Damals entsprach der Wohnstandard noch gar nicht unserem heutigen Luxus. Ich kann mich erinnern, dass es noch ein Plumpsklo hatte. Dort wo heute unser Gäste-WC ist. Sich gewaschen hat man in der Küche und ein Kühlschrank hatten auch noch nicht viele Leute auf dem Land. Ich kann mich wahrscheinlich so klar, an diese Zeit erinnern, weil der Unterschied zu unserer damaligen modernen Stadtwohnung (Modern im Sinne der 70er Jahre) für ein Kind so extrem war.
Wir mussten als Kinder natürlich bei der Ernte mithelfen und ich weiss, dass ich noch bis in die Teenagerjahr geschworen hatte, dass ich niemals einen eigenen Garten haben werde. Vielleicht denken meine Kinder inzwischen auch so, wenn ich sie zum Beerenpflücken schicke?
Einmal in den Sommerferien wurden wir von der Uroma gefragt ob wir Durst hätten. Verwöhnte Stadtkinder, welche wir waren, tranken wir Sirup! Also haben wir einen Sirup bestellt und mit grossen Augen zugeschaut, wie die Grosmaman in den Garten zu den Johannisbeeren ging, ein paar reife, saure rote Johannisbeeren pflückte und diese auf zwei Gläser verteilte. Mit einer Gabel hat sie diese zerquetscht und mit Wasser aufgefüllt. Na dann Prost. Was ich nicht mehr weiss, ob ich das Gemisch getrunken oder heimlich entsorgt habe *lach
Ich finde die heutigen Johannisbeeren sind grösser und weniger sauer. Sie schmecken noch immer erfrischend nur dieser Geschmack, der einem die Zehennägel hochzieht, der ist weggezüchtet worden. Prima :-)
Wenn im Sommer die roten Johannisbeeren an ihren Rispen leuchten, ist Erntezeit im Garten. Die kleinen Beeren sind wunderbar aromatisch und bringen mit ihrer natürlichen Säure eine erfrischende Note in Getränke und Desserts. Johannisbeersirup ist eine besonders schöne Möglichkeit, die sommerliche Ernte haltbar zu machen und den Geschmack der Beeren noch lange zu geniessen.
Rote Johannisbeeren im eigenen Garten
Rote Johannisbeeren sind dankbare Beerensträucher und eignen sich auch für kleinere Gärten. Sie bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen humosen, nährstoffreichen Boden. An einem sonnigen Platz entwickeln die Früchte besonders viel Aroma und eine kräftige Farbe.
Die Sträucher sind relativ pflegeleicht und können bei regelmässigem Schnitt über viele Jahre reichlich tragen. Je nach Witterung beginnt die Ernte im Sommer.
Johannisbeeren richtig ernten
Die roten Beeren reifen nach und nach an den Rispen. Für einen besonders aromatischen Sirup sollten sie möglichst vollreif und kräftig ausgefärbt geerntet werden. Am einfachsten schneidet man ganze Rispen vom Strauch und löst die Beeren anschliessend ab.
Da Johannisbeeren nach der Ernte schnell an Frische verlieren, ist es ideal, sie möglichst zeitnah zu verarbeiten. Wer die Ernte nicht sofort benötigt, kann die Beeren auch einfrieren und später verwenden.
Sommer im Glas
Unser Rezept für Johannisbeersirup macht aus den säuerlichen roten Beeren einen wunderbar fruchtigen Vorrat. Mit Wasser verdünnt entsteht ein erfrischendes Sommergetränk, das an heissen Tagen besonders gut schmeckt. Aber auch über Desserts, Glace oder Joghurt sorgt der Sirup für eine fruchtige Note.
Die intensive Farbe und das ausgewogene Verhältnis von Süsse und Säure machen ihn zu einem echten Gartenklassiker.
So wird aus einer Handvoll roter Johannisbeeren ein vielseitiger Vorrat, der den Sommer weit über die Erntezeit hinaus verlängert.
Ausserdem kochen wir natürlich den Sirup mit Zucker. Heute mache ich den Sirup selbst und er schmeckt richtig gut.
- 1 l Wasser
- 1 Kg Johannisbeeren
- 1 Limette in Scheiben geschnitten
- 1 kg Zucker
- 2 EL Zitronensäure (wegen der Haltbarkeit)
- Das Wasser kochen Sie auf und giessen es über die gefrorenen Johannisbeeren und die Limettenscheiben. Wenn die Saison schon begonnen hat, nehmen Sie natürlich frische Beeren, sonst gehen auch Gefrorene.
- 24 Stunden stehen lassen.
- Anschliessend durch ein Tuch oder ein Sieb abgiessen um die Kerne und Häute zu entfernen. Wer seinen Sirup sehr klar mag (ohne Fruchtrückstände) muss diesen nun nochmals durch ein Tuch filtrieren.
- Jetzt fügen Sie 1 kg Zucker und 2 EL Zitronensäure hinzu und kochen alles miteinander auf.
- Die restlichen Zutaten zugeben. Sprudelnd aufkochen und noch heiss in ausgekochte Flaschen füllen. Mit Wasser oder Mineralwasser aufgiessen und kühl geniessen.
Den Sirup können Sie als Getränk geniessen oder als Fruchtsauce über Desserts geben oder einen Schokokuchen damit tränken.
Ich wünsche Ihnen eine reiche Beeren-Ernte.
Grüess Pascale Treichler
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