Johannisbeeren kaufen
Markus Kobelt
Kaufberater Johannisbeeren
Wer Johannisbeeren kaufen will, entscheidet sich meist relativ früh für eine der Alternativen: rote, weisse oder schwarze Johannisbeeren. Die Schwarzen überzeugen mit ihrer Süße und dem mal stärkeren, mal schwächeren Cassisaroma, natürlich auch mit ihren unerreicht gesunden Inhaltsstoffen. Die roten Johannisbeeren sind optisch schöner – die Trauben mit roten Beeren wirken am Strauch sehr dekorativ –, der Geschmack ist neutraler, aber auch deutlich säurebetonter (außer bei den neuen süssen Sorten). Die weissen Johannisbeeren dagegen wirken durch den Ausfall der Anthocyane, der roten Farbstoffe, meist milder als die roten Schwestersorten.
Hauptfrage: rot, weiß oder schwarz?
Die Reifezeit der Johannisbeeren
Neben der frühen Festlegung auf eine der Johannisbeerarten (schwarz, weiß, rot) kann es eben auch sehr spannend und produktiv sein, ein gemischtes Johannisbeersortiment quer durch Ribes rubrum (rot, weiß) und Ribes nigrum (schwarz) zusammenzustellen. Ein wichtiges Kriterium für die Sortenwahl ist die Reifezeit. Dies gilt, wenn man versuchen möchte, ein möglichst folgerndes Sortiment zusammenzustellen (Vitamine von Juni bis August), oder aber, wenn man der eigenen Ferienzeit ausweichen möchte. Wer will schon Johannisbeeren für die Nachbarn anbauen…
Zweite Hälfte Juni
Erste Hälfte Juli
Zweite Hälfte Juli
August
Welches sind die robustesten Johannisbeersorten?
Johannisbeeren waren und sind eine einfache Obstart: einfach anzubauen, ohne Gerüst, als Einzelpflanzen, allenfalls mit Reihenstruktur. Nichts, was den Gärtner zum Baumeister und Tiefbauer mutieren lässt. Und für diese Einfachheit sollen sie natürlich auch möglichst robust sein – man sollte sie ohne Pflanzenschutz-Sorgen anbauen können.
Generell sind in den letzten 15 Jahren die schwarzen Johannisbeeren sehr robust geworden, eigentlich robuster als der Durchschnitt der roten Johannisbeeren. Das war vor 20 Jahren noch ganz anders, als es keine mehltauresistenten Cassis-Sorten gab. Untenstehend seht ihr die robustesten Trübeli oder Ribisel (wie die Schweizer und Österreicher die Ribes-Bauerngartenklassiker nennen):
Süße Sorten für den Frischgenuss
Auch hier hat sich viel getan. »Süss« war noch vor 20 Jahren ein Fremdwort im Zusammenhang mit Johannisbeeren: Die Roten waren definitionsgemäß sehr sauer, die Schwarzen waren bitter und herb. Hier also die süßesten Sorten – bei den schwarzen Johannisbeeren wirklich sehr süß, bei den roten Johannisbeeren vor allem viel milder als früher, mit definitiv viel weniger Säure:
Kräftige und säuerliche Sorten für Saft, Gelee und Konfitüre
Brauchen wir die sauren Sorten überhaupt noch? Ja – und zwar für herzhafte Mischungen und Chutneys, aber eigentlich für fast alle weiterverarbeiteten Speisen wie Saft, Gelee und Konfitüre. Hier passen Sorten mit starkem Cassisaroma und auch mit einer akzentuierten Säure gut hinein, weil diese Fruchteigenschaften in verarbeiteter Form immer viel milder wirken. Fehlendes Aroma und fehlende Peppigkeit bringt man in eine fertige Konfitüre nicht mehr hinein; aber zu starke Säure kann man jederzeit mit einer Mischfrucht oder mit etwas Zucker mildern. Hier also die sauren und aromakräftigen Sorten:
Die Johannisbeersorten mit dem besten Aroma
Beim Aroma wird es schwieriger. Es darf ja nicht mit dem Geschmack (süß-sauer) verwechselt werden. Gemeint sind eher die typischen Cassisaromen bei schwarzen Johannisbeeren – und das grünlich-herbe Aroma der roten Johannisbeeren.
Die besten Sorten als Stämmchen
Eigentlicher Höhepunkt der Johannisbeer-Gartenkultur sind Johannisbeerstämmchen. Damit wird die Johannisbeere endgültig auch zur Zierpflanze: Hoch über Stauden, Rabatten, wenn möglich auch Rasen oder blauen Vergissmeinnichten thronen die Johannisbeerstämmchen. Sie gewinnen im Sommer an Postur und Aufmerksamkeit, wenn die Früchte plötzlich umfärben und die Krone farbig und sichtbar machen. Übrigens sind die rotblättrigen Johannisbeerstämmchen von Black’n’Red Premiere im September und Oktober wunderschön: Ihr rötliches Braun mit einem metallischen Überton fällt in jedem Garten auf.
Kompakt wachsende Zwergjohannisbeeren für Topfkultur und Kleingarten
Natürlich möchtest du im Kübel auf Balkon und Terrasse keine Johannisbeeren ziehen, die bis 180 cm hoch werden. Gefragt sind hier kompakte Sorten bis 100 cm:
Johannisbeeren mit Zierwert
Neben den Zierjohannisbeeren, die wegen ihrer roten Blüte auch gerne Blutjohannisbeeren genannt werden, gibt es auch klassische Johannisbeersorten, die sehr zierend wirken. Die Stammformen haben wir schon erwähnt, 'Violette'® hat eine auffällig schöne Herbstfärbung, und die Trauben von 'Decorette'® könnten auch bei einem Schmuck- oder Goldschmied designed worden sein (mit roten, rundgeschliffenen Edelsteinen).
Johannisbeeren für Schatten und Halbschatten
Das ist wohl das älteste Vorurteil, das Johannisbeeren im Garten begleitet: Sie seien für den Schatten gemacht. Und wie ebenfalls fast immer ist an diesem Vorurteil etwas dran. Johannisbeeren ertragen den Schatten und Halbschatten tendenziell besser als andere Beerenarten. Bei der Sortenauswahl für den Schatten kann man entsprechend zwei Kriterien berücksichtigen: Einerseits Sorten, die spät reifen und lange hängen gelassen werden können (und damit ein Stück weit die fehlende Zuckerproduktion ausgleichen und die Erntezeit verlängern), andererseits aber auch sehr süsse Sorten, die den Sonnennachteil wenigstens teilweise kompensieren können.
Mein Johannisbeerenvorschlag
Meine persönlichen Johannisbeerempfehlungen orientieren sich am Zucker und am Wuchstyp. Süsse ist schon eine zentrale Errungenschaft der modernen Johannisbeersorten und rettet am Ende diese alten Bauerngartenklassiker vor dem Verschwinden. Sie werden so nämlich noch attraktiver, ohne ihre aromatische Kantigkeit, das Cassisaroma und die typischen grünlichen Johannisbeeraromen zu verlieren.
Und natürlich finde ich kompakte Sorten sehr wertvoll, weil sie für die Johannisbeeren neue Gartenstandorte und Verwendungszwecke erschließen:
Was sind Alternativpflanzen für Johannisbeeren im Garten?
Das macht doch die Johannisbeeren im Garten aus: Eine einfache Kultur, nutzbar, anspruchslos (außer beim Schnitt und bei der starken Düngung). Dazu ein Geschmacks- und Erlebnisspektrum, das eher kantig und auffällig ist. Falls wir mit diesem Profil andere Obstarten suchen, so fallen mir folgende alternative Beerenobstarten für die Liebhaber charaktervoller Früchte ein:
V.l.n.r.: 3 Lubera-Johannisbeeren/Neupflanzung Okt. 2017, Black Marble, Susette und Lisette.
Wer hochwertige Pflanzen sucht, ist bei dieser Gärtnerei sehr gut aufgehoben.
Möchte an der Hecke 6-8 Johannisbeeren pflanzen. Welche ertragreichsten und geschmackvollsten können sie mir empfehlen?
Vielleicht können Sie mir hier weiterhelfen.
Besten Dank im Voraus!
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.