Inhaltsverzeichnis
- Winterschutz im Herbstgarten: naturnahe Maßnahmen für Tiere im Herbstgarten und Insekten
- Laubhaufen – Lebensraum für Igel & Co
- Benjeshecken – Totholz als Lebensraum für Tiere im Herbstgarten
- Winterfütterung für Igel, Vögel und Insekten
- Das Plus für Tiere im Herbstgarten – Fruchttragende Gehölze
- Empfehlenswerte Fruchtgehölze
- Fruchttragende Gehölze pflanzen
- Tiere im Herbstgarten und geeignete Winterschutz-Maßnahmen
- Warum biologische Vielfalt bei den Tieren deine Zier- und Nutzpflanzen schützt
- Fazit
Zusammenfassung
Im Biogarten bedeutet die Vorbereitung auf den Winter nicht, alles „sauber“ zu hinterlassen, sondern Strukturen zu erhalten oder zu schaffen, die Tieren über den Winter helfen. Mit Laubhaufen, Benjeshecken, heimischen Gehölzen, Rückzugsorten und gezielter Fütterung unterstützen wir Igel, Vögel, Insekten und viele andere Gartenbewohner
Praxis-Tipps
Laub liegen lassen: Unter Sträuchern und Hecken als Schutz und Nahrungsquelle.
Winterquartiere schaffen: Igelhäuser, Insektenverstecke, Totholzstapel, Benjeshecken.
Fruchttragende Pflanzen fördern: Wildgehölze und Stauden erst im Frühjahr schneiden.
Winterschutz im Herbstgarten: naturnahe Maßnahmen für Tiere im Herbstgarten und Insekten
Der Garten im Herbst ist ein lebendiger Ort. Während wir Menschen uns auf gemütliche, warme Räume zurückziehen, beginnen Tiere mit der Suche nach geeigneten Winterplätzen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen machst du deinen Garten zu einem wertvollen Winterquartier, das die Überlebenschancen von Nützlingen deutlich erhöht.
Laubhaufen – Lebensraum für Igel & Co
Statt Laub vollständig zu entfernen, sollte es an geschützten Stellen liegenbleiben. In Laubhaufen finden Igel, Amphibien, Spinnen und viele Insekten wertvolle Verstecke und Winterschlafplätze. Wichtig: Laubhaufen nicht im November oder später noch umsetzen, da Tiere bereits eingezogen sein könnten. Lass in deinen Garten im Herbst Ruhe einkehren.
Bild: Laubhaufen bieten vielen Lebewesen Unterschlupf.
Benjeshecken – Totholz als Lebensraum für Tiere im Herbstgarten
Benjeshecken aus Zweigen und Schnittgut bieten Nahrung, Schutz und Wärme. Sie werden über Jahre dichter und entwickeln sich zu einem vielfältigen Habitat für Vögel, Kleinsäuger und Insekten. Dieses natürliche Rückzugsgebiet ist nicht nur im Herbstgarten wertvoll, sondern auch als Brutplatz und Nachtquartier während des Rests des Jahres.
Bild: Das Holz, das beim Schneiden von Obstbäumen anfällt, kann vielen Tieren Unterschlupf bieten.
Winterfütterung für Igel, Vögel und Insekten
Besonders, wenn es in deinem frisch angelegten Garten und in der Umgebung nur wenig Nahrung gibt, kann eine zusätzliche Winterfütterung für die Tiere eine wertvolle Hilfe sein.
- Igel: Nur in Notfällen füttern (z. B. unter 500 g im Spätherbst). Hochwertiges Katzenfutter, keine Milch! Informiere dich bei einer Igel-Station über sinnvolle Maßnahmen.
- Vögel: Futterstellen ab Oktober einrichten und den Winter über regelmäßig nachfüllen. Futterstelle regelmäßig reinigen, um die Verbreitung von Krankheiten zu vermeiden.
- Insekten: Trockenes Totholz, Staudenstängel, Laub und natürliche Hohlräume sichern ihre Überwinterung. Kein Rückschnitt im Herbst!
Bild: Ein Rotkardinal (Cardinalis cardinalis) an einer Futterstelle im Winter.
Das Plus für Tiere im Herbstgarten – Fruchttragende Gehölze
Heimische Wildsträucher wie Hagebutte, Holunder oder Schneeball versorgen Tiere mit wertvollen Früchten. Stauden wie Sonnenhut, Disteln oder Fetthennen liefern Samen für Vögel und Überwinterungsstrukturen für Insekten.
Besonders fruchttragende Gehölze sind echte Multitalente im Garten: Sie verschönern das ganze Jahr über das Erscheinungsbild, bieten Vögeln und anderen Tieren wertvolle Nahrung – und stärken gleichzeitig die natürliche Balance im Garten. Wer Wildrosen, Holunder, Schlehen oder Weißdorn pflanzt, schafft nicht nur ein ökologisches Paradies, sondern investiert in einen pflegeleichten, robusten und klimafesten Garten.
Diese Gehölze kommen mit wenig Pflege aus, fördern die biologische Vielfalt und machen deinen Garten widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten. Gleichzeitig steigern sie die Attraktivität des Gartens: Blüten im Frühling, reichhaltige Früchte im Herbst, Struktur und Schutz im Winter – ein Mehrwert für Mensch und Natur nicht nur im Herbstgarten.
Bild: Holunder, hier die Sorte 'Black Tower', versorgt Wildtiere mit gesunden Früchten.
Empfehlenswerte Fruchtgehölze
In unserem Lubera®-Shop findest du eine große Auswahl an fruchttragenden Ziersträuchern und Wildobstarten.
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Gehölz/Wildobstart |
Wert für Tiere |
Hinweise für den Garten |
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Hagebutten als Winterfutter für Vögel, Rückzugsorte für Insekten |
Sonnige Standorte, Rückschnitt erst im Frühjahr |
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Früchte für Vögel, Dornen bieten Schutz |
Ideal als Heckenpflanze, sehr robust |
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Beeren für Vögel, Blüten für Insekten |
Halbschatten bis Sonne, schnittverträglich |
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Wichtiges Winterfutter, strukturreicher Lebensraum |
Einzelbaum oder Strauch, verträgt Kälte gut |
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Vitaminreiche Früchte für viele Vogelarten |
Sonniger Standort, sandiger Boden bevorzugt |
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Früchte für Vögel, dichte Hecke für Kleintiere |
Ideal als Heckenpflanze, wintergrün |
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Beeren für Vögel, dornige Verstecke |
Perfekt als Schutzgehölz in wilden Gärten |
Fruchttragende Gehölze pflanzen
Wenn du noch keine Wildgehölze in deinem Garten hast, solltest du prüfen, ob du nicht etwas Platz für einige Sträucher findest. Auf lange Sicht sind die Gehölze wertvoll für die biologische Vielfalt. Die ideale Pflanzzeit für fruchttragende Gehölze und Wildobstarten liegt im Herbst, von Oktober bis spätestens Mitte November. In dieser Phase ist der Boden noch warm genug, damit die Pflanzen neue Wurzeln bilden können, während die oberirdische Vegetation bereits ruht. Herbstpflanzungen sorgen für einen kräftigen Start im Frühjahr, eine bessere Trockenheitsverträglichkeit im Sommer und bieten Tieren schon im nächsten Herbst erste Nahrungsquellen. Containerpflanzen können auch im Frühling gesetzt werden.
Tiere im Herbstgarten und geeignete Winterschutz-Maßnahmen
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Tierart |
Maßnahme für den Winterschutz |
Durchführung (Zeitpunkt & Vorgehen) |
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Igel |
Laubhaufen, Igelhaus, ruhige Gartenbereiche |
Ab Oktober Laub unter Sträuchern liegen lassen; Igelhaus an geschützter Stelle aufstellen; ab November nicht mehr aufräumen |
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Gartenvögel |
Futterstellen, fruchttragende Gehölze, Stauden stehen lassen |
Fütterung ab Oktober starten; nur hochwertige Körner und Fettfutter; Rückschnitt erst im Frühjahr |
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Wildbienen & Insekten |
Totholz, trockene Pflanzenstängel, Steinhaufen |
Ab Herbst Stängel stehen lassen; Totholzstapel nicht bewegen; keine Insektenhotels im Herbst reinigen |
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Amphibien (Kröten, Frösche) |
Laubschichten, Steinhaufen, Teich ohne komplettes Ausräumen |
Laub am Teichrand liegen lassen; niemals den Teich komplett reinigen; Stein- und Ritzenquartiere belassen |
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Eichhörnchen |
Nussbäume, Futterdepots, Hecken |
Wildgehölze lassen; optional Nüsse bereitstellen; Garten nicht komplett räumen |
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Käfer & Spinnen |
Totholz, Rindenstücke, Benjeshecken |
Ab Herbst Holzschichten anlegen; Strukturen nicht mehr stören |
Bild: Im Laub finden Waldigel Nahrung.
Warum biologische Vielfalt bei den Tieren deine Zier- und Nutzpflanzen schützt
Ein Garten mit hoher biologischer Vielfalt ist stabiler und widerstandsfähiger. Unterschiedliche Pflanzen- und Tierarten schaffen ein ökologisches Gleichgewicht:
- Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen oder Vögel regulieren Schädlingspopulationen natürlich.
- Vielfältige Pflanzenstrukturen verhindern die Ausbreitung von Krankheiten, weil sich Schaderreger weniger leicht ausbreiten.
- Heimische Fruchtgehölze bieten den Tieren Nahrung
- Bestäubende Insekten sichern Obst- und Gemüseerträge.
- Bodenlebewesen wie Regenwürmer verbessern die Bodenqualität und stärken Pflanzenwurzeln.
Ein artenreicher Öko- und Biogarten ist daher nicht nur gut für die Tiere, sondern direkt hilfreich für gesunde Zierpflanzen, Obstbäume und Gemüsekulturen.
Fazit
Ein artenreicher Herbstgarten ist das Ergebnis von vielen kurzfristigen und langfristig wirksamen Entscheidungen. Wer Laub liegen lässt, Totholz strukturiert platziert, heimische Pflanzen bevorzugt und Futterquellen bereitstellt, unterstützt nicht nur einzelne Tiere, sondern die gesamte biologische Vielfalt. Ein solcher Öko- und Biogarten ist nicht nur wertvoll für die Natur, sondern auch ein lebendiger, faszinierender Ort – selbst im Winter.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
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Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.
Bitte keine Grauhörnchen
Hallo Herr Wiesinger,
vielen Dank für den Hinweis. Wir haben das Bild ausgetauscht.
Beste Grüße
Reinhard Jank