Inhaltsverzeichnis
- Symptome und Schadbild
- Auswirkungen auf die Pflanze
- Was ist der Amerikanische Stachelbeermehltau?
- Die Herkunft des Amerikanischen Stachelbeermehltaus
- So fühlt sich der Amerikanische Stachelbeermehltau wohl
- Der Lebenszyklus des Amerikanischen Stachelbeermehltaus
- Primärinfektion im Frühjahr
- Sekundärzyklen im Sommer
- So überwintert der Amerikanische Stachelbeermehltau
- Mehltauresistente Stacelbeer-Sorten
- Woher kommt die Resistenz gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau?
- Wie funktioniert die Resistenz?
- Die mechanische Barriere (Passive Resistenz)
- Die Hypersensitivitätsreaktion (Aktive Abwehr)
- Vorbeugung und Bekämpfung des Amerikanischen Stachelbeermehltaus
Zusammenfassung
Der Amerikanische Stachelbeermehltau (Podosphaera mors-uvae) ist eine der wichtigsten Krankheiten im Stachelbeeranbau. Er stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde im 19. Jahrhundert nach Europa eingeschleppt. Der Pilz befällt vor allem junge Triebe, Blätter und Früchte. Typisch sind weissliche, später bräunliche Beläge auf den Pflanzenteilen. Besonders die Früchte können stark geschädigt werden: Sie verformen sich, bleiben klein und werden ungeniessbar. Bei starkem Befall wird auch die gesamte Pflanze geschwächt, wodurch Wachstum und Ertrag langfristig zurückgehen. Während der Vegetationsperiode verbreitet er sich über Sporen und kann mehrere Infektionszyklen durchlaufen. Er überwintert meist als Myzel in Knospen und Triebspitzen. Die wichtigste Gegenmassnahme ist die Wahl resistenter oder toleranter Sorten wie unsere Easycrisp®- und Crispa®-Familien. Zusätzlich helfen ein regelmässiger Schnitt, ausgewogene Düngung und eine gute Gartenhygiene, den Befallsdruck deutlich zu reduzieren und die Pflanzen gesund zu halten.
Praxis-Tipps
Resistente Sorten pflanzen: Die wirksamste Massnahme gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau ist die Wahl robuster Sorten. Moderne Züchtungen wie die Sorten aus der Easycrisp®- und Crispa®-Familie sind resistent bzw. sehr tolerant.
Pflanznachbarschaft beachten: Setze Stachelbeeren möglichst nicht direkt neben rote Johannisbeeren, da diese ebenfalls anfällig sein können. Deutlich widerstandsfähiger und unproblematische Nachbarn sind Schwarze Johannisbeeren, besonders unsere Cassissima®-Sorten.
Sträucher regelmässig schneiden: Sorge für eine lockere, gut durchlüftete Strauchstruktur. Entferne jedes Jahr ältere oder zu dicht stehende Triebe. Eine gute Luftzirkulation reduziert die Luftfeuchtigkeit im Bestand und erschwert dem Pilz die Ausbreitung.
Symptome und Schadbild
Der Amerikanische Stachelbeermehltau ist meist relativ leicht zu erkennen, da er ein sehr typisches Schadbild erzeugt. Der Befall tritt zunächst an den jüngsten Pflanzenteilen auf und breitet sich von dort aus weiter über die Pflanze aus. Besonders betroffen sind die Triebspitzen, junge Blätter und später auch die Früchte. Je früher und stärker der Befall einsetzt, desto stärker sind Wachstum und Ertrag der Pflanze beeinträchtigt.
Bild: Die noch weichen Triebspitzen werden oft zuerst befallen.
Die Krankheit zeigt sich häufig bereits im späten Frühjahr oder Frühsommer (Mai bis Juni). Zu diesem Zeitpunkt erscheinen an den jungen Trieben erste weissliche, mehlartige Beläge. Mit fortschreitender Entwicklung kann sich der Befall rasch über grössere Bereiche der Pflanze ausbreiten.
Der Befall beginnt fast immer an den Triebspitzen, da dort die jüngsten und weichsten Gewebe vorhanden sind. Die jungen Triebe entwickeln sich nicht mehr normal, sondern bleiben gestaucht, verkrümmt oder verdreht. Auch die Blätter reagieren empfindlich auf die Infektion. Mit zunehmendem Alter des Pilzbelags verändert sich dessen Aussehen. Der zunächst helle Belag wird dichter, filzartiger und verfärbt sich graubraun bis rostbraun. In späteren Stadien können im Pilzgeflecht kleine schwarze Punkte sichtbar werden. Dabei handelt es sich um Fruchtkörper des Pilzes, die der Überdauerung dienen.
Bild: Der Pilzbelag an den Früchten ist zunächst weiss.
Im weiteren Verlauf kann der Pilz auch auf die Früchte übergehen. Befallene Beeren sind zunächst ebenfalls von einem weisslichen Belag überzogen. Später verformen sie sich, bleiben kleiner oder entwickeln eine korkige Oberfläche. Die Früchte können auch aufplatzen oder faulen. In schweren Fällen bleibt kaum eine Beere im Bestand frei von Befall.
Bild: Später wird der Pilzbelag braun.
Auswirkungen auf die Pflanze
Ein starker Mehltaubefall wirkt sich nicht nur auf einzelne Pflanzenteile aus, sondern kann die gesamte Pflanze deutlich schwächen.
Typische Folgen sind geschwächtes vegetatives Wachstum, gestörte Triebentwicklung und verringerte Vitalität der Sträucher. Wenn der Befall über mehrere Jahre hinweg auftritt, kann dies zu einem dauerhaft geschwächten Strauch führen. Das Wachstum wird unregelmässig, neue Triebe bleiben kürzer, und der Ertrag sinkt deutlich. Besonders schwer betroffen sind die Früchte: Befallene Beeren werden häufig vollständig mit Pilzbelag überzogen, verformen sich und sind nicht mehr geniessbar.
In unserem Artikel «Stachelbeeren pflanzen, schneiden und erziehen» findest du eine detaillierte Kulturanleitung.
Was ist der Amerikanische Stachelbeermehltau?
Der Erreger ist der Schlauchpilz Podosphaera mors-uvae, der zu den Echten Mehltaupilzen gehört. Typisch für diese Pilze ist ein überwiegend oberflächlich wachsendes Myzel auf Blättern, Trieben und Früchten. Der Pilz lebt als obligater Biotroph, das heisst, er ist auf lebende Pflanzenzellen angewiesen. Die Ernährung erfolgt über Haustorien, spezielle Saugorgane, die in Zellen direkt unter der Blattoberfläche (Epidermis) eindringen und dort Nährstoffe aus der Pflanze aufnehmen.
Bild: Der Pilz lebt an der Oberfläche der Epidermis und dringt mit Haustorien in die Pflanzenzellen ein.
Der Amerikanische Stachelbeermehltau befällt vor allem Stachelbeeren (Ribes uva-crispa), aber auch andere Pflanzen der Gattung Ribes wie Rote Johannisbeeren (Ribes rubrum), Schwarze Johannisbeeren (Ribes nigrum) und Jostabeeren (Ribes × nidigrolaria). Besonders anfällig sind junge Triebe und Früchte der Stachelbeere.
Bild: Machmal befällt der Amerikanische Stachelbeermehltau Rote Johannisbeeren.
Die Herkunft des Amerikanischen Stachelbeermehltaus
Der Amerikanische Stachelbeermehltau stammt ursprünglich aus Nordamerika, wo der Pilz auf verschiedenen dort heimischen Ribes-Arten, insbesondere auf wilden Stachelbeeren, vorkommt. In Die dort heimischen Wildarten besitzen durch ihre gemeinsame evolutionäre Entwicklung mit dem Pilz eine gewisse natürliche Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Erreger.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Pilz wahrscheinlich durch Pflanzenmaterial aus den Vereinigten Staaten nach Europa eingeschleppt. Nach historischen Berichten gelangte der Erreger um 1890 zunächst nach Südwestrussland. Von dort verbreitete sich der Pilz innerhalb weniger Jahre über ganz Europa.
Die Ausbreitung verlief deshalb so schnell und folgenschwer, weil die damals verbreiteten europäischen Stachelbeersorten kaum Abwehrmechanismen gegen den neuen Erreger hatten. Heute ist der Amerikanische Stachelbeermehltau in allen Stachelbeeranbaugebieten Europas verbreitet und gilt als wichtigste Krankheit dieser Kultur. Besonders stark tritt er in Regionen mit feuchtem, gemässigtem Klima auf, da solche Bedingungen die Entwicklung des Pilzes begünstigen. Alte Sorten sind oft besonders anfällig,
So fühlt sich der Amerikanische Stachelbeermehltau wohl
Damit der Pilz deine Stachelbeeren befallen kann, braucht er eine ganz bestimmte Kombination aus Wetter und Pflanzenzustand. Er liebt warme Tage (18–25°C) und feuchte Nächte mit hoher Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Pilzen benötigt er keinen Regen, um zu wachsen – im Gegenteil: Er gedeiht am besten auf trockenen Blättern in windstillen, schattigen Gartenbereichen, in denen die Luft steht. Regen kann die Sporen sogar abwaschen, was diesen «Schönwetterpilz» von Falschen Mehltaupilzen unterscheidet.
Besonders gefährdet sind junge, weiche Triebspitzen, da der Pilz hier leicht in das Gewebe eindringen kann. Wenn du also zu stickstoffbetont düngst, machst du es ihm unfreiwillig leicht, da das Pflanzengewebe dadurch besonders weich und anfällig wird.
Der Lebenszyklus des Amerikanischen Stachelbeermehltaus
Um den Amerikanischen Stachelbeermehltau zu verstehen, werfen wir einen Blick auf seinen Lebenszyklus. Der Pilz Podosphaera mors-uvae gehört zu den Echten Mehltaupilzen und vermehrt sich während der Vegetationsperiode hauptsächlich über Konidien (asexuelle Sporen). Gleichzeitig besitzt er Strategien zur Überwinterung, die es ihm ermöglichen, jedes Jahr erneut früh im Bestand aufzutreten.
Der Lebenszyklus besteht im Wesentlichen aus drei Phasen: Primärinfektion im Frühjahr, wiederholte Sekundärinfektionen während der Vegetationsperiode und Überwinterung.
Primärinfektion im Frühjahr
Mit dem Austrieb im Frühjahr beginnt die Infektionsphase. Da das Pilzmyzel häufig bereits in den Knospen vorhanden ist, erscheint der Erreger gleichzeitig mit dem jungen Austrieb. Seltener geht die Infektion im Frühjahr von überwinterten Sporen aus. Die ersten sichtbaren Symptome zeigen sich meist an den jungen Triebspitzen und frisch entfalteten Blättern. Dort bildet der Pilz schnell ein oberflächliches Myzel und beginnt mit der Produktion neuer Sporen. Besonders anfällig sind junge Pflanzenteile, da ihr Gewebe noch weich ist. Diese frühen Infektionsherde sind epidemiologisch besonders wichtig, weil sie als Ausgangspunkt für die weitere Ausbreitung innerhalb des Bestandes dienen.
Sekundärzyklen im Sommer
Nach den ersten Infektionen im Frühjahr beginnt der Pilz während der Vegetationsperiode eine Phase intensiver Vermehrung. Auf den befallenen Pflanzenteilen werden grosse Mengen asexueller Sporen (Konidien) gebildet. Diese Sporen werden vor allem durch Windströmungen verbreitet und können so andere Triebe oder benachbarte Pflanzen infizieren. Auch Spritzwasser, etwa durch Regen, kann zur lokalen Verbreitung beitragen.
Unter für den Pilz günstigen Bedingungen können sich innerhalb einer Saison mehrere Infektionszyklen entwickeln. Dadurch nimmt der Befall im Laufe des Sommers oft deutlich zu, insbesondere wenn:
- viele junge Triebe vorhanden sind
- die Pflanzen dicht stehen
- ein feuchtes Mikroklima im Bestand herrscht
Die Kombination aus frühem Infektionsstart im Frühjahr und zahlreichen Sekundärzyklen im Sommer erklärt, warum sich der Amerikanische Stachelbeermehltau in anfälligen Beständen schnell ausbreiten kann und häufig jedes Jahr erneut auftritt.
So überwintert der Amerikanische Stachelbeermehltau
Der Pilz kann auf verschiedene Weise über den Winter hinweg im Bestand überdauern. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei das Myzel in Endknospen und Triebspitzen. Befallene Triebe enthalten noch lebendes Pilzmyzel, das in den Knospen geschützt überwintert. Dadurch ist der Erreger im Frühjahr bereits unmittelbar im Pflanzengewebe vorhanden.
Bei einigen Ribes-Arten, insbesondere bei Schwarzdden Johannisbeeren, können zusätzlich Fruchtkörper des Pilzes (Chasmothecien bzw. Cleistothecien) eine Rolle spielen. Diese kleinen, dunklen Strukturen entstehen auf befallenen Pflanzenteilen, häufig auch auf abgefallenem Laub. In ihnen werden sexuelle Sporen (Ascosporen) gebildet, die im folgenden Frühjahr zur Infektion beitragen können.
Welche Überwinterungsstrategie überwiegt, hängt unter anderem von Wirtspflanze, Standort und Witterung ab. In vielen Stachelbeerbeständen ist jedoch das Überwintern des Myzels in den Triebspitzen die wichtigste Infektionsquelle für das folgende Jahr.
Mehltauresistente Stacelbeer-Sorten
Die wichtigste und nachhaltigste Massnahme gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau ist die Auswahl möglichst resistenter oder toleranter Sorten. Während viele ältere Sorten kaum natürliche Abwehrmechanismen gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau haben, erweisen sich viele moderne Sorten wie die Lubera-Sorten als sehr robust und werden fast nicht vom Mehltau befallen.
Dabei gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Sortengruppen. Dornlose Stachelbeeren wie die aus unserer Easycrisp®-Familie weisen eine höhere Resistenz gegenüber dem Amerikanischen Stachelbeermehltau auf als viele traditionelle dornige Sorten. Der Grund liegt in ihrer Züchtungsgeschichte: Dornlose Sorten enthalten einen höheren Anteil an Genetik amerikanischer Ribes-Arten, die von Natur aus eine bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Pilz besitzen und zugleich die Dornlosigkeit vererben. Neuere dornige Stachelbeersorten wie die in unserer Crispa®-Familie haben inzwischen auch eine sehr gute Toleranz, aber keine absolute Immunität.
Bild: Die rote Stachelbeere Easycrisp® 'Madame Sanssouci' ist besonders saftig und aromatisch und hat eine gute Resistenz gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau.
Bild: Die gelbe Stachelbeere Crispa® 'Solemio'® überzeugt durch besonders grosse Früchte, ausgezeichneten Geschmack und sehr gute Mehltautoleranz.
Bild: Die grüne dornlose Stachelbeere Easycrisp® 'Mr. Green'® ist mehltauresistent, extrem fruchtbar und bildet grosse, süsse und aromatische Früchte.
Woher kommt die Resistenz gegen Amerikanischen Stachelbeermehltau?
Wie so oft in der Natur kommt die Resistenz gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau aus der Heimat des Erregers. Krankheitserreger und Pflanzen entwickeln sich über lange Zeiträume gemeinsam weiter. Dabei entstehen häufig natürliche Gegenmechanismen. Vereinfacht gesagt „produziert“ die Evolution dort Resistenzen, wo auch Krankheitserreger entstehen und den grössten Selektionsdruck ausüben.
Als europäische Siedler im 18. und 19. Jahrhundert europäische Stachelbeeren (Ribes uva-crispa) nach Nordamerika brachten, entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche neue Stachelbeerformen. Viele dieser Pflanzen waren natürlich entstandene Hybriden zwischen europäischen Stachelbeeren und nordamerikanischen Arten. Besonders wichtig war dabei die Art Ribes hirtellum, die eine hohe natürliche Widerstandsfähigkeit gegen Mehltau besitzt. Diese amerikanischen Stachelbeerformen bildeten später die genetische Grundlage der modernen Resistenzzüchtung.
Bild: Die amerikanische Stachelbeere Ribes hirtellum verlieh vielen modernen Sorten Dornlosigkeit und Mehltauresistenz.
In solchen Kreuzungen traten häufig Pflanzen auf, die deutlich weniger anfällig für Mehltau waren als die europäischen Ausgangssorten. Gleichzeitig erschienen in diesen Populationen immer wieder Genotypen mit wenigen oder keinen Dornen. Eine der wichtigsten frühen Sorten in diesem Zusammenhang ist die amerikanische Sorte 'Houghton', eine natürliche Kreuzung zwischen einer europäischen Stachelbeere und Ribes hirtellum.
Viele moderne dornenlose oder mehltauresistente Stachelbeersorten gehen direkt oder indirekt auf diese genetischen Linien zurück. In Kreuzungspopulationen entstehen deshalb oft Pflanzen mit sehr unterschiedlichen Dornenstärken – von stark bedornt bis nahezu dornenlos. Diese Eigenschaften werden quantitativ vererbt, das heisst, sie treten in Abstufungen auf und nicht einfach als „ja oder nein“. Ein glücklicher Zufall der Züchtungsgeschichte ist, dass die Linien mit geringer Bedornung häufig gleichzeitig eine besonders gute Mehltauresistenz besitzen. Neben Ribes hirtellum wurde auch die nordamerikanische Art Ribes divaricatum in die europäische Stachelbeerzüchtung eingebracht. Diese Art verleiht ebenfalls eine gewisse Mehltautoleranz, allerdings meist etwas schwächer als die Resistenz aus Ribes hirtellum.
Weitere Informationen findest du in unserem Artikel «Stachelbeerzüchtung bei Lubera».
Wie funktioniert die Resistenz?
Die mechanische Barriere (Passive Resistenz)
Bevor der Pilz überhaupt in die Pflanze eindringen kann, muss er durch die äussere Schutzschicht, die Cuticula.
- Verdickte Wachsschicht: Resistente Sorten bilden oft eine dickere und kompaktere Wachsschicht auf den Blättern und jungen Trieben aus.
- Zellwandfestigkeit: Durch die Einlagerung von Stoffen wie Lignin oder Kieselsäure werden die Zellwände so hart, dass die Keimschläuche des Pilzes sie mechanisch kaum durchdringen können. Der Pilz beisst sich quasi die Zähne aus.
Die Hypersensitivitätsreaktion (Aktive Abwehr)
Sobald der Pilz eine Zelle infiziert, reagiert die Pflanze mit einem gezielten Zelltod:
- Opferung von Zellen: Die Pflanze erkennt das Eindringen des Pilzes sofort. Die direkt betroffenen Zellen sterben augenblicklich ab.
- Nahrungshunger: Da der Stachelbeermehltau lebendes Gewebe zum Überleben benötigt, findet er in den abgestorbenen, braunen Zellen keine Nahrung mehr vor. Der Pilz verhungert, bevor er ein Myzel (Pilzgeflecht) ausbilden kann.
Vorbeugung und Bekämpfung des Amerikanischen Stachelbeermehltaus
Neben der wichtigsten Massnahme – der Auswahl resistenter Sorten – lässt sich das Risiko eines starken Mehltaubefalls auch durch eine angepasste Kulturführung deutlich reduzieren. Ziel dieser Massnahmen ist es, dem Pilz möglichst ungünstige Bedingungen zu bieten.
Da der Amerikanische Stachelbeermehltau besonders von hoher Luftfeuchtigkeit und schlecht durchlüfteten Beständen profitiert, sorgen regelmässige Schnittmassnahmen für eine bessere Luftzirkulation und ein trockeneres Mikroklima im Strauch. Gleichzeitig ist eine ausgewogene Düngung wichtig: Der Pilz befällt vor allem junges, noch weiches Gewebe, weshalb eine übermässige Stickstoffdüngung mit starkem, weichem Triebwachstum vermieden werden sollte.
Da der Pilz zudem häufig bereits im Bestand überwintert und im Frühjahr sehr früh mit dem Austrieb der Pflanzen aktiv wird, ist es wichtig, Infektionsquellen möglichst zu reduzieren und die Pflanzen insgesamt gesund und widerstandsfähig zu halten.
- Kombiniere Sorten mit unterschiedlicher genetischer Herkunft: Wenn mehrere Pflanzen gesetzt werden, kombiniere dornenlose (Easycrisp®) mit dornigen (Crispa®) Stachelbeersorten, um es dem Pilz möglichst schwer zu machen.
- Nicht direkt neben roten Johannisbeeren pflanzen: Der Amerikanische Stachelbeermehltau kann auch rote Johannisbeeren befallen, Schwarze Johannisbeeren sind deutlich weniger anfällig, insbesondere moderne Sorten wie unsere Cassissima®-Sorten, die resistent gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau sind.
- Sträucher regelmässig auslichten und ältere Triebe entfernen, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Befallene Triebe und Blätter sollten dabei sofort herausgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden. Sie sollten nicht auf den Kompost gegeben da, da sich die Sporen von dort weiter ausbreiten könnten. In unserem Artikel «Stachelbeeren schneiden - Schritt für Schritt erklärt» findest du eine genaue Schnittanleitung.
- Düngung anpassen: Nicht mit schnell verfügbarem Stickstoff düngen, am besten einem organischen Dünger, der langsam die Nährstoffe freisetzt, wie Frutilizer® 'Natürlich' Schafwollpellets.
- Bei Befall früh behandeln: Bei ersten Symptomen kann ein Pflanzenschutzmittel wie das biologische Armisan Pilzfrei Obst- & Gemüse-MehltauFrei eingesetzt werden, bei anfälligen Sorten kann es auch vobeugend verwendet werden. Das Spritzmittel auf Basis von Kaliumhydrogencarbonat hemmt Pilzsporen auf der Blattoberfläche und kann die weitere Ausbreitung des Mehltaus stoppen. Wichtig ist eine gründliche Benetzung aller Blattflächen und eine möglichst frühe Anwendung.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.