Inhaltsverzeichnis
- Diese Gehölze vertragen Trockenheit und Hitze
- Trockenheitsresistente Bäume: die Top 10 Zukunftsbäume
- Blühende Sträucher für trockene Standorte: unsere Top 10
- Ein Baum wird nicht trockenheitsresistent geboren
- Trockenheitsresistente Bäume und Sträucher pflanzen: Die 7 wichtigsten Maßnahmen
- 1. Den richtigen Standort wählen
- 2. Ein großzügiges Pflanzloch ausheben
- 3. Nicht zu tief pflanzen
- 4. Gießstrategie
- 5. Mulch, der vor Austrocknung schützt
- 6. Bodendecker als lebenden Mulch einsetzen
- 7. Geduld haben
- Unterschiede von Baum zu Strauch nach dem Pflanzen
- Sterben unsere Bäume an den Folgen des Klimawandels?
- Wie viel Wurzelraum für trockenheitsresistente Bäume?
- Den Boden bereiten für trockenheitsresistente Bäume und Sträucher
Zusammenfassung
- Die richtige Art wählen: Trockenheitsverträgliche Bäume und Sträucher stammen aus heißen, trockenen Regionen und sind daher gut an Hitze angepasst.
- Die Etablierungsphase entscheidet: In den ersten Jahren nach der Pflanzung bauen Gehölze ihr Wurzelsystem auf und benötigen deshalb besondere Aufmerksamkeit.
- Standort und Pflanzung sind entscheidend: Ein lockerer, tiefgründiger Boden, ein großzügiges Pflanzloch, die richtige Pflanztiefe und durchdringendes Gießen fördern kräftige Wurzeln.
- Mulch und Bodendecker schützen den Boden: Sie halten die Feuchtigkeit im Boden, fördern das Bodenleben und helfen den Gehölzen, Trockenperioden besser zu überstehen.
- Wurzelraum ist wichtiger als Gene: Selbst der trockenheitsresistenteste Baum bleibt anfällig, wenn ihm zu wenig durchwurzelbarer Boden zur Verfügung steht.
Praxis-Tipps
Laut Edward F. Gilman (University of Florida) ist die Etablierungsphase die wichtigste Zeit im Leben eines neu gepflanzten Baumes, und erst wenn das Wurzelsystem etwa das Dreifache der Krone erreicht, gilt der Baum als angewachsen und damit trockenheitsverträglich.
Nicht die Gehölzart allein entscheidet über die Trockenheitsverträglichkeit, sondern ob ihm in den ersten Jahren genug Wasser und Wurzelraum zur Verfügung stand.
Bodenverbesserer, Mykorrhiza-Präparate, Wurzelstimulanzien oder Dünger im Pflanzloch zeigten sich bei wissenschaftlichen Versuchen beinahe wirkungslos, um den Baum schneller zu etablieren.
Diese Gehölze vertragen Trockenheit und Hitze
Wer unsere heißen, mitteleuropäischen Sommer vor Augen hat und Bäume für den Garten kaufen möchte, stellt sich immer häufiger diese Frage: Welcher Baum hält Hitze und Trockenheit am besten aus?
Auch wir bekommen diese Frage immer häufiger gestellt. Die Sommer werden heißer, längere Trockenphasen gehören inzwischen fast jedes Jahr dazu. Also suchen viele von euch nach dem perfekten Klimabaum, nach einer Art, die einfach alles aushält.
Wer heute neue Gehölze pflanzt, kann auf folgende trockenheitsresistente Bäume und Sträucher setzen.
Trockenheitsresistente Bäume: die Top 10 Zukunftsbäume
Aus Sicht der Klimaresilienz möchten wir von Lubera diese trockenheitsresistenten Bäume besonders hervorheben:
- Feldahorn (Acer campestre)
- Hainbuche (Carpinus betulus)
- Weisse Maulbeere (Morus alba)
- Elsbeere (Sorbus torminalis)
- Speierling (Sorbus domestica)
- Wildbirne (Pyrus pyraster)
- Silber-Linde (Tilia tomentosa)
- Gewöhnlicher Judasbaum (Cercis siliquastrum)
- Walnuss (Juglans regia)
- Eichen wie Traubeneiche (Quercus petraea), Flaumeiche (Quercus pubescens) oder Steineiche (Quercus ilex)
Bild: Die Walnussbäume (Juglans regia) stammen aus den warmen, oft sommertrockenen Regionen Vorder- und Zentralasiens und erschließen mit ihren tiefen Pfahlwurzeln auch in Trockenperioden Wasser aus tieferen Bodenschichten.
Blühende Sträucher für trockene Standorte: unsere Top 10
Diese Blütensträucher blühen nach ihrer Etablierung auch noch in Dürresommern:
- Blauraute (Salvia yangii)
- Tamariske (Tamarix)
- Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus)
- Bartblume (Caryopteris)
- Perückenstrauch (Cotinus coggygria)
- Ginster (Cytisus, Genista)
- Zierquitte (Chaenomeles)
- Berberitze (Berberis)
- Fingerstrauch (Dasiphora (Potentilla) fruticosa)
- Flieder (Syringa)
Diese trockenheitsresistenten Bäume und Sträucher besitzen gute genetische Voraussetzungen, um den Klimawandel in Mitteleuropa auszuhalten.
Bild: Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), hier eine rosa blühende Sorte, stammt aus dem trockenen Mittelmeerraum und ist dank seiner tiefen Wurzeln sowie der verdunstungsarmen Blätter hervorragend an Hitze und längere Trockenperioden angepasst.
Bild: Zierquitten (Chaenomeles) entwickeln ein kräftiges, weitreichendes Wurzelsystem und kommen dadurch auch mit längeren Trockenphasen auf sonnigen Standorten gut zurecht.
Ein Baum wird nicht trockenheitsresistent geboren
Wie gelingt es, trockenheitsresistente Bäume und Sträucher im Garten wachsen zu lassen?
Wie die Auswahl unserer Top 10 in den obigen Listen zeigt, gibt es natürlich Arten, die mit Hitze besser zurechtkommen als andere. Eine Traubeneiche verträgt Trockenheit deutlich besser als eine Birke, und ein Lavendel erträgt sie besser als eine Hortensie.
Doch je mehr ich mich mit Arboristik beschäftigt habe, desto klarer wurde mir: Es entscheidet nicht nur die botanische Art darüber, wie gut ein Gehölz Trockenheit übersteht. Entscheidend ist offensichtlich, ob wir ihm nach der Pflanzung genügend Zeit und die richtigen Bedingungen zur Verfügung gestellt haben, um ein starkes Wurzelsystem aufzubauen.
Forschungen belegen: Selbst die trockenheitsverträglichste Baum- oder Strauchart hat nach dem Pflanzen zunächst ein Problem, denn sie besitzt nur einen Bruchteil ihres späteren Wurzelsystems. Die Wissenschaft spricht hier von der Etablierungsphase. In dieser Zeit investiert der Baum fast seine gesamte Energie in den Aufbau neuer Feinwurzeln. Genau diese feinen Wurzeln versorgen ihn später mit Wasser und Nährstoffen.
Der Arborist Daniel Struve beschreibt diese Etablierung eindrücklich: Die Pflanzung eines Gehölzes ist kein einmaliges Ereignis, sondern der Beginn eines mehrjährigen Entwicklungsprozesses. Erst wenn sich ein neues Wurzelsystem gebildet hat, können trockenheitsresistente Bäume und Sträucher ihr volles Potenzial entfalten. (Struve, D. K. (2009): Tree Establishment: A Review of Some of the Factors Affecting Transplant Survival and Establishment. Arboriculture & Urban Forestry.)
Daraus ergeben sich folgende Maßnahmen für trockenheitsresistente Bäume und Sträucher, die wir im Garten umsetzen können.
Trockenheitsresistente Bäume und Sträucher pflanzen: Die 7 wichtigsten Maßnahmen
Vor allem in den ersten drei Jahren zahlen sich die Pflegemaßnahmen aus. Danach übernehmen die Wurzeln immer mehr die Arbeit.
1. Den richtigen Standort wählen
Es lohnt sich, den Standort genauso sorgfältig auszuwählen wie die Pflanze selbst.
Der Boden am Standort sollte Wasser nach Regen gut speichern, überschüssige Nässe aber zuverlässig ableiten können.
Humus verbessert die Wasserspeicherung, während Verdichtungen vermieden werden sollten, damit sich die Wurzeln tief und weit ausbreiten können. Je grösser der gut durchwurzelbare Bodenraum, desto besser übersteht das Gehölz spätere Trockenperioden.
Zu diesem Punkt findest weitere praktische Garten-Tipps in den folgenden Kapiteln.
2. Ein großzügiges Pflanzloch ausheben
Ein großzügiges Pflanzloch erleichtert jungen Wurzeln das Einwachsen, weil der Boden gelockert ist und sie schneller Wasser, Luft und Nährstoffe erschließen können. Idealerweise ist das Pflanzloch mindestens doppelt so breit wie der Wurzelballen, aber nicht tiefer als dieser. Die Wände sollten aufgeraut statt glatt sein, damit die Wurzeln nicht im Kreis wachsen. Entscheidend ist außerdem, dass der Boden unter dem Ballen nicht gelockert wird, damit der Baum oder Strauch später nicht absackt.
3. Nicht zu tief pflanzen
Einer der häufigsten Pflanzfehler ist eine zu tiefe Pflanzung.
Der Wurzelhals der Bäume sollte sich nach dem Pflanzen ungefähr auf Bodenniveau befinden. Wird der Ballen zu tief gesetzt, gelangt weniger Sauerstoff an die Wurzeln und die Etablierung verzögert sich.
Versuche von Edward Gilman und Jason Grabosky zeigen, dass zu tief gepflanzte Bäume häufiger unter Trockenstress leiden und schlechter anwachsen.
4. Gießstrategie
Gerade in den ersten zwei bis drei Jahren entscheidet die Bewässerung darüber, ob sich ein tiefes Wurzelsystem entwickelt.
Das Wurzelwachstum findet hauptsächlich im Sommer statt, daher bedenke, dass Trockenheit in der Etablierungsphase das Wurzelwachstum verlangsamt.
Viele kleine Wassergaben halten lediglich die Bodenoberfläche feucht. Besser seltener, dafür gründlich gießen. Das Wasser dringt tiefer ein und regt die Wurzeln an, ebenfalls in tiefere Bodenschichten vorzudringen.
5. Mulch, der vor Austrocknung schützt
Für trockenheitsresistente Bäume und Sträucher eignen sich vor allem Holzhäcksel oder auch gehäckselter Strauchschnitt, sowie Miscanthusmulch.
Da Holzhäcksel phasenweise bei der Zersetzung Stickstoff binden, kannst du unter der Mulchschicht unsere Frutilizer® ‘Natürlich’ aus Schafwollpellets ausbringen.
Nur bei mediterranen Arten ist mineralischer Mulch wie feiner Kies oder Muscheln meist die bessere Mulch-Alternative zu Holzhäckseln. Muscheln und Splitt aus Kalkgestein sind besonders geeignet als Mulch an sonnigen Standorten für:
- Mönchspfeffer (Vitex)
- Judasbaum (Cercis)
- Perückenstrauch (Cotinus)
- Bartblume (Caryopteris)
- Blauraute (Salvia yangii)
- Lavendel und andere mediterrane Pflanzen
Bild: Auch trockenheitsresistente Bäume und Sträucher wie diese Berberitze profitieren nach der Pflanzung von kühlendem und die Bodenfeuchtigkeit zurückhaltendem Mulch. Dazu eignen sich vor allem Holzhäcksel, angereichert mit unseren Schafwoll-Pellets.
6. Bodendecker als lebenden Mulch einsetzen
Bodendeckende Stauden wirken in vieler Hinsicht wie ein lebender Mulch. Sie beschatten den Boden, senken die Bodentemperatur, verringern die Verdunstung und unterdrücken Unkraut. Gleichzeitig lockern ihre Wurzeln den Boden und fördern das Bodenleben.
Für trockenheitsresistente Gehölze eignen sich vor allem trockenheitsverträgliche Bodendecker wie Elfenblume (Epimedium) für halbschattige Standorte, oder Teppich-Thymian (Thymus serpyllum), Woll-Ziest (Stachys byzantina) für sonnige Standorte.
Die beste Vorgehensweise ist, junge Gehölze zunächst mit einer Mulchschicht zu versehen. Erst nach zwei Jahren, wenn sie gut eingewurzelt sind, werden die Bodendecker gesetzt. Direkt am Stamm oder Wurzelhals sollte ein kleiner freier Bereich von etwa 10–20 cm bleiben, damit die Rinde trocken bleibt und keine Konkurrenz um Wasser entsteht. So entsteht mit der Zeit ein pflegeleichter, dauerhaft beschatteter Boden, der Trockenperioden deutlich besser übersteht.
Bild: Elfenblumen (Epimedium) bilden einen dichten Blätterteppich, der den Boden beschattet, die Verdunstung verringert und so wie ein lebender Mulch die Feuchtigkeit im Boden hält.
7. Geduld haben
Viele Gehölze investieren in den ersten Jahren deutlich mehr Energie in den Wurzelaufbau als in das oberirdische Wachstum. Ein langsamer Zuwachs bedeutet deshalb oft nicht, dass sich das neue Gehölz schlecht entwickelt, sondern dass es gerade die Wurzel-Grundlage für Jahrzehnte gesunden Wachstums schafft.
Ein Anhaltspunkt für die Dauer der Etablierungsphase: Sie hängt vor allem von Baumgröße, Klima und Bewässerung ab. Pro 2,5 cm Stammdurchmesser benötigt ein Baum etwa 3 Monate (warme Klimazonen), 6 Monate (gemäßigte Klimazonen) oder ein Jahr und mehr (kalte Klimazonen), um sich vollständig zu etablieren. Während dieser gesamten Zeit sollte regelmäßig gewässert werden. (nach Gilman, E. F.: Establishment Period for Trees. University of Florida IFAS Extension.)
Unterschiede von Baum zu Strauch nach dem Pflanzen
Die Grundprinzipien bei der Pflanzung von Baum und Strauch sind zwar identisch, also großzügiges Pflanzloch, lockerer Boden, regelmäßiges Gießen in der Etablierungsphase und Mulchen. Es gibt aber einige wichtige Unterschiede, wie die Tabelle zeigt.
|
Thema |
Bäume |
Sträucher |
|
Etablierungsdauer |
meist 3–5 Jahre |
meist 2–3 Jahre |
|
Wurzelsystem |
entwickeln tiefe und weitreichende Wurzeln |
oft flacher und kompakter |
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Bewässerung |
seltener, dafür durchdringend gießen |
häufiger, besonders im ersten Jahr |
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Mulchfläche |
möglichst große Baumscheibe freihalten |
gesamte Pflanzfläche mulchen |
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Bodendecker |
erst nach 1–2 Jahren pflanzen |
können meist früher ergänzt werden |
Der wichtigste Unterschied: Bei Bäumen steht der Aufbau eines großen, tiefen Wurzelsystems im Vordergrund. Deshalb benötigen sie eine längere Etablierungsphase und einen möglichst großen durchwurzelbaren Bodenraum.
Sträucher wachsen meist schneller an und bilden rascher ein dichtes Feinwurzelsystem. Sie profitieren besonders von einer flächigen Mulchschicht, da ihre Wurzeln überwiegend in den oberen Bodenschichten liegen.
Für die spätere Trockenheitsverträglichkeit gilt jedoch für Baum und Strauch gleichermaßen: Pflanzung und Pflege entscheiden wesentlich darüber, wie gut sie spätere Trockenperioden überstehen.
Sterben unsere Bäume an den Folgen des Klimawandels?
Der Arborist Prof. Dr. Steffen Rust ist ein engagierter Baumfreund durch und durch. Er beschäftigt sich unter anderem mit der Frage, ob Bäume im Forst oder in der Stadt wirklich so häufig an den Folgen des Klimawandels zu Grunde gehen, wie in den Medien dargestellt. Dazu hat er unzählige Baum-Standorte in Forst und Stadt analysiert.
Ich durfte Herrn Rust live erleben und weiß nun, was ich unter einem flammenden Plädoyer verstehen darf. Herr Rust wird nicht müde zu betonen, dass der Klimawandel nur ein Teil der Gefahren für die Bäume darstellt. Falsche Pflanzung und Pflege führen nach seinen Erkenntnissen viel häufiger zum Tod der Gehölze als die Wahl der falschen botanischen Art.
Ein Baum leide vor allem dann unter Trockenheit, wenn seine Wurzeln nicht genügend Boden erschließen können, mahnt Rust in seinen Vorträgen. Verdichtete Böden, Sauerstoffmangel oder ein zu kleiner Wurzelraum können deshalb genauso problematisch sein wie ausbleibender Niederschlag.
Mit anderen Worten: Ein kräftiges Wurzelsystem in gesundem Boden ist der beste Schutz vor Trockenheit. (siehe auch Rust, Steffen: Veröffentlichungen und Lehrmaterialien zu Baumphysiologie und Trockenstress, insbesondere das Kapitel Stress bei Bäumen in Baumpflege sowie Fachbeiträge in Deutsche Baumschule.)
Wie viel Wurzelraum für trockenheitsresistente Bäume?
Je mehr Raum einem Baum für seine Wurzeln zur Verfügung stehen, desto trockenheitsresistenter kann er werden.
Ein ausgewachsener Baum kann je nach Art und Standort mehrere hundert Kubikmeter Boden erschließen. Auf einem engen innerstädtischen Baumstandort stehen dagegen oft nur 5–10 m³ zur Verfügung. Selbst eine Traubeneiche oder Gleditschie kann unter diesen Bedingungen ihr Trockenheitspotenzial nicht entfalten. Arboristin Nina Bassuk (Cornell University) formuliert es sinngemäß so:
Die Größe eines Baumes wird letztlich durch das Bodenvolumen begrenzt, das seinen Wurzeln zur Verfügung steht.
Deshalb lohnt es sich, mindestens ebenso viel Grübelei und Tatendrang in den Boden am Standort zu investieren, wie in die Wahl des richtigen Baums.
Die Empfehlungen für den Platzbedarf der Wurzeln für Bäume unterscheiden sich je nach Quelle und Zielgrösse des Baumes. Wir nennen hier den Platzbedarf für einen optimal trockenheitsresistenten Baum:
|
Baumgrösse |
Wurzelraum optimal |
|
kleiner Baum (5–8 m) |
>30 m³ |
|
mittlerer Baum (10–15 m) |
>60 m³ |
|
grosser Baum (20 m+) |
>100 m³ |
Diese Werte stammen aus Empfehlungen der FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau), der ISA (International Society of Arboriculture) sowie aus Arbeiten von Nina Bassuk und Gary Watson.
Für die Trockenheitsversorgung ist deshalb eine große durchwurzelbare Fläche wichtig. Zum Beispiel die Traubeneiche: Sie kann auf einem trockenen Waldboden jahrzehntelang ohne Bewässerung wachsen. Dies gelingt aber nur, weil ihr Wurzelsystem später:
- mehrere Meter tief reicht (je nach Boden),
- seitlich oft weit über die Kronentraufe hinaus wächst,
- mehrere hundert Kubikmeter Boden erschließt.
Steht dieselbe Eiche dagegen in einer 2 × 2 Meter großen Baumscheibe zwischen Asphaltflächen, ist ihre Trockenheitsverträglichkeit trotz gleicher Gene deutlich eingeschränkt.
Wir werden gelegentlich gefragt, ob das jeweilige Gehölz "Pfahlwurzler", "Herzwurzler" oder "Flachwurzler sei. Es wäre schön, sich an diesem Schema orientieren zu können, aber leider ist diese Einteilung stark vereinfachend bis unrealistisch. Wer sich für tatsächliche Wurzelsysteme interessiert, schaut sich im Wurzelatlas der Universität Wageningen um.
Den Boden bereiten für trockenheitsresistente Bäume und Sträucher
Ein humusreicher Boden speichert mehr Wasser, fördert tiefere Wurzeln und macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen Hitze. Wenn wir künftig weniger gießen möchten, sollten wir nicht zuerst an die Bewässerung denken, sondern an den Boden.
Humus entsteht langsam, indem die Pflanzen, Mikroorganismen und Bodenlebewesen Jahr für Jahr daran zusammenarbeiten.
Unser Ziel beim Gärtnern ist es, den Boden Schritt für Schritt humusreicher und biologisch aktiver zu machen. Schon wenige Maßnahmen nach der Pflanzung machen einen großen Unterschied für mehr Trockenheitsresistenz.
Diese Maßnahmen helfen, von Saison zu Saison mehr Humus aufzubauen:
- den Boden nach der Pflanzung möglichst nie nackt lassen, und regelmäßig mulchen
- zusätzlich jedes Jahr Kompost aufbringen und das Herbstlaub unter dem Gehölz belassen.
- nach der Etablierungsphase Bodendecker pflanzen, die auch als Laubschlucker dienen und den Boden beschatten und kühler halten.
Ein gärtnerisches Fazit zum Schluss
Kein Baum ist von Anfang an perfekt an Hitze angepasst. Vielmehr begleiten wir ihn in den ersten Jahren dabei, das zu werden, was er einmal sein soll, nämlich ein tief verwurzelter, gesunder Baum, der auch Hitzerekorde gelassen übersteht.
In den letzten Jahren hat sich daher die Sichtweise verändert. Früher fragte man:
“Welcher Baum verträgt Trockenheit?”
Heute lautet die Frage eher:
“Wie viel gesunden Boden bekommt dieser Baum zur Verfügung?”
Oder, wie es Prof. Steffen Rust in Vorträgen sinngemäß formuliert: Boden und Standort bestimmen, wie der Baum trotz Klimawandel wachsen kann.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis aus der modernen Arboristik:
Wir pflanzen keinen fertigen Klimabaum, aber wir können ihm die Möglichkeit geben, einer zu werden.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.