Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Unser Trockenheits-Stresstest zeigt, dass Beerenkulturen sehr unterschiedlich auf lange Trockenperioden reagieren. Besonders gut kamen Holunder, winterharte Passionsfrüchte und sogar frisch gepflanzte Weinreben mit der Trockenheit zurecht. Brombeeren und Himbeeren zeigten stärkere Auswirkungen, bei Erdbeeren waren die dauertragenden Sorten stärker betroffen. Bei Johannisbeeren, Stachelbeeren, Honigbeeren und Saskatoonbeeren war die Ernte bereits weitgehend abgeschlossen, bevor die Trockenheit ihre stärksten Auswirkungen zeigte. Bei Johannisbeeren und Stachelbeeren war weniger der Wassermangel das Problem als die intensive Sonneneinstrahlung. Insgesamt zeigt sich: Reifezeit, Wurzelsystem und Wachstumsverhalten entscheiden mit darüber, wie gut Beeren lange Trockenperioden überstehen.
Praxis-Tipps
Erdbeeren im Spätsommer nicht austrocknen lassen
Einmaltragende Erdbeeren bilden im Spätsommer bereits die Blüten für das kommende Jahr. Wassermangel in dieser Phase kann die Blütenbildung beeinträchtigen und damit die Ernte im nächsten Jahr reduzieren.Himbeeren nach Trockenheitssymptomen bewässern
Himbeeren müssen nicht vorsorglich bewässert werden. Achte auf eintrocknende Blätter, hängende Triebspitzen, eingestelltes Wachstum oder vorzeitig vertrocknende Früchte. Diese Symptome zeigen, dass die Pflanzen Wasser benötigen.Bei Johannis- und Stachelbeeren auch auf Sonnenbrand achten
Nicht jeder Schaden in einem trockenen Sommer entsteht durch Wassermangel. Intensive Sonneneinstrahlung kann bei Johannisbeeren die Blätter und bei Stachelbeeren die Früchte schädigen.
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Beerenart |
Trockenschäden |
Beobachtung |
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Dauertragende Sorten stärker betroffen; einmaltragende bereits weitgehend abgeerntet | |
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Sichtbare Auswirkungen der langen Trockenheit | |
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Weniger betroffen als Himbeeren; Herbstbrombeeren stärker betroffen | |
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Ernte bereits weitgehend abgeschlossen; zusätzlich Sonnenbrand an den Blättern | |
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1 |
Ernte grösstenteils abgeschlossen; starke Sortenunterschiede beim Sonnenbrand | |
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Bereits geerntet; keine gravierenden Trockenschäden | |
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1 |
Ernte bereits abgeschlossen; danach weiterhin gutes Wachstum | |
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Winterharte Passionsfrüchte (Cooltropics®) |
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Extrem starkes Wachstum, viele Blüten und Früchte |
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0–1 |
Wenige Trockenschäden; Kanadischer Holunder robuster als Europäischer | |
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0 |
Im Mai gepflanzt, nicht bewässert und trotzdem gut angewachsen |
Beeren Trockenheit: Unsere Beerensträucher im Stresstest
Auch unsere Beerenkulturen haben in diesem Sommer zwölf Wochen lang kaum Niederschläge bekommen und waren gleichzeitig sehr hohen Temperaturen ausgesetzt. Nach dieser langen Trockenperiode bin ich durch unsere Beerenkulturen gegangen und habe mir angeschaut, wie diese auf den Wassermangel reagiert haben. Wie die Obstbäume in unserer Züchtungsanlage den Wassermangel überstanden haben, kannst du in unserem Artikel »12 Wochen ohne Regen: Wie gut vertragen Obstbäume Trockenheit?« lesen.
Die Beeren waren aufgrund ihrer unterschiedlichen Reifezeiten verschieden stark von der Trockenheit betroffen. Viele Beeren waren bereits reif, bevor sich die lange Trockenheit voll bemerkbar machte. Viele Beeren wurden nicht durch die Trockenheit beschädigt, sondern durch die intensive Sonneneinstrahlung.
Erdbeeren
Erdbeeren bilden ein relativ flaches Wurzelsystem und sind deshalb bei längerer Trockenheit schnell auf zusätzliches Wasser angewiesen. In diesem Jahr zeigt sich bei uns ein deutlicher Unterschied zwischen einmaltragenden und dauertragenden Sorten.
Unsere einmaltragenden Erdbeeren hatten ihre Früchte bereits ausgebildet und die Ernte war weitgehend abgeschlossen, bevor die Effekte der Trockenheit bemerkbar wurden. Die dauertragenden Sorten mussten dagegen während der Trockenperiode weiter wachsen, blühen und gleichzeitig Früchte versorgen. Entsprechend haben sie etwas stärker unter dem Wassermangel gelitten.
Es ist allerdings möglich, dass die Trockenheit dennoch Effekte auf die einmaltragenden Erdbeeren hat. Im Spätsommer differenzieren sie bereits die Blüten für die Ernte des kommenden Jahres. Sind die Pflanzen in dieser Phase durch Wassermangel oder eine unzureichende Nährstoffversorgung geschwächt, kann das die Blütenbildung beeinträchtigen und damit auch die Ernte im nächsten Jahr geringer ausfallen.
Bild: Erdbeeren haben ein flaches Wurzelsystem und leiden entsprechend stark unter anhaltender Trockenheit.
Himbeeren
Bei meinem Rundgang zeigten unsere Himbeeren etwas stärkere Auswirkungen von der langen Trockenheit als die Brombeeren. Trotzdem bestätigt sich auch in diesem extremen Sommer eine Erfahrung, die wir bei Lubera schon seit vielen Jahren machen: Himbeeren kommen mit weniger Wasser zurecht, als man häufig annimmt. Wir bewässern Himbeeren deshalb nicht vorsorglich, sondern erst, wenn deutliche Trockenheitssymptome auftreten. Dazu gehören beispielsweise eintrocknende Blätter, hängende Triebspitzen, eingestelltes Wachstum oder vorzeitig vertrocknende Früchte.
Interessant ist dabei auch der Unterschied zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren. Sommerhimbeeren müssen während der Fruchtentwicklung gleichzeitig die neuen Ruten aufbauen, an denen sie im nächsten Jahr tragen. Damit haben sie in dieser Phase einen höheren Wasserbedarf. Herbsthimbeeren bilden dagegen Wachstum und Früchte an denselben Ruten; bei ihnen liegt der grösste Wasserbedarf während der Fruchtentwicklung und Reife.
Weitere Informationen findest du in unserem Artikel »Himbeeren giessen – oder vielleicht doch nicht giessen?«.
Bild: Himbeeren kommen mit weniger Wasser zurecht, als man häufig annimmt, dennoch hat ihnen dieser Sommer sehr zugesetzt.
Brombeeren
Im direkten Vergleich mit den Himbeeren machen unsere Brombeeren nach dieser langen Trockenheit einen besseren Eindruck. Bei meinem Rundgang sind an ihnen weniger deutliche Folgen des Wassermangels zu erkennen. Ein Grund dafür dürfte ihr kräftigeres und tiefer reichendes Wurzelsystem sein: Brombeeren können dadurch Wasser aus tieferen Bodenschichten erschliessen. Bei den Brombeeren haben vor allem die Herbstbrombeeren wegen ihrer späteren Reifezeit stärker unter der langen Trockenperiode gelitten.
Die Brombeeren haben diesen Sommer auch an der extremen Hitze und der starken Sonneneinstrahlung gelitten, einige Früchte haben Sonnenbrand bekommen.
Bild: Die Brombeeren haben die Ausnahmesituation in unserer Versuchsanlage besser gemeistert als die Himbeeren.
Johannisbeeren
Bei unseren roten, weissen und schwarzen Johannisbeeren war die Trockenheit für die diesjährige Ernte weniger entscheidend. Die Früchte waren bereits reif, bevor sich die lange Trockenperiode voll bemerkbar machte. Die Sträucher sind nach der Ernte gut weitergewachsen.
Bei einigen Pflanzen fielen mir jedoch Sonnenbrandschäden auf. Dabei bemerkte ich unterschiedliche Anfälligkeiten: Rotlaubige Schwarze Johannisbeeren wie unsere Sorte Black'n'Red® Premiere® waren wesentlich weniger betroffen als grünlaubige Sorten.
Bild: Wie bereits bei den Früchten sehen wir dieses Jahr Sonnenbrand an den Johannisbeersträuchern sehr häufig in unseren Versuchsanlagen. Die Schäden am Laub indes sind eher kosmetischer Natur.
Bild: Deutlich robuster gegenüber Sonnenbrand zeigt sich die rotlaubige Johannisbeere Black'n'Red® Premiere®.
Stachelbeeren
Auch bei den Stachelbeeren war ein grosser Teil der Ernte bereits vor den stärksten Auswirkungen der Trockenheit reif. Trotzdem hat dieser Sommer deutliche Spuren hinterlassen – allerdings weniger durch den Wassermangel als durch die intensive Sonneneinstrahlung.
Noch mehr als bei den Johannisbeeren waren bei unseren Stachelbeeren vor allem die Früchte von Sonnenbrand betroffen. Und hier sind mir bei meinem Rundgang enorme Sortenunterschiede aufgefallen. Manche Sorten zeigten nur geringe Schäden, bei anderen waren durch den starken Sonnenbrand fast alle Früchte ungeniessbar. Weitere Informationen findest du in unserem Artikel «Sonnenbrand bei Stachelbeeren: Ursachen und Vorbeugung».
Bild: Stachelbeeren leiden vor allem unter der Sonneneinstrahlung – und zwar Früchte und Laub...
Honigbeeren
Wie viele andere Beeren waren Honigbeeren bereits geerntet, als die Auswirkungen der Trockenheit spürbar wurden. Bei meinem Rundgang konnte ich keine gravierenden Trockenschäden erkennen.
Bild: Den Honigbeeren hat die anhaltende Trockenheit und Hitze erstaunlich wenig ausgemacht.
Saskatoonbeeren
Ähnlich sieht es bei unseren Saskatoonbeeren aus. Auch ihre Früchte waren bereits reif, bevor die Auswirkungen der langen Trockenperiode voll zum Tragen kamen. Die diesjährige Ernte wurde vom späteren Wassermangel deshalb nicht beeinträchtigt. Auch nach der Ernte sind die Sträucher gut weitergewachsen. Trotz der vielen Wochen mit kaum Regen machen unsere Saskatoonbeeren weiterhin einen gesunden Eindruck, grössere Trockenschäden konnte ich nicht feststellen.
Bild: Die Saskatoonbeeren sehen ebenfalls vergleichsweise gesund aus.
Winterharte Passionsfrüchte (Cooltropics®)
Bei unseren winterharten Passionsfrüchten aus dem Cooltropics®-Sortiment kann ich auch nach zwölf Wochen mit kaum Niederschlag keine Auswirkungen der Trockenheit erkennen. Die Pflanzen sind weiterhin extrem stark gewachsen – genauso kräftig wie im vergangenen Jahr, als der Sommer sehr feucht war. Auch die Blüten- und Fruchtbildung wurde durch die Trockenheit nicht beeinträchtigt. Die Pflanzen bilden weiterhin viele Blüten und Früchte. Damit mein Garten auch in Zukunft in immer trockeneren Sommern mich mit Früchten versorgen kann, habe ich einige winterharte Passionsfrüchte gepflanzt.
Bild: Wie von einem anderen Planeten ... die Anlage mit unseren winterharten Passionsfrüchten Cooltropics sieht aus wie andere Jahre – Trockenschäden sind kaum auszumachen.
Holunder
Beim Holunder bin ich etwas überrascht, wie gut er mit der langen Trockenperiode zurechtkommt. Bei meinem Rundgang konnte ich kaum Trockenschäden feststellen. Obwohl Holunder ein relativ flaches Wurzelsystem besitzt, breiten sich seine Wurzeln sehr weit aus und können dadurch ein grosses Bodenvolumen erschliessen.
Der Kanadische Holunder (Howunder) zeigt sich bei uns noch robuster gegenüber Trockenheit als der Europäische Holunder. Besonders schätze ich am Kanadischen Holunder, dass er am neuen Holz blüht und dadurch bis in den Herbst hinein immer wieder neue Blüten bildet. Ich schätze es sehr, dass ich dadurch auch im Sommer noch die aromatischen Holunderblüten ernten und kulinarisch verwerten kann.
Bild: Auch der Howunder, der Kanadische Holunder, der an den diesjährigen Trieben blüht und fruchtet, zeigt kaum Trockenschäden... aber enormen Fruchtbehang.
Weinreben
Dass Weinreben tief wurzeln, ist bekannt. Dass unsere dieses Frühjahr frisch gepflanzten Weinreben aber so gut mit der langen Trockenperiode zurecht kamen, hat mich dann doch sehr überrascht. Nicht zuiletzt, weil wir die Anlage nach der Pflanzung, als es dann ziemlich rasch trocken wurde, nicht mal bewässert haben. Trotz dieser schwierigen Startbedingungen sind die Pflanzen gut angewachsen und haben die zwölf Wochen mit kaum Niederschlag gut überstanden.
Bild: Unsere im Mai frisch gepflanzten Weinreben sehen wüchsig und vital aus...
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.