Inhaltsverzeichnis
- Warum Fruchtgemüse vorziehen?
- So gelingt die Aussaat von Fruchtgemüse
- Die richtige Erde verwenden
- Welches Gefäss eignet sich am besten für die Aussaat?
- Abdecken
- Fruchtgemüse während des Vorziehens richtig pflegen
- Jungpflanzen vor dem Auspflanzen abhärten
- Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat
- Gruppe 1: Langsam wachsendes Fruchtgemüse vorziehen
- Gruppe 2: Mittelschnell wachsende Fruchtgemüse: Tomaten (Strauch-, Stab- und Buschtomaten)
- Gruppe 3: Schnell wachsende Fruchtgemüse: Kürbisgewächse
- Vermeide diese Fehler beim Fruchtgemüse Vorziehen
- Nicht zu früh beginnen
- Nicht zu früh ins Freiland pflanzen
- Nicht zu dicht säen
- Typische Probleme beim Fruchtgemüse Vorziehen
- Samen keimen nicht
- Keimlinge wachsen lang und dünn
- Sämlinge fallen plötzlich um
Zusammenfassung
Das Fruchtgemüse Vorziehen ermöglicht es, wärmeliebende Kulturen wie Tomaten, Paprika, Auberginen oder Gurken erfolgreich im Garten anzubauen, obwohl die Freilandsaison in Mitteleuropa relativ kurz ist. Durch die Vorkultur im Haus oder im Gewächshaus können die Pflanzen bereits einige Wochen wachsen, bevor sie ab Mitte Mai ins Freiland gesetzt werden. Wichtig für eine erfolgreiche Anzucht sind geeignete Aussaaterde, ausreichend Licht sowie gleichmässige Feuchtigkeit während der Keimphase. Samen sollten leicht abgedeckt werden, beispielsweise mit Vermiculite oder feinem Sand, um stabile Keimbedingungen zu schaffen. Je nach Wachstumsgeschwindigkeit unterscheidet man drei Gruppen von Fruchtgemüse: langsam wachsende Arten wie Paprika oder Auberginen, mittelschnell wachsende Kulturen wie Tomaten und schnell wachsende Kürbisgewächse wie Zucchini oder Gurken. Ein häufiger Fehler ist eine zu frühe Aussaat oder ein zu frühes Auspflanzen. Geduld zahlt sich aus, denn Pflanzen, die bei warmen Bedingungen gesetzt werden, entwickeln sich meist deutlich besser.
Praxis-Tipps
Nach der Keimung etwas kühler stellen: Viele Fruchtgemüsearten benötigen zum Keimen hohe Temperaturen. Nach dem Auflaufen sollten die Temperaturen jedoch etwas reduziert werden. Das verhindert, dass die Jungpflanzen zu schnell in die Höhe schiessen und lange, instabile Triebe bilden.
Beim Pikieren tiefer setzen: Tomaten können beim Pikieren tiefer eingesetzt werden, sodass ein Teil des Stängels unter der Erde liegt. Dadurch bilden sich zusätzliche Wurzeln und die Pflanzen werden stabiler.
Jungpflanzen vor dem Auspflanzen abhärten: Bevor die Pflanzen ins Freiland kommen, sollten sie schrittweise an Sonne, Wind und kühlere Temperaturen gewöhnt werden. Stelle sie einige Tage lang tagsüber nach draussen und hole sie nachts wieder ins Haus. So vermeiden die Pflanzen Stress und wachsen im Garten schneller an.
Warum Fruchtgemüse vorziehen?
Die bei uns beliebten Fruchtgemüsearten wie Andenbeeren, Auberginen, Gurken, Kürbisse, Paprika, Tomaten und Zucchini stammen ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen und sind an lange, warme Sommer angepasst. In Mitteleuropa ist die Vegetationsperiode im Freiland jedoch deutlich kürzer, und besonders im Frühling sind die Temperaturen oft noch zu niedrig für ein zügiges Wachstum.
Deshalb hat sich die Vorkultur von Fruchtgemüse bewährt. Dabei werden die Pflanzen einige Wochen früher an einem warmen Ort in der Wohnung oder im Gewächshaus ausgesät und als Jungpflanzen herangezogen. So können sie bereits wachsen, während es draussen noch zu kühl ist.
Durch dieses Fruchtgemüse Vorziehen lässt sich die Vegetationsperiode deutlich verlängern. Die Pflanzen beginnen ihre Entwicklung bereits unter geschützten Bedingungen, sodass sie beim Auspflanzen ins Freiland schon einige Wochen Wachstumsvorsprung haben. Auf diese Weise können auch Kulturen erfolgreich angebaut werden, für die die Freilandsaison sonst zu kurz wäre. Gleichzeitig haben grössere Jungpflanzen im Beet einen wichtigen Startvorteil gegenüber Schädlingen. Besonders Schnecken richten an frisch gekeimten oder sehr kleinen Pflanzen oft grosse Schäden an, während bereits vorgezogene und kräftigere Jungpflanzen deutlich widerstandsfähiger sind und diesen kritischen Anfang besser überstehen.
Ein weiterer Vorteil: Durch das Fruchtgemüse Vorziehen entstehen kräftige Jungpflanzen, die später im Garten schneller anwachsen und früher mit der Blüten- und Fruchtbildung beginnen.
Weitere Informationen zu Fruchtgemüse und seiner Geschichte findest du in unserem Artikel «Was ist Fruchtgemüse?».
So gelingt die Aussaat von Fruchtgemüse
Beim Fruchtgemüse Vorziehen sind einige grundlegende Punkte entscheidend, um später kräftige und gesunde Jungpflanzen zu haben. Der richtige Aussaatzeitpunkt, passende Temperaturen sowie geeignete Erde und ausreichend Licht sorgen dafür, dass sich die Pflanzen von Anfang an gut entwickeln.
Diese Tabelle gibt die einen Überblick über die richtigen Aussaat-Zeitpunkte der verschiedenen Fruchtgemüse-Gruppen.
|
Fruchtgemüse |
Aussaat-Zeitpunkt |
Temperatur |
| Andenbeeren, Auberginen, Chili und Paprika |
Anfang März (KW 10) |
25–30 °C |
| Tomaten (Strauch-, Stab- und Buschtomaten) |
Ende März (KW 13) |
25 °C |
| Gurken, Kürbisse, Melonen und Zucchini |
Mitte April (KW 16) |
25 °C |
Die richtige Erde verwenden
Für die Aussaat von Fruchtgemüse sollte immer Aussaaterde verwendet werden wie unsere Fruchtbare Erde: Nr. 5 Aussaat- und Kräutererde. Diese ist besonders feinkrümelig aufgebaut und enthält nur wenige Nährstoffe, wodurch sie sich ideal für die empfindliche Keimphase eignet. Der Keimling lebt zunächst von den im Samen gespeicherten Nährstoffen und die Wurzeln reagieren sehr empfindlich auf zu hohe Nährstoffgehalte. Die lockere und feine Struktur der Aussaaterde fördert eine gleichmässige und kräftige Wurzelentwicklung. Die zarten Wurzeln können sich leichter ausbreiten und die jungen Pflanzen entwickeln von Anfang an ein stabiles Wurzelsystem.
Welches Gefäss eignet sich am besten für die Aussaat?
Für die Aussaat von Fruchtgemüse eignen sich verschiedene Gefässe. Entscheidend ist vor allem, dass sie ausreichend Platz für die Keimlinge bieten, gut drainiert sind und sich leicht feucht halten lassen. In der Praxis haben sich vor allem drei Varianten bewährt: Aussaatschalen, Aussaatplatten und kleine Töpfe.
Sehr praktisch sind Aussaatplatten mit einzelnen Zellen. In jede Zelle wird ein oder wenige Samen gelegt, sodass jede Pflanze von Anfang an ihren eigenen Platz hat. Dadurch wird das Wurzelsystem weniger gestört und das spätere Vereinzeln ist oft nicht notwendig.
Bild: Besonders praktisch sind Aussaatplatten mit Zellen.
Aussaatschalen oder Töpfe werden häufig bei kleinen Samen wie Andenbeeren verwendet. Dabei werden die Samen breitwürfig auf die Oberfläche gestreut und anschliessend leicht mit Substrat bedeckt. Diese Methode ist besonders platzsparend, allerdings müssen die Jungpflanzen später pikiert und in einzelne Gefässe umgesetzt werden.
Bild: Sämlinge, die in Aussaatschalen, wachsen, müssen später pikiert werden.
Schnell wachsende Fruchtgemüse wie Gurken, Zucchini oder Kürbisse kann man auch direkt in kleine Töpfe aussäen. Diese Pflanzen reagieren empfindlicher auf Wurzelstörungen und wachsen sehr rasch. Wenn sie von Anfang an genügend Platz haben, können sie ohne weiteres Umpflanzen bis zum Auspflanzen ins Freiland weiterwachsen.
Unabhängig vom verwendeten Gefäss ist wichtig, dass sich im Boden Abzugslöcher befinden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Staunässe gehört zu den häufigsten Ursachen für Probleme bei der Jungpflanzenanzucht.
Abdecken
Nach der Aussaat sollten die Samen immer leicht abgedeckt werden. Der Grund dafür ist einfach: Die meisten Fruchtgemüsearten sind Dunkelkeimer, sie brauchen zum Keimen Dunkelheit. Samen, die Licht zum Keimen benötigen (Lichtkeimer), können in der Regel auch im Dunkeln keimen. Dunkelkeimer hingegen keimen nicht, wenn sie dem Licht ausgesetzt sind. Mit einer leichten Abdeckung ist man also in den meisten Fällen auf der sicheren Seite.
Zum Abdecken eignen sich Vermiculite, feiner Sand oder auch eine dünne Schicht Erde. Diese Materialien helfen ausserdem dabei, die Oberfläche gleichmässig feucht zu halten und ein Verkrusten der Erde zu verhindern. Besonders Vermiculite bietet bei der Aussaat mehrere Vorteile. Das mineralische Material sorgt für eine gute Wasserspeicherung, lockert die Oberfläche des Substrats und verbessert insgesamt die Bodenstruktur. Darüber hinaus kann es Nährstoffe aufnehmen, speichern und später wieder an die Pflanzenwurzeln abgeben. Damit gehört Vermiculite zu den wenigen natürlichen Hilfsstoffen, die Nährstoffe puffern und bedarfsgerecht verfügbar machen können.
Bild: Vermiculit speichert Nährstoffe und Wasser und unterstützt so die Keimlinge.
Sobald die Samen ausgesät und abgedeckt sind, beginnt die eigentliche Keimphase. In dieser Zeit sind vor allem Feuchtigkeit, Temperatur und Licht entscheidend für eine erfolgreiche Jungpflanzenanzucht.
Fruchtgemüse während des Vorziehens richtig pflegen
Gerade während der Keimphase ist eine ausreichende Feuchtigkeit entscheidend. Das Substrat sollte gleichmässig feucht gehalten werden, ohne dass Staunässe entsteht. Trockenstress kann in dieser Phase schnell zu irreparablen Schäden führen oder die Keimlinge sogar absterben lassen.
Sobald die Pflanzen gekeimt sind, ändert sich der wichtigste Faktor: Nun benötigen die Jungpflanzen möglichst viel Licht. Ein sehr heller Standort auf der Fensterbank oder eine zusätzliche Pflanzenbeleuchtung sorgt dafür, dass die Pflanzen kompakt und stabil wachsen. Zu wenig Licht führt dagegen schnell zu langen, dünnen und schwachen Jungpflanzen.
Jungpflanzen vor dem Auspflanzen abhärten
Bevor vorgezogene Fruchtgemüse ins Freiland gepflanzt werden, sollten sie schrittweise an die Bedingungen im Garten gewöhnt werden. Dieser Vorgang wird als Abhärten bezeichnet. Pflanzen, die mehrere Wochen im Haus oder im Gewächshaus gewachsen sind, kennen meist nur gleichmässige Temperaturen, wenig Wind und gefiltertes Licht. Werden sie plötzlich direkt ins Freiland gesetzt, reagieren sie häufig mit Stress.
Beginne deshalb etwa eine Woche vor dem Auspflanzen, die Jungpflanzen tagsüber nach draussen zu stellen – zum Beispiel auf eine geschützte Terrasse oder an einen windgeschützten Platz im Garten. Anfangs sollten sie nur wenige Stunden draussen stehen und möglichst vor starker Mittagssonne geschützt sein. Mit jedem Tag kann die Aufenthaltsdauer verlängert werden.
Nachts werden die Pflanzen zunächst wieder ins Haus oder ins Gewächshaus gestellt. So gewöhnen sie sich langsam an Sonne, Wind und kühlere Temperaturen. Durch dieses behutsame Abhärten entwickeln die Jungpflanzen stabilere Blätter und kräftigere Stängel. Beim späteren Auspflanzen ins Beet wachsen sie dadurch deutlich besser an und verkraften die Bedingungen im Freiland wesentlich leichter.
Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat
Die verschiedenen Fruchtgemüsearten unterscheiden sich deutlich in ihren Temperaturansprüchen und in ihrer Wachstumsgeschwindigkeit. Manche Kulturen entwickeln sich sehr langsam und benötigen eine längere Zeit bis kräftig genug für die Pflanzung sind, während andere sehr schnell wachsen. Aus diesem Grund lassen sich Fruchtgemüsearten grob in drei Gruppen einteilen:
- langsam wachsende Kulturen wie Andenbeeren, Auberginen oder Paprika
- mittel schnell wachsende Arten wie Tomaten
- sowie schnell wachsende Kürbisgewächse wie Gurken, Zucchini oder Kürbisse
Die langsam wachsenden Arten werden am frühesten ausgesät, während schnell wachsende Kulturen deutlich später gesät werden sollten, damit die Jungpflanzen bis zum Auspflanzen nicht zu gross werden.
Der ideale Aussaatzeitpunkt lässt sich relativ einfach bestimmen: Man rechnet die benötigte Kulturdauer von der Aussaat bis zum Auspflanzen vom geplanten Pflanztermin zurück. Da wärmeliebendes Fruchtgemüse in Mitteleuropa erst ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) ins Freiland gepflanzt wird, dient dieser Termin als Ausgangspunkt für die Planung der Aussaat.
Gruppe 1: Langsam wachsendes Fruchtgemüse vorziehen
Andenbeeren, Auberginen, Chili und Paprika wachsen am Beginn relativ langsam und benötigen eine längere Entwicklungszeit bis zur Ernte. Deshalb werden sie relativ früh im Jahr ausgesät.
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Tätigkeit |
Zeitpunkt |
Temperatur |
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Aussaat |
Anfang März (KW 10) |
25–30 °C |
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Pikieren (falls nötig) |
Anfang April (KW 14) |
nach der Keimung 20-22 °C |
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Topfen |
Mitte April (KW 15) |
nach dem Topfen 18–20 °C |
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Auspflanzen |
Mitte Mai (KW 20) |
|
Bild: Andenbeeren wachsen am Anfang langsam und sollten bereits Anfang März ausgesät werden.
In unserem Artikel «Paprika aussäen: Anleitung für die einfache Anzucht» findest du weitere Details über das Vorziehen von Paprika.
Gruppe 2: Mittelschnell wachsende Fruchtgemüse: Tomaten (Strauch-, Stab- und Buschtomaten)
Tomaten wachsen etwas schneller als Paprika oder Auberginen und können daher etwas später ausgesät werden.
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Tätigkeit |
Zeitpunkt |
Temperatur |
|
Aussaat |
Ende März (KW 13) |
25 °C |
|
Pikieren (falls nötig) |
Mitte April (KW 15) |
nach der Keimung 15–20 °C |
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Topfen |
Ende April (KW 17) |
nach dem Topfen 15–20 °C |
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Auspflanzen |
Mitte Mai (KW 20) |
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Bild: Tomaten wie unsere Sorte OpenSky® 'Happy Black' wachsen etwas schneller.
Weitere Informationen zur Aussaat von Tomaten findest du in unserem Artikel «Tomaten säen - den Samen legen für das Sommerglück».
Gruppe 3: Schnell wachsende Fruchtgemüse: Kürbisgewächse
Kürbisgewächse wie Gurken, Kürbisse, Melonen und Zucchini gehören zu den schnell wachsenden Fruchtgemüsearten. Deshalb werden sie deutlich später ausgesät, damit die Pflanzen bis zum Auspflanzen nicht zu gross werden. Am besten werden sie in einzelne Töpfe ausgesät. Sollte das nicht möglich sein, können sie in Aussaatplatten gesät werden und nach 2 Wochen pikiert werden.
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Tätigkeit |
Zeitpunkt |
Temperatur |
|
Aussaat |
Mitte April (KW 16) |
25 °C |
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Pikieren (falls nötig) |
Anfang April (KW 18) |
nach der Keimung 20 °C |
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Topfen |
Mitte April (KW 18) |
nach dem Topfen 20 °C |
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Auspflanzen |
Mitte Mai (KW 20) |
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Bild: Gurken wie die Salatgurke 'Gundel' keimen und wachsen schnell.
Vermeide diese Fehler beim Fruchtgemüse Vorziehen
Nicht zu früh beginnen
Beim Fruchtgemüse Vorziehen gilt ein einfacher, aber sehr wichtiger Grundsatz: Nicht zu früh beginnen. Viele Hobbygärtner starten voller Vorfreude bereits sehr früh im Jahr mit der Aussaat. Doch in den meisten Fällen bringt eine besonders frühe Aussaat keinen Vorteil.
Ob man Tomaten oder Paprika zwei Wochen früher oder später aussät, spielt für die spätere Entwicklung meist kaum eine Rolle. Im Gegenteil: Zu früh gesäte Pflanzen stehen oft lange in kleinen Töpfen, bekommen nicht genügend Licht und werden dadurch schwach oder vergeilen. Statt kräftiger Jungpflanzen entstehen dann lange, dünne Pflanzen, die später im Garten weniger stabil wachsen.
Nicht zu früh ins Freiland pflanzen
Noch wichtiger als der Aussaatzeitpunkt ist jedoch der richtige Zeitpunkt für das Auspflanzen. Fruchtgemüse reagiert sehr empfindlich auf Kälte. Deshalb sollten Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken oder Zucchini erst ab Mitte Mai – nach den Eisheiligen – ins Freiland gepflanzt werden.
Selbst wenn kein Frost mehr auftritt, können niedrige Temperaturen den Pflanzen stark zusetzen. Sie erleiden einen Kälteschock: Das Wachstum wird deutlich gebremst, und die Pflanzen brauchen oft lange, um sich davon zu erholen. In dieser Zeit stagnieren sie und entwickeln sich kaum weiter. Später gepflanzte Pflanzen holen die früher gesetzten oft schnell ein – und überholen sie oft sogar.
Der Grund ist einfach: Wenn sie erst gepflanzt werden, wenn Boden und Luft bereits ausreichend warm sind, können sie sofort weiterwachsen. Ohne Kältestress entwickeln sie sich gleichmässig und nutzen die günstigen Bedingungen von Anfang an.
Nicht zu dicht säen
Viele Gärtner säen vorsichtshalber mehrere Samen in einen Topf. Das ist grundsätzlich sinnvoll, allerdings sollten die Jungpflanzen später rechtzeitig vereinzelt werden.
Stehen Sämlinge zu dicht beieinander, konkurrieren sie um Licht, Wasser und Nährstoffe. Dadurch entstehen oft schwache und ungleichmässige Pflanzen. Der richtige Zeitpunkt zum Pikieren ist erreicht, sobald sich nach den Keimblättern die ersten echten Laubblätter zeigen.
Typische Probleme beim Fruchtgemüse Vorziehen
Auch wenn bei der Aussaat alles richtig gemacht wird, können beim Fruchtgemüse Vorziehen gelegentlich Probleme auftreten. Meist lassen sie sich jedoch schnell erkennen und mit einfachen Massnahmen beheben.
Samen keimen nicht
Manchmal zeigt sich auch nach mehreren Wochen noch kein Keimling. In diesem Fall stimmen meist die Bedingungen für die Keimung nicht.
Ein häufiger Grund ist zu trockene Erde. Samen benötigen während der Keimphase eine gleichmässige Feuchtigkeit. Am besten wird das Substrat vorsichtig mit einer Sprühflasche angefeuchtet. Staunässe sollte jedoch unbedingt vermieden werden, da junge Keimlinge nur einen sehr geringen Wasserbedarf haben.
Darüber hinaus beeinflusst auch die Temperatur die Keimung. Viele Fruchtgemüsearten keimen am besten bei Temperaturen zwischen 25 °C und 30 °C. Paprika, Auberginen oder Gurken benötigen oft besonders warme Bedingungen. Nach der Keimung können die Jungpflanzen jedoch etwas kühler gestellt werden.
Ein weiterer möglicher Grund ist zu altes Saatgut. Mit zunehmendem Alter verlieren viele Samen ihre Keimfähigkeit. Wenn Saatgut aus dem Vorjahr oder noch älter verwendet wird, kann es vorkommen, dass nur wenige oder gar keine Samen mehr keimen.
Keimlinge wachsen lang und dünn
Wenn Keimlinge lange, dünne Triebe bilden und instabil wirken, spricht man von sogenanntem Geilwuchs oder Vergeilung. Ursache ist meist eine Kombination aus zu wenig Licht und zu hohen Temperaturen.
Bild: Bei falschem Temperatur-Licht-Verhältnis werden die jungen Pflanzen zu lange.
Um dies zu vermeiden, sollten Jungpflanzen nach der Keimung möglichst hell und etwas kühler stehen. Ein heller Platz am Fenster oder eine zusätzliche Pflanzenbeleuchtung sorgt dafür, dass die Pflanzen kompakt und stabil wachsen. Bereits vergeilte Jungpflanzen können beim Pikieren etwas tiefer gesetzt werden, damit sich zusätzliche Wurzeln bilden. Tomaten sollten beim Pikieren bis zu den Keimblätten eingesetzt werden.
Sämlinge fallen plötzlich um
Wenn frisch gekeimte Pflanzen plötzlich umkippen und absterben, kann die sogenannte Umfallkrankheit dahinterstecken. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die vor allem bei jungen Sämlingen auftritt. Besonders wärmeliebende Kulturen wie Tomaten oder Gurken sind davon betroffen.
Bild: Von der Umfallkrankheit befallene Tomatensämlinge.
Die Krankheit wird durch verschiedene Pilzarten verursacht, die sich in warmen und feuchten Bedingungen besonders gut entwickeln. Vorbeugend hilft es, nur saubere Aussaatgefässe zu verwenden, Staunässe zu vermeiden und Aussaatschalen regelmässig zu lüften.
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