Saatkartoffeln 'Sarpo Mira'

Solanum tuberosum 'Sarpo Mira' - Der krautfäuleresistente Kartoffel-Shootingstar der Selbstversorger-Community

Saatkartoffel Sarpo Mira
Saatkartoffel Sarpo Mira
Saatkartoffel Sarpo Mira
Saatkartoffel Sarpo Mira
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Die unbeschwerte Herrlichkeit des frühen europäischen Kartoffelanbaus währte nicht lange. Kaum hatte der neuweltliche Erdapfel die Wandlung von der botanischen Kuriosität zum Grundnahrungsmittel der Unterschicht und somit den Sprung aus den noblen Schaugärten in die bäuerliche Scholle geschafft, wurde über verseuchtes Pflanzmaterial der Krautfäuleerreger Phytophthora infestans eingeschleppt. Seit seinem erstmaligen Auftreten bereitet dieser Pilz vom Topfgärtner bis zum Hektarenbewirtschafter jedem Kartoffelproduzenten Sorgen. Zumindest für den Hausgarten gibt es eine einfache Lösung: die krautfäuleresistente ‘Sarpo Mira’. 

Vorteile von ‘Sarpo Mira’:

  • Krautfäuleresistenz (P.infestans). Die Kartoffelsorte mit der besten Blattgesundheit
  • Sehr ertragreich, durch die ganzsommerlich ausgezeichnete Blattgesundheit können wahrliche Knollengiganten heranwachsen
  • Hellrote, fast weissfleischige Knollen mit guter Lagerfähigkeit, ausgezeichnet für Salz- und Pellkartoffeln

Krautfäule – der Pilz aus dem Geschichtsbuch

Massive Ernteausfälle nach der erstmaligen Einschleppung des Krautfäule-Erregers in den späteren 1840ern führten zu verheerenden Hungersnöten in den kleinbäuerlichen Bevölkerungsschichten, besonders in Irland, regional aber auch auf dem europäischen Festland. Nebst der Begründung des irischen Nationaltrauma befeuerte die Krautfäule-Katastrophe die Unabhängigkeitsbestrebungen vom englisch dominierten Commonwealth und somit indirekt auch den inneririschen Konfessionskonflikt. Der Kartoffelpilz ist also nebst den politischen Querelen mit ein Treiber für die irischen Emmigrationswellen und somit massgeblich mitverantwortlich für die angelsächsisch geprägte Leitkultur insbesondere in den Vereinigten Staaten, aber auch in anderen klassischen Immigrationsländern wie Australien und Neuseeland. 

Die Lösung des Krautfäule-Problems

Auch nach seinem verheerenden europäischen Debut machte die Krautfäule Kartoffeln braun und matschig und somit das Leben der Kartoffelbauern schwer, erste Lösungen wurden erst mit der grünen Revolution in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt. Einerseits wurden chemische Brühen mit pilzhemmender Wirkung zum Pflanzenschutz eingesetzt, anderseits wurde die Kreuzungs- und Züchtungstheorie systematisch umgesetzt, um die Widerstandsfähigkeit der Kartoffeln zu verbessern. ‘Sarpo Mira’ ist eine solche Sorte, die aus jahrzehntelanger Resistenzzüchtung entstanden ist. Wenn andere Sorten schon längst kahl sind und komplett kapitulieren mussten, steht sie noch grün da. Eine resistente Kartoffelsorte? Problem gelöst? 

Das ewige Resistenzdilemma

Weit gefehlt, nebst der Resistenz bringt ‘Sarpo Mira’ Eigenschaften mit, mit denen die bis ins letzte Detail genormte Kartoffelindustrie nichts anfangen kann: ungleichmässige Knollen, zum Teil mit Übergrösse, Neigung zu Wachstumsrissen und leichte Schorfanfälligkeit verdammen die resistente ‘Sarpo Mira’ zu einem Nischendasein. Da all diese Mängel aber rein ästhetischer Natur sind und zu alldem noch von der überaus praktischen Krautfäule-Resistenz aufgewogen werden ist ‘Sarpo Mira’ vor allem eins: Eine herausragende Gartenkartoffel. 

PS: In der heutigen Agrarindustrie wird das Krautfäule-Problem zugunsten möglichst perfekter Verarbeitungseigenschaften immer noch mit Fungiziden "gelöst". 

Kurzbeschreibung von 'Sarpo Mira'

Schale: Hellrot
Fleisch: fast weiss, sehr hell mit leicht beigem Ton
Blüte: weiss
Knollen: knollig bis lang-oval, neigt etwas zur Unregelmässigkeit
Ernte/Reifezeit: zur vollständigen Geschmacksausbildung eher mittel bis spät. Dadurch dass das Blatt nicht abstirbt können bei wüchsigen Bedingungen grosse Knollen heranwachsen
Kochtyp: unter den vorwiegend Festkochenden eher auf der mehligen Seite
Gut für: Salzkartoffeln, Pellkartoffeln
Geschmack: intensiv kartoffelig, wird gerne als fruchtig beschrieben
Ertrag: hoch bis sehr hoch
Wuchs: Sehr gesund im Blatt, ausladende Stauden
Resistenzen: Beste Krautfäuleresistenz aller Sorten!

Fragen, Antworten und Gartenstorys zu Saatkartoffeln 'Sarpo Mira' (0)

Name: Saatkartoffeln 'Sarpo Mira' Botanisch: Solanum tuberosum 'Sarpo Mira'
Erhältlich: Februar bis Juni
Kundenbewertung 4.5/5
4 Bewertungen

08.04.2021 | 12:22:20
Die Kartoffeln sind gut angekommen, 2 von ihnen sind allerdings kaputt, ich hoffe sie keimen trotzdem

07.04.2021 | 18:31:35
****

07.04.2021 | 11:50:45
Möchte die Ernte für die heimische Küche verwenden.(Salzkartoffel, Püree).
Hobbygärtner sind bestimmt nicht überfordert.
Saatkartoffel machen einen gute Eindruck, mal sehen wie die Ernte wird.

26.03.2021 | 16:17:49
Sieht gut aus - Qualität kann ich erst nach der Ernte beurteilen.