Apfelbaum 'Schneiderapfel'

Malus 'Schneiderapfel' - Ausgezeichneter Mostapfel mit herbem Geschmack

Schneiderapfel
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Der 'Schneiderapfel' ist eine perfekte Hochstamm-Apfelsorte: Mit einem starken, gesunden und aufrechten Wuchs bildet er perfekte Hochstammkronen aus. Seine festen und sehr saftigen Äpfel sind perfekt für die Mostherstellung geeignet, bringen neben dem Zucker auch die Säure und auch jenen Hauch Bitterkeit mit, die für die Saftherstellung und auch für die Zubereitung von vergorenen Apfelsäften unabdingbar sind. Das waren auch die Beweggründe, warum der 'Schneiderapfel' 2008 in der Schweiz zur "Sorte des Jahres" gekürt wurde. Ein weiterer Grund für diese Auszeichnung war, dass der Apfelbaum 'Schneiderapfel' bis dahin bereits über ein Jahrhundert lang erfolgreich als Stammbildnersorte in den Baumschulen verwendet wurde, eine Einsatzmöglichkeit, für die auch unsere Stammformen des 'Schneiderapfels' perfekt geeignet sind.

Vorteile des 'Schneiderapfels'

  • bekannte Schweizer Sorte zur Herstellung von Apfelsäften, perfekt mit Säure und Bitterstoffen
  • einer der besten Stammbildner für Hochstammobstsorten
  • gut für den Anbau in Höhenlage bis 800 m geeignet
  • frost- und krankheitstolerante Apfelsorte (Schorf, Feuerbrand u. a.)
  • stark und aufrecht wachsend, mit pfeilgeradem Stamm, bildet stabile und grosse Kronen aus
  • späte Blüte – hohe Blütenfrosttoleranz

Wuchs und Kronenaufbau des 'Schneiderapfels' 

Charakteristisch für den 'Schneiderapfel', der auch unter den Synonym-Namen Albisser und Welsch Grünacher bekannt ist, ist der starke Wuchs mit seinen kräftigen, aufwärtsstrebenden Trieben und einer sehr breit ausladenden Baumkrone. Gerade beim Jungbaum empfehlen wir daher einen sorgfältigen Gerüstaufbau, die Leitäste müssen sorgfältig einen 45-40° Winkel zur Waagrechten gebunden werden.

'Schneiderapfel' schneiden

Danach wird die Jungkrone alle zwei Jahre geschnitten, nach innen und sonst unpassend wachsende Äste werden entfernt, die Leitäste werden nochmals einige Male um 30-40% des Jahreszuwachses eingekürzt, um den Kronenaufbau zu entwickeln und zu stabilisieren. Der kräftige Wuchs hat einen hohen Energiebedarf zur Folge, so dass die ersten Ernten dementsprechend später erzielt werden als bei andere Apfelsorten, aber das spielt bei der Erziehung eines grossen und schönen Hochstamms keine entscheidende Rolle. Zunächst hat der Aufbau Priorität, erst dann kommen die grossen Mostapfelerträge… Dafür sind besonders an geschützten Standorten die Erträge erfreulich hoch und über die Jahre hinweg regelmässig. 

Frühlingsfrostresistenz beim 'Schneiderapfel' führt zu hohen und regelmässigen Erträgen

Für die Regelmässigkeit der Erträge sorgt auch die späte Blüte Anfang Mai, die mithilft, dass der 'Schneiderapfel' weitgehend den Frühlingsfrösten entgeht – natürlich hilft dazu auch die grosse und hohe Krone, die über der den Kaltluftseen des Frühlingsfrosts liegt. Aus dem gleichen Grund und aufgrund der Tatsache, dass der 'Schneiderapfel' nicht wie viele andere Mostapfelsorten triploid, sondern eben diploid ist, tendiert diese Sorte auch sehr wenig zum alternierenden Fruchtansatz (also nur jedes zweite grosse Fruchterträge), er trögt also erfreulich regelmässig und bring jedes Jahr hohe Mostapfelerträge. Der Ertragseintritt beginn ca. ab dem 7. bis 8. Standjahr.

Der 'Schneiderapfel' als Stammbildner

Aufgrund seines schönen und aufrechten Wuchses wurde der 'Schneiderapfel' historisch auch als Stammbildner eingesetzt: Weniger wüchsige Apfelsorten wurden später auf seine Krone aufveredelt. Dies ist natürlich auch mit unseren Schneiderapfel-Hochstämmen möglich: Sobald die Krone erzogen ist, also nach 2-3 Jahren, können die Leitäste nach Bedarf mit anderen Apfelsorten umveredelt werden, so dass sie eine Mehrsorten-Hochstamm erziehen können. Der starke Wuchs des 'Schneiderapfels' wird dann auch auf die aufveredelten Sorten übertragen. Achten Sie darauf, dass sie eher süsse Sorten mit einer späten Reife veredeln, so dass alle Äpfel gleichzeitig geerntet werden können und auch einen perfekten Obstsaftmix ergeben: Der 'Schneiderapfel' liefert dann den Grundsaft mit Säure, Vitamin C und den notwendigen Bitterstoffen (die für das breite Saftaroma sorgen), die Zusatzsorten bringen mehr Zucker für einen bekömmlichen runden Saft oder auch für den genügend grossen Alkoholgehalt (falls der Saft vergoren werden soll).

Die Früchte des 'Schneiderapfels' ernten – Verwendungsmöglichkeiten

Beim hochstämmigen 'Schneiderapfel' Baum beginnt die Erntesaison etwa ab Ende September. Meistens wartet man mit der Hochstammernte noch etwas länger, bis sich die Sollbruchstelle zwischen dem Apfelstiel und dem Fruchtholz ausgebildet hat – und dann können die Bäume in 1-2 Arbeitsgängen geschüttelt und dann am Boden zusammengelesen werden. Die relativ spät geernteten 'Schneideräpfel' können sofort gemostet werden; werden die Früchte etwas früher und händisch geerntet, können sie auch bis ins neue Jahr gelagert werden – um dann später zu frischen Säften verarbeitet oder auch als Kochäpfel verwendet zu werden. Die Früchte werden in einem kühlen und trockenen Lagerraum ab Januar ihre volle Genussreife erreicht haben und sind nun noch um die zwei bis drei Monate haltbar. Je öfter und länger der Standort in den letzten Monaten von der Sonne verwöhnt wurde, desto intensiver fällt am Ende die zum Teil orangerot bis mittelrötliche Bemalung der reifen Früchte aus, die seinen Besitzer zusätzlich noch mit einem gut wahrnehmbaren Apfelduft erfreuen. 

Der 'Schneiderapfel' als Kochapfel

Beim Kochen zeichnet sich der 'Schneiderapfel' durch seine Konsistenz aus, das heisst er verkocht nicht, sondern die Fruchtstücke bleiben erhalten, sind ganz und doch zart und saftig zu geniessen. Im Süddeutschen Raum und in der Schweiz spricht man denn auch bei dieser Eigenschaft von einem Stückliapfel.
Hoher Polyphenolgehalt und hohe Saftausbeute
Wenn Sie einen Apfelbaum 'Schneiderapfel' – Hochstamm bei Lubera kaufen und später seine Früchte verarbeiten oder kochen, tun Sie darüber hinaus noch Ihrer Gesundheit etwas besonders Gutes, die durch die sehr hohen Polyphenolwerte (entzündungshemmend und krebsvorbeugend) dieser Sorte auf natürliche Weise gestärkt wird. Verwendung in der Küche finden die Früchte als Saft- und Mostapfel, Kochapfel, Backapfel und Lagerapfel zum Rohverzehr. In der Schweiz, in Süddeutschland wie auch in der übrigen Alpenregion gilt der 'Schneiderapfel' als Spezialmostapfel (mit höherem Früchtepreis) und Moster und Apfelsaftkenner schätzen die Früchte insbesondere aufgrund ihrer hohen Saftausbeute von bis zu 83 Prozent ihres Gesamtgewichts. 

Kurzbeschreibung Apfel 'Schneider'

Grösse: bis zu 8-10 m breit und hoch
Wuchs: stark wachsend, sehr ausladend
Standort: sonnig bis halbschattig, Pflanzung im Flachland und Mittelgebirge sowie in Extremlagen möglich, da späte Blüte und wenig Frühlingsfrost-Gefahr. Höhenlagen bis 800 m möglich.
Boden: anspruchslos an Boden, etwas lehmig oder auch sandig; der 'Schneiderapfel' kann sich überall gut etablieren
Reifezeit: ab Anfang Oktober 
Blütezeit: eher spät, Ende April, Anfang Mai
Lagerfähigkeit: bis Ende März unter idealen Bedingungen
Frucht Aussehen und Form: mittelgross, kugelig, orangerot sonnenseits, mit fester Schale
Geschmack: süss-säuerlich, mit guter Säure für die Saftherstellung
Herkunft/Geschichte: Bereits seit mehr als 300 Jahren wird diese aus dem Region Zürich stammende Sorte produziert und vorwiegend zur Herstellung von Säften verwendet. Im Jahr 2008 wurde Sie zur Schweizer Lokalsorte gewählt.
Befruchtung: selbstunfruchtbar, brauchen aber keinen in der Nähe stehenden Befruchter, da die Insekten und Bienen zur Blütezeit genug Pollen auf sich tragen, um eine Befruchtung zu ermöglichen.

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Apfel 'Schneiderapfel' (1)

Frage
23.09.2018 - Hochstamm
Hallo,
kommen im Oktober noch andere Hochstammsorten in den Verkauf? Im Moment verkaufen Sie ja nur eine Apfelsorte. Ich wäre sehr an Mostäpfelsorten interessiert.
V.G. Anke
Antworten (1)
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Name: Apfel 'Schneiderapfel' Botanisch: Malus
Blütezeit: Anf. April bis Ende April Reifezeit: Ende Okt.
Blätterfarbe: grün Blütenfarbe: weiss
Sonne: Halbschatten, Vollsonne Boden Feuchtigkeit: feucht, trocken
Boden Schwere: schwer, mittelschwer, leicht Boden pH-Wert: schwach alkalisch, neutral, schwach sauer
Winterhärte: winterhart Verwendung: Einzelpflanze
Süsse: sauer Laubkleid: laubabwerfend
Erhältlich: Februar bis Dezember
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