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Kiwibaum

Zu viele Sorten? Zu viel Auswahl?

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Markus Kobelt Dein Berater:
Markus Kobelt

Kaufberater Kiwi

Welche Kiwisorte ist die Richtige für meinen Garten? Wie wähle ich aus der Vielzahl des Angebots den richtigen Kiwibaum für mich aus? Diese Fragen versuchen wir in diesem Einkaufsberater zu klären. Wir zeigen alle Fragen und Antworten auf, aus denen sich die Auswahl der richtigen Kiwisorte ergibt.

Reifezeit: Wann werden welche Kiwi reif?

Das ist die vielleicht wichtigste Frage: Werden Kiwi bei mir im Garten überhaupt reif? Sie werden ja vor allem im Süden, in Italien, Spanien und Südfrankreich sowie in Neuseeland angebaut, können sie bei mir in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz überhaupt reif werden?

Sommerkiwi: Reifezeit ab August

Die frühesten Kiwi sind die Sommerkiwi (botanisch Actinidia kolomikta), sie werden überraschenderweise schon im August reif. Allerdings haben sie sehr kleine Früchte, eher Beeren als Obstfrüchte. Aber die frühe Ernte entschädigt natürlich für vieles, auch das Laub, dass nach einigen Jahren dank der weiss-rosa Streifen einen schönen Ziereffekt bietet.

Minikiwi oder Traubenkiwi: Reifezeit ab Mitte September

Die frühesten Minikiwi oder Traubenkiwi (botanisch Actinidia arguta) werden ab Mitte September reif, sie könne eigentlich fast überall angebaut werden, auch in höheren Lagen. Innerhalb der Sortengruppe reifen 'September Scarlet' und 'Red Jumbo' schon ab Anfang September.

Hier sind unsere grünfruchtigen Typen:

Die rotfruchtigen Minikiwi-Typen sind noch weniger bekannt. Keine Frage, sie sehen nicht nur attraktiv aus, sondern sie sind auch unverschämt gut... 

Zurzeit bieten wir 4 Sorten dieser ungewöhnlichen roten Minikiwis an, wobei eine Sorte, die 'Pink Jumbo' nicht durchgefärbt ist:

Klassische Kiwi: Reifezeit ab Oktober

Schliesslich folgen die grossfruchtigen, auf der Schale behaarten klassischen Kiwi (botanisch Actinidia deliciosa), die man am besten nach dem ersten Frost erntet, wenn die Blätter gefallen sind. Danach können sie eingelagert werden (z.B. in einer Styroporkiste). Die grün-braunen grossen Kiwifrüchte werden portionsweise in die Wohnung und in die Fruchtschale gelegt, wo sie innerhalb von ein paar Tagen nachreifen. Mit einer grossen Kiwpflanze (+ Befruchterpflanze) an der Pergola hat meine kleine 3 köpfige Familie über 10 Jahre lang so viele Kiwi ernten (und nachreifen können), dass wir von Dezember bis April jede Woche Kiwi aus dem eigenen Garten essen konnten, wobei auch Besucher und Nachbarn nicht zu kurz kamen. Die männlichen Befruchter für klassische Kiwi (Hinweis: Solissimo® Renact® ist zwar selbstfruchtbar, aber mit einem männlichen Befruchter ist auch sie ertragreicher. Hm, es geht also tatsächlich ohne, aber mit geht's halt doch besser...):

Winterhärte

Wie kann ich sicherstellen, dass ich möglichst winterharte Kiwisorten kaufe und pflanze?

Minikiwi und Sommerkiwi sind kontinentale Pflanzen und sehr kalte Winter gewohnt. Sie halten in der Winterruhe auch Temperaturen von -25 bis -30°C aus.
Die grossfruchtigen Kiwi sind da deutlich anspruchsvoller, als junge Pflanzen geht ihre Winterhärte bis zu -12°, manchmal auch bis zu -15°C. Wir empfehlen in den ersten Jahren den Stamm und die Haupttriebe über den Winter etwas einzupacken, um sie zum Start zu schützen. Sobald die Hauptäste dicker und älter sind, nimmt auch die Winterhärte zu und es können auch Temperaturen bis -18°C, manchmal sogar noch etwa tiefer ausgehalten werden – wenn auch lieber nicht für lange Zeit.

Allerdings ist die Winterhärte im tiefen Winter nicht das gleiche wie die Winterhärte und Frostresistenz im Spätwinter und im beginnenden Frühling. Die frischen Austriebe aller Kiwipflanzen sind frostempfindlich und sterben bei Frühlingsfrösten ab (treiben aber nachher wieder durch, dann allerdings mit viel weniger oder keinen Blüten). Diese Frühlingsempfindlichkeit ist aufgrund des etwas früheren Austriebs bei den Minikiwi ausgeprägter als bei den etwas später austreibenden klassischen grossfruchtigen Kiwisorten.

Daraus folgt:
In Berglagen und überhaupt bei kalten Wintertemperaturen eher Minikiwi/Traubenkiwi pflanzen, für Regionen und Mikroklimate mit häufigen Frühjahrfrösten vor allem klassische grossfruchige Kiwi kaufen. Natürlich ist es sinnvoll, zusätzlich zur richtigen Sortenwahl Kiwipflanzen zusätzlich gegen allfällige Frühjahrsfröste zu schütten: Durch einen Standort an einer abstrahlenden Wand, über ein darüber gehängtes Tuch, oder aber indem man die ganze Frostnacht hindurch den Rasensprinkler über die Kiwipflanze beregnen lässt. Das an den Trieben gefrierende Wasser gibt Wärme ab, die die Pflanze schützt.

Fruchtgrösse: Gross oder klein, das ist die entscheidende Frage beim Kiwi kaufen

Die grossfruchtigen Kiwi haben nicht nur die grösseren Früchte (genau so gross wie beim Kauf im Supermarkt aus den Plantagen des Südens), sie haben auch die viel grösseren Blätter und brauchen mehr Platz. Als Kletterpflanzen brauchen sie an einer Wand schnell mal 4x4 m, sie können aber auch problemlos mehr Raum füllen oder eine ganze Pergola abdecken.

Die Minikiwi oder Traubenkiwi (nomen est omen) haben kleinere Beerenfrüchte (bis 11 g, 4 cm lang, grossfruchtige Kiwi erreichen 60–90 g), ebenso ein feineres Laubkleid und einen kleineren Platzbedarf. Wenn keine Frühlingsfrostgefahr besteht, kann man sie auch an einem Pfahl oder Doppelpfahl ziehen.

Platzbedarf: Kiwisorten kaufen mit dem kleinsten Platzbedarf

Wie bereits im letzten Abschnitt erwähnt, brauchen die Traubenkiwi deutlich weniger Platz als die grossfruchtigen Kiwi mit den behaarten Früchten. Und natürlich ist es nochmals einfacher, wenn ich nur eine Sorte pflanzen muss, die selbstfruchtbar ist… wie unsere Sorte ‘Super Issai’. Im Minimum reicht damit ein Platz von gut einem Quadratmeter Bodenfläche sowie etwa 2,5–3 m Höhe aus…

Befruchterfrage: Muss ich beim Kiwi-Kauf immer einen Befruchter mitkaufen, also immer zwei Pflanzen kaufen?

Das ist die mit Abstand meistdiskutierte Frage beim Kiwi kaufen… Grundsätzlich sind alle Kiwipflanzen zweihäusig, es braucht also für eine weibliche Fruchtsorte mindestens einen männlichen Befruchter (Maximalabstand 20–30 m). Allerdings kann eine männliche Pflanze bis zu 8 weibliche Pflanzen bestäuben, es gibt also gute Effizienzgründe, gleich mit einem Harem zu starten und in die Plantagenproduktion einzusteigen😉

Allerdings gibt es auch ganz selten selbstfruchtbare Kiwipflanzen. Diese Sorten – ‘Super Issai’ bei den Traubenkiwi und ‘Solo’ oder ‘Solissimo’ bei den grossfruchtigen Kiwi, befruchten sich aber nicht wirklich selber, sondern setzen ohne Befruchtung (also sozusagen jungfräulich) Früchte an. Der Fachbegriff dafür ist »Parthenokarpie«. Diese Parthenokarpie funktioniert aber nicht ganz so zuverlässig (und nicht in jedem Jahr gleich stark) wie die sexuelle Befruchtung.

Die sogenannten selbstfruchtbaren Kiwisorten sollte man wegen ihrer beschränkten Zuverlässigkeit übrigens nur kaufen und pflanzen, wenn bloss Platz für eine Kiwipflanze ist. Auch sind die Früchte der selbstfruchtbaren Sorten deutlich kleiner als die der anderen Kiwisorten. Dabei ist auch zu beachten, dass man männliche Pflanzen auch gut etwas kompakter halten kann. Zuerst nach der Pflanzung sollte man sie frei wachsen lassen. Doch wenn sie zu blühen beginnen, lassen sie sich problemlos begrenzen und schneiden. Eine männliche Befruchtersorte braucht längerfristig nur ca. 30 % des Raums einer fruchttragenden weiblichen Pflanze.

Fruchtfarben: es gibt bei Kiwis mehr als grün...

Grundsätzlich ist das Fruchtfleisch aller Kiwi grün, aber dank Züchtung und Einkreuzung anderer Actinida-Arten sind inzwischen spannende Farbvarianten entstanden. Bei den grossfruchtigen Kiwi gibt es die gelbfruchtige Sorte Minikigold, die etwas süsser schmeckt als die klassische und grünfleischige Kiwi Hayward. Unter den Traubenkiwi sticht die innen und aussen rot eingefärbte Sorte 'Red Jumbo' heraus. 'Red Jumbo' fällt auch mit einem Aroma nach süssen, reifen Trauben auf. Bitte nicht vergessen: Beide Farbvarianten der Kiwi brauchen auch je einen Befruchter, für die gelbe Sorte 'Minkigold' haben wir einen speziellen Befruchter 'Minkimale' selektioniert.

Gelbe, grossfruchtige Kiwis

Rote, kleinfruchtige Traubenkiwis

Ertragseintritt: Welche Kiwisorte trägt am schnellsten Früchte?

Vor allem die klassischen grossfruchtigen Kiwi brauchen Zeit, bis sie zu blühen und zu fruchten beginnen. Das kann zwischen 3 und 7 Jahre dauern. Ganz wichtig dabei: Bitte so wenig wie möglich schneiden, um so die Pflanze auswachsen zu lassen, erwachsen werden zu lassen. Mit einem starken Schnitt wird der junge Kiwibaum laufend wieder in die jugendliche und unfruchtbare Phase zurückgedrängt. Innerhalb der grossfruchtigen Kiwi zeichnet sich 'Kivite' dadurch aus, dass sie tendenziell schneller zu fruchten beginnt als 'Hayward'.

Die Trauben- oder Minikiwi tragen deutlich schneller Früchte, meistens ist es im 2. bis 4. Jahr nach der Pflanzung so weit.

Geschmack: Kiwi kaufen mit dem besten Geschmack?

Über Geschmack und Geschmäcker lässt sich natürlich trefflich streiten. Persönlich schmecken mir die Minikiwi besser als die klassischen Kiwi, sie sind einfach »beeriger« und aromatischer, meist auch süsser. Innerhalb der Minikiwi favorisiere ich geschmacklich 'Fresh Jumbo' und die an Weintrauben erinnernde 'Red Jumbo'

Mein persönlicher Tipp: die besten und einfachsten Kiwi

Genug Platz im Garten

Wenn ich genug Platz habe, eine schöne Wand oder eine ausgedehnte Pergola mein Eigen nenne, dann bevorzuge ich ein klassisches grossfruchtiges Kiwipaar, also entweder 'Hayward' oder 'Kivite' zusammen mit dem Befruchter 'Tomuri'.

Nur wenig Platz

Und bei wenig Platz? Dann entweder die selbstfruchtbare Minikiwisorte 'Super Issai' oder die Kombination von 'Maskulino' mit der rotfleischigen Sorte 'Red Jumbo'. Die beiden können auch je an einen Doppelpfahl mit ca. 100 cm Abstand gepflanzt werden, wobei die männliche Befruchterpfanze 'Maskulino' ab Blühbeginn kleiner gehalten wird, so das schliesslich auch weibliche Fruchttriebe am Pfahl der Befruchterpflanze emporranken können.

Pergola und Wandspalier: Alternativen zu den Kiwipflanzen

Wenn du nicht ganz überzeugt bist von den Kiwipflanzen, dann schau dir doch für die Bepflanzung eines Wandspaliers oder einer Pergola auch die Weinreben an. Insbesondere die starkwachsenden und grossblättrigen Tessinerreben 'Magliasina' und 'Early Campbell' sind für eine Pergola oder ein grosses Spalier geeignet. Ähnlich exotisch und wegen der Blüten noch spektakulärer als Kiwi sind die winterharten Passionsfrüchte. Auch diese Pflanze kann grosse Flächen überwachsen, überwintert aber als Staude, die jedes Frühjahr aus den Wurzeln neu startet.

Oder möchtest du keine Früchte, dafür sensationelle Blüten? Bist du empfindlich auf Wespen, die durch die reifen Früchte angezogen werden? Obwohl du wegen der Wespen bei den Kiwi keine Angst haben musst (bei den Weintrauben natürlich schon), lohnt sich dann ein Blick zu den Kletterpflanzen, insbesondere zum Blauregen (Wisteria).

Rankgerüst und Einzelpfähle: Alternativen zu den Kiwipflanzen

An ein kleineres freistehendes Rankgerüst oder auch an freistehende Einzelpfähle können natürlich viele Arten von Kletterpflanzen gepflanzt werden. Besonders spannend, da fruchttragend sind die Akebia und Schisandra chinensis. Aus dem Obst- und Beeren-Sortiment empfehlen sich alle Sorten Weinreben, dazu Brombeeren und Himbeeren.
Markus Kobelt
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Fragen & Antworten (8)
Frage
10.09.2024 - Kiwibaum
Hallo,
Wir haben eine kiwipflanze geschenkt bekommen, da sie noch nicht geblüht hat, wissen wir nicht, ob weiblich, männlich oder selbstbefruchtend. Macht es Sinn, einfach eine männliche hinzuzupflanzen? Erst dachte ich einen Zwitter hinzuzupflanzen, aber die Selbstbefruchter scheinen ja keine zu sein, wenn ich hier richtig gelesen habe.
Antworten (2)
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Frage
17.06.2010 - Kiwi-Vermehrung
Stecklinge aus Kiwipflanzen wann und wie?
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Frage
07.09.2024 - 3 Traubenkiwi plus Befruchter – das perfekte Quartet
Pflanzt man die 3 dann unmittelbar nebeneinander und muss es eine 'Hauswand/Wand' Sein oder können die Pflanzen auch frei stehen an praller Sonne (Wurzelballen ist beschattet) mit einem Rankgerüst z.B.? Vielen Dank.
Antworten (1)
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