Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Lubera arbeitet aktuell mit rund 140 verschiedene Chili- und Paprikalinien. Ziel ist es, daraus robuste, geschmackvolle und einfach zu kultivierende OpenSky®-Sorten für den Garten zu entwickeln. Entscheidend ist dabei nicht nur die Leistung im Gewächshaus: Alle wichtigen Zuchtlinien werden parallel auch unter extensiven Bedingungen im Freiland getestet. Nur Pflanzen, die dort mit Stress, wechselnder Witterung und möglichst wenig Pflege zurechtkommen, werden weitergezüchtet. Die ersten OpenSky®-Paprika- und Chilisorten zeigen bereits, wohin die Reise geht: mehr Geschmack, mehr Vielfalt und vor allem zuverlässiger Anbau draussen im Garten.
140 Chili- und Paprikalinien
Aktuell stehen in der Züchtungsanlage von Lubera nicht weniger als 140 Chili- und Paprikalinien. Auf die Frage, warum es denn so viele sein müssen, lacht Geschäftsführer Markus Kobelt kurz auf:
«Würde man die objektive Bedeutung von Chili und Paprika auf dem mitteleuropäischen Markt als Massstab nehmen, wäre dieses Teilzüchtungsprogramm momentan tatsächlich zu gross. Aber wir befinden uns gerade auch auf dem Höhepunkt dieses Programms. Dieses Jahr und in den nächsten drei bis vier Jahren wird es darum gehen, die besten Linien und Sorten auszuwählen und daraus ein exklusives Lubera-Sortiment für Open-Sky-Chili und -Paprika zu entwickeln.»
Typisch Lubera sei allerdings auch die Freude an der Vielfalt, ergänzt Markus Kobelt. «Unsere Züchtung erliegt nur allzu gerne der Versuchung der Diversität. Das ist sozusagen Teil unserer züchterischen DNA.»
Bild: Grosse Vielfalt im Gewächshaus.
Frederik Vollert, der bei Lubera die Linienselektion betreut, sieht das etwas pragmatischer: «Wir haben die Vorgabe bekommen, die Anzahl der Linien in diesem Jahr ungefähr zu halbieren. Züchten heisst immer: zuerst möglichst viel Diversität produzieren, sie dann aber möglichst schnell wieder einzuschränken – ohne dabei interessante Eigenschaften zu verlieren.»
Das sei halt gleichzeitig die Freude und das Leid der Züchter. Und vielleicht, so Vollert weiter, auch ein Grund dafür, dass Pflanzenzüchtung nicht nur Wissenschaft, sondern immer auch ein bisschen Kunst sei. Sie müsse widersprüchliche Ziele miteinander verbinden – Diversität und Einzigartigkeit – und am Ende trotzdem zu einem Resultat kommen.
Die Ziele der Züchtung von Chili und Paprika
Was aber sind die konkreten Ziele der Lubera-Züchtung bei Chili und Paprika? Gemäss Markus Kobelt sind es letztlich genau dieselben Ziele wie bei allen Open-Sky-Gemüsen von Lubera:
- Wir züchten für den Garten. Ausschliesslich für den Garten – ohne auf die Bedürfnisse des Erwerbsanbaus zu schielen.
- Mehr Geschmack, einfachere Kultur und robustere Pflanzen.
- Möglichst viel Diversität. Denn nicht jeder Garten und nicht jeder Gärtner ist gleich.
- Open Sky bedeutet Freilandeignung. Wir möchten, dass Fruchtgemüse problemlos draussen im Garten wachsen kann – ohne Gewächshaus, ohne Schutz und mit möglichst extensiver Betreuung. Open-Sky-Paprika und -Chili sollen in jedem Jahr draussen im Garten zuverlässig reif werden – möglichst in ganz Mitteleuropa.
Immer das Freiland mitdenken – und mittesten
Die rund 140 Züchtungslinien im Gewächshaus waren bis etwa Mitte August eingedeckt. Damit wird verhindert, dass Insekten Pollen von einer Linie zur anderen übertragen und so ungewollte Auskreuzungen entstehen.
Im Freiland wäre eine solche Kontrolle kaum möglich. Die notwendigen Abdeckungsstrukturen wären ständig Wind und Wetter ausgesetzt und müssten laufend repariert werden. Im Gewächshaus dagegen lässt sich die Linienzüchtung wesentlich besser kontrollieren.
Deshalb wird die Züchtung von Chili und Paprika bei Lubera immer doppelt geführt.
Im Gewächshaus geht es ausschliesslich um die Linienzüchtung. Die einzelnen Zuchtlinien werden über mehrere Generationen hinweg immer einheitlicher gemacht, bis nach fünf bis sieben Generationen stabile, samenfeste Sorten entstehen.
Parallel dazu müssen dieselben Linien aber immer auch ins Freiland. Denn eine Linie kann im Gewächshaus noch so schön aussehen – entscheidend für Open Sky ist letztlich, wie sie draussen im Garten und auf dem Feld zurechtkommt.
Bei Lubera werden die Freilandpaprika und -chili zwar in Plastikfolie gepflanzt, um das Unkraut zu unterdrücken und den Arbeitsaufwand etwas zu reduzieren. Darüber hinaus wird aber möglichst wenig eingegriffen: Es wird nicht zusätzlich gedüngt und auch nicht bewässert. Gerade in einem schwierigen oder trockenen Jahr wie 2026 wird daraus ein besonders aussagekräftiger Test.
Bild: Chili- und Paprikapflanzen im Freilandtest – hier müssen die Zuchtlinien ihre Freiland-Tauglichkeit beweisen.
Ganz bewusst sucht Lubera zudem auch Teststandorte, die nicht perfekt sind. Ein Platz im Teilschatten einer Obstreihe kann für die Züchtung wertvoller sein als ein optimal vorbereiteter Versuchsstandort. Ziel sind schliesslich Resultate, die für möglichst viele Gärten in Mitteleuropa gelten.
Denn eine Open-Sky-Sorte muss nicht unter perfekten Bedingungen überzeugen. Das wäre zu einfach. Sie muss vor allem dann noch funktionieren, wenn der Sommer einmal zu kühl, zu heiss oder zu trocken ist – und wenn der Gärtner eben nicht jeden Tag mit Wasserkanne, Dünger und Stützmaterial zur Stelle ist.
Gewächshaus und Freiland: zwei Tests für dasselbe Ziel
Aber wie werden die Resultate aus Gewächshaus und Freiland zusammengeführt?
Eigentlich ganz einfach: Im Gewächshaus überprüfen die Züchter vor allem die Stabilität der Linien und wählen jeweils die besten Pflanzen für die Weiterzucht aus. In seltenen Fällen können sich in den Generationen F3 bis F5 aus einer ursprünglich gemeinsamen Linie nochmals zwei interessante Varianten herausentwickeln. Dann werden daraus zwei getrennte Linien.
Bild: Insektensichere Netze verhindern die Fremdbefruchtung.
Im Freiland dagegen steht die eigentliche Open-Sky-Tauglichkeit auf dem Prüfstand. Nur Linien, die diesen Test bestehen, werden im nächsten Jahr weitergeführt.
Die wichtigsten Kriterien sind:
- Stresstoleranz
- hoher Ertrag
- frühe Reife
- einfache Kultivierung
- möglichst kein Bedarf an zusätzlichen Stützen
Im Freiland wird zudem der tatsächliche Wuchstyp der Pflanzen bonitiert und beschrieben. Das ist auch für die spätere Vermarktung entscheidend. Denn im Gewächshaus wachsen Paprika- und Chilipflanzen häufig deutlich höher und benötigen wesentlich mehr Stützen als draussen im Garten.
Auch hier gilt also: Das Gewächshaus zeigt, was genetisch in einer Linie steckt. Das Freiland zeigt, ob daraus tatsächlich eine gute Gartensorte wird.
Erste Resultate: die ersten OpenSky®-Sorten
Die ersten Resultate der Lubera-Züchtung sind bereits sichtbar. Aus der grossen Vielfalt der Zuchtlinien beginnen sich die ersten Sorten herauszukristallisieren.
Paprika
Bild: OpenSky® 'Speedy Rosina'.
Bild: OpenSky® 'Speedy Gonzales'.
Bild:OpenSky® 'Speedy Helvetia'.
Snackpaprika
Bild: OpenSky® 'Yellow Snack'.
Chili
Bild: OpenSky® 'Hot Surprise Compact'.
Bild: OpenSky® 'Hot Surprise Bushy'.
Bild: OpenSky® 'Happy Pumpkin'.
Bild: OpenSky® 'Happy Kunterbunt'.
Bild: OpenSky® 'Chilitto Rojo'.
Bild: OpenSky® 'Flying Salmon'.
Noch stehen diese Sorten am Anfang. Und natürlich werden von den heute noch 140 Linien nicht alle den Weg bis ins definitive Sortiment schaffen. Das gehört zur Züchtung dazu: Vieles ausprobieren, Vielfalt schaffen, auswählen, verwerfen – und manchmal auch eine überraschende Pflanze entdecken, die plötzlich alles verändert.
Aber die Richtung ist klar: Chili und Paprika sollen bei Lubera künftig nicht einfach nur schön, scharf oder ertragreich sein. Sie sollen vor allem eines können: draussen im Garten funktionieren.
Bild: Dekorative Chilipflanze mit violettem Laub und Früchten, die von Violett zu Rot abreifen.
Bild: Einige Chilipflanzen haben interessantes panaschiertes Laub.
Bild: Besonders kompakte Chilipflanzen mit realtiv grossen Früchten.
Bild: Kompakte Chilipflanze mit zahlreichen Früchten, die in dichten Büscheln zusammenstehen.
Bild: Chilipflanzen mit kompaktem Wuchs und zahlreichen aufrecht stehenden Chilis.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.