Inhaltsverzeichnis
- Jean Jacques und die Süsskartoffelblätter
- Wie gesund sind Süsskartoffelblätter?
- Wie schmecken Süsskartoffelblätter? Der Lubera-Geschmackstest
- Die grünen Süsskartoffelblätter roh
- Und die roten Blätter?
- Gekocht werden Süsskartoffelblätter noch interessanter
- Was kann man mit Süsskartoffelblättern machen?
- Drei einfache Möglichkeiten, Süsskartoffelblätter zuzubereiten
- Süsskartoffelblätter wie Spinat zubereiten
- Süsskartoffelblätter aus dem Wok
- Suppe aus Süsskartoffelblättern
- Wie viele Süsskartoffelblätter darf man ernten?
Zusammenfassung
Süsskartoffelblätter sind essbar und lassen sich ähnlich wie Spinat und anderes Blattgemüse verwenden. Sie schmecken mild, wobei die Blätter beim Kochen mehr Struktur und Biss behalten als Spinat. Besonders gut eignen sich junge Blätter, Blattstiele und zarte Triebspitzen zum Dünsten, Braten oder für Suppen. Auch ernährungsphysiologisch sind die Blätter interessant: Sie liefern unter anderem Ballaststoffe, Protein, Vitamine, Mineralstoffe und Carotinoide.
Praxis-Tipps
Am besten junge Triebspitzen ernten: Für die Küche eignen sich besonders junge Blätter und zarte Triebspitzen. Auch die weichen Blattstiele und Stängel können mitgegessen werden – du musst die Blätter also nicht einzeln abzupfen.
Nicht zu viel auf einmal ernten: Wenn du auch Knollen ernten möchtest, solltest du der Pflanze immer genügend Laub lassen.
Ältere Blätter besser kochen oder braten: Sehr junge und zarte Süsskartoffelblätter kannst du auch roh probieren. Ältere Blätter besitzen jedoch eine festere Struktur und eignen sich deshalb besser zum Kochen, Dünsten oder Braten.
Jean Jacques und die Süsskartoffelblätter
Unser Mitarbeiter Jean-Jacques brachte uns dazu, uns näher mit den Süsskartoffelblättern zu beschäftigen. Gegen Ende unserer Süsskartoffelsaison sahen wir ihn öfter mit zwei grossen Säcken voller Süsskartoffelblätter nach Hause gehen. «Was machst du denn damit?» Jean-Jacques zuckte mit den Schultern: «Essen.» Und lachte dazu, wie er es immer macht.
Jean-Jacques stammt aus Zentralafrika. Was uns zunächst ungewöhnlich erschien, war für ihn vollkommen selbstverständlich. Gegen Ende der Saison bleiben bei uns riesige Mengen Süsskartoffellaub zurück. Für uns war das bisher vor allem Pflanzenmaterial, das nach der Ernte nicht mehr gebraucht wird. Jean-Jacques dagegen sah darin Gemüse.
Bild: Frisch geerntete Süsskartoffelblätter von Jean-Jacques.
In seiner Heimat werden die Blätter der Süsskartoffel gekocht und beispielsweise zu Foufou gegessen, einem stärkehaltigen Brei, der je nach Region etwa aus Maniok, Yams oder Kochbananen zubereitet wird. Dazu kommen Fisch, Fleisch oder andere Zutaten.
Wie die Süsskartoffel ihren Weg aus den Tropen in Gärten auf der ganzen Welt gefunden hat, erzählen wir ausführlich in unserem Artikel «Vom Urwald ins Hochbeet: Die lange Weltreise der Süsskartoffel».
Wie gesund sind Süsskartoffelblätter?
Süsskartoffelblätter sind nicht nur essbar, sondern auch ernährungsphysiologisch ein interessantes Blattgemüse. Sie liefern Protein und Ballaststoffe sowie eine ganze Reihe von Vitaminen und Mineralstoffen. Dazu gehören unter anderem die Vitamine B1, B2, B3, B6, B9 und C sowie Calcium, Eisen, Magnesium, Phosphor und Kalium.
Besonders interessant sind die Carotinoide. Dazu gehört Beta-Carotin, das der menschliche Körper in Vitamin A umwandeln kann. Wie bei anderen dunkelgrünen Blattgemüsen tragen diese Pflanzenstoffe wesentlich zum Nährwert der Blätter bei.
Süsskartoffelblätter enthalten verschiedene Pflanzenfarbstoffe. Dazu gehören Carotinoide wie Beta-Carotin, das der menschliche Körper in Vitamin A umwandeln kann. Bei rot- bis dunkelviolettblättrigen Sorten kommen besonders auffällige rote und violette Pigmente hinzu, darunter Anthocyane und andere phenolische Verbindungen. Diese Pflanzenfarbstoffe wirken als Antioxidantien.
Bild: Süsskartoffelblätter zeigen eine grosse Vielfalt an Formen und Farben – von kräftigem Grün bis Dunkelrot und Violett.
Ein Vergleich mit anderen Blattgemüsen zeigt, dass sich Süsskartoffelblätter keineswegs verstecken müssen.
Süsskartoffelblätter im Vergleich mit anderen Blattgemüsen
|
Inhaltsstoff pro 100 g, roh |
Süsskartoffelblätter |
Spinat |
Grünkohl |
Mangold |
|
Protein |
2,49 g |
2,86 g |
2,9 g |
1,8 g |
|
Ballaststoffe |
5,3 g |
2,2 g |
4,1 g |
1,6 g |
|
Calcium |
78 mg |
99 mg |
254 mg |
51 mg |
|
Eisen |
0,97 mg |
2,71 mg |
1,6 mg |
1,8 mg |
|
Magnesium |
70 mg |
79 mg |
32,7 mg |
81 mg |
|
Kalium |
508 mg |
558 mg |
348 mg |
379 mg |
|
Vitamin C |
11 mg |
28,1 mg |
93,4 mg |
30 mg |
|
Vitamin A |
189 µg |
469 µg |
241 µg |
306 µg |
Die Nährstoffmenge allein sagt noch nicht, wie viel davon unser Körper tatsächlich aufnehmen kann. Viele Pflanzen enthalten Substanzen, die die Aufnahme bestimmter Nährstoffe im Körper hemmen können. Ein gutes Beispiel ist Calcium im Spinat: Obwohl Spinat relativ viel Calcium enthält, ist ein Teil davon an Oxalsäure gebunden und dadurch für den Körper schlechter verfügbar.
Auch Süsskartoffelblätter enthalten Oxalate, wobei der Gehalt je nach Sorte und Anbaubedingungen variieren kann. Durch Kochen beziehungsweise Blanchieren lässt sich der Oxalatgehalt reduzieren. Die Werte in der Tabelle zeigen deshalb, welche Mengen an Nährstoffen in den Blättern enthalten sind – nicht, wie viel davon letztlich vom Körper aufgenommen wird.
Wie schmecken Süsskartoffelblätter? Der Lubera-Geschmackstest
Was in den Blättern steckt, ist die eine Sache. Ob wir sie aber tatsächlich als Gemüse essen möchten, hängt vor allem davon ab, wie sie schmecken.
Also haben wir grüne und rote Süsskartoffelblätter geerntet und selbst probiert – zuerst roh und anschliessend gekocht.
Die grünen Süsskartoffelblätter roh
Der erste Eindruck überrascht: Die grünen Blätter schmecken erstaunlich mild.
Beim Kauen sind sie deutlich fester als ein Salatblatt und haben einen gewissen Biss. Der ausgeprägt «grüne» oder grasige Geschmack, den man vielleicht erwarten würde, fehlt dagegen weitgehend. Erst nach längerem Kauen zeigen sich sehr dezente Aromen, die etwas an Grüntee erinnern, dazu kommt ein leicht nussiger Eindruck.
Und die roten Blätter?
Auch die roten beziehungsweise rötlich-violetten Blätter sind roh ausgesprochen mild. Geschmacklich unterscheiden sie sich etwas von den grünen Blättern, ohne jedoch einen starken Eigengeschmack zu entwickeln. Viel auffälliger ist zunächst ihre dunkelrote bis violette Farbe.
Bild: Vielfältig einsatzbare Triebspitzen und Blätter der Süsskartoffeln.
Gekocht werden Süsskartoffelblätter noch interessanter
Für den zweiten Versuch haben wir die Blätter ungefähr so zubereitet wie Spinat. Dabei fiel vor allem die Konsistenz auf: Süsskartoffelblätter werden beim Garen zwar weich, behalten aber mehr Struktur als klassischer Spinat. Besonders die Blattadern und zarten Stiele sorgen dafür, dass noch etwas Biss erhalten bleibt.
Auch geschmacklich traten nun Unterschiede zwischen den Sorten deutlicher hervor. Die grünen Blätter blieben sehr mild. Die roten entwickelten dagegen etwas mehr Eigengeschmack; bei unserem Versuch erinnerte er uns leicht an Pilze. Gleichzeitig veränderte sich ihre Farbe zu einem eindrucksvollen Dunkelrot bis beinahe Schwarz-Violett.
Insgesamt sind Süsskartoffelblätter geschmacklich keine Solisten. Gerade ihr milder Charakter macht sie zu guten Mitspielern: Sie lassen sich mit kräftigen Zutaten und Gewürzen kombinieren, ohne diese zu überdecken.
In diesem Video könnt ihr sehen, wie wir Süsskartoffelblätter testen.
Was kann man mit Süsskartoffelblättern machen?
Nach unserem Geschmackstest liegt die einfachste Antwort nahe: Man kann Süsskartoffelblätter überall dort ausprobieren, wo man sonst Spinat oder ein anderes mildes Blattgemüse verwenden würde. Sie eignen sich zum Dünsten und Braten, für Suppen, Mischgemüse oder Gemüsefüllungen. Besonders praktisch sind die jungen Blätter und zarten Triebspitzen.
Sehr junge Blätter kann man auch roh probieren. Für grössere Mengen würden wir jedoch die gekochte oder gebratene Variante bevorzugen – schon deshalb, weil ältere Blätter eine recht feste Struktur besitzen.
Etwas Öl oder Butter passt bei der Zubereitung übrigens nicht nur geschmacklich gut: Fett unterstützt auch die Aufnahme der fettlöslichen Carotinoide aus den Blättern.
Drei einfache Möglichkeiten, Süsskartoffelblätter zuzubereiten
Wer Süsskartoffeln im Garten hat, kann mit ein paar jungen Blättern und Triebspitzen ganz einfach experimentieren. Wir haben drei verschiedene Zubereitungsarten getestet.
Süsskartoffelblätter wie Spinat zubereiten
Etwas Öl oder Butter erhitzen und fein geschnittene Zwiebeln und Knoblauch darin anschwitzen.
Anschliessend die gewaschenen und grob geschnittenen Süsskartoffelblätter hinzufügen und unter Rühren zusammenfallen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Je nach Alter der Blätter brauchen sie etwas länger als junger Spinat.
Das Ergebnis ist eine einfache Gemüsebeilage, die zu Kartoffeln, Reis, Fleisch, Fisch oder natürlich auch zu Süsskartoffeln passt.
Bild: Eine schmackhafte Gemüsebeilage, die zu zahlreichen Gerichten passt.
Süsskartoffelblätter aus dem Wok
In China und Südostasien werden Süsskartoffelblätter gerne kurz im Wok gebraten. Dafür eignen sich die Blätter zusammen mit den zarten Blattstielen und Triebspitzen.
Etwas Öl im Wok erhitzen und gehackten Knoblauch sowie fein geschnittenen Ingwer kurz anbraten. Dann die Süsskartoffelblätter dazugeben und bei starker Hitze unter Rühren garen. Mit etwas Sesamöl, weissem Pfeffer, Salz und einer Prise Zucker würzen. Wer möchte, gibt noch einen Schuss Reiswein hinzu.
Nach wenigen Minuten sind die Blätter zusammengefallen, haben aber noch etwas Biss – dann direkt servieren.
Bild: Heiss, schnell, aromatisch: Süsskartoffelblätter mit Knoblauch und Ingwer direkt aus dem Wok.
Suppe aus Süsskartoffelblättern
In Nigeria werden Süsskartoffelblätter für eine würzige Suppe mit Erdnüssen verwendet. Dafür Zwiebeln, Tomaten und Chili zerkleinern und mit etwas Wasser oder Brühe aufkochen. Erdnusspaste einrühren und mit Salz abschmecken. Für den charakteristischen Umami-Geschmack sorgt traditionell Daddawa, ein fermentiertes Würzmittel, das aus Samen des Afrikanischen Johannisbrotbaums oder aus Sojabohnen hergestellt wird. Wer kein Daddawa bekommt, kann ersatzweise etwas Miso oder Sojasauce verwenden.
Zum Schluss die gewaschenen und grob geschnittenen Süsskartoffelblätter unterrühren und kurz mitgaren, bis sie weich sind. Je nach Variante kommen auch Trockenfisch oder Fleisch in die Suppe.
Bild: In dieser würzigen Suppe treffen Süsskartoffelblätter auf Tomaten, Chili und Erdnüsse.
Wie viele Süsskartoffelblätter darf man ernten?
Wer neben den Blättern auch Süsskartoffeln ernten möchte, sollte beim Pflücken etwas Mass halten. Denn die Blätter versorgen über die Photosynthese die gesamte Pflanze mit Energie – und damit letztlich auch die wachsenden Speicherknollen im Boden.
Deshalb lassen wir die Pflanzen zunächst kräftig wachsen und beginnen erst später im Sommer mit der Blatternte. Dabei entfernen wir immer nur einen Teil des Laubs, sodass der Pflanze genügend Blattmasse erhalten bleibt.
Für die Küche sind vor allem junge Blätter und zarte Triebspitzen interessant. Dabei muss man nicht jedes Blatt einzeln abzupfen: Auch die jungen Blattstiele und weichen Stängel können mitgegessen werden. Am einfachsten schneidet man deshalb gleich ganze Triebspitzen ab.
Wie viel man ernten kann, ohne den Knollenertrag zu beeinträchtigen, hängt von den Kulturbedingungen ab. Untersuchungen und Anbauempfehlungen aus wärmeren Regionen geben zumindest eine Orientierung: Dort beginnt die Blatternte teilweise 45 bis 90 Tage nach dem Pflanzen und wird danach ein- bis zweimal pro Monat wiederholt. Eine zu häufige oder zu starke Ernte der Blätter kann dagegen das Wachstum der Speicherknollen beeinträchtigen.
Als einfache Erntemethode kann man ein bis zwei der längsten Triebe einer Pflanze zurückschneiden und etwa 10 cm stehen lassen. Aus den verbleibenden Trieben und Blattachseln kann die Pflanze anschliessend wieder austreiben.
Bild: Süsskartoffeln sind sehr regenerationsfähig: Selbst ein starker Hagelschaden hat kaum EInfluss auf den Ertrag.
Wie erstaunlich gut Süsskartoffeln einen Rückschnitt verkraften können, haben wir bei Lubera einmal unfreiwillig erlebt. Vor einigen Jahren zog ein heftiger Hagel über unsere Süsskartoffelkultur und richtete das Feld regelrecht zugrunde. Von manchen Pflanzen standen nur noch etwa fünf Zentimeter der Triebe über dem Boden. Wir rechneten entsprechend mit einer sehr schlechten Ernte. Doch die Süsskartoffeln trieben wieder aus – und am Ende konnten wir trotzdem einen erstaunlich guten Knollenertrag ernten.
Weitere Informationen findest du in unserem Artikel «Süsskartoffel-Züchtung bei Lubera trägt nun (Erd)Früchte!».
Das zeigt sehr schön, wie regenerationsfähig Süsskartoffeln sind. Wer während des Sommers immer wieder einige junge Triebspitzen für die Küche erntet und der Pflanze genügend Laub lässt, muss also nicht gleich um seine Süsskartoffelernte fürchten.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.