Inhaltsverzeichnis
- Warum ist das mitteleuropäische Klima für Aprikosen problematisch?
- Der Aprikosentod
- Feuchtigkeit begünstigt die ersten Infektionen
- Weitere Krankheitserreger schädigen das Leitgewebe
- Stress schwächt den Baum
- Warum der Baum plötzlich abstirbt
- Wie kann ich dem Aprikosentod vorbeugen?
- Einen trockenen und warmen Standort wählen
- Richtig schneiden
- Den Baum gesund und vital halten
- Robuste Sorten wählen
- Fazit
Zusammenfassung
Der Aprikosentod ist eine der häufigsten Ursachen dafür, dass Aprikosenbäume in Mitteleuropa bereits nach wenigen Jahren absterben. Dahinter steckt keine einzelne Krankheit, sondern das Zusammenspiel verschiedener Pilze, Bakterien und Stressfaktoren. Besonders das feuchte Klima begünstigt Infektionen wie die Blütenmonilia, während Frostschäden oder Staunässe den Baum zusätzlich schwächen können. Die Krankheitserreger schädigen das wasserleitende Gewebe oft über Jahre hinweg, bevor der Baum scheinbar plötzlich welkt und abstirbt. Vollständig verhindern lässt sich der Aprikosentod nicht, das Risiko kann jedoch mit der richtigen Pflege und der Wahl robuster Sorten deutlich reduziert werden.
Praxis-Tipps:
Schneide nur im Sommer: Grössere Schnittwunden sind Eintrittspforten für Pilzkranheiten. Führe Schnitte deshalb möglichst im August nach der Ernte durch und desinfiziere die Schere nach dem Entfernen kranker Äste.
Pflanze robuste Sorten: Mit robusten Sorten wie 'Harlayne'®, 'Kioto'®, ‘Elsa’® oder ‘Mia’®, die gezielt auf eine höhere Toleranz gegenüber wichtigen Krankheiten gezüchtet wurden, kannst du das Risiko eines vorzeitigen Aprikosentods deutlich reduzieren.
Welkende Triebe sofort entfernen: Schneide kranke oder abgestorbene Triebe frühzeitig bis ins gesunde Holz zurück, damit sich Krankheitserreger nicht weiter ausbreiten.
Warum ist das mitteleuropäische Klima für Aprikosen problematisch?
Die Aprikose stammt ursprünglich aus Zentralasien, wo die Sommer heiss sind und es wenig Niederschlag im Frühjahr und Sommer gibt. Genau diese Bedingungen braucht sie, um gesund zu wachsen und regelmässig aromatische Früchte zu tragen. In Mitteleuropa trifft sie dagegen auf ein deutlich feuchteres Klima. Regen während der Blüte begünstigt Pilzkrankheiten wie die Blütenmonilia, feuchte Böden und Staunässe schwächen den Baum und Frostschäden schaffen zusätzliche Eintrittspforten für Krankheitserreger. Dadurch haben Pilze und Bakterien leichtes Spiel – und das Risiko für den gefürchteten Aprikosentod steigt deutlich.
Bild: Feuchte Witterung während der Blüte begünstigt Pilzkrankheiten.
Der Aprikosentod
Aprikosenbäume gehören bei uns zu den Bestsellern – leider wohl auch deshalb, weil viele von ihnen nach einigen Jahren absterben und ersetzt werden müssen. Aufgrund der Rückmeldungen unserer Kunden schätzen wir, dass fünf Jahre nach der Pflanzung nur noch etwa jeder fünfte Aprikosenbaum lebt. Während Apfel- oder Birnbäume oft jahrzehntelang gesund wachsen, sterben viele Aprikosen bereits nach wenigen Jahren scheinbar plötzlich ab. Oft beginnt es ohne Vorwarnung: Einzelne Äste welken mitten im Frühsommer, die Blätter hängen schlaff am Baum und vertrocknen, ohne abzufallen. Wenige Wochen später ist häufig der ganze Baum abgestorben.
Der Aprikosentod, auch Aprikosen-Apoplexie, Schlagtreffen oder Aprikosen-Schlag genannt, ist keine einzelne Krankheit. Es halndelt sich um das Endstadium eines meist über Jahre ablaufenden Prozesses, bei dem verschiedene Krankheitserreger und Stressfaktoren zusammenwirken. Besonders häufig tritt der plötzliche Aprikosentod bei jungen Bäumen zwischen dem dritten und siebten Standjahr auf.
Feuchtigkeit begünstigt die ersten Infektionen
Der wichtigste Auslöser ist in unserem mitteleuropäischen Klima die lang anhaltende Feuchtigkeit im Frühjahr. Vor allem Regen während der Blüte fördert die Blütenmonilia (Monilinia laxa). Der Pilz dringt über die Blüten in den Baum ein und lässt Blüten, Fruchtholz und junge Triebe absterben. Gleichzeitig wird der Baum geschwächt und anfälliger für weitere Krankheitserreger.
Bild: Der Pilz Monilinia laxa dringt über die Blüten ein und lässt Blüten, Fruchtholz und junge Triebe absterben.
Weitere Krankheitserreger schädigen das Leitgewebe
Ist der Baum erst einmal geschwächt, können weitere Krankheitserreger leichter eindringen. Dazu gehören das Bakterium Pseudomonas, verschiedene holzbefallende Pilze wie Eutypa, Cytospora oder Dactylonectria sowie die Europäische Steinobstvergilbung, eine durch Phytoplasmen verursachte Krankheit. Die Pilzkrankheiten gelangen meist über Schnittwunden oder andere Verletzungen in den Baum. Dort verursachen sie Nekrosen und zerstören nach und nach das wasserleitende Gewebe. Moderne Untersuchungen zeigen, dass beim Aprikosentod häufig mehrere Pilzarten gleichzeitig beteiligt sind, die den Baum über Jahre hinweg unbemerkt schädigen. Das Bakterium Pseudomonas verursacht dagegen vor allem Rindennekrosen und den typischen Gummifluss. Die Europäische Steinobstvergilbung wird häufig bereits mit infiziertem Pflanzmaterial eingeschleppt und kann über Jahre symptomlos bleiben, bevor die Krankheit plötzlich ausbricht und zum Absterben des Baumes führt.
Stress schwächt den Baum
Ob ein Baum erkrankt, hängt nicht allein von den Krankheitserregern ab. Auch Staunässe, Spätfröste, Verletzungen oder eine übermässige Stickstoffdüngung schwächen die natürliche Widerstandskraft der Aprikose. Unter Stress können sich Pilze, Bakterien und Phytoplasmen leichter ausbreiten und das Leitgewebe zunehmend schädigen.
Warum der Baum plötzlich abstirbt
Der scheinbar plötzliche Tod ist meist nur das sichtbare Ende eines langen Prozesses. Die Krankheitserreger können das Holz über Monate oder sogar Jahre besiedeln, ohne dass äussere Symptome auftreten. Erst wenn an warmen Frühsommertagen der Wasserbedarf stark ansteigt, reicht die geschädigte Wasserleitung nicht mehr aus. Ganze Äste oder sogar der gesamte Baum welken innerhalb weniger Tage – das typische Bild des Aprikosentods.
Bild: Einzelne Äste oder ganze Kronenteile welken und sterben innerhalb kurzer Zeit ab.
Wie kann ich dem Aprikosentod vorbeugen?
Ist ein Aprikosenbaum einmal vom Aprikosentod betroffen, lässt er sich in den meisten Fällen nicht mehr retten. Umso wichtiger ist die Vorbeugung. Mit der richtigen Sortenwahl, einem geeigneten Standort und einer angepassten Pflege lässt sich das Risiko deutlich verringern.
Einen trockenen und warmen Standort wählen
Aprikosen lieben Wärme und vertragen Trockenheit deutlich besser als anhaltende Feuchtigkeit. Wähle deshalb einen vollsonnigen, luftigen Standort mit gut durchlässigem Boden, an dem Regen nach Möglichkeit rasch abtrocknet und keine Staunässe entsteht.
Obwohl eine Südwand oft als idealer Standort gilt, haben wir die Erfahrung gemacht, dass sie das Risiko von Spätfrostschäden erhöhen kann. Der Standort erwärmt sich im Frühjahr schneller, wodurch Aprikosen früher austreiben und empfindlicher auf Kälteeinbrüche reagieren.
Richtig schneiden
Grössere Schnittwunden sind eine wichtige Eintrittspforte für Pilzkrankheiten. Schneide Aprikosen deshalb nicht im Winter, sondern möglichst während der Vegetationszeit im August, wenn die Wunden rasch verheilen. Schneide Äste nicht auf Astring, sondern lasse einen kurzen Stummel stehen. Dieser kann kontrolliert zurücktrocknen oder wieder austreiben. Entferne abgestorbene oder von Monilia befallene Triebe frühzeitig und desinfiziere die Schere nach dem Schnitt kranker Äste.
Weitere Informationen findest du in unserem Artikel «Wie kann man den Aprikosenbaum schneiden?».
Den Baum gesund und vital halten
Ein gesunder Baum kann Krankheitserreger deutlich besser abwehren. Dünge zurückhaltend und nicht mit zu viel Stickstoff und nur bis Mitte Juni, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen können. Achte auf eine ausgewogene Wasserversorgung ohne Staunässe und dünne bei sehr starkem Fruchtansatz einen Teil der Früchte aus. So wird der Baum entlastet und bleibt langfristig vital.
Weitere Pflegetipps findest du in unserem Artikel «Aprikosenbaum pflanzen: Standort – Tipps».
Robuste Sorten wählen
Die Sortenwahl hat einen grossen Einfluss darauf, wie gut ein Aprikosenbaum mit den Bedingungen in deinem Garten zurechtkommt. Während ältere Sorten häufig unter Monilia oder Bakterienbrand leiden, wurden neuere Sorten gezielt auf eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber diesen Krankheiten selektiert.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Sorten 'Harlayne'® oder 'Kioto'® gesund und wenig anfällig für den Aprikosentod sind. Noch robuster sind die neuen Sorten 'Elsa'® und 'Mia'®. 'Elsa'® zeichnet sich durch eine erhöhte Toleranz gegenüber Blütenmonilia aus, während 'Mia'® eine verbesserte Toleranz gegenüber Pseudomonas (Bakterienbrand) besitzt. Da diese beiden Krankheiten häufig am Beginn der Schadenskette stehen, die schliesslich zum Aprikosentod führt, bleiben diese beiden Sorten nach unseren Erfahrungen deutlich länger vital.
Bild: Die Aprikose 'Elsa'® ist besonders robust gegenüber Blütenmonilia.
Bild: Die Aprikose 'Mia'® ist tolerant gegenüber Pseudomonas, dem Bakterienbrand.
Ausführliche Informationen findest du in unserem Artikel «Die besten Aprikosensorten für Mitteleuropa».
Fazit
Mit einer robusten Sorte, einem geeigneten Standort und der richtigen Pflege lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren. So steht einer reichen Ernte aromatischer, vollreifer Aprikosen aus dem eigenen Garten nichts im Weg.
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.