zierbaum sein kann.

Video: Die Japanische Pflaume 'Hollywood Original'

'Baby Blue' – die Blaue Pflaume

'Baby Blue' besetzt im Sortiment der Japanischen Pflaumen eine Aussenseiter-Position: Sie trägt nämlich eine dominante blaue Farbe, die so zwar bei europäischen Pflaumen, aber eigentlich nie bei Japanischen Pflaumen zu sehen ist. Das Blatt der 'Baby Blue' Bäume und die Herkunft aus Japan deuten aber klar auf die dominante Art Prunus salicina hin, so dass wir dankbar die Vielseitigkeit der Japanischen Pflaumen um einen 5. Typ erweitert sehen: Es gibt auch weitgehend blaue Salicina-Pflaumen. Es ist letztlich schon bemerkenswert, wie vielseitig sich die Japanischen Pflaumen zeigen können, von gelb über blau bis schwarz aussen – und innen von gelb bis blutrot.

Wann sind die Japanischen Pflaumen reif?

Die Reifezeit oder der ideale Pflückzeitpunkt der Japanischen Pflaumen ist vor allem bei den dunkelschaligen Sorten nicht sehr einfach festzustellen. Am besten ist immer noch der Daumentest: Sobald das Fruchtfleisch auf Daumendruck ganz leicht nachgibt, kann geerntet werden. Nie verkehrt ist natürlich auch immer ein schneller Probe-Biss: Das Fruchtfleisch sollte zwar noch fest, aber von den Zähnen leicht zu durchdringen sein, der Saft sollte spürbar sein, aber nicht tropfen; und vor allem sollte der Zucker bei den meisten Sorten schon eine dominante Position erobert haben… Japanische Pflaumen, vor allem eher späte Sorten wie 'Angeleno', die vielleicht einmal in einem schlechten Jahr nicht ganz reif werden, können vor einem Kälteeinbruch im Herbst (Oktober) auch geerntet und dann zuhause zusammen mit anderen Ethylen-produzierenden Früchten (Äpfeln) nachgelagert und nachgereift werden. Im Hausgarten lohnt es sich aber auch, Japanische Pflaumen etwas länger, über den optimalen Pflückzeitpunkt hinaus, hängen zu lassen, was die meisten Sorten problemlos und fast ohne Fruchtfall tolerieren. Dadurch wird die Frucht saftiger und süsser und auch aromareicher für den direkten Genuss.

Die Reifezeit der japanischen Pflaumen deckt unterdessen inklusive der Lagerfähigkeit der späten Sorten schon bald 5-6 Monate ab. Die früheste Sorte ist 'Baby Blue', Reife Ende Juni, Anfang Juli; dann folgen frühe japanische Sorten wie 'Shiro' und 'Satsuma' Ende Juli/Anfang August, mittlere Sorte wie 'Fortune' reifen Ende August, Beginn September; und schliesslich folgen die späten Sorten 'Angeleno' und 'Blue Night', die in unserem Klima Ende September bis Anfang Oktober reifen und fast bis Dezember gelagert werden können.

Winterhärte

Die absolute Winterhärte der Japanischen Pflaumen, bot. Prunus salicina ist für unser Klima absolut unproblematisch, sie halten gut und gerne -25°C aus. Dies ist auch keine Überraschung, wächst die Art Prunus salicina in ihrer Heimatregion in China bis auf Höhen von 2000 Meter.

Blütezeit der Japanischen Pflaumen und die Frühlingsfröste (Video)

Etwas problematischer stellt sich die Blütezeit dar, die sehr früh ist. In unseren Versuchen in Buchs blühen die meisten Sorten zwar nach den Aprikosen, aber doch gleichzeitig mit den Pfirsichen und Nektarinen. Damit ist natürlich an vielen Standorten die Frühlingsfrostgefahr etwas gross – dies mag auch ein Grund gewesen sein für die bis heute kaum vorhande Präsenz in den mitteleuropäischen Gärten. Der Vergleich und die Vergleichbarkeit der Blütezeit mit dem Pfirsich zeigt aber auch, dass der Anbau bei uns durchaus praktikabel ist, der Holzkörper der Prunus salicina ist auch deutlich robuster und winterhärter als derjenige der Pfirsiche.

Video: Japanische Pflaumen Prunus salicina in der Blüte

Der richtige Standort für Japanische Pflaumen (Prunus salicina)

Aus dem Gesagten ergeben sich auch die wichtigsten Ratschläge für den idealen Standort von Prunus salicina:

  • Vermeiden Sie unbedingt typische Spätfrostlagen wie Senken und Täler, wo sich die kalte Luft sammeln kann.
  • Seien sie vorbereitet, bei starken Frühlingsfrösten die Bäume zu schützen: Entweder mit einem Leintuch abdecken oder die ganze Nacht mit dem Rasensprayer beregnen, so dass die Eisbildung gleichzeitig die notwendige fehlende Wärme produziert (wird abgegeben bei der Änderung des Aggregatzustands des Wassers von "flüssig" zu "gefroren"…)
  • Ideal wirkt sicher auch die Abstrahlung eines Hauses oder einer Mauer, die die Temperatur in Frostnächten locker um 2-4°C aufbessern kann. Für eine Spalierpflanzung sollte aber schon eine Wand von mindestens 3-4 m Breite und 3m Höhe vorhanden sein. Wir empfehlen kein klassisches Etagenspalier, sondern ein freies Fächerspalier, an dem die Gerüstäste frei und fächerartig ausgebreitet und aufgebunden werden.
  • Japanische Pflaumen lieben einen gut drainierenden, ja fast schon trocknen Standort, bei Staunässe gehen sie sehr schnell ein. Bei einem schweren Boden empfehlen wir das Einbringen einer Kiesschicht unter der Pflanzgrube.
  • Prunus salicina kommt aus eher niederschlagsarmen Regionen und ist auch die letzten 130 Jahren fast ausschliesslich in südlichen Ländern und in Kalifornien gezüchtet und ausselektioniert worden. Daher sollte man extrem regenreiche Standorte eher vermeiden; 900mm Niederschlag pro Jahr sind sicher für Japanischen Pflaumen angemessener als 1300mm Niederschlag. In sehr niederschlagsreichen Regionen kommt immer noch der Standort an einer Wand und unter einem Vordach in Frage.

Brauchen Japanische Pflaumen einen Befruchter?

Ja, grundsätzlich brauchen Japanische Pflaumen in der Tat einen Befruchter, das heisst sie können nur vom Pollen einer fremden anderen Sorte befruchtet werden. Die einzige 100-prozentige Ausnahme ist die Frühsorte 'Shiro', die man mit Fug und Recht als vollständig selbstfruchtbar beschreiben kann. Zusätzlich ist 'Shiro' auch die beste Befruchtersorte für andere Sorten, vor allem im früheren und mittleren Reifebereich. Teilweise selbstfruchtbar sind dann auch die Sorten 'Satsuma', 'Hollywood Original' und 'Santa Rosa'. Die restlichen Sorten sind selbstunfruchtbar. Die besten Befruchtersorten für frühe und mittlere Sorten sind 'Shiro', 'Satsuma' und 'Santa Rosa', für die mittelspäten und späten Sorten ist auch 'Fortune' gut geeignet.

Ganz praktisch umgesetzt heisst das: Die Japanische Pflaumen 'Shiro' und allenfalls auch 'Hollywood Original', 'Santa Rosa' und 'Satsuma' und wohl auch 'Baby Blue' kann man auch mal alleine pflanzen (auch wenn das Zusammenpflanzen von 2 Sorten mit bis zu 20m Abstand den Ertrag verbessert) – bei allen andere Sorten muss unbedingt eine zweite Sorte gepflanzt werden, um überhaupt die Befruchtung der Blüten und damit den Fruchtansatz zu ermöglichen.

Wie schmecken Japanische Pflaumen und wie isst man sie?

Wie fast bei allen Früchten ist die Geschmacksbeschreibung sehr schwierig: Am besten gehen Sie halt vielleicht wirklich in den nächsten Supermarkt und kaufen sich eine solche grosse, fast schwarze Frucht (übersät mit meist helleren Atmungspunkten). Ich will das Resultat nicht vorwegnehmen: Aber Ihr erster Eindruck wird sicher ‚süss’ sein, bei Japanischen Pflaumen dominiert der Zucker eindeutig vor der Säure. Der Geschmack ist eher neutral-angenehm, bei älteren Sorten wie 'Satsuma' und 'Santa Rosa' sind auch grünliche, ganz leicht bittere Geschmackskomponenten, manchmal auch Mandelgeschmack zu spüren. Fast ausschliesslich bei den älteren Sorten des Züchters Luther Burbank ist auch noch eine deutliche Säure spürbar, da vor allem unter der Schale und in der Nähe des relativ kleinen Kerns.

Die herausragende Eigenschaft der Japanischen Pflaumen ist aber nicht der Geschmack (den man am besten als sehr angenehm süss, als Everybody’s Darling beschreibt) sondern die Textur: Wir sind uns von anderen Steinfrüchten und auch europäischen Pflaumen (Prunus domestica) weiche, extrem saftende Texturen gewöhnt, und die Japanischen Pflaumen fühlen sich da ganz anders an: Das Fruchtfleisch ist zwar weich, gut zu beissen; aber es ist gleichzeitig auch fest, bei einigen Sorten fast schon knackig. Es ist deshalb nur konsequent, wenn einer der wichtigsten Züchter der modernen Japanischen Pflaumen, Sun World International eine ganze Serie von schwarzen, amberfleischigen Pflaumensorten Applum® getauft hat: Pflaumen mit Apfeltextur.

Die Erfolgsgeschichte der Japanischen Pflaume Prunus salicina

Und damit haben wir wohl eine entscheidende Parallelität erkannt: So wie der Apfel erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts und im 20 Jahrhundert zu einer dominierenden Frischfrucht (frisch verzehrt) wurde, so haben sich auch die Japanischen Pflaumen gegen Ende des 20. Jahrhundert auf breiter Front durchgesetzt: Waren 1975 noch 75% der westlichen Anbaufläche mit europäischen Pflaumen besetzt, so hat sich das Verhältnis unterdessen auch ausserhalb Asiens umgekehrt: Die Japanische Pflaume Prunus salicina ist global zur dominierenden Pflaumenart geworden. 

Die Gründe für den Erfolg der Japanischen Pflaume

Warum dieser Erfolg? Wegen der langen Reifezeit, wegen der sich ergebenden Möglichkeiten des Imports aus der südlichen Hemisphäre mit ganzjähriger Verfügbarkeit, wegen der Lager- und Transportfähigkeit, wegen der festen Textur (die natürlich auch die Lagerung und Transportfähigkeit beeinflusst) und letztlich wegen einer ganzheitlichen Apfelähnlichkeit, die bis zu einer knackigen Textur gehen kann. Der moderne Konsument schätzt nicht mehr unbedingt eine kleckernde, saftende Pflaume (oder Birne), sondern eine sauber und reinlich zu essende Frucht, die Biss um Biss abgearbeitet werden kann, ohne dass man vom Saft zu Notfallaktionen gezwungen wird. Die Frucht wird zum praktischen Snack, wobei hier die Japanische Pflaume sogar durchaus Vorteile vor dem meist etwas zu grossen Apfel hat. 

Einer der Gründe für den Erfolg der Japanischen Pflaume ist jedoch auch die grosse amerikanisch-chinesische Vermischung, die Luther Burbank gleich zu Beginn der Karriere dieser Obstart gestartet hat: In seinen Züchtungsfeldern hatte er neben den Japanischen Pflaumen alle möglichen Pflaumenarten stehen, vor allem auch Prunus americana, Prunus munsoniana, Prunus simonii und Prunus cerasifera, die er bewusst oder auch unbewusst (dank der freifliegenden Insekten) als Befruchter einsetzte.
'Santa Rosa' zum Beispiel soll genetisch zu 36% auf Prunus salicina zurückgehen, danach folgen Prunus cerasifera mit 28%, Prunus americana mit 10% und Prunus simonii mit 26%. Dieser Genmix hat nicht nur die Vielseitigkeit der modernen Japanischen Pflaume erst möglich gemacht, die Durchmischung hat auch die Adaptionsfähigkeit der Obstart als Ganzes deutlich verbessert.

Warum die Japanische Pflaume eigentlich eine Chinesische Pflaume ist?

Wir haben es schon erwähnt: Eigentlich ist die Japanische Pflaume eine Chinesische Pflaume. Und um alle möglichen Missverständnisse auszuschliessen: Die Japanische Pflaume Prunus salicina hat nichts mit Prunus mume zu tun, die manchmal (und leider auch auf Wikipedia) als Japanische Pflaume bezeichnet wird… Prunus mume hat zwar eine spektakuläre Blüte, die Früchte sind aber für Frischgenuss zu sauer und können nur eingelegt genossen werden.

Zurück also zu unserer Japanischen Pflaume: Prunus salicina stammt ursprünglich eindeutig aus China, mit einer sehr grossen natürlichen und auch anbaumässigen Verbreitung – und gleichzeitig auch mit einer hochentwickelten kulturellen Akzeptanz, ja Wichtigkeit. Der mit Abstand am weitesten verbreitete chinesische Familienname Li/Lee bedeutet nichts anderes als… Pflaumenbaum. Herr Pflaumenbaum. Da kann man sich schon vorstellen, wie ubiquitär diese Frucht in der chinesischen Kultur verbreitet sein muss. Wir nehmen das im Westen am ehesten mit dem Pflaumenwein wahr, der zum Ende eines Menus im China-Restaurant gereicht wird.

Die Prunus salicina Pflaume hat sich aus dem chinesischen Ursprungsgebiet früh auch auf andere japanische Regionen ausgebreitet, nicht als Wildpflanze, sondern schon als domestizierte Kulturpflanze, insbesondere nach Japan und Korea: In Japan heisst die Chinesisch-japanische Pflaume denn auch Sumano – saurer Pfirsich.

Warum aber wird Prunus salicina im englischen Sprachraum fast grundsätzlich Japanese Plum genannt, Japanische Pflaume – und kaum je Chinesische Pflaume, obwohl letzteres ja zutreffender wäre? Dies ist ganz einfach aus der Geschichte der Japanischen Pflaume im Westen zu erklären: Luther Burbank und andere haben die ersten Prunus salicina nicht aus China bezogen, sondern in verschiedenen Schüben aus Japan – woraus sich dann der Name ergeben hat. Und da macht es Sinn, diese Bezeichnung – Japanische Pflaume – auch bei uns zu übernehmen: Die Pflaume, die aus Japan kam, aber eigentlich aus China stammt

Japanische Pflaumen für unsere Gärten – was man bedenken muss

Zusammenfassend kann man sagen, dass Japanische Pflaumen durchaus häufiger in unseren Gärten gepflanzt werden sollten: Sie sind farblich und Reifezeit-mässig sehr breit aufgestellt und divers, sie sind ertragreich und halten auch unsere Winter gut aus. Gegenüber unseren Zwetschgen und Pflaumen haben die Japanischen Pflaumen den Vorteil, dass sie besser gelagert und einfacher gegessen werden können. Auch das sogenannte Shelflife (die Lagerfähigkeit in der Küche in einer Fruchtschale) ist viel besser als bei den europäischen Pflaumen und Zwetschgen.

Folgende Punkte sollte man aber beim Anbau der Prunus salicina beachten:

  • Nicht in einen Frost-See pflanzen.
  • Leichter, gut entwässernder Boden, notfalls mit einer Kiesschicht unter der Pflanzgrube
  • Eher in Regionen mit weniger Niederschlägen pflanzen als in sehr nassen Gegenden (dies betrifft vor allem die Niederschläge im Sommer, während der Vegetationsperiode)
  • Ausser 'Shiro', die auch alleine gepflanzt werden kann, sollte man am besten immer zwei Sorten zusammen pflanzen, mit bis zu 20m Abstand. Die geeigneten Befruchtersorten haben wir bei allen Sortenbeschreibungen angegeben. Zur Not können auch die teilweise selbstfruchtbaren Sorten 'Satsuma', 'Santa Rosa' und 'Hollywood Original' alleine gepflanzt werden.
FAQ - die wichtigsten Fragen und Antworten zu Japanischen Pflaumen
Was sind Japanische Pflaumen botanisch genau definiert?

Eine genaue botanische Definition ist nur schwer möglich, da viele Arten daran beteiligt sind. Aber die Hauptart ist immer Prunus salicina, die aus China stammende originale Wildobstart, die auch heute den meisten Sorten zu ca. 30% bis 50% zugrunde liegt. Da schon der erste westliche Züchter, Luther Burbank, viele andere Arten wie Prunus munsoniana, Prunus simonii, Prunsus cerasifera etc. in die Japanischen Pflaumen einkreuzte, ist eine richtige Schmelztiegel-Art entstanden.

Wie winterhart sind Japanische Pflaumen?

Japanische Pflaumen sind in unserem Klima problemlos winterhart, sie halten bis zu -25°C aus.

Brauchen Japanische Pflaumen einen Befruchter?

Als Faustregel kann man davon ausgehen, das Japanischen Pflaumen selbstunfruchtbar sind, also immer einen Befrachter brauchen. Es sollten also immer zwei Sorten gepflanzt werden (2 unterschiedliche Sorten), um die Befruchtung sicherzustellen, die besten Befruchter für frühe Sorten sind Shiro, Satsuma und Santa Rosa, für spätreifende Sorten ist Fortune einzusetzen. Als Ausnahmen kann man Shiro auch alleine Pflanzen, die vollständig selbstfruchtbar ist. Die Befruchtung durch die Europäischen Hauszwetschgen und Pflaumen (Prunus domestica) funktioniert nicht, die Befruchtung mit Kirschpflaumen und auch mit den Robustikosen (Prunus Dasycarpa) sollte funktionieren, hier stimmen auch die Blütezeiten überein.

Woher stammen die Japanischen Pflaumen?

Die Japanischen Pflaume stammen ursprünglich nicht aus Japan, sondern aus China, wo sie in der Natur und auch anbaumässig sehr breit vertreten sind. In den USA werden die Prunus salicina Sorten Japanese Plums genannt, weil die ersten Sorten Ende des 19. Jahrhunderts aus Japan importiert wurden. Wir übernehmen diese Benennung, weil sie sich halt einfach durchgesetzt hat.

Sind Japanische Pflaumen Blutpflaumen?

Nein, aber umgekehrt ist es richtig: Die besten blutpflaumen sind Japanische Pflaumen, sie vereinigen also das anthocyanreiche rote Fruchtfelsich mit dem süssen Geschmack und dem festen Fruchtfleisch der ursprünglichen Japanischen Pflaumen. Meist ist genetisch an diesen Blutpflaumen auch noch die rotfleischige Kirschpflaume beteiligt. Aber neben den Blutpflaumen gibt es natürlich eine Vielzahl von gelb und amberfleischigen Japanischen Pflaumen.

Wie kann ich Japanische Pflaumenbäume gegen Frühlingsfrost schützen?

Erstens sollte nicht in gefährdete Lagen (zB. Senken mit Frost-Seen) gepflanzt werden. Zweitens blühen die späten Sorten auch deutlich später, in etwas gefährdeten Lagen eher Angeleno und Blue Night pflanzen als andere Sorten. Die Pflanzung an einer abstrahlenden Wand kann die Gefahr auch weitgehend bannen. Und schliesslich kann in einer Frostnacht im Frühling auch die offenen oder halboffenen Blüten mit laufender Beregnung oder mit einem darüber geworfenen Kleintuch geschützt werden.

Wann sind Japanische Pflaumen reif?

Die frühesten Japanischen Pflaumen reifen Ende Juni (Baby Blue) und Ende Juli/Anfang August (Shiro). Die spätesten Sorten Angeleno und Blue Night reifen Ende September bis in den Oktober hinein.

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Japanische Pflaumen (0)

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