Inhaltsverzeichnis
- Feigen im Winterhärte-Test
- Die besten winterharten Feigen (TOP 5 Sorten)
- Feigenbaum 'Twotimer original'
- Feigenbaum 'Perretta'
- Feigenbaum 'Pastillière'
- Feigenbaum 'Early Black' / 'Early Dark'
- Feigenbaum 'Desert King'
- Winterharte Feigen mit Früchten und 4–6 Jahre altem Holz
- Feigenbaum 'Palmy bleu Walensee'
- Feigenbaum 'Rosso striato Toscana'
- Feigenbaum 'Osborn Prolific'
- Feigenbaum 'Rosso di Trani'
- Feigenbaum 'Ravin de Calce'
- Sehr winterharte Feigensorten, aber ohne Herbstfeigen
- Feigenbaum 'Pitalusse'
- Feigenbaum 'Petrelli'
- Gut winterharte Feigensorten für geschützte Standorte: 3 Jahre überlebt, mindestens 1,5 m gross und Früchte
- Feigenbaum 'Naturgartenleben'
- Feigenbaum 'Brogiotto bianco'
- Feigenbaum 'Gentile'
- Feigenbaum 'Grise Olivette'
- Feigenbaum 'Dauphine'
- Stehaufmännchen: Feigensorten, welche oft zurückfrieren, aber wieder austreiben und Früchte tragen.
- Feigenbaum 'Brown Turkey'
- Feigenbaum 'Violetta Portughese'
- Andere bedingt frostharte Feigensorten, welche wieder gut aus der Wurzel austreiben und fruchten:
Zusammenfassung
Unser langjähriger Freilandversuch zeigt, dass es bei Feigen grosse Unterschiede in der Winterhärte gibt. Von ursprünglich rund 135 getesteten Sorten konnten sich nur einige über Jahre hinweg ohne Winterschutz behaupten und gleichzeitig zuverlässig Früchte produzieren. Zu den besonders winterharten Sorten zählen unter anderem ‘Twotimer original’, ‘Perretta’ und ‘Pastillière’. Sie haben sich auch im kalten Winter 2025/26 erneut bewährt. Andere Sorten wie ‘Gentile’, ‘Grise Olivette’ und ‘Dauphine’ zeigen dagegen, wie wichtig der Standort ist: Auf unserer offenen, windigen Versuchsfläche litten sie deutlich stärker als in einem nahegelegenen Hausgarten mit milderem Mikroklima. Ob ein Feigenbaum winterhart genug für den eigenen Garten ist, hängt deshalb nicht nur von der Sorte ab. Auch ein sonniger, warmer und möglichst windgeschützter Standort erhöht die Chancen, dass der Feigenbaum kalte Winter gut übersteht und regelmässig Früchte trägt.
Praxis-Tipps
Die richtige Sorte wählen: Setze in Regionen mit strengen Wintern auf besonders robuste Feigensorten wie 'Twotimer original' oder 'Perretta'.
Einen windgeschützten Standort suchen: Schon ein etwas milderes Mikroklima innerhalb einer Siedlung kann Frostschäden deutlich reduzieren. Besonders kalter Wind setzt Feigen auf offenen Flächen stärker zu.
Nach Frostschäden nicht vorschnell aufgeben: Auch wenn eine Feige nach einem strengen Winter bis zum Boden zurückfriert, treibt sie fast immer wieder aus der Wurzel aus. Bis zur nächsten reichen Ernte kann es allerdings etwas dauern.
Unser Winterhärte-Test zeigt, welcher Feigenbaum winterhart ist
Um genau sagen zu können, welcher Feigenbaum winterhart ist, brauchen wir Erfahrungswerte. Deshalb haben wir bei Lubera 2018 angefangen, ungefähr 135 verschiedene Feigensorten auf ihre Winterhärte hin zu testen. Hierzu haben wir die Feigenbäume ausgepflanzt und ohne jeglichen Winterschutz oder Pflege ihrem Schicksal überlassen.
Der Versuch war sicher nicht perfekt, jedoch zeigte sich deutlich: Manch eine Feige ist frosthart und andere sind es überhaupt nicht.
Nach sechs Versuchsjahren zogen wir 2024 eine erste Bilanz. Ursprünglich hatten wir 135 Feigensorten im Test. Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich folgendes Bild:
- 44 Feigensorten sind gestorben
- 32 Feigensorten froren fast jährlich bis auf den Boden zurück
- 26 Feigen im Freiland wuchsen ok, produzierten aber nie essbare Früchte
- 33 Feigensorten wuchsen und produzierten Früchte
Damit hatten wir nach sechs Jahren bereits eine gute Grundlage, um die Winterhärte der verschiedenen Feigensorten zu beurteilen. Der Versuch wurde jedoch weitergeführt – und insbesondere der kalte Winter 2025/26 lieferte uns nochmals wichtige neue Erkenntnisse.
Im Folgenden zeigen wir, welcher Feigenbaum winterhart ist und sich in unserem Versuch für den Anbau in unseren Regionen bewährt hat.
Die besten winterharten Feigen (TOP 5 Sorten)
Von den über 130 getesteten Feigenbaum Sorten haben wir die besten 5 ausgewählt. Solch ein Feigenbaum kann in den meisten Gegenden in Deutschland, Österreich oder der Schweiz sicher angebaut werden. Die Top 5 Feigensorten mussten mindestens 4 Jahre altes Holz aufweisen, durften keine starken Frostschäden aufweisen und zudem reichlich frühe parthenokarpe Herbstfeigen ausbilden.
Einige dieser besonderen frostharten Feigenbäume wuchsen auf eine Höhe von über 4 Meter. Andere Feigensorten blieben mit »nur« 1,7 Metern Höhe etwas kompakter. Aber alle waren sie übervoll mit leckeren Feigenfrüchten.
Je nachdem, wann und an welchem Holz die Früchte entstehen, unterscheiden wir bei Feigen zwischen Sommerfeigen, Herbstfeigen und zweimaltragenden Feigen (Twotimer® Feigen). In folgenden Artikeln stellen wir die Feigentypen genauer vor und geben passende Sortenempfehlungen: «Sommerfeigen anbauen und ernten – Tipps und die besten Sorten», «Herbstfeigen anbauen und ernten – Tipps und die besten Sorten» und «Zweimaltragende Feigen (Twotimer® Feigen) anbauen und ernten – Tipps und die besten Sorten».
Feigenbaum 'Twotimer original'
Vielleicht die beste Feigensorte im Test. Übervoll mit grossen und langen Feigenfrüchten, die sehr früh reif werden. Das älteste Holz war ungefähr 4 Jahre alt und der Feigenbaum war mehr als 3 Meter hoch. Die Sorte ist beliebt und weitverbreitet. Auch im besonders kalten Winter 2025/26 zeigte die Feige 'Twotimer original' eine sehr gute Winterhärte und überstand den Winter ohne grössere Schäden. Die Sorte trägt sowohl Sommer- als auch Herbstfeigen. Trotz des strengen Winters entwickelte sie Sommerfeigen, die auch ausreiften. Die Früchte sind gross und geschmacklich sehr gut.
Bild: 'Twotimer original' ist eine sehr robuste, zweimaltragende Feige mit grossen, früh reifenden Früchten.
Feigenbaum 'Perretta'
Die Feige 'Perretta' war auch ein absoluter Gewinner des Sortentests. 5 Jahre altes Holz und 3,5 Meter hohe Feigenbäume. Der einzige Nachteil im Gegensatz zur Sorte 'Twotimer' ist, dass die Früchte etwas später reifen. Dafür wird man mit sehr grossen, birnenförmigen Feigenfrüchten und mit aromatisch-hellrotem Fruchtfleisch belohnt. ‘Perretta’ bestätigte ihre sehr gute Winterhärte auch im besonders kalten Winter 2025/26 und überstand ihn ohne grössere Schäden. Die Sorte trägt Sommer- und Herbstfeigen. Die Sommerfeigen reifen bei uns etwa ab Mitte Juli, die Herbstfeigen ab Ende August. Die Früchte sind relativ gross und sehr schmackhaft.
Bild: 'Perretta' ist eine winterharte Sorte mit grossen, birnenförmigen Früchten und zwei Ernten im Jahr.
Feigenbaum 'Pastillière'
Dass ein Feigenbaum winterhart sein und zugleich sehr aromatische Früchte liefern kann, zeigt die Feige 'Pastillière'. Diese gilt als die bestschmeckende winterharte Feige. Die frühen Herbstfeigen schimmern dunkelblau und das rote Fruchtfleisch ist einfach super lecker. Bei unserem Freilandversuch im Schweizer Rheintal hatte unser Versuchsbaum mindestens 4 Jahre altes Holz und wurde in dieser Zeit ungefähr 3 Meter hoch. 'Pastillière' kam auch völlig unbeschadet durch den Winter 2025/2026. Anschliessend entwickelte sie zahlreiche Herbstfeigen, die bereits ab Ende August reiften.
Bild: 'Pastillière' ist eine früh reifende Herbstfeige mit dunkelblauen Früchten und rotem, besonders aromatischem Fruchtfleisch.
Feigenbaum 'Early Black' / 'Early Dark'
Die Feige 'Early Black' ist eine zweimaltragende Feigensorte mit sehr dunklen Herbstfeigen. In unserem langjährigen Anbauversuch, in welchem wir wissen wollten, welcher Feigenbaum winterhart ist, schnitt die Sorte 'Early Black' hervorragend ab. Die Versuchspflanze blieb auch nach 5 Jahren mit 1,7 Meter Höhe relativ kompakt. Die Herbstfrüchte reifen ab Mitte September an einer eher kompakten Pflanze.
Bild: 'Early Black' wächst kompakt und trägt zweimal im Jahr, darunter dunkle Herbstfrüchte.
Feigenbaum 'Desert King'
Obwohl die amerikanische Feige 'Desert King' eigentlich nur Sommerfeigen produzieren sollte, haben wir in unserem Anbauversuch auch spät reifende Herbstfeigen (reif im Oktober) gehabt. Eine Besonderheit der Sorte ist, dass die jungen Fruchtansätze der Sommerfeigen bis zu -15 °C überleben können.
Bild: 'Desert King' ist eine robuste Sommerfeige, deren junge Fruchtansätze erstaunlich tiefe Temperaturen vertragen.
Winterharte Feigen mit Früchten und 4–6 Jahre altem Holz
In dieser Kategorie haben wir Feigensorten zusammengefasst, die in unserem Versuch in Sachen Winterhärte sehr gut abgeschnitten haben. Alle hier aufgeführten Sorten haben bewiesen, dass ein Feigenbaum winterhart sein kann: Die Pflanzen sind mindestens vier Jahre lang nicht zurückgefroren und haben darüber hinaus jedes Jahr Feigen produziert. Die meisten dieser Feigenbäume waren nach sechs Jahren im Freiland im Schweizer Rheintal 2 bis 4 Meter hoch.
Feigenbaum 'Palmy bleu Walensee'
Die Feige 'Palmy Bleu' benötigt etwas Startzeit, zu Beginn trägt sie relativ wenig Früchte, sobald sie aber etwas gewachsen ist, produziert sie viele Feigen über einen längeren Zeitraum. Die Sorte stammt aus einem Garten am oberen Walensee (CH), wobei die ursprüngliche Herkunft unbekannt ist.
Bild: 'Palmy Bleu Walensee' trägt anfangs eher wenig, später jedoch reichlich über einen längeren Zeitraum.
Feigenbaum 'Rosso striato Toscana'
Die italienische Feigensorte ‘Rosso striato‘ ist mehrmals in unserem Sortentest. Alle Varianten haben gut abgeschnitten. Die Selektion aus der Toskana war jedoch mit dem besten Fruchtansatz die beste. Der Name stammt von den leicht „gestreiften“ Sommerfrüchten der Sorte.
Bild: 'Rosso Striato Toscana' ist eine italienische Feige mit gutem Fruchtansatz und charakteristisch gestreiften Sommerfrüchten.
Feigenbaum 'Osborn Prolific'
Die Feige 'Osborn Prolific' gehörte auch nach dem besonders kalten Winter 2025/26 zu den Sorten, die sehr gut dastanden. Die zweimaltragende Sorte bildet Sommer- und Herbstfeigen. Auffällig ist das helle Fruchtfleisch mit einem besonderen Aroma, das etwas an Feigenblätter erinnert.
Bild: 'Osborn Prolific' ist eine zweimaltragende Feige mit hellem Fruchtfleisch und einem ungewöhnlich würzigen Aroma.
Feigenbaum 'Rosso di Trani'
Die Feige 'Rosso di Trani' ist eine italienische San-Pedro-Sorte, welche bei uns zu einem schönen 2,5 Meter grossen Feigenbusch wurde.
Bild: 'Rosso di Trani' ist eine italienische Sommerfeige mit kräftigem, buschigem Wuchs.
Feigenbaum 'Ravin de Calce'
Die Feige 'Ravin de Calce' ist wahrscheinlich ein Zufallssämling aus Frankreich. Die Herbstfrüchte sind eher klein, jedoch parthenokarp, so dass keine Befruchtung nötig ist.
Bild: 'Ravin de Calce' ist eine französische Feige mit kleinen, selbstfruchtbaren Herbstfrüchten.
Feigenbaum 'Pakistan wild'
Eine Überraschung in unserem Sortentest. Eine wilde Feige aus Pakistan, welche in 5 Jahren im Winter nie zurückfror und über 3,5 Meter hoch wurde. Sie setzte auch zuverlässig Herbstfeigen an, welche rechtzeitig ausreiften. Bisher ist die Sorte noch nicht im Verkauf. Vielleicht sollte man das ändern.
Feigenbaum 'Pescarzo Rosso Camonica'
Eine italienische Feigensorte aus der Nähe des Gardasees. Der Feigenbaum ist in den letzten 4 Jahren nicht stark zurückgefroren und trägt schöne Herbstfeigen an den bis zu 3 Meter hohen Zweigen.
Sehr winterharte Feigensorten, aber ohne Herbstfeigen
Es gab eine ganze Reihe von Feigensorten, welche eine erstaunliche Winterhärte und Wuchskraft zur Schau stellten. Alle Sorten in dieser Kategorie froren in den letzten 4–6 Jahren kaum zurück und überzeugten durch schönes Wachstum. Leider konnten wir dieses Jahr hier keine Herbstfeigen an den Zweigen entdecken. Je nach Sorte liegt es entweder daran, dass der Feigenbaum nur Sommerfeigen trägt, oder einfach blühfaul ist. Wie dem auch sei. Solche Feigenbäume sind ideal für den Anbau in Deutschland oder Österreich, wenn man nur nach dem Zierwert geht. Wer also nur einen Feigenbaum für die schönen Blätter will, sollte sich die folgenden Sorten genauer anschauen.:
Feigenbaum 'Pitalusse'
Die Feige 'Pitalusse' produziert normalerweise braun-violette Sommerfeigen und grüne Herbstfeigen. In unserem Freilandversuch wurde die Pflanze nach 4 Jahren 1,80 Meter hoch, hatte aber Schwierigkeiten, Früchte auszubilden.
Bild: 'Pitalusse' ist eine sehr winterharte Feige, bei uns blieb sie leider ohne Früchte.
Feigenbaum 'Petrelli'
Die Feige 'Petrelli' ist eine Sommerfeige aus Appulien in Italien. Ein sehr starker Wuchs und 5 Jahre ohne Frostschäden. Die Sommerfeigen sind gelb und birnenförmig.
Bild: 'Petrelli' ist eine stark wachsende, winterharte Sommerfeige mit gelben, birnenförmigen Früchten.
Feigenbaum 'Vajno Valle de Maggia'
Feigensorte aus dem Tessin. Hat 5 Jahre altes Holz, jedoch keine Früchte.
Feigenbaum 'Grosso'
Italienischer Feigenbaum, super Winterhärte und 2,8 Meter hohe Bäume, jedoch keine Herbstfeigen.
Feigenbaum 'Grarid'
Sehr winterharte Sorte mit mindestens 5 Jahre altem Holz und einer Gesamthöhe von 3 Metern.
Feigenbaum 'Grosio Valtellina'
Feigenbaum aus der norditalienischen Lombardei. Extrem winterhart. In 6 Jahren fror die Feige nicht ein einziges Mal stark zurück. Leider nicht sehr blühfreudig nach unserer Erfahrung.
Feigenbaum 'Petite Grise'
Frostharte französische Feigensorte. Sie ist in unserem Feigenversuch sehr gut gewachsen und erlitt 4 Jahre lang kaum Frostschäden.
Gut winterharte Feigensorten für geschützte Standorte: 3 Jahre überlebt, mindestens 1,5 m gross und Früchte
Ob ein Feigenbaum winterhart genug für den eigenen Standort ist, hängt nicht allein von der Sorte ab. Hier haben wir Feigenbäume, welche in milden Wintern kaum Schaden nehmen, aber alle 3–4 Jahre mal in einem kalten Winter stark zurückfrieren können. Trotz allem tragen sie zahlreiche Früchte und eignen sich deshalb gut für den Freilandanbau in geschützten Lagen.
Feigenbaum 'Naturgartenleben'
Die Feige 'Naturgartenleben' bleibt eher kompakt, trägt jedoch ausserordentlich viele Herbstfeigen, welche im Oktober reifen. Hat bei uns 6 Jahre ohne grössere Frostschäden überlebt. Auch der Winter 2025/26 konnte ‘Naturgartenleben’ wenig anhaben. Die Pflanze überstand die kalte Witterung gut und produzierte einige Herbstfeigen.
Bild: 'Naturgartenleben' wächst kompakt, ist robust und bildet zuverlässig Herbstfrüchte.
Feigenbaum 'Brogiotto bianco'
Die Feige 'Brogiotto bianco' ist eine der besten gelben Feigensorten. Produziert extrem viele grosse Früchte, welche aromatisch schmecken und Ende September reif sind. Definitiv eine Empfehlung, wenn die Frosthärte nicht absolut sein muss.
Bild: 'Brogiotto bianco' ist eine ertragreiche gelbe Feige mit grossen, aromatischen Früchten.
Ob ein Feigenbaum winterhart ist, wird auch stark vom Standort beeinflusst. Bei 'Gentile', 'Grise Olivette' und 'Dauphine' zeigte der Winter 2025/26 deutlich, welchen Einfluss der Standort auf die Winterhärte von Feigen haben kann. In unserer Versuchspflanzung auf dem offenen und stark dem Wind ausgesetzten Feld haben die drei Sorten unter dem kalten Winter deutlich gelitten.
Ganz anders sah es bei Pflanzen derselben Sorten in einem nahegelegenen Hausgarten aus. Dort stehen die Feigen zwar nicht besonders geschützt an einer Hauswand, befinden sich aber innerhalb einer Siedlung. Dadurch wird der kalte Wind gebremst und das Mikroklima ist im Winter etwas milder als auf unserer offenen Versuchsfläche. Unter diesen Bedingungen überstanden 'Gentile', 'Grise Olivette' und 'Dauphine' den Winter wesentlich besser.
Feigenbaum 'Gentile'
Die Feige 'Gentile' mit mittlerer Winterhärte hat schöne grüne Früchte mit einem ausgeglichenen Geschmack. In unserem Freilandversuch lag sie im sehr guten Mittelfeld. In Italien wird die Sorte im grossen Stil kommerziell angebaut.
Bild: 'Gentile' ist eine italienische Feige mit grünen Früchten, ausgewogenem Geschmack und mittlerer Winterhärte.
Feigenbaum 'Grise Olivette'
Die Feige 'Grise Olivette' ist eine zweimaltragende Feige aus der Provence mit mittlerer Winterhärte. Sie produziert grosse, süss-aromatische und saftige Früchte: Sommerfeigen reifen ab Mitte Juli, die besonders zahlreichen Herbstfeigen ab Mitte September. Die Früchte sind im Sommer gelbbraun bis olivfarben und färben sich im Herbst oft blau bis violett.
Bild: 'Grise Olivette' trägt zweimal im Jahr grosse Früchte, deren Farbe von Olivtönen bis Blauviolett reicht.
Feigenbaum 'Dauphine'
Die Feige 'Dauphine' ist eine sehr produktive französische Feige mit mittlerer Winterhärte und besonders grossen, süssen und saftigen Früchten. Sie gehört zum San-Pedro-Typ: Die Sommerfeigen entwickeln sich ohne Befruchtung, während die Herbstfeigen auf die Bestäubung durch die Feigengallwespe angewiesen sind.
Bild: 'Dauphine' ist eine produktive San-Pedro-Feige mit besonders grossen, süssen Sommerfrüchten.
Andere interessante Feigensorten mit mittlerer Winterhärte und selbstfruchtbaren Herbstfeigen:
- Montana nera
- Bianzone FF gross
- Thomas Wädenswil (sehr spät reif)
- Quinta (eher spät)
Stehaufmännchen: Feigensorten, welche oft zurückfrieren, aber wieder austreiben und Früchte tragen.
Auch wenn ein Feigenbaum winterhart genug ist, um langfristig im Freiland zu überleben, können die oberirdischen Triebe in strengen Wintern zurückfrieren. In unserem Feigenversuch in Buchs im Kanton Sankt Gallen in der Schweiz gab es eine Reihe von Feigensorten, welche sich als frostempfindlich herausgestellt haben. Sie bekamen fast jedes Jahr starke Frostschäden. Jedoch trieben die Feigenbäume wieder aus der Wurzel aus und konnten noch im selben Jahr Herbstfeigen bilden:
Feigenbaum 'Brown Turkey'
Die Feige 'Brown Turkey' gilt als die klassische winterharte Feige. Doch selbst wenn ein Feigenbaum winterhart ist, bedeutet das nicht, dass seine Triebe jeden Winter ohne Frostschäden überstehen. Bei uns im Versuch froren die Triebe jedoch fast jeden zweiten Winter zurück. Trotz allem konnte der Feigenbaum schnell neue Früchte produzieren.
Bild: 'Brown Turkey' treibt nach Frostschäden rasch wieder aus und kann erneut Früchte bilden.
Feigenbaum 'Violetta Portughese'
Trotz jährlichem starken Frostschaden schafft die Feige 'Violetta Portughese' es jedes Jahr, ungefähr 1 Meter lange neue Triebe zu bilden und darauf Herbstfeigen zu tragen.
Bild: 'Violetta Portughese' treibt nach dem Zurückfrieren aber kräftig aus und bildet noch Herbstfeigen.
Andere bedingt frostharte Feigensorten, welche wieder gut aus der Wurzel austreiben und fruchten:
- Piccolo Nero
- Palmata Strasbourg (Früchte eher spät)
- Goldfeige (Früchte eher spät reif)
- Dame blanche
- Candida (eher spät)
- White Genova
- Figue de Marseille (eher spät)
Lubera Originale sind exklusive Lubera® Sorten, die von Lubera entweder gezüchtet oder erstmals auf den Markt gebracht worden sind.
Wer Lubera Originale kauft, bekommt die doppelten Tells®-Äpfel (=Rabatte für die nächste Bestellung) gutgeschrieben.
Beim Kauf dieser von Lubera gezüchteten Lubera Original-Pflanze erhalten Sie die doppelten Tells gutgeschrieben.
Tells® werden grundsätzlich aufgrund des fakturierten Nettobetrags berechnet (1 Tells für volle 25 Euro/sFr).
Bei doppelten Tells wird am Schluss nochmals der Wert der Tells-Originale dazugerechnet und die neue Summe für die Berechnung der Tells benutzt.
Übersichtstabelle - welche Sorten waren im Test
Guten Tag,
die Antwort von Raphael Maier, den Verfasser des Textes:
„Es freut uns sehr zu hören, dass unsere Ergebnisse für hilfreich sind. Wir haben überlegt, die gesamte Tabelle zu veröffentlichen, haben uns aber dagegen entschieden. Vielleicht ändern wir das jedoch noch in der Zukunft.
Zuerst einmal warum haben wir nicht alles veröffentlicht?
Die Antwort ist recht einfach. Unser Test war nicht unbedingt 100% wissenschaftlich korrekt. Hierzu bräuchten wir für jede Sorte eine Anzahl an Wiederholungen an unterschiedlichen Orten. Oft hatten wir nur eine einzige Pflanze. Und somit ist ein negatives Ergebnis nicht unbedingt aussagekräftig. Vielleicht ist die einzelne Pflanze gestorben, weil es dort Wühlmäuse gab, oder jemand beim Mähen drüber gefahren ist, oder, oder, oder. In anderen Bedingungen hätte die Pflanze wahrscheinlich gut überlebt.
Warum haben wir überhaupt Ergebnisse veröffentlicht?
Naja wenn eine Pflanze 4-6 Winter bei uns überlebt hat, dann will das schon was heissen. Selbst wenn die Pflanze vielleicht ein bisschen gesünder am Anfang war oder an einem geschützteren Standort war. Somit ist das lange Überleben viel Aussagekräftiger als das Absterben einer einzelnen Pflanze.
Und was ist mit der „Ronde de Bordeaux“ konkret?
Diese Sorte hat bei uns nicht überlebt. Aber wie gesagt Vorsicht: Wie bereits gesagt: Es ist möglich, dass die Sorte anderswo gut überlebt hätte. Bei uns hat sie es leider nicht geschafft."
Ihr Lubera Team