Rose 'Apothekerrose'
Essigrose, Rosa gallica 'Officinalis', karminrote, stark duftende historische Rose
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Breite: 80cm - 100cm
Botanisch ebenfalls gebräuchlich: Rosa gallica var. officinalis
Deutsche Namen: Apothekerrose, Essigrose, Provinsrose
Herkunft: alte europäische Kulturform von Rosa gallica
Züchter: unbekannt
Entstehungszeit: unbekannt; spätestens seit etwa 1300/1310 kultiviert
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Rosengruppe: Gallica-Rose / historische Rose
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: humos und durchlässig; ausgesprochen tolerant gegenüber unterschiedlichen Böden
Blüte: halbgefüllt, weit geöffnet, mit auffälligen goldgelben Staubgefässen
Blütenfarbe: kräftiges Rosakarmesin
Blütengrösse: bis etwa 8 cm
Duft: stark und klassisch rosenartig
Blütezeit: etwa Juni
Blühverhalten: einmalblühend
Früchte: kleine, ovale orange- bis orangerote Hagebutten
Wuchs: kompakt, dichtbuschig, aufrecht; auf eigener Wurzel ausläuferbildend
Wuchshöhe: meist etwa 80–100 cm
Wuchsbreite: etwa 80–100 cm; über Ausläufer langfristig breiter werdend
Laub: mattes grau- bis dunkelgrünes Laub
Winterhärte: ausgezeichnet
Verwendung: historischer Rosengarten, Bauerngarten, Duftgarten, Naturgarten, niedrige Hecke, Solitär, Gruppe, grosser Kübel und Schnitt
Die Apothekerrose, Rosa gallica 'Officinalis', ist keine Rose mit einem bekannten Züchter und Einführungsjahr im modernen Sinn. Sie ist eine uralte Kulturform der in Mittel- und Südeuropa heimischen Essigrose (Rosa gallica). Sicher nachweisbar ist sie spätestens seit dem frühen 14. Jahrhundert; die RHS datiert sie auf vor beziehungsweise um 1310. Damit gehört sie zu den ältesten Rosen, die wir heute noch nahezu unverändert in unseren Gärten kultivieren.
Ihre Blüten zeigen, wie wenig eine Rose für grosse Wirkung eigentlich braucht. Sie sind nur halbgefüllt, etwa 8 cm gross und leuchten in einem intensiven Rosakarmesin bis kräftigen Purpurrosa. In der geöffneten Blüte bleiben die zahlreichen goldgelben Staubgefässe sichtbar. Zusammen mit dem eher matten graugrünen Laub entsteht ein völlig anderes Bild als bei modernen dichtgefüllten Rosen – natürlich, kräftig und ausgesprochen charaktervoll.
Dazu kommt ein intensiver klassischer Rosenduft. Genau dieser Duft war über Jahrhunderte wichtiger als eine möglichst lange Blütezeit. 'Officinalis' wurde in grossem Umfang als Nutzrose angebaut; ihre Blütenblätter dienten unter anderem zur Herstellung von Rosenpräparaten, Duftstoffen und kulinarischen Erzeugnissen. Besonders berühmt wurde der Anbau rund um die französische Stadt Provins, weshalb die Apothekerrose auch Provinsrose genannt wird.
Wuchs der Rosa gallica 'Officinalis'
Ähnlich wie ihre Verwandten wächst auch die Rosa gallica Officinalis eher kompakt, buschig und leicht überhängend. Die dunkelgrünen, breit elliptischen Blätter zeichnen sich durch eine besonders hohe Blattgesundheit aus, auf der Unterseite sind sie etwas heller. Auffällig und damit für den modernen naturnahen Garten besonders geeignet macht sie ihre sehr gute Gesundheit. Mehltau und Rosenrost findet man an einem sonnigen Standort nie an dieser Rose.
Die Blüte der Apotheker Rose
Die Apotheker-Rose blüht zwischen Juni und Juli sie gehört also zu den alten historischen Rosen, die nur einmal im Hochsommer blüht, dafür aber aus den Blüten ausgiebig Hagebutten entwickelt. In diesem Zeitraum zeigen sich die bis zu 7 cm grossen halbgefüllten Blüten mit ihren leuchtend karminrot bis magentafarbenen Blütenblättern. Typisch für diese Rose sind auch die goldgelben Staubgefässe in der Mitte, die einen schönen farblichen Kontrast zu den Blütenblättern bilden.
Der Duft der Apothekerrose
Dank ihres hohen Gehalts an ätherischen Ölen duftet die Apothekerrose besonders stark und eignet sich hervorragend zur Gewinnung von Rosenwasser und Rosenöl. Genau dafür wurde sie auch seit dem Mittelalter angebaut.
Die Apothekerrose als essbare Rose und als Heilrose
Natürlich gibt es einen triftigen Grund für den Namen Apothekerrose, Rosa officinalis. Diese Rose wurde und wird intensiv in der volksmedizinischen Praxis angewendet. Wasser mit Rosenblättern kann als Mundspülung dienen und entzündungshemmend wirken. Die Blütenblätter sind essbar, dienen als Dekoration zu Süssspeisen oder können auch zu Rosenbutter und anderen Leckereien verarbeitet werden – umso mehr, da bei dieser superrobusten Rose kein Spritzmittel eingesetzt werden muss.
Nach der Blütezeit, etwa ab September, zeigen sich die grossen dunkelroten Hagebutten, die zum Verzehr geeignet sind. Sie können für Vitamin C-reiche Konfitüren verwendet werden.
Apothekerrose pflanzen: Optimaler Boden und Standort
Im Vergleich zu anderen Strauchrosen sind Apotheker-Rosen relativ genügsam und anspruchslos, wenn es um die Wahl des Standorts oder Bodens geht. Diese Rose ist zwar schattenverträglich, bevorzugt jedoch einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden sollte kiesig bis lehmig und mittelschwer sein. Staunässe verträgt sie ebenso wenig wie andere Rosen. Darüber hinaus ist sie bei der Wahl des Bodens jedoch sehr flexibel und anpassungsfähig.
Rosa gallica ‘Officinalis’: Pflege
Die Apothekerrose ist eine sehr genügsame Pflanze, die wenig Arbeit macht. Kompostgaben vor Beginn der Blütezeit helfen ihr, schöne, üppige Blüten auszubilden. Die Rosa gallica Officinalis mag es trocken bis feucht und benötigt daher meist keine Wassergaben. Wenn es vor Beginn der Blütezeit jedoch zu trocken oder heiss ist, kann es nicht schaden, die Rosen zu giessen.
Die Apothekerrose schneiden
Da die Rosa gallica 'Officinalis' zu den einmal blühenden Rosen gehört und neue Blüten nur am mehrjährigen Holz bilden kann, ist ein grösserer Schnitt nicht zu empfehlen. Ab dem dritten oder vierten Standjahr ist jedoch ein extensiver Schnitt angezeigt. Beachten Sie dabei folgende Tipps:
- Höhe um ca. 30% zurückschneiden, um die Triebe zu stabilisieren und den breiten Wuchs etwas schmaler zu machen
- Ab dem 3. oder 4. Standjahr jedes Jahr einen der ältesten und dicksten Triebe ganz entfernen, um den Aufwuchs von neuen Basistrieben zu ermöglichen und so den Rosenstrauch frisch und wüchsig zu erhalten.
Verwendungsmöglichkeiten der Apotheker-Rose im Garten
Die Apothekerrose ist sehr vielseitig. Sie kann sowohl im Kübel als auch im Beet überzeugen. Sie kommt sowohl als Einzelpflanze als auch in der Gruppenbepflanzung sehr schön zur Geltung. Dank ihres buschigen Wuchses kann sie auch als Hecke dienen. Darüber hinaus ist sie eine wichtige, alte Heilpflanze. Besonders ihre Blüten und Früchte kommen in der Naturmedizin zum Einsatz.
Naturnahe Rose und Bienenrose
Die goldgelb leuchtenden und offen zugänglichen Staubgefässe sind eine beliebte Bienenweide und locken auch andere Insekten an. Auch die grossen und fleischigen Hagebutten dienen im Winter der Gartentierwelt und den Vögeln als willkommene Nahrung
Ist die Apothekerrose anfällig für Schädlinge & Krankheiten?
Traditionell sind historische Rosen wie die Rosa gallica Officinalis sehr widerstandsfähig und robust. Im Vergleich zu modernen Sorten ist sie weniger anfällig für typische Rosenkrankheiten, wie zum Beispiel Sternrusstau oder Mehltau.
Schöne Begleitstauden
Zu dieser historischen Rose passen Pflanzen, die ebenfalls etwas Natürliches und Ungezwungenes besitzen: Frauenmantel (Alchemilla mollis), Storchschnabel (Geranium), Katzenminze (Nepeta), Glockenblumen (Campanula), und Fingerhut (Digitalis).
Schöne Begleitrosen
Wer einen historischen Rosengarten gestalten möchte, kann 'Officinalis' mit anderen Gallica-Rosen wie 'Charles de Mills', 'Tuscany Superb' oder 'Cardinal de Richelieu' kombinieren.
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Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
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