Zitronatzitrone 'Etrog'

Citrus medica - die jüdische Zitrone

Die jüdische Zitrone
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Unreife Frucht
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#1 von 2 - Geschichte der Citrus - Die Urzitrone 'Etrog'
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#2 von 2 - Die Geschichte der Zedratzitrone

Die Zitrone 'Etrog' ('Citrus medica var. etrog') ist nicht nur eine der heute beliebtesten Sorten aus der Gattung der Zitronatzitronen, sie ist auch aufgrund ihrer bis in die Gegenwart gebräuchlichen Verwendung bei jüdisch-religiösen Zeremonien äusserst begehrt. Einzelne Etrog-Früchte, die völlig unversehrt sein müssen und auch von nicht veredelten Bäumen stammen müssen, werden in speziellen Transportverpackungen anlässlich des jüdischen Laubhüttenfestes verwendet. Zusammen mit Bachweiden- und Myrtenzweigen werden sie sieben Tage lang in besonderen Silberschatullen aufbewahrt. Eine jahrhundertealte Tradition in Israel, wo man die Zweige des „biblischen Baumes“ (in der Bibel auch „Prachtbaum Etz hadar“ genannt) früher zum Bau von Laubhütten verwendet hatte. 

Woher stammt die Etrog-Zitrone

Die Historie der Zotronatzitrone und bedingt auch der Etrog-Zitrone lässt sich allerdings anhand der zahlreich vorhandenen Überlieferungen bis in das Persien um 600 v. Chr. zurückverfolgen – als Frucht aus dem Garten Eden, wie sie in der Schöpfungsgeschichte beschrieben ist. Die Zitronatzitrone kam wohl aus dem heutigen Indien oder China ins Reich der Medier (deshalb auch der botanische Name Citrus medica), von dort dann nach Palästina. Wohl zusammen mit dem Exodus der Juden, die sich über den ganzen Mittelmeerraum und darüber hinaus verstreuten, kam die Zitronatzitrone und ihre jüdische Varietät, die Etrogzitrone auch im europäischen Mittelmeerraum an. Übrigens gilt die Zitronatzitrone zusammen mit der Mandarine, der Kumquat und der Pomelo als eine der ganz wenigen ursprünglichen Zitrusarten, die nicht durch Hybridisierung zwischen anderen ursprünglicheren Zitrusarten entstanden sind.

Wuchseigenschaften und Blüten

Allgemein gilt diese Zitrussorte als kleinwüchsig, wobei schon von vielen Besitzer berichtet wurde, dass die Zitrone ‘Etrog' mit zunehmendem Alter durchaus respektable Ausmasse erreichen kann. Eine Besonderheit, mit der sie auf der Beliebtheitsskala der Zierpflanzenfreunde ganz weit oben auf der Wunschliste steht, sind die wunderschönen, grossen Blüten, die innen im attraktiven Weiss erstrahlen und auf ihren Aussenseiten, mindestens im Knospenstadium, violett angehaucht sind. Auf den Trieben der Etrog Zitrone, die mit ovalen, sehr duftintensiven und zu den Enden hin rundlich geformten Blättern besetzt sind, befinden sich kleine, aber recht aggressive Dornen. 

Früchte der Zitrone 'Etrog' und ihre Verwendung

Augenfällig ist bei dieser Zitronatzitronensorte der asymmetrische Ansatz ihrer gelben, mittelgrossen Früchte, die nach vorne spitz zulaufen und innen reich an Kernen sind. Grössere Mengen an Fruchtfleisch sucht man allerdings vergebens. Die schmackhafte Schale der Etrog Zitronen ist reich an Aromastoffen und ätherischen Ölen und enthält eine Vielzahl an gesunden Inhaltsstoffen, wogegen das vorwiegend trockene Fruchtinnere als eine geschmackliche Mixtur aus bitter und sauer wahrgenommen wird. Die Reifezeit beginnt um den November herum. Die vollständig kräftig gelbe Schale ist dann längs gerippt und hat einen anhaftenden Stempel. Dieser muss übrigens unbedingt vorhanden sein, wenn die Frucht im jüdischen Kultus zum Laubhüttenfest eingesetzt werden soll.

Der italienische Forscher und Botaniker Giorgio Gallesio (1772 bis 1839) beschreibt die Sorte, die zu seiner Zeit besonders intensiv in Ligurien angebaut wurde so, dass sie sich ausgezeichnet aus Stecklingen vermehren lasse und man sie auch auf Bitterorange veredeln könne. Die Herbst- und Winterfrüchte der Zitrone ‘Etrog' eigneten für die Herstellung köstlicher Konfitüren, während man die im Sommer reifenden Zitronen an die Juden zum Sukkotfest verkaufen könne. Der umtriebige Botaniker dachte für seine Zeit bereits erstaunlich wirtschaftlich, hat aber dennoch leider keinerlei Rezepturen zur Marmelade mitgeliefert, so dass wir das unten nachholen.

Abgesehen von ihrer hohen religiösen Bedeutung (siehe oben), erfolgt die Verwendung wie bei den anderen Urzitronen oder Zedratzitronen. Da sie fast ohne Fruchtfleisch sind, werden vor allem die Schale und das Albedo verwendet, mit Salz und Olivenöl haltbar gemacht und als aromatisierendes Gewürz zu anderen Speisen gebraucht. Möglich ist wie gesagt auch die Herstellung von leckeren und geschmacklich sehr reichhaltigen Konfitüren (siehe unten).

Pflegemassnahmen und Überwinterung

Bedingt durch ihre allgemeine Schwachwüchsigkeit kommt es bei der Pflanze auch nur zu einer geringen und vergleichsweise zurückhaltenden Verzweigung. Auch bei der Zitronatzitrone Etrog ist es am besten, wenn sie im Sommer an einem sehr sonnigen und warmen Ort ein Plätzchen finden. Achten sie allerdings darauf, dass die Wurzeln nicht zu stark erhitzt werden: dazu wird der Topf etwas abgedeckt, z.B. mit anderen kompakt wachsenden Pflanzen und seine Farbe sollte sicher nicht schwarz sein.

Die Zitronatzitrone Etrog überwintern

Aufgrund ihrer besonders ausgeprägten Sensibilität gegen kalten Boden, niedrige Temperaturen im Allgemeinen sowie einem nicht funktionierenden Luftaustausch kommt es bei den Pflanzen vorrangig im Winter zu erheblichem Stress, der nicht selten zum Blattabwurf führt. Dennoch sollten während der Ruhepause Raumtemperaturen von 12 °C möglichst nicht überschritten werden, da die Zitrusgewächse ansonsten ihr Wachstum ungebremst fortsetzen. Dies ist nicht das einzige Problem bei zu hohen Temperaturen im Winter: Bei hohen Temperaturen erwartet die Zitronatzitrone auch sehr viel Licht, was aber meist im Winterquartier eben nicht im sommerlichen Überfluss vorhanden ist. Warm und relativ lichtarm – diese Kombination kann eine Zitruspflanze nicht verstehen und beginnt zu leiden. Zwischen 5 und 10 °C (abhängig von der Helligkeit im Winterquartier) wäre der ideale Temperaturbereich für die Etrog Zitronen. 

Traditionelle Zitronenmarmelade nach neapolitanischer Art

Sie benötigen:
  • 1 kg geschälte Etrog Zitronen
  • 2 TL Zitronenschalen
  • 800 Gramm Zucker (oder je nach Bedarf)
  • 200 ml Wasser
  • einen Apfel
So wird’s gemacht:
Zunächst sollen die Bitterstoffe aus der Albedo neutralisiert werden, was dadurch erreicht wird, dass die geschälten Zitronen (Schale vorher abreiben) für zwei bis drei Minuten in leicht kochendes Wasser gelegt und anschliessend durch ein Sieb gepresst werden. Dieser Vorgang muss eventuell noch zwei oder drei Mal wiederholt werden. Zwischendurch immer ein Stückchen der weissen Haut entfernen und kosten, ob sie noch bitter schmeckt.

Nachdem sie abgekühlt sind, schneidet man die Früchte in drei bis fünf Millimeter dicke Scheiben, entfernt die Kerne und gibt alles zusammen (mit dem Zucker, Wasser und einem in der Zwischenzeit zerkleinerten Apfel) in einen Kochtopf. Nochmals alle Zutaten erhitzen, fünf Minuten leicht köcheln und danach für zwölf Stunden zugedeckt ruhen lassen.

Danach wird der Topfinhalt letztmalig erwärmt, nachdem die abgeriebene Zitronenschale untergerührt wurde. Unter regelmässigem Rühren maximal zehn Minuten bei unterster Stufe durchkochen und die nun fertige Masse mit einem Rührgerät zu feinem Püree mixen. Die Marmelade ganz zum Schluss für einige Sekunden zum Kochen bringen, heiss in Schraubgläser füllen, Deckel drauf, um 180° gedreht auf den Kopf stellen – fertig!

Kurzbeschreibung der Zitronatzitrone 'Etrog'

Wuchs: Kleinbleibend und schwachwachsend
Blüten: Weisse Blütenfarbe, purpurfarbene Knospen
Früchte: Länglich, längs gerippt, aber sonst ist im Gegensatz zu den anderen Zedratzitronen die Oberfläche der Schale sehr glatt; fast kein Fruchtfleisch, schmeckt trocken und sehr sauer
Geschichte und Verwendung: Etrog Zedratzitronen gehören unabdingbar zum jüdischen Laubhüttenfest (Sukkot), das eine Art Erntedankfest ist und dazu auch an die Wüstenwanderung nach dem Auszug an Ägypten erinnert. Zum Gottesdienst wird in der rechten Hand ein dankfest Strauss mit einem Palmenzweig, mit drei Myrtenzweigen und zwei Bachweidenzweigen getragen, und in der linken Hand eine EtrogZitrone. Diese muss den höchsten Qualitätsanforderungen gerecht werden und auch noch einen unversehrten Stempel tragen. Der Bedarf an Zedratzitronen für dieses Jüdische Fest im September oder Oktober hat über Jahrhunderte eine eigene Etrog-Ökonomie begründet und die Früchte dieser Sorte sehr wertvoll und teuer gemacht.
Frosthärte/Überwinterung: Wie alle Zitruspflanzen kälteempfindlich, bis – 2 °C, verliert im Winter gerne das Laub, dann weiter kühl überwintern bei 5 – 8 °C, im Frühjahr treibt die Etrog-Zitrone wieder wunderbar aus.

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Zitronatzitrone 'Etrog' (3)

Gartenstory 21.08.2018 gefällt mir gefällt mir (0) gefällt mir nicht gefällt mir nicht (3) Antwort schreiben
Die Etrog - Dankbar, genügsam und tough.
Natürlich durfte für unseren Zitrus-Zengarten diese Art nicht fehlen mit einer Familie, die zur Hälfte jüdischer Abstammung ist.

Als ich sie auspackte, wurde mir sofort klar, dass ich es hier mit einem harten Kerl zu tun hatte, und sofort kamen mir die steinigen, heissen, trockenen Gegenden in Syrien und Palestina in den Sinn, da die Pflanze - kann ich nicht anders ausdrücken - urchig ist.

Mit Abstand die längsten Dornen, unsymmetrischer Wuchs, grosse, fast rauhe Blätter, sendet diese Zitrus-Art das Signal aus: ' Vorsicht, berühr mich nicht, ich kann mich wehren..'

Die Literatur sagt, dass sie langsam wächst, und eher ein Finöggel sei. Auch hier war ich positiv vom Gegenteil überrascht. Oder nicht, denn ich gab ihr den wohl unattraktivsten Platz, wo um Panel-Licht wie Sonne gebuhlt werden muss, obgleich es doch sehr hell ist.

Innert 10 Wochen hat die Etrog nicht nur ausgetrieben und kurz mal einen neuen Ast fabriziert, sie hat darüberhinaus noch schnell mal ein Duzend grosse, weisse Blüten gemacht, die tatsächlich klinisch rein fast wie ein Weichspüler riechen. Von wegen diffizil und feinfühlig...die verhält sich genau wie sie aussieht - 'Don't mess with me'...

Ueberhaupt versteh ich die Zitrus-Theorie auf Internet und UTube schon lange nicht mehr..denn die Dinger querbeet blühen und wachsen, wann immer sie wollen - total egal, ob es schon Hochsommer ist und eigentlich die Saison für's blühen und Früchte machen je nach Art längst vorüber wäre...

Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe das Gefühl, dass sich die verschiedenen Cousins gegenseitig animieren zum blühen und wachsen und gerade die Ur-Zitronen die nötige Härte und Widerstandskraft zu haben scheinen, easy von einem nativen hart-klima wie in Syrien oder Iraq, Iran oder auch Israel (heiss, trocken, kalt, Wüste etc.) zu dem eher milden Mediterranen Klima zu wechseln, das ich hier zu erzeugen versuche (Ganzjährig milde Temps, genugend Feuchtigkeit, viel frische Luft )

Vielleicht besteht hier tatsächlich eine andere Situation mit einem ganzen Mix verschiedener Zitrus-Pflanzen (plus Kräutern und Heilpflanzen in eigenen Töpfen dazwischen), als wenn man eine einzelne Zitrus am Fenster stehen hat. Der Bio-Rhythmus scheint sich anzugleichen...

Wieder muss ich sagen, dass die Etrog ebenfalls eine Sorte zu sein scheint, die dem Zitrus-Liebhaber schnelle Belohnung (Wachstum/Blüten) liefert.

Ich jedenfalls bin von allen den Lubera-Pflanzen begeistert, da ich eigentlich für dieses Jahr nichewo, Njet, erwartet hatte, geschweige denn einen Zengarten, der schon nach 10 Wochen wächst und blüht und duftet und uns jetzt schon jeden Tag dazu einlädt zu verweilen, schauen, geniessen, berühren, riechen...

In der Tat ein Symbol fürs Leben überhaupt, und dass man jeden Tag schätzen und geniessen solle.

Danke für den tollen Service, Lubera-Team.

Unsere kleine Etrog - siehe unten
Antwort (1)
Frage 26.06.2018 gefällt mir gefällt mir (1) gefällt mir nicht gefällt mir nicht (0) Antwort schreiben
Etrog Zitrone 'Etrog'
Handelt es sich bei diesem Produkt um eine aufgepfropfte Pflanze auf Unterlage?
Antwort (1)
Frage 15.03.2017 gefällt mir gefällt mir (0) gefällt mir nicht gefällt mir nicht (0) Antwort schreiben
Citrus überwintern
Hallo liebes Lubera-Team,

gibt es Citrusarten die dunkeln überwintert werden können?

Zweite Frage: Ist der Etrog veredelt?

Axel Stolpe
Antwort (1)
Name: Zitronatzitrone 'Etrog' Botanisch: Citrus medica 'Etrog'
Blätterfarbe: grün Blütenfarbe: weiss
Sonne: Vollsonne Boden Feuchtigkeit: feucht, trocken
Boden Schwere: mittelschwer, leicht Boden pH-Wert: neutral, schwach sauer
Winterhärte: im Winter im ungeheizten Raum Verwendung: Gewächshaus / Wintergarten, Kübel, Süd- und Westwände, Einzelpflanze
Erhältlich: April bis Dezember
Kundenbewertung 5.0/5
6 Bewertungen

17.10.2018 | 09:35:41
Ich habe die Etrog Pflanze auf den Balkon gestellt da es noch so schön warm ist und werde sie bald ins Wohnzimmer übersiedeln für die kältere Jahreszeit.

16.07.2018 | 12:14:57
schöne pflanze!!

02.05.2018 | 11:13:00
alles ok

28.08.2017 | 21:53:17
Ich kann Lubera jedem weiter empfehlen

25.07.2017 | 15:40:17
Sehr schöne Pflanze!

19.06.2017 | 10:40:59
Blüt wie wild!
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