Inhaltsverzeichnis
- Warum viele Gurken früh krank werden
- Die Entwicklung robuster OpenSky® Freilandgurken
- Welche Eigenschaften brauchen OpenSky® Freilandgurken
- Die Selektion von Freilandgurken
- Wie entsteht eine neue Gurkensorte?
- Warum die Entwicklung einer neuen Gurkensorte so lange dauert
- Aktueller Stand der Lubera-Gurkenzüchtung
Zusammenfassung
Lubera möchte neue OpenSky® Freilandgurken züchten für den mitteleuropäischen Hausgarten. Ziel sind Sorten, die auch ohne Veredelung gesund bleiben, zuverlässig Erträge liefern und bis weit in den Herbst hinein Früchte tragen. Grundlage dafür ist eine langfristige Züchtungsarbeit mit Fokus auf Blattgesundheit, Robustheit, Ertragssicherheit und Fruchtqualität. Die Selektion erfolgt bewusst unter Freilandbedingungen im St. Galler Rheintal, wo hoher Krankheitsdruck robuste Pflanzen sichtbar macht. Durch gezielte Kreuzungen, mehrjährige Selektion und die Entwicklung stabiler Zuchtlinien entstehen nach und nach neue Sortenkandidaten. Erste Selektionen zeigen bereits vielversprechende Eigenschaften und könnten die Grundlage zukünftiger OpenSky® Freilandgurken bilden.
Warum viele Gurken früh krank werden
Der Grund dafür liegt in den besonderen Herausforderungen des Freilandanbaus. Im Gegensatz zum Gewächshaus sind Gurken hier Regen, Tau, Temperaturschwankungen und anderen Witterungseinflüssen direkt ausgesetzt. Nach feuchten Nächten oder Niederschlägen bleiben die Blätter häufig über viele Stunden hinweg nass – ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten wie den Echten und Falschen Mehltau.
Bild: Falscher Mehltau tritt bei längerer Blattnässe auf.
Bild: Echter Mehltau: Ein Schönwetterpilz, der sich besonders bei Wärme und Sonnenschein rasch ausbreitet.
Weitere Informationen findest du in unseren Artikeln «Echter Mehltau – Ursachen, Vorbeugung und Bekämpfung» und «Falscher Mehltau – Ursachen, Vorbeugung und Bekämpfung».
Hinzu kommen weitere Stressfaktoren. Auf warme und trockene Phasen folgen oft kühle oder sehr niederschlagsreiche Wetterperioden. Auch kalte, verdichtete oder dauerhaft nasse Böden können die Pflanzen zusätzlich schwächen. Gerade weil die Gurke ursprünglich aus warmen Regionen Asiens stammt, reagiert sie auf solche Bedingungen empfindlicher als viele andere Gemüsearten.
Besonders ärgerlich ist, dass viele Gurkensorten zwar früh hohe Erträge liefern, ihre Blattgesundheit aber nicht lange genug erhalten können. Sobald die Pflanzen einen grossen Teil ihrer Assimilationsfläche verlieren, nimmt auch die Fruchtbildung deutlich ab. Die Ernte endet dann oft bereits im August.
Bild: Viele Gurken sterben schon mitten im Sommer, da sie anfällig für Pilzkrankheiten sind.
Um diese Probleme besser in den Griff zu bekommen, haben veredelte Gurkenpflanzen in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Bei veredelten Gurken wächst die eigentliche Sorte auf den Wurzeln einer besonders kräftigen Kürbispflanze. Diese sorgt für ein leistungsfähiges Wurzelsystem und hilft der Pflanze, Wasser und Nährstoffe effizienter aufzunehmen. Dadurch bleiben viele veredelte Gurken länger vital und liefern oft über einen längeren Zeitraum Erträge. Die Vorteile haben allerdings ihren Preis. Die Veredelung ist aufwendig und macht die Pflanzen deutlich teurer als wurzelechte Gurken.
Mit unseren OpenSky® Freilandgurken verfolgen wir einen anderen Ansatz. Unser Ziel ist es, Sorten zu entwickeln, die ihre Blattgesundheit länger erhalten, mit den wechselhaften Bedingungen des mitteleuropäischen Freilands besser zurechtkommen und dadurch auch auf eigener Wurzel über einen deutlich längeren Zeitraum Früchte tragen.
Robuste OpenSky® Freilandgurken züchten
Bei Lubera verfolgen wir einen anderen Ansatz. Statt die Widerstandskraft über eine Unterlage einzubringen, möchten wir die Gurke selbst robuster machen. Unser Ziel sind Sorten, die auch auf eigener Wurzel gesund wachsen, lange Erträge liefern und mit den Herausforderungen des mitteleuropäischen Freilands besser zurechtkommen.
Das Freilandgurken Züchten ist Teil unserer OpenSky®-Strategie. Hinter OpenSky® steht eine einfache Idee: Fruchtgemüse soll nicht nur unter idealen Bedingungen im Gewächshaus funktionieren, sondern auch im Hausgarten unter freiem Himmel überzeugen. Bereits bei unseren OpenSky®-Tomaten haben wir gezeigt, dass sich durch konsequente Selektion unter Freilandbedingungen deutlich robustere Sorten entwickeln lassen. Genau diese Erfahrungen fliessen nun in die Gurkenzüchtung ein.
Welche Eigenschaften brauchen OpenSky® Freilandgurken
Jede Züchtung beginnt mit einer klaren Vorstellung davon, wie die zukünftige Sorte aussehen soll. Bei den OpenSky® Freilandgurken suchen wir nach Pflanzen, die auch unter den wechselhaften Bedingungen des mitteleuropäischen Freilands gut gedeihen können.
Dazu gehört vor allem eine lange Blattgesundheit. Die Pflanzen sollen möglichst lange vital bleiben und auch unter natürlichem Krankheitsdruck bis weit in den Sommer und Herbst hinein Früchte tragen. Gleichzeitig müssen sie mit kühlen Frühjahrsbedingungen, wechselhaftem Wetter und anderen Stressfaktoren zurechtkommen und dabei zuverlässig Erträge liefern.
Bild: Nur gesunde Blätter können genügend Energie für die kontinuierliche Fruchtbildung liefern.
Robustheit allein genügt jedoch nicht. Eine gute Freilandgurke muss auch geschmacklich überzeugen. Deshalb achten wir ebenso auf Fruchtqualität, Aroma, Konsistenz und Ertrag.
Die eigentliche Herausforderung besteht darin, all diese Eigenschaften in einer einzigen Sorte zu vereinen. Genau deshalb beginnt jede neue Gurkensorte mit einer gezielten Kreuzung.
Freilandgurken züchten: Die Selektion von Freilandgurken
Wer robuste Freilandgurken züchten möchte, muss sie auch unter Freilandbedingungen prüfen. Deshalb erfolgt die Selektion bei Lubera nicht im Gewächshaus, sondern direkt im Freiland. Nur dort zeigt sich, welche Pflanzen mit Krankheitsdruck, wechselhaftem Wetter und anderen Stressfaktoren wirklich gut zurechtkommen.
Ideale Voraussetzungen dafür bietet unser Standort im St. Galler Rheintal. Die hohen Niederschläge und die häufige Blattfeuchtigkeit sorgen regelmässig für starken Krankheitsdruck. Was für viele Gärtner ein schwieriges Gurkenjahr ist, kann für die Züchtung besonders wertvoll sein: Unterschiede zwischen robusten und anfälligen Pflanzen werden sichtbar und die besten Kandidaten lassen sich zuverlässig identifizieren.
Bild: In Buchs SG herrschen ideale Bedingungen für die Selektion robuster Gemüsepflanzen.
Wie entsteht eine neue Gurkensorte?
Für eine Kreuzung werden Elternpflanzen ausgewählt, die sich in ihren Stärken ergänzen. Die eine überzeugt vielleicht durch ihre Blattgesundheit, eine andere durch Ertrag oder Fruchtqualität. Durch die Kreuzung entstehen neue Kombinationen dieser Eigenschaften.
Aus den Nachkommen werden anschliessend jene Pflanzen ausgewählt, die den Zuchtzielen am besten entsprechen. Mit ihnen wird weitergezüchtet. Über mehrere Generationen hinweg werden die vielversprechendsten Pflanzen immer wieder geprüft und ausgewählt, bis sich ihre positiven Eigenschaften zuverlässig vererben.
Bis aus einer ersten Kreuzung eine neue Sorte entsteht, vergehen oft viele Jahre. Geduld gehört deshalb zu den wichtigsten Werkzeugen eines Pflanzenzüchters.
Warum die Entwicklung einer neuen Gurkensorte so lange dauert
Nach einer Kreuzung entsteht zunächst eine erste Generation (F1), in der die Pflanzen sehr einheitlich sind und sich stark ähneln. Die eigentliche Vielfalt zeigt sich erst in der nächsten Generation (F2), wo viele unterschiedliche Merkmalskombinationen auftreten: Manche Pflanzen bleiben länger gesund, andere tragen mehr Früchte oder überzeugen durch besseren Geschmack.
Bild: Jedes Jahr pflanzen wir hunderte von Gurkenpflanzen.
Aus dieser Vielfalt werden die Pflanzen ausgewählt, die den Zuchtzielen am besten entsprechen. Sie bilden die Grundlage für neue Zuchtlinien. Die weiblichen Blüten der ausgewählten Pflanzen werden von Hand mit dem Pollen derselben Pflanze bestäubt und durch insektensichere Beutel vor Fremdbefruchtung geschützt. Die Nachkommen werden anschliessend erneut geprüft und die besten Pflanzen wiederum ausgewählt. Dieser Prozess wiederholt sich über mehrere Generationen hinweg.
Wie die Handbestäubung funktioniert und wann sie auch im Hausgarten sinnvoll sein kann, zeigen wir im Artikel «Gurken bestäuben mit der Hand: Wann ist das sinnvoll?».
Das Ziel ist, die gewünschten Eigenschaften Schritt für Schritt zu festigen. Mit jeder Generation werden die Pflanzen innerhalb einer Zuchtlinie einheitlicher. Gleichzeitig werden unerwünschte Eigenschaften konsequent ausgesondert und die gewünschten Merkmale weiter gefestigt. Erst wenn Gesundheit, Ertrag und Fruchtqualität über viele Generationen hinweg zuverlässig wiederkehren, kann aus einer Zuchtlinie eine neue Sorte entstehen.
Aktueller Stand der Lubera-Gurkenzüchtung
In den vergangenen Jahren haben wir zahlreiche Kreuzungen durchgeführt, die daraus hervorgegangenen Linien werden unter Freilandbedingungen geprüft. Besonders interessant sind jene Linien, die ihre Blattgesundheit über einen langen Zeitraum erhalten. Einige dieser Selektionen bleiben bis weit in den Herbst hinein vital und ertragsfähig und könnten damit die Grundlage zukünftiger OpenSky® Freilandgurken bilden.
Bild: Die Schlangengurke 'Burpless Tasty Green' ist äusserst robust und liefert bis in den Herbst Früchte.
Bis eigene Lubera OpenSky® Freilandgurken verfügbar sind, setzt Lubera auf sorgfältig ausgewählte Sorten aus der langjährigen Sortenprüfung. Gesundheit, Ertragssicherheit, Fruchtqualität und eine lange Ernteperiode stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie bei den zukünftigen OpenSky® Freilandgurken.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.