Zusammenfassung
Viele klassische Weinreben sind im feucht-kühlen Klima Mitteleuropas anfällig für Pilzkrankheiten. Deshalb testet Lubera rund 150 verschiedene Rebsorten unter besonders schwierigen Bedingungen auf ihre Eignung für den Hausgarten. Im Fokus stehen Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten, frühe Reife, Winterhärte und natürlich der Geschmack. Die Reben werden dafür im niederschlagsreichen St. Galler Rheintal bewusst sehr dicht gepflanzt, um den natürlichen Krankheitsdruck zu erhöhen. Besonders wichtig sind dabei robuste PiWi-Sorten, aber auch kernlose Tafeltrauben, aromatische Spezialsorten und Muscadine-Reben. Ziel der Versuchsanlage ist es, neue pflegeleichte und wohlschmeckende Weinrebensorten für Mitteleuropa zu finden – und langfristig auch neue Lubera-Züchtungen zu entwickeln.
Praxis-Tipps
Für gute Durchlüftung sorgen: Auch robuste Weinreben profitieren von einem luftigen Standort. Regelmässiges Auslichten und ein lockerer Aufbau helfen dabei, dass Blätter und Trauben nach Regen schneller abtrocknen. Das reduziert den Druck von Echtem und Falschem Mehltau deutlich.
Auf frühe Reife achten: In Mitteleuropa sind früh reifende Sorten oft im Vorteil. Sie können ihre Trauben bereits im August oder September vollständig ausreifen lassen und entgehen damit häufig feucht-kühler Herbstwitterung und spätem Krankheitsdruck.
Robuste PiWi-Sorten wählen: Pilzwiderstandsfähige Rebsorten benötigen deutlich weniger Pflanzenschutz und bleiben auch in feuchten Sommern gesünder. Gerade im Hausgarten erleichtern robuste Sorten den Anbau und sorgen langfristig für sichere Ernten mit weniger Pflegeaufwand.
Welche Probleme haben Weinreben in Mitteleuropa?
Weinreben stammen ursprünglich aus Regionen mit warmen, trockenen Sommern. Das Klima in Mitteleuropa ist für viele Sorten eine Herausforderung. Vor allem feuchte Sommer, lange Regenperioden und starke Temperaturschwankungen sorgen dafür, dass viele klassische Rebsorten anfällig für Krankheiten werden.
Besonders problematisch sind verschiedene Pilzkrankheiten, die sich bei feuchter Witterung schnell ausbreiten können:
- Falscher Mehltau verursacht gelbliche Flecken auf den Blättern und kann ganze Trauben schädigen.
- Echter Mehltau zeigt sich als weisslicher Belag auf Blättern und Früchten und beeinträchtigt Wachstum und Ertrag.
- Grauschimmel lässt reife Beeren faulen und tritt besonders bei dichter Belaubung auf.
- Schwarzfäule führt zu dunklen Flecken auf Blättern und Früchten und kann grosse Ernteausfälle verursachen.
Bleiben die Blätter lange feucht oder trocknet die Traubenzone nur schlecht ab, steigt der Krankheitsdruck deutlich an. Viele klassische Rebsorten benötigen deshalb regelmässige Pflanzenschutzmassnahmen, um gesund und ertragreich zu bleiben.
In unserem Artikel «Schädlinge und Krankheiten bei Weinreben – und was man dagegen tun kann» findest du weitere Informationen zu den Pilzkrankheiten.
Gerade im Hausgarten werden deshalb robuste und pilzwiderstandsfähige Rebsorten immer wichtiger. Entscheidend ist heute nicht nur der Geschmack einer Traube, sondern auch ihre Fähigkeit, mit feuchten Sommern, wechselhaftem Wetter und natürlichem Pilzdruck zurechtzukommen. Genau hier setzt die neue Lubera-Testpflanzung an.
150 Sorten im Test
Die neue Testpflanzung umfasst eine aussergewöhnlich breite Auswahl an Tafel- und Keltertrauben. Insgesamt werden rund 150 Sorten unter identischen Bedingungen beobachtet und miteinander verglichen. Besonderer Fokus liegt auf PiWi-Sorten, die resistent gegen Pilzkrankheiten sind. Viele der Testsorten stammen aus Osteuropa (Polen, Ukraine und Russland), einige aus Nordamerika und Ostasien. Darunter gibt es viele kernlose Sorten, viele Sorten mit besonders grossen Früchten oder besonderen Aromaprofilen. Ausserdem testen wir auch Muscadine-Trauben (Vitis rotundifolia), die sich durch ein besonderes Aroma und Resistenz gegen die Reblaus und Mehltau auszeichnen.
Bild: Testpflanzung mit 150 verschiedenen Weinreben.
Optimale Bedingungen für Pilzkrankheiten
Damit sich die Widerstandsfähigkeit der einzelnen Rebsorten möglichst deutlich zeigt, schaffen wir in der Versuchsanlage bewusst optimale Bedingungen für Pilzkrankheiten. Deshalb befindet sich die Testpflanzung an unserem Schweizer Standort in Buchs im St. Galler Rheintal – einer Region mit vergleichsweise hohen Niederschlägen und feuchtem Klima.
Zusätzlich wurde die Anlage mit sehr geringem Abstand zwischen den einzelnen Reben angelegt. Die Pflanzen stehen nur etwa 50 Zentimeter auseinander. Durch diese enge Pflanzung entsteht ein dichter Bestand mit schlechter Durchlüftung, sodass das Laub nach Regen oder Morgentau lange feucht bleibt. Genau solche Bedingungen fördern die Ausbreitung von Pilzkrankheiten wie Echtem und Falschem Mehltau.
Ziel ist es, einen möglichst hohen natürlichen Krankheitsdruck zu erzeugen, damit sichtbar wird, welche Sorten auch unter schwierigen Bedingungen gesund bleiben. Für die Sortenprüfung ist das entscheidend: Widerstandsfähige Reben zeigen selbst unter starkem Pilzdruck kaum Symptome, während empfindliche Sorten schnell krank werden. Die Unterschiede zwischen robusten und anfälligen Reben werden dadurch früher und deutlicher sichtbar.
Bild: Die enge Pflanzung funktioniert damit wie ein natürlicher Härtetest für die Reben – und hilft uns dabei, besonders robuste und pflegeleichte Sorten für den Hausgarten zu identifizieren.
Ziel der Sortenprüfung
Die Versuchsanlage soll zeigen:
- welche Reben ohne intensiven Pflanzenschutz gesund bleiben,
- welche Sorten für feuchte Sommer geeignet sind,
- welche Reben besonders früh ausreifen,
- welche Reben besonders gut schmecken,
- und welche Kombination aus Geschmack, Ertrag und Robustheit langfristig überzeuen
Fazit und Ausblick
Damit eine Rebsorte den strengen Lubera-Test besteht und später ins Sortiment aufgenommen wird, muss sie mehrere Eigenschaften gleichzeitig vereinen: hervorragenden Geschmack, frühe Reife, hohe Widerstandskraft gegen Pilzkrankheiten und gute Winterhärte.
Die Versuchsanlage bildet gleichzeitig die Grundlage für zukünftige Lubera-Neuheiten. Ihr könnt euch also schon bald auf neue, besonders robuste und wohlschmeckende Weinrebensorten im Lubera-Shop freuen. Darüber hinaus arbeiten wir bereits an eigenen Kreuzungen und Züchtungen. Zahlreiche Samen wurden ausgesät – vielleicht entsteht daraus schon bald die nächste Generation besonders robuster Gartentrauben für Mitteleuropa.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.