Inhaltsverzeichnis
- Ab wann beginnen Tomaten zu blühen und Früchte anzusetzen?
- Tomaten blühen nicht – welche Rolle spielt die Sorte?
- Standort und Kulturbedingungen
- Licht: Ohne Sonne keine reiche Ernte
- Temperatur: Zu kalt oder zu heiss
- Wasserversorgung
- Ausgeizen: Nur bei Stabtomaten sinnvoll
- Nährstoffversorgung
- Zu viel Stickstoff: Viel Laub, wenige Früchte
- Zu wenig Nährstoffe: Der Pflanze fehlt die Energie
- Bestäubung: Warum aus Blüten nicht immer Tomaten werden
- So funktioniert die Bestäubung
- Im Gewächshaus sollte man bei der Bestäubung nachhelfen
- Warum Blüten manchmal abfallen
- Checkliste: Tomaten blühen nicht? Geh die wichtigsten Ursachen Schritt für Schritt durch.
Zusammenfassung
Die Ursachen für eine ausbleibende Blüten- oder Fruchtbildung sind vielfältig und reichen von der Sortenwahl über ungünstige Kulturbedingungen bis hin zu einer unzureichenden Bestäubung. Oft blühen Tomaten nicht, weil Licht, Temperatur oder Nährstoffversorgung nicht optimal sind. Mit einem sonnigen Standort, der richtigen Pflege und einer ausgewogenen Düngung schaffst Du die besten Voraussetzungen für eine reiche Blüte und einen guten Fruchtansatz.
Praxis-Tipps
Sorge für möglichst viel Sonne: Tomaten benötigen mindestens 6–8 Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich. Zu wenig Licht gehört zu den häufigsten Ursachen für eine schwache Blütenbildung und einen geringen Fruchtansatz.
Ausgewogen düngen: Gib Tomaten bereits beim Pflanzen einen Langzeitdünger (z. B. Frutilizer® Volldünger Plus, Frutilizer® 'Natürlich' Schafwollpellets oder bei Topftomaten Frutilizer® Saisondünger Plus). Im Freiland reicht diese Grundversorgung meist für die ganze Saison, während Topftomaten zusätzlich regelmässig mit einem Flüssigdünger wie Frutilizer® Instant Bloom Kübelpflanzendünger nachgedüngt werden sollten.
Im Gewächshaus die Bestäubung unterstützen: Lüfte das Gewächshaus regelmässig und schüttle die Blütenstände an trockenen Vormittagen leicht. So wird der Pollen besser freigesetzt und der Fruchtansatz gefördert.
Ab wann beginnen Tomaten zu blühen und Früchte anzusetzen?
Tomaten blühen nicht ab einer bestimmten Pflanzenhöhe, sondern wenn sie eine bestimmte Entwicklungsstufe erreicht haben. Bei den meisten Stabtomaten erscheint der erste Blütenstand nach dem 7. bis 10. echten Laubblatt, bei manchen Sorten etwas früher oder später. Anschliessend entstehen weitere Blütenstände in der Regel nach jeweils drei neuen Blättern. Wie schnell dieser Entwicklungsstand erreicht wird, hängt vor allem von Temperatur, Licht und Sorte ab. Je nach Sorte beginnt die Blüte früher oder später. Nach erfolgreicher Bestäubung benötigen die Früchte – wiederum je nach Sorte – noch mehrere Wochen bis zur Erntereife.
Tomaten blühen nicht – welche Rolle spielt die Sorte?
Nicht jede Tomatensorte beginnt gleich früh zu blühen oder setzt gleich viele Früchte an. Deshalb ist ein später Fruchtansatz nicht automatisch ein Zeichen für einen Pflegefehler.
Auch zwischen den einzelnen Sorten gibt es deutliche Unterschiede. Manche setzen bereits früh und zuverlässig Früchte an, während andere ihr Ertragspotenzial erst im Hochsommer ausschöpfen. In Regionen mit kurzen oder kühlen Sommern kann sich der Fruchtansatz deshalb zusätzlich verzögern.
Kleinfrüchtige Tomaten bilden meist früher Blüten und Früchte als grossfrüchtige Sorten. Letztere investieren zunächst mehr Energie in das Wachstum, bevor sie ihre grossen Früchte entwickeln. Deshalb beginnt die Ernte bei ihnen häufig später.
Bild: Grossfrüchtige Sorten wie die Heirloom-Tomate 'Black Beauty' beginnen etwas später zu blühen und fruchten.
Auch die Wuchsform spielt eine Rolle: Buschtomaten beginnen häufig etwas früher mit der Blüten- und Fruchtbildung und tragen ihre Ernte innerhalb eines kürzeren Zeitraums. Stabtomaten wachsen dagegen die ganze Saison weiter und bilden fortlaufend neue Blütenstände und Früchte.
Tipp: Für den Anbau im Freiland eignen sich die robusten Lubera OpenSky® Tomaten besonders gut, da sie auch unter ungünstigen Witterungsbedingungen zuverlässig Blüten und Früchte bilden.
Standort und Kulturbedingungen
Tomaten blühen nicht, wenn Licht, Temperatur oder andere Kulturbedingungen über längere Zeit ungünstig sind. Neben der Sorte beeinflussen vor allem Standort und Kulturführung, wie viele Blüten und Früchte eine Tomatenpflanze bildet. Licht, Temperatur, Wasserversorgung und eine gute Luftzirkulation wirken sich direkt auf die Blütenbildung und den Fruchtansatz aus.
Licht: Ohne Sonne keine reiche Ernte
Tomaten gehören zu den sonnenhungrigsten Gemüsepflanzen. Erhalten sie zu wenig Licht, bilden sie weniger Blüten und die vorhandenen Früchte entwickeln sich langsamer.
Häufige Ursachen für Lichtmangel sind:
- ein zu schattiger Standort
- zu dicht gepflanzte Tomaten
- nicht ausgegeizte Stabtomaten mit einem zu dichten Blätterdach
Besonders im unteren Bereich der Pflanze können Blüten und junge Früchte unter einem dichten Blätterdach verschwinden. Sie erhalten weniger Licht und trocknen nach Regen oder Bewässerung schlechter ab, wodurch gleichzeitig das Risiko für Pilzkrankheiten steigt. Daher ist es empfehlenswert, die untersten Blätter zu entfernen.
Achte deshalb auf einen sonnigen Standort und genügend Pflanzabstand, damit Licht und Luft alle Blütenstände erreichen.
Temperatur: Zu kalt oder zu heiss
Tomaten sind wärmeliebende Pflanzen. Liegen die Temperaturen über längere Zeit unter etwa 12 bis 15 °C, verlangsamen sich Wachstum und Blütenbildung deutlich. Besonders kalte Nächte im Frühjahr oder Frühsommer können den Fruchtansatz um mehrere Wochen verzögern.
Auch grosse Hitze kann problematisch sein. Steigen die Temperaturen tagsüber über 30 bis 35 °C, verliert der Pollen an Vitalität und die Blüten werden schlechter befruchtet. Die Folge: Die Blüten welken und fallen ab, ohne Früchte zu bilden.
Wasserversorgung
Gut eingewurzelte Tomaten kommen im Freiland mit einem zwischenzeitlich abtrocknenden Boden in der Regel gut zurecht. Problematisch wird es erst bei länger anhaltendem Trockenstress. Dann können die Pflanzen Blüten oder junge Fruchtansätze abwerfen.
Anders sieht es bei Tomaten im Topf aus. Sie verfügen nur über ein begrenztes Substratvolumen und trocknen an warmen Sommertagen deutlich schneller aus. Je kleiner das Gefäss, desto schneller geraten die Pflanzen in Trockenstress und Nährstoffmangel. Wähle deshalb möglichst grosse Töpfe, damit Wasser und Nährstoffe gleichmässiger zur Verfügung stehen. Kontrolliere die Feuchtigkeit des Substrats regelmässig und giesse bei Bedarf durchdringend. Staunässe muss unbedingt vermieden werden. Da Nährstoffe im Topf schneller ausgewaschen werden, profitieren Topftomaten ausserdem von einer regelmässigen Düngung, beispielsweise mit dem Frutilizer® Instant Bloom Kübelpflanzendünger.
Bild: Eine regelmässige Versorgung mit Wasser und Dünger ist essenziell für Tomaten im Topf wie diese Hängetomate 'Tumbling Bella'.
Ausgeizen: Nur bei Stabtomaten sinnvoll
Stabtomaten besitzen einen indeterminierten Wuchs. Das bedeutet, dass der Haupttrieb die ganze Saison weiterwächst und fortlaufend neue Blätter, Blütenstände und Früchte bildet. Gleichzeitig entstehen in den Blattachseln laufend Geiztriebe, die ebenfalls weiterwachsen würden.
Buschtomaten wachsen dagegen determiniert. Ihr Haupttrieb endet nach einigen Blütenständen mit einem Blütenstand und stellt das Längenwachstum ein. Die Pflanze wächst danach kaum noch weiter und konzentriert sich auf die Entwicklung und Reife der vorhandenen Früchte. Da Buschtomaten keine fortlaufend wachsenden Haupttriebe bilden, sollten sie nicht ausgegeizt werden.
Bei Stabtomaten sollten Geiztriebe dagegen regelmässig entfernt werden. Andernfalls entwickelt die Pflanze zahlreiche zusätzliche Triebe und Blätter. Dadurch investiert sie einen grösseren Teil ihrer Energie in das vegetative Wachstum und weniger in die Blüten- und Fruchtbildung. Zudem beschatten sich die zahlreichen Triebe gegenseitig, sodass weniger Licht an die Blütenstände gelangt. Das dichte Laub verschlechtert ausserdem die Durchlüftung der Pflanze und erhöht die Luftfeuchtigkeit im Bestand. Dadurch werden Pilzkrankheiten wie die Kraut- und Braunfäule begünstigt.
In unserem Artikel «Determinierte vs. indeterminierte Tomatensorten - die unterschiedlichen Wuchstypen der Tomaten» findest du weitere Informationen.
Bild: Indeterminierte Tomatensorten (links) werden ausgegeizt, determinierte Tomaten (rechts) nicht.
Ein zu starker Rückschnitt ist jedoch ebenfalls ungünstig. Werden auf einmal viele Blätter oder Triebe entfernt, gerät die Pflanze unter Stress und kann die Blüten- und Fruchtentwicklung vorübergehend verlangsamen. Entferne Geiztriebe deshalb regelmässig, solange sie noch klein sind.
Nährstoffversorgung
Tomaten blühen nicht, wenn die Nährstoffversorgung aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Ernährung: Zu viel oder zu wenig Nährstoffe
Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist entscheidend für eine reiche Blüte und einen guten Fruchtansatz. Tomaten gehören zwar zu den Starkzehrern, doch sowohl eine Überversorgung als auch ein Nährstoffmangel können dazu führen, dass sie nur wenige Blüten und Früchte bilden.
Zu viel Stickstoff: Viel Laub, wenige Früchte
Stickstoff fördert das Wachstum von Blättern und Trieben. Erhält die Pflanze jedoch zu viel davon, investiert sie ihre Energie vor allem in das vegetative Wachstum. Die Blütenbildung bleibt zurück und der Fruchtansatz verzögert sich.
Typische Anzeichen:
- kräftiges, dunkelgrünes Laub
- dicke, saftige Triebe
- üppiges Wachstum
- wenige Blüten oder Blütenstände
- verzögerter Fruchtansatz
Was hilft?
Reduziere die Stickstoffzufuhr und verwende stattdessen einen Dünger mit einem höheren Kalium- und Phosphoranteil, beispielsweise den Frutilizer® Instant Bloom Kübelpflanzendünger. Kalium unterstützt die Blüten- und Fruchtbildung, Phosphor fördert die Blütenentwicklung. Anschliessend ist etwas Geduld gefragt, denn die Pflanze stellt ihren Stoffwechsel nicht sofort um.
Zu wenig Nährstoffe: Der Pflanze fehlt die Energie
Auch ein Nährstoffmangel kann dazu führen, dass Tomaten nur wenige Blüten bilden oder Blüten und junge Früchte wieder abwerfen. Fehlen wichtige Nährstoffe, fehlt der Pflanze die Energie für Wachstum, Blütenbildung und Fruchtentwicklung.
Typische Anzeichen:
- schwaches Wachstum
- kleine und/oder blassgrüne bis vergilbende Blätter
- wenige Blütenstände
- Blüten oder junge Früchte werden abgestossen
Bild: Fehlen wichtige Nährstoffe, bilden Tomaten weniger Blüten und werfen häufig junge Früchte oder Blüten ab.
Für einen guten Fruchtansatz benötigen Tomaten vor allem Kalium und Phosphor. Kalium fördert die Fruchtentwicklung und stärkt die Pflanzen. Phosphor unterstützt die Blütenbildung und den Energiehaushalt.
Weitere Informationen zur Nährstoffversorgung von Tomaten findest du in unserem Artikel «Tomaten düngen, dann klappt's auch mit der Ernte».
Bestäubung: Warum aus Blüten nicht immer Tomaten werden
Tomaten blühen nicht oder setzen trotz Blüten keine Früchte an? Dann lohnt sich ein Blick auf die Bestäubung. Wenn Tomaten zwar reich blühen, aber nur wenige Früchte ansetzen, liegt das Problem häufig nicht an der Blütenbildung selbst, sondern an einer unzureichenden Bestäubung. Denn nur erfolgreich bestäubte Blüten entwickeln sich zu Früchten.
So funktioniert die Bestäubung
Tomaten sind Selbstbestäuber. Jede Blüte besitzt sowohl männliche als auch weibliche Blütenorgane und kann sich grundsätzlich selbst befruchten. Damit sich eine Frucht entwickelt, muss der Pollen jedoch zunächst aus den Staubbeuteln gelöst und auf die Narbe der Blüte übertragen werden.
Im Freiland übernehmen Wind und Hummeln diese Aufgabe. Schon leichte Luftbewegungen bringen die Blüten zum Schwingen und lösen den Pollen aus den Staubbeuteln. Hummeln verstärken diesen Effekt durch die sogenannte Vibrations- oder Buzz-Pollination. Dabei versetzen sie die Blüten in Schwingung, sodass grosse Mengen Pollen freigesetzt werden und die Bestäubung besonders zuverlässig erfolgt.
Bild: Hummeln bestäuben Tomaten durch Vibrationsbestäubung.
Im Gewächshaus sollte man bei der Bestäubung nachhelfen
Im Gewächshaus fehlen oft Wind und bestäubende Insekten. Gleichzeitig kann eine hohe Luftfeuchtigkeit dazu führen, dass der Pollen verklumpt und sich schlechter aus den Staubbeuteln löst. Deshalb setzen Tomaten dort trotz zahlreicher Blüten manchmal nur wenige Früchte an.
Mit einfachen Massnahmen kannst du die Bestäubung unterstützen:
- Die Pflanzen oder Blütenstände leicht schütteln, idealerweise am späten Vormittag, wenn der Pollen besonders gut rieselt.
- Alternativ kannst Du eine elektrische Zahnbürste kurz an den Blütenstand halten. Die Vibrationen ahmen den Flügelschlag einer Hummel nach und lösen den Pollen zuverlässig aus den Staubbeuteln.
- Regelmässig lüften, damit die Luftfeuchtigkeit sinkt und der Pollen trocken bleibt.
Bild: Eine elektrische Zahnbürste erzeugt Vibrationen, die den Fruchtansatz fördern.
Warum Blüten manchmal abfallen
Fallen Tomatenblüten ab, ist das meist ein Symptom und keine eigenständige Ursache. Häufig wurden die Blüten nicht erfolgreich bestäubt, sodass sich keine Früchte entwickeln konnten. Daneben können auch ungünstige Kulturbedingungen wie anhaltende Hitze, länger anhaltender Trockenstress oder ein Nährstoffungleichgewicht dazu führen, dass die Pflanze Blüten oder junge Fruchtansätze abwirft.
Einzelne abgefallene Blüten sind bei Tomaten völlig normal und kein Grund zur Sorge. Erst wenn über längere Zeit kaum Früchte angesetzt werden, solltest Du die Kulturbedingungen – insbesondere Temperatur, Wasserversorgung, Düngung und Bestäubung – genauer überprüfen.
Checkliste: Tomaten blühen nicht? Geh die wichtigsten Ursachen Schritt für Schritt durch.
- Sorte prüfen: Früh- oder spätreifende, klein- oder grossfrüchtige Sorte?
- Standort kontrollieren: Mindestens 6–8 Stunden Sonne täglich?
- Düngung prüfen: Zu viel Stickstoff oder Nährstoffmangel?
- Wasserversorgung prüfen: Gleichmässig feucht, ohne Trockenstress oder Staunässe?
- Temperaturen prüfen: Kühle Nächte oder anhaltende Hitze?
- Bestäubung unterstützen: Wind, Hummeln oder leichtes Schütteln der Pflanzen?
- Pflanzenpflege überprüfen: Nicht zu viele Geiztriebe bei Stabtomaten, kein zu starker Rückschnitt?
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.