Jostabeeren kaufen (3 Artikel)

Jostabeeren ConfiBeere JogustoJostabeeren sind der wahr gewordene Gärtnertraum, die Eigenschaften zweier Obstarten in einer neuen Obstart zu vereinen.

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Jostabeere Jodeli® (Confi®Beere)
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ab CHF 11.65/Pfl. Jostabeere Jodeli® (Confi®Beere) (Ribes x nidigrolaria) - die süsseste Jostabeere mit dem kompakten Wuchs
lieferbar
starke Pflanze im 5 L Topf CHF 29.90
3 starke Pflanzen, je im 5 L Topf CHF 85.40
statt CHF 89.70
6 starke Pflanzen, je im 5 L Topf CHF 161.90
statt CHF 179.40
Jostabeere Jogusto® (Confi®Beere)
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ab CHF 11.65/Pfl. Jostabeere Jogusto® (Confi®Beere) (Ribes x nidigrolaria) - die spätreifende Jostabeere mit dem starken Wuchs
lieferbar
starke Pflanze im 5 L Topf CHF 29.90
3 starke Pflanzen, je im 5 L Topf CHF 85.40
statt CHF 89.70
6 starke Pflanzen, je im 5 L Topf CHF 161.90
statt CHF 179.40
Jostabeere Jufruity® (Confi®Beere)
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ab CHF 11.65/Pfl. Jostabeere Jufruity® (Confi®Beere) (Ribes x nidigrolaria) - die frühreifende Jostabeere mit der höchsten Fruchtbarkeit
lieferbar
starke Pflanze im 5 L Topf CHF 29.90
3 starke Pflanzen, je im 5 L Topf CHF 85.40
statt CHF 89.70
6 starke Pflanzen, je im 5 L Topf CHF 161.90
statt CHF 179.40

Weitere Informationen über Jostabeeren

Botanisch ist hier dank jahrzehntelanger Züchterarbeit aus schwarzen Johannisbeeren und aus Stachelbeeren ein sogenannter Additionsbastard entstanden, der ja auch in seinem deutschen Namen deutlich auf die Eltern hinweist: Jo- steht für die Johannisbeeren und Sta- für die Stachelbeeren. Die hier im Shop vorgestellten besten Sorten der Jostabeeren vereinen wirklich die besten Eigenschaften der Elternsorten: Die Fruchtgrösse bis zu 2cm kommt von den Stachelbeeren, ebenso der fruchtigere und nicht allzu stark vom Cassisaroma geprägte Geschmack; die Farbe, Dornenlosigkeit und Fruchtbarkeit stammt von der schwarzen Johannisbeere. Insgesamt kommt der fruchtige Josta-Geschmack vor allem in Confitüren, Gelées und im Saft zum Tragen.

Jostabeeren kaufen – die schöne und klare Auswahl im Lubera® Pflanzenshop

Auch wenn die Vereinigung der Fruchteigenschaften fast perfekt gelungen ist, hatten die Jostabeeren bislang doch einen grossen Nachteil: Sie waren zu wenig fruchtbar, was letztlich auf ihre Herkunft als ‘Fusionsprodukt ‘ zurückzuführen ist (siehe weiter unten über die Geschichte der Jostabeeren). In unserer Lubera® Züchtung haben wir nun eine Serie neuer Jostasorten gezüchtet, die diesen Nachteil nicht mehr aufweisen, viel reicher tragen und auch einen insgesamt viel kompakteren Wuchs aufweisen. Während die herkömmlichen Jostabeeren gut gerne 200-300cm hoch werden, messen unsere neuen Confi® Jostabeeren nur noch 120-180cm und die Triebe sind in der Reifezeit dicht an dicht mit kurzen Trauben und riesigen Beeren besetzt.

Wenn Sie also Jostabeeren kaufen möchten, dann bietet unser Sortiment mit den drei neuen Confi® Jostabeeren neben den bekannten Eigenschaften der Jostabeeren weitere Vorteile:

  • Die Confi® Jostabeeren sind wie die alten Jostasorten dornenlos.
  • Zwei neue Sorten, Jodeli® und Jofruity® haben einen deutlich reduzierten Wuchs bei viel besserer Fruchtbarkeit. Jogusto® wächst zwar noch etwas stärker, aber auch hier ist die Fruchtbarkeit deutlich erhöht.
  • Jofruity® ist in der Kompaktheit schon ziemlich untypisch für eine Jostabeere, wächst eher wie eine schwarze Johannisbeere.
  • Jodeli® und Jogusto® haben riesige, bis zu 1.8cm Durchmesser messende Beeren.
  • Wie die älteren Josta fruchten auch die neuen Sorten am alten mehrjährigen Holz, was die Erziehung von Spalieren vereinfacht und bei Straucherziehung auch einen reduzierten Schnitt ermöglicht. Dies gilt vor allem für die Confi® Jostabeeren Jodeli® und Jogusto®.
  • Die neuen Sorten sind weitgehend tolerant gegen Blattkrankheiten, es gibt keinen vorzeitigen Blattfall, auch bei einem über Jahre praktizierten 0-Pflanzenschutz entstehen nur hier und da mal Mehltauspitzen, die aber von den kompakt-wüchsigen Pflanzen problemlos weggesteckt werden und keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit und den Ertrag haben.

Welche Jostasorte für welche Verwendung?

Jostabeeren ConfiBeere JofruityJogusto® ist von den neuen Confi®Beeren die am stärksten wachsende Sorte, sie kann auch mal in einer Wildobsthecke im Vordergrund oder am Rand eingesetzt werden. Dank ihres etwas stärkeren Wachstums und der schönen Verzweigungen am alten Holz eignet sie sich auch zusammen mit Jodeli® sehr gut für eine Erziehung als Dreiasthecke, wo an drei festen, bleibenden Ästen laufend neues Fruchtholz produziert wird. Jogusto® hat auch eine deutlich spätere Reifezeit, ca. 2-4 Wochen nach den anderen Sorten. Jogusto® kann auch zusammen mit der früheren Sorte Jodeli® geerntet werden, wenn die Früchte zu Marmelade verarbeitet werden sollen. Die noch etwas roten und knapp reifen Früchte von Jogusto® liefern dann das Pektin, und die vollreifen Früchte von Jodeli® den Zucker und das breite Aroma.

Jodeli® schmeckt von allen neuen Jostabeeren-Sorten am besten, hat am meisten Zucker, und besticht durch eine ausserordentliche Fruchtbarkeit. Die Confi®-Jostabeere Jodeli® bildet auch einen wunderschönen runden Strauch aus, der gerne auch solitär in einem Garten stehen kann. Jodeli® ist für die Straucherziehung und auch für die Heckenerziehung geeignet.

Schliesslich ergänzt Jofruity® das Sortiment. Diese Sorte ist so kompakt, dass sie vom Wuchs her schon fast wie eine normale Johannisbeere aussieht. Sie hat zwar etwas kleinere Früchte als die zwei anderen neuen Jostabeeren, aber dafür zeigen auch die vollreifen Früchte noch einen deutlichen roten Schimmer und bestechen mit einem sehr fruchtigen Aroma. Die Jostabeere Jofruity® ist vor allem auch für einen kleineren Garten geeignet und kann zusammen mit anderen Johannisbeeren auch in einer Reihe mit ca. 100cm Abstand von Johannisbeere zu Jostabeere gepflanzt werden.

Jostabeeren pflanzen – die wichtigsten Tipps und Tricks

Jostabeeren wachsen grundsätzlich immer noch relativ stark und bilden im Topf auch starke, fleischige Wurzeln aus. Deshalb ist es umso wichtiger, dass diese Wurzeln vor dem Auspflanzen entweder aufgeschnitten oder stark gelockert werden, so dass die Wurzeln am Gartenstandort schnell aus dem Topf rauswachsen und der Pflanze mehr Schub verleihen können.
Bodenmässig zeigen die Jostabeeren wenig Berührungsängste, halten einen PH von 5.5 bis 7.5 aus, kommen nach einem Anwachsjahr auch mit schwereren Böden zurecht. Einzig und allein Staunässe können auch die robusten Josta nicht ertragen. 

Falls man die Jostapflanzen als Sträucher erziehen will, sollte man sie doch 10cm tiefer pflanzen als im Topf, das heisst die Topfoberkante sollte mit mindestens 10cm Muttererde überdeckt sein. Damit ist sichergestellt, dass es unter der Erde genügend Augen und auch schlafende, versteckte Augen gibt, die auch immer wieder neue Basistriebe ausbilden. Für eine Erziehung am Spalier mit drei Ästen oder auch wenn man einen Stamm ausbilden will, wird hoch gepflanzt, die Topfoberfläche ist dann nur mit 1-3 cm Erde bedeckt, da man hier ja möglichst wenig Bodenschosse wünscht.

Bei der Erziehung als Strauch kann man bei der Pflanzung alle Äste belassen; der Strauch wird auch die ersten 3-4 Jahre nicht geschnitten. Bei einer Heckenerziehung werden nur die drei stärksten Äste stehengelassen, die nachher als Gerüstäste dienen. Möchte man z.B. mit Jodeli® oder Jogusto® einen Stamm, ein Jostabäumchen erziehen, so wird nur der Stärkste und geradeste Trieb belassen, seine Seitentriebe werden entfernt und die Spitze wird leicht angeschnitten, so dass sich da eine Krone ausbilden kann. Wenn der Stamm noch nicht genug hoch ist für die gewünschte Krone, muss er ein weiteres Jahr wachsen. Selbstverständlich werden dann bei der Stammerziehung und bei der Heckerziehung alle neuen Bodentriebe 2x pro Jahr entfernt.

Der beste Standort für Jostabeeren

Auch hier zeigt sich diese spezielle Obstart sehr tolerant, hält auch mal Halbschatten aus und trägt auch im vollen Schatten weiter Früchte (nimmt aber da an Fruchtbarkeit ab). Dennoch braucht z.B. Jodeli® auch Sonne, wenn die Früchte ihr volles Aromapotential erreichen sollen. Letztlich ist aber Halbschatten nicht mal so schlecht: Vor allem in den letzten Jahren haben die Jostabeeren im Hochsommer häufiger unter Sonnenbrand zu leiden.

Extrem spätfrostanfällige Lagen sind natürlich nicht als Standort geeignet, da es hier dann bei Frost zur Blütezeit zu Ernteausfällen kommen kann.

Jostabeeren schneiden

Sowohl die bekannten alten Jostasorten als auch die neuen Confi® Jostabeeren tragen sehr gut am alten, mehrjährigen Holz. Nicht nur bilden sich auch da immer wieder neue Blütenknospen aus, vor allem entstehen da immer wieder kurze bis mittellange Seitentriebe, die dann im Folgejahr aufs Schönste Früchte tragen. Darüber hinaus haben wir ja die Tendenz zum Sonnenbrand bereits erwähnt... Deshalb raten wir vor allem bei der Straucherziehung, die Jostapflanzen relativ dicht zu erziehen und die ersten 3-4 Jahre gar nicht zu schneiden. So entwickelt sich auch die volle Fruchtbarkeit. Ab dem 4. oder 5. Jahr kann dann jährlich ein alter Trieb ganz entfernt oder auf einen tiefer ansetzenden jungen Seitentrieb zurückgesetzt werden. Falls man den Eindruck hat, dass zu wenig neues Fruchtholz entsteht, schneidet man zusätzlich noch einige abgetragene Seitentriebe auf Stummel zurück, um die Bildung von frischem Fruchtholz anzuregen.

Dieser letztere Schnitt ist eigentlich auch die wichtigste Schnitt-Massnahme bei der Spaliererziehung, z.B. zu einer Dreiasthecke: Hier wird abgetragenes Seitenholz laufend nach 2-3 Jahren auf Stummel zurückgeschnitten, so dass die Bildung von frischen Ästchen angeregt wird. Basistriebe werden 2 x pro Jahr (vor dem Austrieb und um den längsten Tag) ganz entfernt; zu starke und tief ansetzende Seitentriebe werden nach 30cm zurückgeschnitten.

Die am kompaktesten wachsende Jostabeere Jofruity® wird eher wie eine normale Cassis geschnitten: Hier wird also schon im 2. bis 3. Jahr mit dem Schnitt begonnen, der sich aber darauf beschränkt, jedes Jahr ca. zwei abgetragene Äste ganz zu entfernen.

Jostabeere vermehren

Schneiden Sie im Herbst oder Winter von der zu vermehrenden Jostasorte einen frischen, diesjährig gewachsenen Trieb ab und teilen Sie ihn in ca. 15cm lange Steckhölzer. Diese werden dann bis auf 1-2 Knospen ins Pflanzbeet oder in den Topf gesteckt. Erfolgt das Stecken schon im Herbst, muss im Februar nachgesteckt und runtergedrückt werden, da der Frost die Steckhölzer meist etwas aus dem Boden hebt. Im März/April treibt dann das Steckholz zuerst aus, bildet dann aber unter Stress erst die Wurzeln aus; nach einem Jahr können die Jungpflanzen an den Endstandort verpflanzt werden.

Ernte und Verarbeitung

Grundsätzlich muss man vor allem bei den Confi®Beeren Jodeli® und Jogusto® warten, bis sie ganz schwarz werden: Dann erst ist das volle Aroma entwickelt, dann erst haben die Früchte genug Zucker. Die Beeren der kompakten Sorte Jofruity® haben eine etwas rötlichere Farbe, hier muss man nicht ganz bis zur Nachtschwärze warten. Wie bei den Stachelbeeren weisen knapp reife Jostabeeren-Früchte mehr Pektin auf, so dass die damit hergestellte Confitüre ohne fremdes Zutun gut einkocht. Hier können auch wie schon erwähnt die vollreifen Früchte von Jogusto® mit etwas (30-50%) knapp reifen Früchten von Jogusto® versetzt werden.

Leider reifen die Jostabeeren nicht ganz gleichzeitig, allerdings sind die neuen Confi®Beeren jetzt doch schon so weit entwickelt, dass die Sorten für die Verarbeitung auch in einem Pflückgang geerntet werden können, wenn erstmal ein Grossteil der Früchte die schwarze Vollreife erreicht hat (die noch rot gebliebenen Nachzüglerfrüchte tragen dann mehr Pektin bei). Sind die neuen Confi®Beeren aber für den Frischgenuss oder fürs Einfrieren vorgesehen, so lohnt es sich doch, die Früchte in zwei oder drei Pflückgängen abzuernten, und immer nur die prallsten, schwärzesten und reifsten Früchte zu ernten. Jostabeeren können gut auch längerfristig eingefroren werden und tauen auch intakt auf.

Krankheiten und Schädlinge

Jostabeeren sind sehr robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Vor allem sehen wir da die von den Stachelbeeren bekannte Blattfallkrankheit gar nicht. An einzelnen Triebspitzen kann man schon mal ein wenig Mehltau sehen, aber die Pflanzen stecken das in ihrer Robustheit einfach so weg und der Mehltau kann auch nicht ältere Triebteile oder Früchte angreifen. Ein Pflanzenschutz ist deshalb nicht notwendig.

Bei einem intensiven lokalen Befall durch die Kirschessigfliegen ist es angezeigt, die Jostasträucher mit einem Schutznetz zu schützen, vor allem ab dem Zeitpunkt, an dem sie umfärben.

Die vielen Namen der Jostabeere

Es kann ja kaum überraschen, dass diese noch junge Obstart auch viele Namen hat, da sie ja sozusagen schon aus 2 Obstarten besteht. Den Namen Jo-sta haben wir ja schon erklärt. Vergleichbare Züchtungsresultate im Osten Deutschlands wurden Jochelbeeren genannt, in Österreich hört man auch mal die Namen Rogatze und Joglbeere. Ein sehr früher Vorläufer der Jostabeeren wurde in England ribes culverwelli genannt. Der korrkete botanische Name kautet ziemlich kompliziert ribes x nidigrolaria. Auch das ist schnell erklärt: ni- steht für Ribes nigrum, die schwarze Johannisbeere, di- für Ribes divaricatum (eine amerikanische Stachelbeerart, die auch eingekreuzt wurde) und grolaria für den alten botanischen Namen der Stachelbeeren Ribes grossularia.

Die frühe Geschichte der Jostabeeren

Die Vision, Stachelbeeren mit schwarzen Johannisbeeren zu vereinen, treibt Ribes-Züchter schon seit dem 19. Jahrhundert um. Ein Mr. Culverwell soll schon um 1880 entsprechende Kreuzungen durchgeführt haben. Das Ziel: die Fruchtgrösse und die Fruchtigkeit der Stachelbeeren mit dem Zucker und dem Aroma der Schwarzen Johannisbeere zu vereinen und so eine neue Obstart zu züchten, die nicht nur grössere Früchte als die Schwarzen Johannisbeeren trägt und dornenlos ist, sondern möglichst auch eine Toleranz gegen den amerikanischen Stachelbeermehltau aufweist. Die ersten Experimente verliefen aber wohl im Sand – die Ribes culverwelli, die daraus resultierten, wurden nie weiterentwickelt.

Das Problem: Kann man Stachelbeeren und Schwarze Johannisbeeren überhaupt kreuzen?

Benutzt man bei einer Cassis x Stachelbeer-Kreuzung die schwarzen Johannisbeeren als Mutter und die Stachelbeeren als Pollenspender, so ist es zwar relativ leicht möglich, diploide Hybriden zu produzieren, allein sie tragen sozusagen keine Früchte mehr, sie sind steril. Wenn es doch vereinzelt Früchte gibt, so entstehen sie parthenokarp, also ohne Befruchtung und tragen keine keimfähigen Samen in sich – wahrlich eine züchterische Sackgasse.

Der Grund: Schwarze Johannisbeeren (Ribes nigrum) und Stachelbeeren (Ribes uva crispa oder Ribes grossularia) gehören zwar beide der gleichen Pflanzengattung der Ribes an, haben wohl auch historisch den gleichen Ursprung, aber sie haben sich in der Evolution und menschlichen Selektion und Züchtung so weit voneinander weg entwickelt, dass sie letztlich nicht mehr wirklich zusammenpassen. 

Bei den aus der Kreuzung von schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere entstehenden diploiden Hybriden funktioniert die sogenannte Meiose, die Reduktionsteilung nicht oder nicht zufriedenstellend. Und diese Meiose ist eine entscheidende Voraussetzung für die generative Vermehrung, also für die Bildung von Früchten mit keimfähigen Samen.

Die Lösung des Problems und die Entstehung der Jostabeeren

Ab den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts nahm sich Erwin Baur dieses Problems und der Stachelbeer x Johannisbeer = Josta-Vision an und nach dem zweiten Weltkrieg auch Dr. Rudolf Bauer und Hermann Schimmelpfeng. Sie stellten in relativ komplexen Kreuzungen Bastarde von Stachelbeere und Schwarzer Johannisbeere her, teilweise benutzten sie auch Ribes divaricatum, eine weitgehend mehltauresistente amerikanische Stachelbeerart. 

Wie lösten sie aber das Problem der Unfruchtbarkeit, der Sterilität? Sie verdoppelten mit Hilfe des natürlichen Colchizingifts den Chromosomensatz der diploiden Bastarde, machten aus diploiden Pflanzen tetraploide Pflanzen. Damit machten sie sozusagen die neuen ‘verdoppelten’ Hybriden mit sich selber kompatibel, so dass die Meiose wieder zufriedenstellend oder mindestens zureichend funktioniert.

Aus ihrer jahrzehntelangen Züchtungsarbeit, die zudem durch den zweiten Weltkrieg und viele Pflanzenverluste unterbrochen wurde, resultierten schlussendlich die Jochelbeeren (in der ehemaligen DDR) und die Jostabeeren (im Westen), später auch diverse Sorten wie Jostine und Jogranda. Diese Sorten sind grossfruchtig und dornenlos, vereinen wie erträumt die Eigenschaften der Stachelbeeren und der Cassis, sie sind – wohl aufgrund der Tetraploidie – sehr stark wachsend. Aber ein grosses Problem ist leider noch immer nicht gelöst: Die Fruchtbarkeit ist weiter reduziert, sehr grosse wüchsige Sträucher, die schnell mal 3m Höhe erreichen, bringen nur relativ wenig Früchte hervor. Dies ist wohl ein wesentlicher Grund, dass sich die Jostabeeren nie wirklich auf breiter Front durchsetzen konnten, obwohl ihre Eignung vor allen für Säfte und für Konfitüren ausser Frage steht und auch die Mutterobstarten Stachelbeeren und Cassis in den Schatten stellt.

Jostazüchtung bei Lubera®

Unsere Hypothese war es, dass über neue Kreuzungen innerhalb der Jostafamilie die Kompatibilität der Jostas mit sich selber verbessert werden könnte und dass damit das grösste Problem der Josta, die Fruchtbarkeit, letztlich die Fruchtproduktion pro Kronenvolumen verbessert werden könnte. Unser langjähriger Züchtungsbegleiter und Freund Martin Weber stellte uns dafür vor ca. 12 Jahren Samen aus einer Kreuzung zwischen Josta und Jostine zur Verfügung und wir zogen daraus einige hundert Pflanzen heran, die wir dann in den letzten 10 Jahren über einen aufwändigen, zwei Selektionsstufen umfassenden Prozess auf die fruchtbarsten und besten Sorten reduziert haben, die wir jetzt vermehren und auf den Markt bringen.

Wie geht die Jostazüchtung weiter?

Wie könnte man Josta weiterzüchten, wie könnte man die neuen Confi®Beeren noch verbessern? Als Züchter wissen wir, dass es nie einen Stillstand oder einen perfekten Endzustand gibt, dass immer noch mehr möglich wäre. Allerdings stellt sich schon die Frage, ob innerhalb des aktuellen Josta-Genpools das Weiterzüchten Sinn macht. Einerseits zeigt zwar der Fortschritt von den klassischen Josta- zu den Confi®Beeren, dass hier noch genug genetische Diversität für Fortschritte vorhanden ist, andererseits hätten wir aktuell natürlich viel bessere, resistentere und auch grossfruchtigere Cassissorten und Stachelbeeren (aus der Lubera® Züchtung) zur Verfügung, um die Arbeit von Dr. Bauer und Erwin Baur auf einer neuen Stufe zu wiederholen… und die Jo-sta sozusagen von der Basis her, über die Bastardisierung der besten Stachelbeersorten mit den besten Cassissorten – neu aufzubauen. Die Entscheidung bei Lubera® und bei unserem Züchterfreund Martin Weber ist noch nicht gefallen, kommerziell ist Josta wahrscheinlich für einen solchen grundsätzlich neuen Ansatz zu unwichtig, allein unser Züchterehrgeiz ist von einem solchen Projekt schon angetan. Schon sehen wir 3cm grosse Beeren vor unserem geistigen Auge. Bis dahin aber werden weitere 10-20 Jahre vergehen. Eigentlich eine kurze Zeit, wenn man an den Beginn der Jostazüchtung um 1880 zurückdenkt.

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