Stachellose Himbeeren (5 Artikel)

Stachellose Himbeeren sind einfacher zu kultivieren: Beim Schnitt, beim Aufbinden und bei der Ernte erleichtert die Stachellosigkeit den Umgang mit den Himbeerpflanzen ungemein.

Weitere wertvolle Informationen über Stachellose Himbeeren...
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Herbsthimbeere Primeberry® Autumn Happy®
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Zwerghimbeere Lowberry® Little Sweet Sister®
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Weitere Informationen über Stachellose Himbeeren

Auch wenn die Stacheln der Himbeeren (ja es sind Stacheln und keine Dornen, siehe den entsprechenden Abschnitt weiter unten) in der Regel bei weitem nicht so gross, stechend und gefährlich sind wie bei den dornigen Brombeeren, zerkratzen sie bei der Haupternte und bei anderen Gartenarbeiten manchmal fast unbemerkt die Haut und man endet mit einem ganz roten und geschwollenem Arm oder im Sommer auch mal mit zerkratzten Beinen. Jedenfalls ist mir das bei der Arbeit in unseren Himbeerzüchtungsanlagen häufig passiert - vor lauter Beerenlust scheint man die Kratzer gar nicht zu spüren.
 

Auswahl stachelloser Himbeersorten im Lubera® Gartenshop

Die drei ersten von Lubera eingeführten stachellosen Sorten decken schon fast alle Bedürfnisse des Hobbygärtners ab: Mit der gelben, oder eher apricotfarbenen  Primeberry® Autumn Amber® steht eine der fruchtbarsten Herbsthimbeeren überhaupt zur Verfügung, die am Haupttrieb fast ab Triebbeginn fruchtende Seitentriebe bildet und so eine nie gesehene Fruchtbarkeit entfaltet. Die rotfrüchtige stachellose Neuheit Primeberry® Malling® Happy zeigt etwas weniger verzweigte Triebe, dafür die grössten Himbeerfrüchte in unserem Sortiment, zumindest zu Erntebeginn Anfang August noch grösser als bei Twotimer® Sugana(S) und von einer unübertroffen eleganten konischen Form, die Malling® Happy auch über die ganze Ernteperiode bis Ende September beibehält. Die Früchte werden dann zwar über 2 Monate etwas kleiner, aber verglichen mit anderen Sorten zur gleichen Zeit sind sie in jedem Falle grösser, ausser bei Twotimer Sugana, die auch spät noch gleich grosse Früchte bringt… Die Zwerghimbeere Lowberry® Little Red Princess ist ebenfalls absolut stachellos; sie ist im Gegensatz zu der nur ganz leicht mit Dornen bzw. Stacheln versetzten Schwestersorte Lowberry® Little Sweet Sister® eher für den Gartenanbau als für den Topf geeignet. Nur ganz wenige, nicht stechende und von daher auch nicht störende Dornen haben (wie gesagt) die Zwerghimbeere Lowberry® Little Sweet Sister® und die kompakt ca. 120-150cm wachsende Garten-Herbsthimbeere Primeberry® Autumn Belle®. In dieser Auswahl lässt sich sicher auch für ihren Garten und für Ihre Terrasse die richtige stachellose Himbeersorte finden, gross- oder kleinwachsend, rotfrüchtig oder gelb-apricot gefärbt.

Weil sich diese Stacheln auch leicht vom Trieb oder von den Blattstielen lösen können und gerade weil sie auch klein sind, bleiben sie manchmal in den Fingerkuppen stecken und führen im Nachgang zu lästigen Entzündungen und langwierigen ‚Operationen‘ mit Pinzette und Schere. Und noch eine Dornenwarnung: Die schwarzen Himbeeren haben die stärksten (und vor allem wiederhakenartig konstruierte) Stacheln unter den Himbeeren, aber auch hier arbeitet die Lubera Züchtung auf dornenlose Sorten hin (siehe den letzten Abschnitt dieser Kategorieeinführung). Ganz allgemein ist die Dornenlosigkeit und auch die Ausprägung mit wenigen und schwachen Dornen ein wichtiges Zuchtziel bei unserer intensiven Züchtungsarbeit mit den Himbeeren – und diese Arbeit hat schon zu einigen wunderbaren dornenlosen Sorten geführt, die Sie hier im Lubera® Gartenshop exklusiv und sozusagen an der Quelle kaufen können.

Vorteile und Verwendung stachelloser Himbeeren

Die Vorteile der stachellosen Himbeeren sind offensichtlich: keine Hautverletzungen mehr und keine lästig in den Fingern stecken bleibenden Mikrostacheln. Damit ergibt sich auch automatisch die ideale Verwendung der stachellosen Himbeersorten: Sie sollten vor allen da eingesetzt werden, wo sie häufiger berührt werden: Am Wegesrand, in der Nähe von Terrassen und Wohnbereichen, selbstverständlich bei der Kultur im Topf auf Balkon und Terrasse. Gerade auch für Kinder sind stachellose oder stachelarme Sorten anzuraten, wenn man sie doch im wahrsten Sinne des Wortes möglichst nahe an die leckersten Früchte der Natur heranführen möchte…

Unterschiede bei der Kultur stachelloser Himbeersorten

Im Grundsatz sehen wir keine Unterschiede zwischen der Kultur stachliger und stachelloser Himbeeren – ausser dass die Kultur bei stachellosen Sorten eben viel einfacher ist… Auch bei den stachellosen Himbeeren gibt es unterschiedliche Anfälligkeiten auf bodenbürtige Krankheiten, Autumn Amber® scheint etwas anfälliger zu sein und liebt eher leichte Böden, Primeberry® Malling® Happy und Lowberry® Little Sweet Sister zeigen eine gute Toleranz gegen bodenbürtige Krankheiten. Immerhin ist aber in Betracht zu ziehen, dass den stachellosen Sorten sozusagen ein äusserer Layer auf den Ruten fehlt. Allenfalls macht es also Sinn, die dornenlosen Himbeeren etwas lockerer zu kultivieren, eventuell auch mal Triebe auszuschneiden, so dass die dornenlose,  unbewehrte Himbeerpflanze während des Aufwuchses gut abtrocknen kann und keine Nekrosen entstehen.

Die Herkunft der Dornenlosigkeit bei Himbeeren

Die Dornenlosigkeit bei Himbeeren ist nicht etwa ‚künstlich‘ von irgendwoher eingeführt worden, sondern stammt aus der Entwicklungsgeschichte der Himbeere selber. Genetisch beruht die Stachellosigkeit meist auf dem rezessive Gen s, das nur homozygot als ss sichtbar wird und sich dann als Stachellosigkeit zeigt. Wieder haben wir also den Fall, dass eine gärtnerisch interessante Eigenschaft (wie zB. auch der Zwergwuchs beim Apfel oder bei der Himbeere) genetisch nur rezessiv (also meist nicht sichtbar) vorhanden ist. Die Erklärung ist eigentlich ganz einfach: In der Evolution fanden und finden Mutationen, kleinere und grössere genetische Veränderungen überall und in allen Richtungen (positiv, negativ, anders) statt, die dann in der Natur auf ihre Überlebensfähigkeit getestet wurden und werden. Die Eigenschaft ‚Stachellosigkeit oder Dornenlosigkeit‘, die dominant war, sich also häufig und leicht auf die Nachkommen übertrug, ist schnell wieder verschwunden, da ja die Widerstandslosigkeit der Himbeertriebe (ohne Stacheln, ohne Dornen) dem Fresstrieb der Herbivoren buchstäblich nichts entgegenzusetzen hatte und so die Himbeerblätter und -triebe wehrlos den hungrigen Tieren des Waldes auslieferte. Hier kommt sicher noch dazu, dass Himbeerblätter durchaus gut schmecken und teilweise einen hohen Zuckergehalt aufweisen. Die Eigenschaft der Stachellosigkeit konnte also nur rezessiv (sozusagen unsichtbar) überleben und kann jetzt züchterisch zum Vorteil des Hobbygärtners und auch der Pflücker- und Pflückerinnen benutzt werden. Eine kleine Ironie bleibt: Was in der Natur, in der Evolution unzweifelhaft negativ war, ist im Garten, in der Kultur ein Segen.

Haben die Himbeeren jetzt Dornen oder Stacheln, sind sie dornenlos oder stachellos?

Diese Frage haben wir uns natürlich auch selber gestellt. Sind die Himbeeren jetzt dornenlos oder stachellos? Dabei greifen wir am besten auf die botanische Definition von Stacheln und Dornen zurück (Link auf Wikipedia): : Stacheln sind äussere Organe, nur von Epidermis und Rindengewebe gebildet, häufig können sie auch leicht abgestreift werden. Dornen dagegen sind zu stechenden Triebteilen umgewandelte andere Sprossorgane, Triebe, Blätter oder Nebenblätter. Sie gehören sozusagen zum Trieb selber und weisen auch dessen Gefässsystem auf.

Aufgrund dieser Definition sind Himbeeren eindeutig stachellos, bzw. ihre stechenden Organe sind Stacheln – und nicht Dornen. Der Begriff der Stachellosigkeit ist also botanisch richtig, auch wenn das Sprachgefühl – zumindest meines - eher zur ‚Dornenlosigkeit‘ der Himbeeren neigen würde.

Die Züchtung dornenloser Himbeersorten bei Lubera

Bei Lubera gehört die Himbeerzüchtung zu den wichtigsten und auch grössten Züchtungsprogrammen. In unserem Partnerzüchtungsprojekt in East Malling (UK, Kent) selektionieren wir alle zwei Jahre die besten Gartensorten aus über 7 000 Sämlingen, und alternierend in den Zwischenjahren kommen nochmals ca. 5000 Sämlinge in unserem Mutterbetrieb in Buchs (CH) dazu. Das grosse Potential dornenloser Sorten und auch die weltweit breiteste und fortgeschrittenste Genetik in Sachen Stachellosigkeit, Virusresistenz , Krankheitsresistenz und Fruchtqualität in East Malling gab vor bald 10 Jahren den Ausschlag für Lubera®, in das englische Züchtungsprojekt als exklusiver Partner für den Hausgartenmarkt einzusteigen. In Buchs verfolgen wir eher die Züchtung von kompakten Himbeersorten, von stabilen, selbst-stehenden Himbeerbüschen und auch von Zwerghimbeeren. Aber selbstverständlich befruchten sich die beiden Programme auch wechselseitig und regelmässig geht Zuchtmaterial aus der Schweiz nach East Malling und umgekehrt: Gemeinsam kommen wir einfach viel schneller vorwärts und verfügen nun, nach bald 10 Jahren intensiver Züchtungsarbeit wohl europaweit über die grösste Pipeline an Himbeersortenkandidaten sowohl für den Hausgartenmarkt als auch für den Erwerbsanbau. Und viele dieser neuen Sorten werden dornenlos sein. So haben wir z.B. im Schweizer Züchtungsprogramm bereits die ersten dornenlosen Purpurhimbeeren erzielt (die ansonsten sehr bösartig-dornig sind); allerding müssen weitere Anbautests zeigen, ob die entsprechenden Sortenkandidaten genug nahe an den Schwarzen Himbeeren sind (vor allem was Farbe und spezieller Geschmack anbelangt) oder ob sie wieder mit schwarzen Himbeeren oder Purpurhimbeeren rückgekreuzt werden müssen, um die Eigenschaften der Schwarzen Himbeeren (ausser eben die Stachligkeit) zu verstärken… Züchtung wie das Gärtnern ganz allgemein braucht Geduld, aber bringt auch Früchte. Manchmal sogar ohne Dornen…oder Stacheln.

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Stachellose Himbeeren (0)

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