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Zusammenfassung
Wenn Salat schießt, bildet er vorzeitig Blüten, anstatt weiter zarte Blätter zu wachsen. Das passiert meist bei hohen Temperaturen über 20 °C, langen Tagen und Trockenheit. Dann steckt die Pflanze ihre Energie in die Samenbildung, die Blätter werden bitter und zäh. Um das zu vermeiden, sollte man schossfeste Sorten wählen und auf gleichmäßige Wasserversorgung achten. Für den Sommer eignen sich Sorten wie 'Kagraner Sommer', 'Mona', 'Saladin' oder Batavia- und Romana-Salate. Ist der Salat bereits geschossen, kann man die letzten Blätter noch ernten, sollte das Beet aber neu bepflanzen. Schießender Salat ist nicht giftig, schmeckt jedoch kaum noch gut.
Praxis-Tipps
Schatten und Feuchtigkeit: Salat an halbschattigen Orten pflanzen und gleichmäßig feucht halten – Trockenstress fördert das Schießen.
Richtige Sorten wählen: Im Sommer nur schossfeste Sorten wie 'Kagraner Sommer', 'Saladin' oder 'Batavia' anbauen.
Kühle Aussaat: Saatgut in den frühen Morgen- oder Abendstunden aussäen oder vor der Aussaat kurz im Kühlschrank vorkühlen – das verbessert die Keimung bei Hitze.
Salate schießen
Man spricht beim Salat und anderem Blattgemüse vom „Schießen“, wenn die Pflanze vorzeitig in Blüte geht, bevor sie einen kompakten Kopf bildet, den du ernten kannst. Gewünscht ist eine dichte Rosette aus großen, zarten Blättern mit aromatischem milden Geschmack. Aber dann schießt stattdessen innerhalb von Tagen ein Blütenstängel aus dem Boden und es werden keine weiteren Blätter gebildet. Statt sich auf die Bildung neuer, zarter Blätter zu konzentriert, steckt die Pflanze plötzlich ihre ganze Energie in die Samenproduktion. Für die Pflanze ist das ein ganz normaler Schritt, für uns Gärtnerinnen und Gärtner jedoch eher ärgerlich, denn die Blätter verlieren an Qualität. Sie werden zäh, schmecken bitter und sind für den Sommersalat kaum noch zu gebrauchen. Ungesund ist das zwar nicht, aber lecker leider auch nicht mehr – höchstens ein paar junge Blätter lassen sich noch ernten, bevor man die Pflanze entweder entfernt oder für die Samenbildung stehen lässt.
Ursachen für das Schießen
Die Ursachen für das Schießen liegen vor allem in den Wachstumsbedingungen. Salat kommt mit hohen Temperaturen nicht gut zurecht. Sobald es länger sehr warm ist, oft schon ab Temperaturen über 20 °C, reagiert er mit der Blütenbildung. Auch die Tageslänge spielt eine Rolle: Im Sommer mit seinen langen Tagen wird der Blühimpuls verstärkt, weil Salate Langtagpflanzen sind. Dazu kommt Trockenstress – wenn der Boden austrocknet, beschleunigt die Pflanze ihren Lebenszyklus. Übrigens hemmen Hitze und Trockenheit auch die Keimung. Es kommt zu einer sekundären Keimhemmung, die erst durch die Einwirkung von Kälte wieder gebrochen wird. Und nicht zuletzt hängt vieles von der Sorte ab: Manche Salate sind von Natur aus empfindlicher, andere gezielt auf „Schossfestigkeit“ gezüchtet. Die beste Zeit, um Salate anzubauen ist als Vorkultur im Frühjahr oder als Nachkultur im Herbst. Möchtest du im Sommer Blattsalate ernten, musst du die richtigen Sorten wählen.
Bild: Salat Jungpflanze
Salat schießt: Sortenwahl und Aussaatzeit
Achte beim Kauf deines Salatsaatguts darauf, welche Aussaatzeiten auf der Saatgutpackung angegeben sind. Du wirst im Sommer keinen Erfolg mit Sorten wie 'Wintermarie', 'Suzan' oder 'Winter-Butterkopf' haben, die für die Frühjahrs- oder Herbstaussaat empfohlen werden. Für den Anbau im Sommer und bei schwankendem Wetter lohnt es sich, auf schossfeste Sorten zurückzugreifen. Der zarte Butterkopfsalat ist besonders schoßanfällig. Es gibt aber schoßfeste Sommersorten wie 'Ovation', 'Mona', 'Merveille des quatre saisons', 'Casanova', 'Dynamite' oder 'Kagraner Sommer'. Setze diese Sorten an einen Platz, an dem sie nicht der größten Hitze des Tages ausgesetzt sind und sorge für eine möglichst gleichmäßige Wasserversorgung. Dann kannst du die zarten Blätter auch im Sommer genießen. Eisbergsalat ist eine andere Zuchtform der gleichen Pflanzenart. Er wird auch als Knack- oder Krachsalat bezeichnet, weil seine Blätter sehr fest sind und auch im Dressing knackig frisch bleiben. Diese Zuchtform keimt auch noch bei relativ hohen Temperaturen und ist deutlich schoßfester als der zartblättrige Butterkopfsalat. Bewährte Sorten sind 'Saladin', 'Barcelona', 'Fortunas', 'Great Lakes' oder 'Grazer Krauthäuptel'. Bei Bataviasalat handelt es sich um eine Kreuzung aus Butterkopf und Eisbergsalat. Die Köpfe sind etwas lockerer, die Blätter etwas zarter und die Schoßfestigkeit genauso gut wie beim Eisbergsalat. Bataviasalat kannst du von Mai bis September durchgängig anbauen. Typische Sorten sind 'Doree de printemps', 'Leny', 'Rosinski' und 'Teide'. Eine gute Schoßfestigkeit haben auch Romanasalate. Schnittsalate sind wegen ihrer kurzen Kulturdauer sehr beliebt. Sie bilden keine Köpfe und werden nach Bedarf bereits als Jungpflanzen direkt über dem Boden geschnitten. Diese Kulturform ist besonders schoßanfällig und für die Sommerkultur ungeeignet. Eine gute Schoßfestigkeit haben dagegen Pflücksalate wie 'Lollo Rossa' und 'Lollo Bionda', die lockere Blattrosetten bilden, aus denen die größten Blätter geerntet werden. Alternativ kannst du Asia-Salate verwenden. Dieses würzige Blattgemüse gehört zu den Kohlgewächsen und schießt im Sommer nicht.
Nicht alle Salate sind Salat
Die bisher genannten Salate sind alle Kulturformen des Gartensalats oder Gartenlattichs Lactuca sativa. Endivien, Zuckerhut, Zichoriensalat, Chicoree, Radiccio und Escariol sind Blattsalate aus der Gattung Cichorium und mit der Wegwarte verwandt. Anders als die vorher genannten Salate mögen sie hohe Temperaturen bei der Keimung und beim Wachstum. Sie sind schoßfest. Im Geschmack sind sie bitterer als Gartensalat und darum weniger beliebt. Sie sind aber gerade wegen ihrer Bitterstoffe sehr gesund und gedeihen im Sommer sehr gut. Bekannte Endiviensorten sind z. B. 'Jolie' und 'Eminence'. Bei den Radicchio gehören 'Variegata del Castelfranco' und 'Palla Rossa' zu den Standardsorten.
Was tun, wenn der Salat geschossen ist?
Der geschossene Salat bildet keine Blätter mehr. Sein vegetatives Wachstum ist abgeschlossen. Du kannst die letzten Blätter ernten und verwenden. Sie sind aber geschmacklich nicht gut und zäh. Räume das Beet ab und bepflanze es neu. Es lohnt sich nicht, die Samen der Pflanzen zu ernten. Du bekommst daraus nur Pflanzen die früh schießen. Falls du selbst Saatgut gewinnen möchtest, wähle dafür Samenträger aus, die sehr spät in Blüte gegangen sind.
Salat schießt – Fazit
Wenn dein Salat schießt, ist er zwar nicht giftig, aber selten noch ein Genuss. Um das Problem zu vermeiden, sind eine gute Sortenwahl, ausreichende Wasserversorgung und ein passender Pflanzzeitpunkt nötig. Wer das beachtet, kann den Sommer über knackig-frischen Salat ernten.
Kopfsalat beziehungsweise Butterkopfsalat ist eher empfindlich und eignet sich besser für Frühjahr und Herbst. Eisbergsalat verträgt Hitze schon deutlich besser, braucht dafür aber länger, bis er einen Kopf bildet. Batavia-Salat gilt als gute Zwischenlösung: Er ist aromatisch, relativ schossfest und bleibt lange knackig. Romana-Salat ist von Natur aus recht robust und hitzetolerant – perfekt also für warme Sommer.
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