Meine Quitte, ca. 30 Jahre alt, Sorte unbekannt, trägt Jahr für Jahr wunderbar. Seit 6-8 Jahren kommt es aber immer wieder vor, dass ein mehr oder weniger großer Teil der äußerlich makellos scheinenden Früchte innen braun bis graubraune Verfärbungen im Fruchtfleisch zeigen. So auch in diesem Jahr (s.Fotos). Wo kommt das her? Sind die Früchte damit noch zu verarbeiten, zu genießen, ohne geschmackliche Beeinträchtigung, oder sind sie unbrauchbar? Was kann man dagegen tun? Mit besten Grüßen und gespannt auf die Auskunft der Experten,
12.10.2012 Fleischbräune bei Quitten(von Falko Berg) Sehr geehrter Herr Fröhlich Die bräunlichen Verfärbungen im Fruchtfleisch nennt man Stippigkeit oder Fleischbräune. Es ist eine physiologische Störung, das heisst der Stoffwechsel im Baum ist gestört. Bei der Stippigkeit handelt es sich um eine Unterversorgung an Calcium. Dieser Nährstoff wird im Frühjahr während einer relativ kurzen Zeit vom Baum aufgenommen. Calcium ist nicht sehr mobil und kann daher bei ungünstigen Bodenbedingungen nicht genügend aufgenommen werden. Das kann vorkommen bei Trockenheit. Oft entsteht auch ein Calcium Mangel durch allzu starkes Wachstum des Baumes, deshalb sollte man allzu starke Schnitteingriffe vermeiden, die das Wachstum des Baumes anregen und allgemein mit Düngergaben zurückhaltend sein. In Jahren, wo wenig Früchte an den Bäumen hängen beobachtet man einen höhern Befall durch die Fleischbräune. In der Schweiz gibt es im Hausgartensortiment einen Calcium-Magnesium-Flüssigdünger der bei der Blütenendfäule bei Tomaten eingesetzt wird. Damit können auch Quitten und Aepfel behandelt werden, der Dünger muss in der empfohlenen Verdünnung auf die jungen, grünen Früchte gespritzt werden. Bei Poblemen mit der Fleischbräune die Früchte sofort nach der Ernte verarbeiten. Leichte Verfärbungen bei Quitten beeinträchtigen den Geschmack nicht, bei längerer Lagerung werden sie aber ungeniessbar. Mit freundlichen Grüssen Daniel Labhart