Wildrose Hundsrose
Rosa canina - Heimische Wildrose mit zarten Blüten und essbaren Hagebutten
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Breite: 140cm - 2m
Deutscher Name: Hundsrose, Hunds-Rose
Familie: Rosaceae – Rosengewächse
Gattung: Rosa
Erstbeschreibung: Carl von Linné, 1753 in Species Plantarum
Herkunft/Verbreitung: heimisch von Madeira und Nordwestafrika über Europa bis Zentralasien und Pakistan, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz
Lebensform: sommergrüner, kräftiger Strauch
Wuchs: aufrecht bis bogig überhängend, lange Triebe können sich in Nachbargehölze einhängen
Wuchshöhe: meist bis etwa 3 m, unter günstigen Bedingungen 2,5–4 m und kletternd auch höher
Wuchsbreite: etwa 1,5–2,5 m
Stacheln: kräftig, typischerweise hakig gekrümmt mit breiter Basis
Blätter: unpaarig gefiedert, meist 5–7 Blättchen
Blüte: einfach, fünf Kronblätter, offene gelbe Staubgefässe
Blütenfarbe: meist hellrosa, gelegentlich nahezu weiss
Blütengrösse: etwa 5 cm
Duft: leicht bis angenehm duftend
Blütezeit: Frühsommer, etwa Mai/Juni bis Juli
Blühverhalten: einmalblühend
Früchte: eiförmige bis längliche rote Hagebutten
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: sehr anpassungsfähig; Kalk, Ton, Lehm und Sand möglich, bevorzugt gut durchlässig
Typische natürliche Standorte: Hecken, Gebüsche, Waldränder
Winterhärte: sehr gut
Kübel: langfristig nicht empfehlenswert
Verwendung: Wildhecke, Vogelschutzhecke, Naturgarten, Landschaftspflanzung, Böschung, Wildrosengarten und Hagebuttengewinnung
Die Hundsrose (Rosa canina) ist eine heimische Wildrose und gehört zu den wichtigsten Rosenarten unserer Landschaft. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Europa und Nordwestafrika bis nach Zentralasien und Pakistan.
Anders als viele Gartenrosen versucht sie nicht, mit riesigen gefüllten Blüten zu beeindrucken. Ihre etwa 5 cm grossen, einfachen Blüten öffnen sich im Frühsommer in zartem Rosa bis fast Weiss und zeigen ihre zahlreichen goldgelben Staubgefässe völlig frei. Gerade das macht sie ökologisch wertvoll: Pollen sammelnde Insekten können die Staubgefässe ohne Barriere erreichen. Die RHS beschreibt die Blüten zudem als duftend.
Nach der Blüte beginnt ihr zweiter grosser Auftritt. Im Spätsommer und Herbst reifen die länglich-eiförmigen roten Hagebutten. Damit wird Rosa canina von der Frühlings- und Frühsommerblüherin zum Fruchtgehölz und gleichzeitig zu einer wertvollen Strukturpflanze für naturnahe Hecken.
Eine Rose, die auch klettern kann
Die Hundsrose wächst kräftig und zunächst aufrecht, bildet später jedoch lange, bogenförmig überhängende Triebe. Als Grössenrahmen gelten etwa 2,5–4 m Höhe und 1,5–2,5 m Breite.
Dabei klettert sie natürlich nicht wie eine Clematis mit eigenen Haftorganen. Ihre langen, mit kräftigen hakig gebogenen Stacheln besetzten Triebe verhaken sich in benachbarten Sträuchern und Gehölzen. Genau diese Wuchsstrategie macht sie in einer Wildhecke so erfolgreich.
Standort und Boden
Rosa canina ist ausgesprochen unkompliziert. Sie wächst in Sonne bis Halbschatten und kommt mit Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandböden zurecht. Sie gilt als tolerant gegenüber weniger nährstoffreichen Böden und sogar gegenüber nordseitigen Standorten. Optimal ist dennoch ein mässig nährstoffreicher, humoser und gut durchlässiger Boden.
Haltung im Kübel
Für eine dauerhafte Kübelkultur würde ich die Hundsrose nicht empfehlen. Sie entwickelt langfristig einen grossen, kräftigen Strauch mit langen Trieben und kommt im Gartenboden wesentlich besser zur Geltung.
Soll sie für einige Jahre im Gefäss wachsen, braucht sie einen grossen und tiefen Kübel. Für Balkon und kleine Terrasse gibt es aber deutlich besser geeignete Rosen.
Düngen und Giessen
Die Hundsrose ist deutlich genügsamer als viele moderne Gartenrosen. Auf normalen Gartenböden reicht im Frühjahr meist etwas Kompost oder eine moderate organische Düngung.
Frisch gepflanzte Sträucher sollten bei Trockenheit gegossen werden. Gut eingewachsene Pflanzen kommen mit zeitweiliger Trockenheit deutlich besser zurecht. Überdüngung ist eher kontraproduktiv, weil sie unnötig weiches Triebwachstum fördert.
Schneiden
Rosa canina braucht keinen jährlichen starken Rosenschnitt. Wer sie als naturnahen Strauch wachsen lässt, entfernt im Frühjahr lediglich abgestorbene, beschädigte oder störende Triebe.
Zu gross gewordene Pflanzen können durch das bodennahe Entfernen einzelner alter Grundtriebe verjüngt werden. Soll die Rose Hagebutten bilden, werden die verblühten Blüten selbstverständlich nicht ausgeputzt.
In einer Wildhecke kann man die Hundsrose wesentlich freier wachsen lassen als eine Gartenrose. Gerade die langen, bogigen Triebe sorgen dort für Deckung und Struktur.
Hagebutten – schön und nutzbar
Die roten Hagebutten sind nicht nur dekorativ. Das Fruchtfleisch von Wildrosen wird traditionell für Hagebuttenmus, Konfitüren, Tee und andere Lebensmittel verwendet. Bei der Verarbeitung müssen die im Inneren liegenden Samen mit ihren feinen Härchen entfernt beziehungsweise sorgfältig ausgesiebt werden.
Für die Gartenwirkung lohnt es sich aber durchaus, einen Teil der Früchte hängen zu lassen. So bleibt der Strauch auch nach der Blüte attraktiv.
Schöne Begleitstauden und Clematis
In einem naturnahen Garten passen zur Hundsrose weniger förmliche Rosenbegleiter als robuste heimische oder naturnah wirkende Stauden. Schön sind etwa Glockenblumen (Campanula), Wiesen-Flockenblumen (Centaurea) und Gräser.
Bei Clematis würde ich ebenfalls einen natürlichen Charakter wählen. Eine Clematis viticella kann sich locker durch eine grössere Hundsrose ziehen, sofern sie genügend Licht bekommt. Sehr schön ist beispielsweise Clematis viticella 'Etoile Violette'. In wirklich naturnahen Pflanzungen ist aber auch die heimische Gewöhnliche Waldrebe (Clematis vitalba) denkbar – allerdings nur dort, wo reichlich Platz vorhanden ist, denn sie kann ausgesprochen wüchsig werden.
Schöne Begleitgehölze
Besonders überzeugend wirkt Rosa canina in einer gemischten Wildhecke zusammen mit Schlehe (Prunus spinosa), Kornelkirsche (Cornus mas) oder Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus). Dadurch entsteht nicht nur eine abwechslungsreiche Blüte, sondern über das Jahr hinweg auch ein reiches Angebot an Früchten und Rückzugsräumen.
Habebutten verwerten
Wir würden gerne eine Wildrosenhecke (ca. 4 Meter lang, 1 Meter tief und ca. 1-1,5 Meter hoch) im Schatten pflanzen. Wenn möglich würden wir gerne ohne Wurzelsperre auskommen.
Welche Wildrosen eignen sich hierfür und wieviel braucht man ungefähr? Und wenn die Hundsrose die beste Wahl wäre- wie tief und breit müsste die Wurzelsperre sein?
Vielen Dank für Ihre Antwort!
Ich würde gerne in meinem Garten einen pflanzlichen Sichtschutz erstellen. Nun haben wir in circa 1 1/2 Meter Tiefe unsere Tiefgarage. Ist es möglich eine Hagebutte oberhalb zu pflanzen oder wäre das Wurzelwerk ein Problem?
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